HILFE! Bin am Boden zerstört

  • Hallo an alle Hundeprofis,
    ich habe vor 3 Tagen eine 9monatige Dobermannhündin „Kara“ zu uns (meine Kinder im Alter von 16 und 13 J. und eine Boxerhündin im Alter v. 4 Jahren) genommen, da der Besitzer (ein weitläufiger Bekannter von mir) diesen Hund wegen Zeitmangel ins Tierheim abgeben wollte.
    Kara ist eine anfangs sehr zurückhaltende, vorsichtige Hündin und meine Kinder und ich waren gestern sehr erfreut, als sie endlich ein wenig auftaute, uns zum spielen aufforderte und nicht mehr, wie am ersten und zweiten Tag, vor uns zurückwich. Sie spielt mit unserer älteren Hündin, bezüglich des Futters werden beide nickelig, aber ansonsten passiert nix Schlimmes.
    Als ich jedoch heute morgen in den ersten Stock ging, sah ich Kara und meinen Sohn (13 J.) zusammen auf der Couch liegen. Ich wollte es von anfang an vermeiden, dass der Hund ins Bett oder auf die Couch geht, so dass ich Kara mit „Runter“ und Handzeichen aufforderte, von der Couch zu springen. Da dies erfolglos blieb, forderte ich sie mit lauter Stimme noch einmal auf, sie sprang herunter, ging um mich herum, sprang wieder auf die Couch und legte sich hin. Dann stellte ich mich vor die Couch, sie fing plötzlich ganz schlimm zu knurren und Zähne fletschen an, sprang von der Couch, bellte, knurrte, hat jedoch (noch?) nicht gebissen.
    Jetzt bin ich ziemlich am Ende und weiß nicht, ob da überhaupt ne Hundeschule hilft, denn das Vertrauen von meiner Seite ist nun vollkommen weg. Was wenn ich nicht zu Hause bin und die Kinder mit ihr allein? Soll ich den Versuch wagen oder kein Risiko eingehen um Schlimmeres zu vermeiden und die Hündin anderweitig vermitteln? Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

  • Woher sollte die Hündin denn wissen, was Du von ihr willst? Hat sie das Kommando runter gelernt? Du hast sie bedroht und sie hat sicherlich einen Angriff befürchtet. Mach Dich mal ein bißchen locker.
    Klar, sie hat geknurrt, das schockt erstmal. Aber überleg doch einfach mal, wie sich die Situation aus ihrer Sicht dargestellt hat... Du hast Dich vor ihr aufgebaut, sie mit der Sofalehne im Rücken fühlte sich bedrängt, Du schlägst nen harschen Ton an, sie kann nicht wirklich gut ausweichen, Du wirst stinkig, sie merkt das und reagiert sogar dennoch mit Ausweichen. Daß sie in der Situation gemotzt hat, ist verständlich.

    Wegen der Kinder: Tja, die Kinder sind alt genug, daß sie verstehen können, daß sie in Deiner Abwesenheit den Hund einfach in Ruhe lassen sollen. Oder Du machst den Hund in Dein Schlafzimmer und sperrst ab.

    Bring der Hündin bei, was Du von ihr willst, so daß sie es auch verstehen kann. Bau keinen Druck auf, versuch lieber Situationen zu entschärfen. Dobis sind ungleich sensibler als Boxer, dem solltest Du Rechnung tragen im Umgang. Was ein Boxer locker weg steckt oder als Spielaufforderung interpretiert, kann ein Dobi schon längst als bösen Angriff interpretieren.

    Zumal sie in ner schwierigen Phase ist, Pubertät, Besitzerwechsel. Alles auf einmal...

  • Der Hund kennt dich noch gar nicht richtig und hat Angst vor dir bekommen. So würde ich zumindest die Situation einschätzen :???: Ein Hund der knurrt muss jetzt nicht automatisch auch beißen. Ich weiss ja nicht wie der Hund in seinem alten zu Hause erzogen wurde, vielleicht durfte er dort auf Sofa oder sie weiß vielleicht überhaupt nicht was "runter" bedeutet.

    Ich würde die Sache nicht überbewerten und versuchen den Hund nicht mehr in solche Situationen zu bringen. Dobis sind meist extrem sensibel und vertragen "laute Stimmen" gar nicht so gut.

    Wenn der Hund nicht aufs Sofa soll kannst du eine kurze Hausleine ans Halsband machen und den Hund damit auf seinen Platz führen. Er muss ja erst mal lernen welcher Ruheplatz ihm gehört. Ansonsten würde ich, wie schon gesagt, deeskalierend handeln und den Hund nicht in Situationen bringen in denen er sich bedroht fühlt.

