Fragen (Sozialisierung + Gassigehen)

  • Hihi, gibt es für Gassigehen eigentlich ein schöneres Wort? (das war aber nicht meine Frage :D )

    Also, zwei Situationen:

    1. Heute Früh, ich gehe mit dem Welpi los, vor unserem Grundstück auf der Straße steht, unglücklicherweise, ein gelbes Auto mit einem bellenden Hund drin. Das hat ihn sehr verunsichert und er wollte zuerst nicht daran vorbei gehen. Nun hatte ich gelesen, dass ich cool bleiben soll, ganz ruhig und gelassen. Den Hund möglichst auf mich ablenken und unaufgeregt mit ihm vorbei gehen. Das war aber quasi unmöglich. Irgendwie hinterlässt das nun bei mir das Gefühl, dass die Situation suboptimal gelaufen ist. Ärgerlich, dass es sich um ein gelbes Auto handelte. Denn eigentlich möchte ich nun gar nicht, dass er ab jetzt möglicherweise Probleme mit dem Postauto hat. Was hätte ich besser machen können?

    2. Wenn wir Gassigehen wollen vom Haus weg, muss ich den kleinen Frechdachs die ersten 50 Meter tragen, dann geht es 3x die jeweils nächsten 20m nur mit Leckerli und ohne Leine weiter. Danach geht es und auch auf dem Rückweg mit Leine. Wir üben dann auch viele Richtungswechsel vor allem ohne, aber auch mit Leine und die Leine hängt nun auch größenteils durch. Nur zu Beginn komme ich mir so langsam ein wenig veräppelt vor. Mich beschleicht zumindest, dass ich da möglicherweise manipuliert werde... Was meint ihr?

    Schönen Abend und herzlichen Dank :smile:

  • Zu 1)
    Welpen kennen die Welt noch nicht und sind, nicht anders als kleine Kinder, leicht einmal verängstigt. Ich bin solche Situationen immer recht burschikos angegangen. "Nun komm, du glaubst doch wohl nicht, dass ..." und gaaanz ruhig weitergegangen. Später, wenn dann das Maul sinnlos aufgerissen wird, habe ich immer (so es möglich war) gesagt, welches Verhalten ich erwarte und Fehlverhalten mündlich moniert. Das ist aber ein längerer Lernprozess, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

    Zu 2)
    Der Spaziergang mit mir (tagsüber waren die Welpen immer im Garten, es gab nur einen längeren (zeitlich) Spaziergang am Abend, war immer eine Sache, auf die sich die Hunde vom ersten Tag an gefreut haben. Leckerlie oder sonstige Motivationshilfen brauchte ich nie.

    Sprichst Du mit Deinem Hund? Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Auch unterschiedliche Wege auf dem Spaziergang sowie immer mal eine Ausbildungseinheit unterwegs so spielerisch nebenher als Auflockerung fördern ebenfalls die Freude am Spaziergang.

    Regn ist auch so eine Sache. Hunde bzw. Welpen mögen oft keine nasse Schnauze von oben ;) . Habe dann immer die Frage in den Raum gestellt, ob der Hund denn aus Zucker ist. Habe nie ein Ja als Antwort bekommen und mit der Zeit interessierte der Regen auch gar nicht mehr.

  • zu 1) Also prinzipiell würde ich der Situation überhaupt keine Bedeutung zukommen lassen, sondern ohne meinen oder den anderen Hund zu beachten vorbeigehen. Auch wenn das schwer ist, glaube ich dass es so am Besten ist, denn so "zeige" ich meinem Hund, dass es nichts ist worüber man sich aufregen muss, wovor man Angst haben muss, oder überhaupt für voll nehmen muss.

    zu 2) Ich glaube schon, dass Welpi dich manipuliert. Gewöhn ihm gar nicht erst an getragen zu werden, irgendwann isser kein kleines Baby mehr :roll:
    Wie lange ist er denn schon bei dir? Habt ihr schon eine Bindung? Ist er unsicher oder warum möchte er nicht die ersten Meter zum Gassi laufen und danach nur mittels locken?

  • zu 1: Ich wäre gerne unaufgeregt einfach vorbei. Aber Monsieur setzte sich hin und war durch nichts zu bewegen. Wäre er aufgeregt dran vorbei, dann wäre ich eben cool nebenher gegangen, aber wir brauchten eine halbe Ewigkeit, bevor er sich getraute überhaupt mit zu gehen.

    zu 2: Bei Spaziergängen vom Auto heraus klappt es super vom ersten Meter. Da ich viel mit Richtungswechseln gehe, bleibt er mir sehr nahe und schaut auch eifrig nach mir. Da klappt es wirklich super. Und genau, ich bin spielerisch dabei, mal das eine oder andere einzubauen. Ich mache allerdings auch wirklich nur zeitlich kurze Wege, er ist ja noch jung. Weitesgehend unproblematisch also. Nur hier vom Haus weg ist es immer ein Akt... Ich habe aber nicht immer ein Auto, so dass das einfach auch mal sein MUSS. Wenn er dann diesen Widerwillen überwunden hat, klappt es ja auch gut. Und eben, ich weiß, bald geht das nicht mehr, weil er einfach zu schwer ist... =)

    Er ist jetzt 2 1/2 Wochen bei uns.

