Was könnten wir dem Welpen noch zeigen?

  • Zitat

    Sehe ich wie Murmelchen. Mit meinem nächsten Welpen werde ich kein Spezialprogramm absolvieren. Verkehr, fremde Menschen kommen automatisch dazu, auch diverse Lärmquellen, mal zu Besuch gehen, Kinder...

    Das kommt natürlich drauf an wo und wie man wohnt :D
    Wir wohnen in Ortsrandlage eines 200-Seelen-dörfchens. Autos kommen ab und an mal vorbei, Laster so gut wie überhaupt nicht. Fremde Hunde nur alle 3 Wochen und Spaziergehgelände haben wir direkt vor der Haustür.

    Daher habe ich es so gemacht, dass wenn ich einkaufen war ich wo geparkt habe und bin dann extra ein Stück an einer stark befahrenen Straße gelaufen, nur 10min, aber hald schon beabsichtigt.
    Oder ich hab sie einfach auf dem Supermarktparkplatz rausgelassen und bin dort eine Runde auf dem Parkplatz gegangen.
    Später werde ich den Hund mal nicht mit in die Innenstadt nehmen, aber jetzt im Welpenalter war sie schon 3 mal dabei damit sie das einfach auch mal gesehen hat.

    Bei unserem vorigen Hund haben wir den Fehler gemacht dass wir dachten "Wir nehmen ihn dann mit wenn er schon erzogen ist!" - großer Fehler, denn für ihn war eine Innenstadt der absolute Kulturschock! ;)

  • Meiner Erfahrung nach ist es sehr praktisch, wenn der Hund absolut umweltsicher ist. Dann muss man vielleicht doch mal Zug fahren, in einem fremden Auto sein oder mit Hund durchs Einkaufszentrum. Oder es kommt einfach mal ein Rollstuhlfahrer auf engem Weg entgegen. Einfach Dinge, die im normalen Alltag nicht unbedingt vorkommen Das heißt nicht, dass ein Welpe oder erwachsener Hund diesen starken Reizen permanent oder sehr oft ausgesetzt werden sollte!
    Natürlich darf ein Welpe dabei nicht überfordert werden, also erstmal in Ruhe eingewöhnen, am Anfang ist doch alles neu und aufregend. Und später dann alles in kleinen Schritten.
    Was mir einfällt (die Reihenfolge habe ich zufällig gewählt):
    Zug und Bahnhof, Einkaufzentrum mit verschiedenen glatten Böden und Treppen, Kneipe und Biergarten, Sportveranstaltung (Fußball), Mittelalterfeste und -märkte, Zoo (es gibt welche, die man mit Hunden betreten darf), Parkanlagen gerne mit vielen Enten und Kaninchen, Kontakt mit Pferden, Kühen, Schafen, Hühnern, Katzen, fremde Autos, Fußgängerunterführungen, Brücken (auch über Autobahn z. B.), Stege, Hauptverkehrstraßen, Fußgängerzone, Feuerwerk (bevor Sylvester die große Knallerei losgeht), Faschingsumzug, Behinderte (denn Hunde wissen ja nicht, wieso ein Mensch sich so merkwürdig bewegt), Lagerfeuer, Hallen, Hafen, Schiff fahren (ist nämlich blöd, wenn im Urlaub dann einer wegen Hund nicht mit kann),...
    Mehr fällt mir jetzt nicht ein.

  • ich habs so gemacht, dass ich den kurzen überall mit hingenommen habe. mussten wir mit dem bus fahren, sind wir mit dem bus gefahren. am anfang habe ich zeiten gewählt, zu denen in der stadt nicht viel los war.
    und: ich habe ihn auf meiner tasche schlafen lassen.
    wollte ich mich in ein café setzen, habe ich die tasche ausgebreitet und welpe hat sich in der regel sofort drauf gelegt und sich entspannt. die stadt ist sehr aufregend, da muss ruhe zwischendurch mal sein.
    verschiedene untergründe hat der kurze nebenbei kennengelernt, da ich vorgewatschelt bin und er hinterher musste.

    @Bibi: das bild mit deinen beiden mädels ist voll super. hätten wir einen tierpark in der nähe gehabt, hätte ich das mit dem kurzen auch gemacht. obwohl er früh genug pferde, kühe und schweine kennenlernen konnte, reagiert er bei denen unsicher. bei schafen gehts mittlerweile ganz gut, aber pferde sind.....unheimlich hoch 3. :/