    Mit 16 und 13 ist man ja schon Teenager und ich denke deinen Kindern kannst du den Umgang mit dem Hund sicher beibringen.

  • Also ich würde das auch nicht überbewerten :???: der Hund ist 9 Mon. und noch lange nicht ausgereift.
    Wahrscheinlich hat er nie gelernt, daß er vom Sofa mußte. Ich würde mir einen guten, aber wirklich guten Trainer suchen, der sich auch mit Dobis auskennt und versuchen den Hund erstmal zu lesen.
    Und jetzt am Anfang nicht mit Kommandos überstrapazieren, die er viell. garnicht kennt.

  • Der Hund knn da wahrlich nix für... Sie wird sicher nicht wissen was du von ihr willst und die Situation war für sie sicher bedrohlich....

    Dobis sind kleine Sensibelchen und brauchen da ne andere Art der rangehensweise als Boxer...

    Und ein Trainer kann helfen... ich denke vorallem müsstest du dich mal genauer über dobis informieren....

    Lass den kopf nicht hängen und vorallem gib net auf....

  • hallo,

    informier dich bitte über dobis und wie man mit ihnen umgeht. in der situation hättest du sie nicht bedrohen sollen - aber das hast du ja gemerkt ;) - besser wäre es gewesen, du hättest sie einfach gerufen und sie fürs kommen gelobt.

    der hund ist neu bei euch, sie muß erst mal lernen, was bei euch geht, und was nicht und vertrauen aufbauen. nimm dir einen trainer, der gewaltfrei mit dir und dem hund arbeitet.

    rede mit deinen kindern, dass sie erst mal den hund in ruhe lassen.

    bitte laß den hund nicht zum wanderpokal werden, dobis können das sehr schwer verkraften.

    gruß marion

  • Vielen Dank für die vielen Antworten, ihr habt mir ganz schön weiter geholfen. Wenn ich darüber nachdenke, habt ihr alle natürlich recht und ich habe die Situation wohl überbewertet. Ich geh wahrscheinlich zu sehr davon aus, dass sie sich so wie meine Boxerhündin verhalten soll/muss. Dass dies nicht der Fall ist und mich dies ein wenig irritiert hat, gebe ich zu. Dass es für sie im Moment nicht leicht ist, hätte mir eigentlich früher einfallen sollen. Sie war zuvor nur mit einer Person zusammen, jetzt wuseln plötzlich 3 um sie rum und noch eine verrückte Boxerhündin, die den ganzen Tag spielen will und natürlich auch ihren Rang im Haus verteidigt. Ich werde die Sache nun entspannter angehen, mich an einen Hundetrainer in der Nähe wenden und gemeinsam mit meinem Hund "unsere" Kommandos ausarbeiten.

  • :smile: Das hört sich doch schon viel besser an...! Dein "Teenager" wollte dich mal testen und.....du hast bestanden!!! Mit Selbstbewußtsein und einer gewissen Gelassenheit aber klarer Konsequenz schafft ihr das bestimmt!

  • hallo,

    mach das, es wird eine menge arbeit auf dich zukommen, denke ich. versuch mal einen trainer zu finden, der bei cumcane ausgebildet wurde.

    dann kannst du sicher gehen, dass gewaltfrei gearbeitet wird.

    hat sie denn schon was in sachen erziehung erfahren? sprich bitte noch einmal mit ihrem vorbesitzer, was er wie mit welchen befehlen und welcher körpersprache gemacht hat, das erleichtert die sache für dich.

    viel glück. gruß marion

  • Hallöchen,

    be cool! Unsere 8 Monate alte Hündin hat uns in der ersten Woche auch erstmal angeknurrt, als wir sie vom Sofa haben wollten. Das hat sich sehr schnell von alleine gelegt.

    Auch euer Hund muss euch erstmal kennen und vertrauen lernen. Er ist bestimmt noch ganz verunsichert von dem ganzen Neuen um ihn her. Lasst ihn erstmal eingewöhnen und eure Regeln in Ruhe kennenlernen.

    Insgesamt würde ich mir wegen des Knurrens da jetzt nicht mehr Sorgen machen, als man sich normal mit Kindern/Hunden macht. Schließlich lag Hundi ja offensichtlich ganz gechillt und lieb mit deinem Sohn auf dem Sofa. Geknurrt hat er dann, als er da auf einmal runter sollte, wos doch so gemütlich war...^^

    lg Lily

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