Pudel in Angststarre

  • Hallo liebes Forum,
    nach Monaten der Faulheit melde ich mich mal mit einem eigenen "Problem" zurück.

    Wie ihr vllt schon wisst, bin ich nebenberuflich selbstständig mit einer mobilen Hundeschule. Das allerdings in verantwortlicher Art und Weise. Mittlerweile mache ich die 2. Ausbildung bei Turid Rugaas und Anne Lil Kvam in Theorie und Praxis - bei Fällen in denen ich mir nicht sicher bin habe ich eine Freundin mit jahrelanger Erfahrung die mich unterstützt. Ich therapiere also nicht wild drauf los :roll:

    Lange konnte ich es mir der Umstände halber (Vollzeitjob, Haus in Umbau etc) nicht erlauben einen Hund zu "halten". Seit 1 Woche ist das anders. Ein langer Krankenschein und ein armes hilfebedürftiges Wesen haben mich dazu gebracht meinen Wunsch endlich zu erfüllen.

    Aus einer Zucht - Züchterin gerade verstorben - tragend zur Züchterinfreundin - jetzt nach 10 Wochen bei mir. Keiner weiß was genaues, außer dass Sie vor Angst erstarrt. Kein Bellen, kein hin und herrennen o.ä. einfach ducken und zittern. Angst hat sie vor Menschen, Katzen, eigentlich vor allem.
    Seit 2 Tagen geht sie an der Leine, vorher hat sie nur zitternd am Boden gelegen. Pipi macht sie leider noch nicht draußen, immer nur drinnen wenn sie unbeobachtet ist. :hilfe:

    Ich behandle sie sehr beschwichtigend, zwinge sie nicht, rede äuüßerst freundlich mit ihr,..

    habt ihr was dazu zu sagen? Bin über jeden Kommentar froh, der mir evtl. helfen könnte!

    Danke euch,

    Arpeggio

  • Ich habe selbst 4 Pudel gehabt und das verhalten was du schilderst ist vollkommen untypisch.

    Nun kann ich mir das nur so vorstellen, daß sie nur zu Zuchtzwecken mißbraucht worden ist und irgendwo immer eingesperrt war.

    Meine 2. Hündin habe ich mit einem halben Jahr gekauft, der Züchter wurde sie nicht los und sie war auch vorher isoliert.
    Sie war immer etwas ängstlich, es hat sich nie ganz gelegt, aber kein Vergleich, was du da schreibst.
    Du wirst es mit viel Geduld hinbekommen und die scheinst du ja zu haben ;)

  • ja, ich gehe auch von völliger Isolation aus.. :sad2:

    aber mit sicherheit wurde sie auch mit harscher Stimme beherrscht, denn auf eine Spaziergängerin vorm Haus, die ihren Hund angebrüllt hat, hat sie furchtbar reagiert.

    Sie ist übrigens schon 4, beginnt aber langsam recht positiv auf meine Stimme zu reagieren.

  • Schlimm was da mit dem Pudelchen gemacht wurde :sad2: sie sind so freundlich und liebenswert.

    Ich freue mich schon, wenn du schreibst, :gut: sie ist ein glücklicher Hund geworden

  • Oh Mann, was für ein Elend...

    Es ist krass, den Hund jetzt zum TA zu bringen. Aber: Sie kann auch körperlich etwas haben, was sie zusätzlich zu dem Erlebten in Schmerzstress treibt. Insofern wäre eine komplette tierärztliche Untersuchung schon gut.
    (ZB könnte sie ja auch getreten, nicht nur angeschrieen wurden sein oder die Geburt/en haben Spuren hinterlassen, oder, oder, oder)

    Ich würde einen TA wählen, der sich auch mit Homöopathie auskennt, damit das Würmchen von dieser Seite her unterstützt werden kann (Globuli, Konstitutionsmittel).