  • Murmelchen: Ja, finde ich schon – aber doch nicht alles auf einmal und auch nicht in der ersten Zeit! Da braucht man auch keinen Plan zu machen (Abhakliste), sondern je nachdem, wie sich die Gelegenheiten bieten. Bei Menschenansammlungen einfach mal in der Nähe sein und langsam an Lärm, Leute, Gerüche, Bewegungen gewöhnen, indem man sich am Rand irgendwo hinsetzt und einfach zuschaut, wie Flauschi Pieks schreibt.
    Wenn man nicht vorhat, den Hund in ungewohnter Umgebung dabei zu haben, braucht man das alles natürlich nicht. Aber bei uns ist alles schon mal vorgekommen (bis auf Zugfahren, war auch mit einem Hovawart nicht so praktisch) und wir waren froh, dass unser Hund das entspannt kennengelernt hat.
    Ich unterstreiche absolut, dass ein Welpe ganz viel Ruhe braucht (ich kann gar nicht mehr zuordnen, in welchem Alter wir so etwas mit unserem Hund unternommen haben) aber er soll doch die Welt kennenlernen, so wie sie ist. Im ausgewachsenem Alter Hunde daran zu gewöhnen, ist einfach viel schwieriger. Bei Knallerei finde ich das z.B. ganz wichtig, denn Sylvester wird einfach überall geknallt, dem kann ich auch schlecht ausweichen (je nach Wohnlage natürlich).

  • Nehmen wir mal Böller als Bsp. Es ist nicht erlaubt einfach mal so Böller knallen zu lassen (worüber ich ganz froh bin). Wenn mein Zwerg also im Sept. geboren wird, muß er bis Dez. warten, um das kennenzulernen. Von den CDs etc. halte ich persönlich nichts..

    Wie gesagt, der Alltag bringt ja eh viel an den Hund ran. Aber extra losfahren um auf ein Fest zu gehen? Meine Große war 2006 mit in Stgt. als da ein WM-Spiel war, weil es nicht anders ging. Hätte ich jetzt einen Welpen, würde ich sicher nicht zum Public Viewing fahren, nur damit der Hund das sieht (weil ich keine Lust auf das Public Viewing hier bei uns habe ;) ).

    Pepper hat das alles nebenher mitbekommen und die Bahn stand mit 6 Monaten oder so das erste mal an. Die ist da rein, als würde sie jeden Tag nichts anderes machen. Und das (davon bin ich überzeug!), weil sie wusste es ist ok, weil ich da bin..

    Beide Hunde sind absolut sicher im Alltag, keiner hat dieses Extra-Programm bekommen (Lee kannte mit 11 Monaten gar nichts). Ich finde einfach man vergißt dabei oft (nicht immer ;) ), das eine gute Beziehung zum Hund das allerwichtigste ist :nixweiss: Es kann natürlich jeder halten wie er will, aber ich ganz persönlich werde meinen Zwerg nicht extra irgendwo hinschleppen.
    Klar lernt er die Stadt z.B. kennen (also die Innenstadt). Und das wird natürlich auf den Welpen abgestimmt. Aber das läuft so, dass er mitkommt, weil wir da durch müssen, wenn wir zu Oma gehen ;)

    EDIT: Ach und wir reden vom Welpen ;) Also einem sehr kurzen Zeitraum und da finde ich das Programm schon sehr heftig..

  • Da muss man doch nicht zum Public Viewing fahren, wenn im Freundeskreis mal ein Spiel geguckt wird, reichen doch ein paar lärmende Erwachsene und die Vuvuzeela des Sprösslings für ein aufregendes Programm das in der hintersten Reihe betrachtet werden kann. ;) Mehr Fußball, und auch das nur zu besonderen Anlässen, brauche ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber wenn ich an einem Sportplatz vorbeilaufe, kann ich mir das mit Hund mal in Ruhe angucken.
    Wir waren in einer französischen Kneipe, als Frankreich damals die EM gewann. Da fand ich es gut, dass mein Hund als Welpe Vieles kennengelernt hat.
    Wir haben nie Sachen ausschließlich für den Hund gemacht, mehr im Sinne von Dabeisein oder auch eingeschränkt Mit-Dabeisein (nein, mein Hund fährt genauso wenig wie ich im Faschingszug mit!). Grade Sommerfeste, bei denen ganz viele unterschiedliche Menschen bei ganz viel Ausweichmöglichkeit zusammen kommen, fand ich prima.
    Vor dem ersten Böller bzw. Schuss als Junghund gab es einfach ganz viele unterschiedliche Geräuschquellen im Haushalt. Wenn man Kinder hat, braucht man sich darüber keine Gedanken zu machen ;) . Aber in einem sonst ruhigen Haushalt darf schon mal ordentlich extra mit Töpfen geklappert und mit Regenschirmen gefuchtelt werden, finde ich. CDs mit Böllern kenne ich nicht, gibt es die jetzt auch? Einfach mal Musik lauter aufdrehen und tanzen ist aber billiger und macht mehr Spaß.
    Hätte ich Sylvester einen Welpen, würde ich nicht in die Wildnis ausweichen, sondern ihn dabei haben. Wie dicht ich dabei rangehen würde, hängt sicher von Hund und seinem Alter ab. Ich mag das Geknalle überhaupt nicht und bin nach dem Anstoßen meist hinten in der Obstwiese bei den Schafen am Stall. Denn unsere Nachbarn schießen gerne mal Raketen auf die Schafweide.
    Die Bindung ist sicher das Wichtigste, aber die vertieft sich durch gemeinsame "Abenteuer" doch auch.