    Edit: Ach so, das ist nur bis wir das Tragestück, das Leckerchenstück überwunden haben. Danach der schönste Spaziergang, wie vom Auto weg.

  • Die Spazierrunden dauern bei mir immer so im Schnitt eine bis anderthalb Stunden. Nur die Strecke wird mit zunehmendem Alter länger und evtl. Pausen (Welt mit der Nase erkunden) kürzer.

    Die Stehenbleibprobleme ohne nachvollziehbaren Grund (sowohl zu 1 als auch zu 2) würde ich nicht dulden. Gut, bei meiner Wohnlage habe ich gut schreiben, aber spätestens bei 15 Metern Abstand wird sich Welpie schon in Bewegung setzten, selbst wenn er durch ein Spalier aus "reißenden Bestien und Hundemonstern" hindurch muss. Wenn er sich in Deiner Begleitung nicht traut, dann muss er es eben alleine machen.

  • Zitat

    zu 1) Also prinzipiell würde ich der Situation überhaupt keine Bedeutung zukommen lassen, sondern ohne meinen oder den anderen Hund zu beachten vorbeigehen. Auch wenn das schwer ist, glaube ich dass es so am Besten ist, denn so "zeige" ich meinem Hund, dass es nichts ist worüber man sich aufregen muss, wovor man Angst haben muss, oder überhaupt für voll nehmen muss.

    zu 2) Ich glaube schon, dass Welpi dich manipuliert. Gewöhn ihm gar nicht erst an getragen zu werden, irgendwann isser kein kleines Baby mehr :roll:
    Wie lange ist er denn schon bei dir? Habt ihr schon eine Bindung? Ist er unsicher oder warum möchte er nicht die ersten Meter zum Gassi laufen und danach nur mittels locken?

    Als erstes denke ich nicht dass ein Welpe manipulieren will! Er ist noch nicht so lange bei dir dass du von ihm verlangen kannst dir vollstens zu vertrauen.
    Ich hatte genau das gleiche Problem! Meine Hündin ist die ersten 3 Wochen nicht wirklich freiwillig mit mir Gassi gegangen, viel zu viel Trubel. Angefangen von Autos und anderen Hunden, sie wollte immer zurück in ihre sichere Höhle (nach Hause). Aber komischerweise auch nur am Anfang der Gassistrecke. Ich habe sie dann auch teilweise getragen und gelockt und von einem Tag auf den anderen ging es dann plötzlich- hat halt gedauert :smile:

    Nimm vielleicht ein Spielzeug mit mit dem du ihn ablenkst wenn Leckerlies nicht helfen. Sollte er gar nicht reagieren würde ich wieder nach Hause gehen oder die Situation so verändern dass er weniger Stress hat und wieder Leckerlies nimmt. Ich saß teilweise jeden Tag neben einer wenig befahrenen Straße und habe sie mit Leckerlies gestopft wenn ein Auto vorbeikam, der nächste Schritt war dann eine viel befahrene Straße. (das ist jetzt auf das gelbe Auto bezogen, also ganz viel füttern wenn du ein gelbes Auto vorbeifahren siehst, wenn sie nichts nimmt einen Schritt zurück und vor einem stehendem Auto, ...)
    Wichtig ist halt dass du ihm vermittelst dass er sich vor nichts fürchten braucht wenn du dabei bist!

  • Mönsch, der Lütte ist doch gerade mal 13/14 Wochen alt =)

    Lass ihn erstmal ankommen, die Welt erkunden und alles kennen lernen.
    Ein gelbes Auto ist beim nächsten Mal ein tolles Spiel zum Üben.
    Schnack mit dem Postboten, frag, ob er kurz warten kann und geh mit Welpi dahin und guck Dir total eifrig das Auto an.
    Er wird irgendwann neugierig näher kommen und sich fragen, warum sich Frauchen so über dieses gelbe Ding freut.
    Genauso habe ich es auch beim Gassi gemacht.
    Losgegangen und wenn Welpi meinte, ich mag gar nicht laufen, dann habe ich ein megatotalcooles Blatt gefunden und mich einen Schneekönig gefreut und schon kam Welpi angetrabt und wollte auch gucken.
    Lass ihn alles kennen lernen, die Richtungswechsel sind okay, aber bitte dosiert. Mein Hund hat ohne Leine gelernt, wenn er nicht aufpasst, dann ist Frauchen weg. Vorher gab es noch ein Tschüss und ich war hinterm Baum oder im Graben verschwunden.
    Das Tschüss hat sich bis heute bewährt :lol:

    Gruß
    Bianca

  • Das hatte unser kleiner Welpi auch die ersten 4Wochen die sie bei uns war ..... Sie wollte einfach nicht von zuhause weg und ihr Nest verlassen wir haben sie dann immer mit ihrem Lieblingsspielzeug gelockt und mit Leckerchen und dann gibt sich das irgendwann und sie läuft jetzt wie verrückt.

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