Hund rennt ständig hinterher.....

  • Ich habe mir von meinem (erfahrenen) Hundetrainer sagen lassen, dass es in den meisten Fällen völliger Quatsch ist, wenn behauptet wird, der Hund würde einen "kontrollieren" wenn er immer hinterherdackelt.
    Warum muss man das so negativ besetzen?
    Die Bindung könnte ja auch ganz besonders ausgeprägt sein.

  • Zitat

    Außerdem ist es durchaus Kontrolle, wenn er alles beobachtet, was man tut.

    Also mein eigener ratzt eigentlich immer, wenn er dabeiliegt :D , den beobachte eher ich und übe so subtile Kontrolle aus :veg: .

    Aber ich verstehe schon, was Du sagen willst. :smile:

  • Hi,

    es muss ja nicht Kontrolle sein, es kann zB auch Unsicherheit sein. Ich habe ein knapp 2 1/2 jährige Hündin übernommen, die sehr sensibel und in vielen Situationen auch sehr unsicher ist. Die ersten 3 bis 6 Monate konnte ich kaum einen Schritt machen, ohne dass sie mir hinter her ist, obwohl sie auch noch eine Hundekollegin hier hat. Jetzt nach ca einem Jahr ist es soweit, dass sie bei uns in der Wohnung auch mal liegen bleibt, da sie sich hier sicher fühlt.
    Wenn wir im Urlaub sind oder irgendwo anders zu Besuch, hat sie auch keine Minute Ruhe. Sobald ich aufstehe, steht sie auch. Sie ist in diesen Situationen einfach völlig verunsichert. Natürlich kann ich sie auf Kommando ablegen und sie bleibt dann auch, ist aber stetig bemüht, mich nicht aus den Augen zu verlieren.

    Bei meiner alten Hündin ist es ein wenig anders. Sie ist sehr selbstbewusst, aber auch sie ist meistens bei mir in der Nähe. Allerdings empfinde ich es nicht als Kontrolle und glaube auch nicht, dass es ihre Intention ist. Wir haben einfach eine sehr enge Beziehung. Sobald ich merke, dass mich ein von den beiden manipulieren, bzw kontrollieren will, wird das von mir unterbunden und von beiden auch akzeptiert.

    Zu Deiner Situation, gib Deinem Hund einfach die Chance sich einzuleben und anzukommen. Je nach Hund kann das auch schon mal länger als 3 Monate dauern. So lange du nicht das Gefühl hast, er möchte Dich kontrollieren, ist es doch ok. Wenn Du das Gefühl hast, er versucht Dich einzuengen, dann musst Du halt eingreifen.

    Gruß
    Nadine

  • @TS: wenn euch das hinterherlaufen nervt, warum schickt er ihn nicht weg?
    es ist doch kein ding, wenn man den hund mit einer geste, einem wort oder einen blick wegschickt.
    und dann hat man seine ruhe. ;)

    der hund ist zwei jahre bei euch und er hat lange genug zeit gehabt, sich bei euch einzuleben. ich kann mir daher nicht vorstellen, dass es sich um verlustängste handelt.

  • Mein Urlaubshund macht das auch. Das ist seehr nervig. Er wacht sogar vor der Badtür, wenn ich im Bad bin. Wenn er´s sehr übertreibt, schicke ich ihn einfach energisch weg, mit entsprechenden Drohgesten. Der ist nicht so leicht abzuschütteln, da muss ich manchmal so streng sein, dass mein eigener Hund Angst kriegt, weil die so einen Ton nicht gewöhnt ist. Aber nach einer Woche versteht er nun auch schon kleinere Gesten, und er kann auch unterscheiden zwischen ´guck weg´ (nicht beim essen beobachten), ´geh weg´ (in einen anderen Teil des Zimmers), und ´geh raus´(raus aus dem Raum). So ist es auszuhalten, und er findet auch immer öfter selbst zur Ruhe, wenn ich ihn ignoriere. Ganz schlimm ist es noch kurz vorm rausgehen, da gehts dann los, hecheln (pumpen), hektisches hin und her laufen, speicheln, drängeln, fiepen. Aber auch das kriegen wir hin. :yes:

  • Ich habe allmählich den eindruck, "Kontrollverhalten" scheint der neumodische Ersatz für das überholte "Dominanzverhalten" zu sein....

    Mal ganz ehrlich: warum rennt ein Hund dem Menschen hinterher? Ist es nicht eher das natürliche Bedürfnis, bei seiner sozialen Gruppe zu sein, als ein obskures Herrschaftsstreben? Unsicherheit statt Kontrollwahn? Kann man Unsicherheit durch Kasernendisziplin abstellen, oder doktert man da an Symptomen?

  • Zitat

    Mal ganz ehrlich: warum rennt ein Hund dem Menschen hinterher? Ist es nicht eher das natürliche Bedürfnis, bei seiner sozialen Gruppe zu sein, als ein obskures Herrschaftsstreben? Unsicherheit statt Kontrollwahn? Kann man Unsicherheit durch Kasernendisziplin abstellen, oder doktert man da an Symptomen?

    naja fakt ist doch: wenn ich genervt von dem hinterherrennen bin, dann unterbinde ich das.

    wenn man sich dadurch nicht gestört fühlt- ist es doch auch okey.
    ist doch jedem selbst überlassen, wie er das machen möchte ;)

  • Aber nützt es, einem Hund, der Angst hat und unsicher ist, die Angst und Unsicherheit zu verbieten...? :???:

    Mein Hund war auch eine Klette. Vermutlich hätte ich ihr das Verhalten auch durch strenge Disziplin und Einschüchterung verbieten können. Doch das nervt auch, und Hundi wird nicht selbstsicherer davon... Also habe ich lieber das Vertrauen gestärkt, und mir im Übrigen keinen Kopf darüber gemacht, dass mein Hund gern bei mir sein möchte - ich fände das Gegenteil weitaus alarmierender!

  • Naja, wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Hund erst seit 3 Monaten bei ihnen und vorher war er 2 Jahre im TH.
    Und ich kann das schon verstehen, daß er hinterherdackelt.
    Er hat endlich wieder Familienanschluss und möchte den nicht verlieren.
    Und solange ich ihn auf die Decke schicken kann und er da bleibt, finde ich es okay.
    Heißt, wenn er im Garten bleiben soll, dann legt dort auch eine Decke hin, da ist dann sein Platz, wenn ihr rein geht, schickt ihr ihn auf den Platz. Drinnen ebenso.
    Er wird schnell merken, daß sich hinterher laufen nicht lohnt, sondern das Warten.
    Denn immer, wenn ihr dann wieder zu ihm hingeht, dann gibbet ein Lob, eine Streicheleinheit, ein Tobespiel etc.
    Das wird er schnell intus haben.

    Auch wenn es nicht immer Kontrollverhalten sein muss, ist es schon richtig. Die Entspannung für den Hund ist weg, da er nicht liegen bleiben kann, wenn sich seine Menschen bewegen. Also in dem ich seinen Bewegungsdrang einschränke, verschaffe ich ihm auch mehr Ruhe. ;)

    Grüzzle
    Bibi

  • Zitat

    Ich habe mir von meinem (erfahrenen) Hundetrainer sagen lassen, dass es in den meisten Fällen völliger Quatsch ist, wenn behauptet wird, der Hund würde einen "kontrollieren" wenn er immer hinterherdackelt.
    Warum muss man das so negativ besetzen?
    Die Bindung könnte ja auch ganz besonders ausgeprägt sein.

    Sehe ich auch so. Wenn man nicht darauf achtet, hören die von alleine damit auf. War bei uns immer so.

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