    Du könntest ihr Bachblüten Recue-Tropfen ins Wasser tun, die helfen gerade in akuten Schockzuständen gut. Und in einem solchen Dauerschock scheint sie sich ja zu befinden.
    Es gäbe noch andere Bachblüten, die hier anschlagen könnten, aber das geht schwer per Ferndiagnose. Vielleicht kennst du jemand, der sich mit Bachblüten auskennt? (Evt auch der TA)

    Von Fressensseite hab ich meiner (ehemaligen) Angsthündin Hüttenkäse mit einem Schuss Honig als Extramahlzeit gegeben. Diese Kombi wirkt positiv auf den Serotoninhaushalt ein.
    Ähnliches soll für Bananen (zB Bananenchips aus dem Reformhaus als Leckerlie), rote Beete und Kokosraspeln gelten.
    Ich ernähre meinen (ehemaligen) Angsthund zudem weizenfrei, weil Weizen in Verdacht steht, verstärkt Serotonin abzubauen.

    Ansonsten: Ganz viel Geduld und Zeit lassen zu realisieren, dass der Schrecken vorbei ist. Absolutes Schmalspurprogramm, denn das "normale" Leben ist Stress genug für sie. Ihr ausreichend Ruhe verschaffen, in der sie das erlebte verarbeiten kann.

    Schaue, ob du etwas findest, bei dem sie einen Tick weniger angespannt ist und baue das vorsichtig aus.
    Einem Angsthund hilft es sehr, wenn er Erfolgserlebnisse hat. Vielleicht hast du da eine Idee zu.
    Braucht erst einmal nur eine ganz kleine Sache zu sein, bei der du merkst, dass ihr Köpfchen ein wenig höher ist, ihr Blick klarer, die Anspannung weniger oder aus einem anderen Grund motiviert als aus Angst.

    Was das Draußensein angeht: Kannst du vielleicht mit ihr in "reizarme" Umgebungen gehen/fahren, um dort mit ihr zu laufen? Laufen ist gut, denn es baut die Stresshormone ab! Allerdings schütten konfrontative Begegnungen auch Stresshormone aus, deshalb der Vorschlag mit reizarmer Umgebung, zB einsamer Wald, entlegene Feldwege oder auch: leerer Strand!


    (Hast du vielleicht auch ein Foto?)

  • Danke für die Fütterungsinfos!

    auf meiner Internetseite bei Übermich habe ich gerade ein Bild von ihr eingefügt. :gut: xxx

    Ich bin übrigens hauptberuflich Tierarzthelferin, meine Ausbilderin, bei der ich bis vor 4 Monaten noch gearbeitet habe, hat sich auch homöopatisch weitergebildet. Daher bin ich auch in BB Kunde bewandert und habe ihr gleich eine Mischung angefertigt, die sie auch seit 3 Tagen bekommt.

    Was die reizarme Umgebung angeht: bisher war ich nur im Garten mit ihr - der ist recht groß und ruhig. gestern abend haben wir eine kleine Runde um den Gartenblock gemacht - auch nur eine kleine ruhige Strecke. Heute fahre ich zu meinen Schwiegereltern - da lasse ich sie aber noch zuhause. Ich habe ein Problem damit sie unbeaufsichtigt zu lassen, aber ich denke alleinbleiben tut ihr vllt ganz gut und sollte gleich geübt werden. Besser als mitfahren findet sie das sicher![/img]

  • Oh, Gott, wie traurig - bei einem Pudel trifft mich das gleich umso mehr, weil ich auch einen habe. Falls das so ist, wie Bentley schreibt: wie kann man nur, da kommen einem ja die Tränen!

    Kann nur BigJoys Kommentar zustimmen... Rescue hab ich auch sofort gedacht. Zudem könnte vielleicht unterstützend hier auch wirklich eine alternative Behandlung helfen - bei Angst das Mittel der Wahl, wie ich finde. Ich kenne eine Tierheilpraktikerin, die arbeitet bei Pferden und Angst erfolgreich mit Lichttherapie und Meridianbehandlung. Dies noch zu Hömöopathie als weiterer Tip.

    Sonst fallen mir nur noch ein: Liebe, Liebe, Liebe und Sanftheit.

    Ganz liebe Grüsse vor allem auch an Püdeli.
    Falbala

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