  • Wir haben Barni auch nichts bestimmtes beigebracht... Er war auch bis heute nie mit in der Stadt! Das Aufregenste war mal mit Getränkeholen oder in ein Café (nach einem laaaaaangen Spaziergang)

    Das einzigste was ich ihm beigebracht habe, waren verschiedene Untergründe, also Gitter und so was! Außerdem habe ich ihm auch bewegliche Untergründe gezeigt, also über eine Wippe gehen und Schubkarre fahren und so zeugs!

  • ich habe meinen Kleinen von Anfang an überall mit hingenommen......da wir ja in Berlin wohnen,ist eigentlich immer alles im Alltag eingebunden...Bus ,Bahn,Rolltreppe,fahrstuhl usw usw

    was ich verpasst habe:Maulkorb tragen,Zähne putzen.........das üben wir nun mit 9 Monaten

    ich finde die Bindung zum Menschen steht an 1.Stelle und wenn der Kleine weiss,ich bin immer da und biete ihm Schutz,egal wo wir sind,geht es auch alles leichter mit dem Erkunden

  • Tja - da steck ich ja grad mittendrin... :???:
    Und muss zugeben, 15 Jahre "Welpenpause" ist denn doch eine Weile her.

    Also, Rosa musste durchs volle Programm.
    Muss aber gesagt werden, das sie die ersten neun Wochen mit Kleinkindern, einem ganzen erwachsenen Hunderudel, vielen anderen Tieren und reichlich Programm aufgewachsen ist.

    Dienstag von ihrer Familie weg - und dann erst zu meiner Schwester aufs Land.
    Dort im Garten tobte sie rum wie eine Grosse.
    Meerschweinchen, die Kinder, die Katze, Ziegen und Kühe.
    Alles wurde begrüßt und beschnuppert.
    Mit Ruhepausen, die sie sich selbst schaffte.
    In einer Sekunde toben - und plötzlich flatsch im Tiefschlaf.
    Überall, wo ging.

    Mittwoch zu einem Freund in die Kleinstadt.
    Dort war es ruhig, aber ebend auch völlig neu.
    Und immer kurze Autofahrten.

    Donnerstag in den Flieger. :roll:
    Das klappte prima - sie schlief die dreiviertelstunde entspannt im Korb.
    Dann in den Laden, und dort die Welt erkunden.
    Viele neugierige Kunden begrüßen.

    Und nun endlich zuhause und das WE gaaaaaanz ruhig. :headbash:
    Ich geh' mit ihr zweimal am Tag die bekannten Runden, so langsam kennt sie jeden Laden hier im Kiez.
    Und die zahllosen Hunde, denen sie neugierig, aber vorsichtig und defensiv begegnet.
    Nach fünf Minuten Annäherung erwacht der Spieltrieb.
    Ein paar Minuten toben und dann ist gut.
    Sie signalisiert mir aber auch, wenn die Reizüberflutung zu heftig wird und sie auf den Arm will.
    Ok - und die letzten Schritte wieder selber zu Pfötchen.

    Normales Programm.
    Alles, was eben so passieren kann, an einem normalen Tag.
    Was kommt, kommt.
    Und ich versuche ihr beizubringen, dass ich immer DA und präsent bin.
    Sie mir vertrauen kann.

    Zum (nur) kurzen "Lösen" gehts in den kleinen begrünten Fahrradhof.
    Da kann sie ohne Stress und Lärm toben, dreht ihre "fünf Minuten-Runden" und gut is'...

    In der Wohnung spielt sie dann noch kurz mit ihren erkämpften und geschenkten Habseligkeiten.
    Und dann pennt sie - ein bis zwei Stunden.
    In völliger Ruhe.

    Hmmmmm - hört sich viel an... :???:
    Ich brems' sie schon, weil sie sehr agil ist.
    Aber ich mache das nach Gefühl und Wahrnehmung.
    Die Bindung zwischen uns spielerisch fördern, teils mit konsequenten Grenzen, teils eben auch viel mit entsprechendem Freiraum.
    Und immer irgendwie mit Intuition.
    Aber sicherlich auch meiner Erfahrung.
    Auf jeden Fall wird sie überall hin mitgenommen.
    Von Anfang an.

    LG,
    Andrea mit Lilly im Herzen und Rosa auf Erden

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