Trainingsansatz bei Unverträglichkeit

  • Wir werden im August in ein kleines Häuschen umziehen. Das Haus steht auf dem Gelände der "Alten Ziegelei Oberkaufungen". Dort gruppieren sich um einen großen Innenhof mehrere Wohnhäuser, Ateliers, Werkstätten etc.
    Alles supertoll...allerdings wohnt dort ein Paar mit einem mit Hündinnen unverträglichem Hund. Der Hund ist schon ziemlich alt (12 Jahre), ein Pitbull-Mischling und an sich wirklich nett, aber unverträglich.
    Er hat wohl auch schon mehrfach mit Beschädigungsabsicht zugebissen und wird seit Jahren von anderen Hündinnen strikt isoliert. Erschwerend kommt hinzu, dass der Hund nicht wirklich gut erzogen ist.
    Nun ist das Gelände dort so weitläufig, dass ich eigentlich gar kein großes Problem darin sehe Emma und diese Hündinnen strikt voneinander fernzuhalten...aber richtig prickelnd ist die Vorstellung natürlich nicht immer mit der latenten Gefahr zu leben, dass man irgendwann abgelenkt ist, die Hunde doch aufeinander treffen und es zu einer Beisserei kommt.
    Unser Wunsch wäre natürlich schon diese Hündin und Emma zumindest soweit aneinander zu gewöhnen, dass sie sich zumindest akzeptieren (Emma ist weniger das Problem, sie ist gut erzogen, mit Hündinnen grundsätzlich verträglich, hat aber eine relativ geringe Frustrationstoleranz und lässt sich ziemlich schnell provozieren).
    Wir haben auch schon einen Gesprächstermin mit einem Hundetrainer vereinbart, indem wir einfach mal diskutieren wollen ob und wenn wie man dieses Problem angehen könnte.
    Ich seh das ganze aber sehr skeptisch...kann man bei einem Hund, der wirklich mit Beschädigungsabsicht zubeißt überhaupt eine Verhaltensänderung erzielen?
    Und wenn ja, welche Trainingsansätze sollte man nutzen?
    Seid ihr schonmal in einer ähnlichen Situation gewesen? Irgendwelche Vorschläge oder Gedanken dazu? Ich bin nämlich gerade ziemlich frustriert, denn abgesehen von diesem Hundeproblem wären alle anderen Wohnfaktoren absolut ideal für uns...

  • Wie kooperativ sind denn die HH der unverträglichen Hündin?

    Was ist nicht verstehe: Warum läuft die Hündin draußen nicht grundsätzlich mit MK, kann doch immer eine andere Hündin auftauchen...?

    Gibt es bei der Hündin ein Muster oder geht sie auf jede andere Hündin? Geht es dabei um Territorialverhalten oder reagiert sie so, egal ob auf vertrautem oder unvertrautem Boden?

    Trainingsansatz finde ich schwer, weil man sehen müsste, wie die beiden beim 1. Aufeinandertreffen aufeinander reagieren. Andererseits kann gleich das 1. Aufeinandertreffen die Weichen für alles Weitere stellen...

    Blöde Situation! Aber dass sie unlösbar ist, weigere ich mich zu glauben ;)

  • Mit etwas Ähnlichem - bei allerdings gleichzeitiger mangelnder Kompromiß-Bereitschaft des anderen HH - habe ich schon selten dämliche Erfahrungen gemacht..., die damit endeten, dass ich wieder weggezogen bin.


    Bei uns war es eine frei laufende Hofhündin, deren "Terretorium" ihrer Meinung nach vor meiner Haustür endete. Laß Deiner Phantasie freien Lauf, wie man die 6 Stufen bis zum eigenen Auto überwindet... Meine Lösung damals war der erste Geländewagen...das liest sich jetzt ganz lustig, war es aber nicht, ich konnte nichtmal bei Durchfall einer meiner Hündinnen, mal eben schnell rausflitzen, sondern musste immer erst den Toy rückwärts die Treppe hochjonglieren, sonst hätte es Verletzte bis schlimmer gegeben...

    Man kann aufpassen, soviel man will, die eigenen Hunde im Griff haben, soviel man will - pennt der andere HH mal, oder ist gar uneinsichtig, dann knallts, aber richtig.

    LG, Chris

  • Achso - noch vergessen:

    Klar, haben die anderen HH nach dem ersten Blutfluss Stein und Bein geschworen, sie würden besser aufpassen....

    Klar, hab ich die gängigen Methoden der Hundeabwehr versucht...

    Genauso klar war aber, dass die Hündin dort sehr "trickreich" war und sich manchmal extrem intelligent angeschlichen hat, um dann aus dem Hinterhalt anzugreifen...

    Und noch viel klarer war, dass DIESE Hündin niemals fremde Hündinnen in ihrem vermeintlichen Territorium geduldet hätte und in wirklicher Beschädigungsabsicht angegriffen hat...

    Da vergeht einem wirklich alles bei.

    LG, Chris

  • Zitat

    Wie kooperativ sind denn die HH der unverträglichen Hündin?

    Die sind grundsätzlich schon kooperativ...schon allein aus dem Grund, dass sie Angst haben, dass ihrem Hund was passieren könnte...sie werden also schon auf ihren Hund aufpassen...aber die werden definitiv nicht monatelang mit ihrem HUnd trainieren oder HUnderte von Euro für eine Hundetrainer ausgeben...am liebsten wäre denen, das Problem würde sich in Wohlgefallen auflösen...oder wir gar nicht erst einziehen...

    Zitat

    Warum läuft die Hündin draußen nicht grundsätzlich mit MK, kann doch immer eine andere Hündin auftauchen...?


    Die Hündin bleibt wohl recht zuverlässig auf dem Hof und da gab es bisher einfach keine andere Hündin...und insgesamt sehen die Besitzer das alles etwas locker...zu locker...

    Zitat

    Gibt es bei der Hündin ein Muster oder geht sie auf jede andere Hündin?


    Bisher weiß ich nur, dass sie grundsätzlich unverträglich mit Hündinnen sein soll und durchaus mit Beschädigungsabsicht zubeißt.

  • Zitat


    Die Hündin bleibt wohl recht zuverlässig auf dem Hof und da gab es bisher einfach keine andere Hündin...und insgesamt sehen die Besitzer das alles etwas locker...zu locker...

    Das würde mir genügen, um nicht dort einzuziehen.

    Sorry,

    LG, Chris

  • Zitat

    Das würde mir genügen, um nicht dort einzuziehen.

    Nicht das das hier falsch ankommt...der Hund ist kein typischer Hofhund, der den ganzen Tag unbeaufsichtigt draußen rumläuft! Die Besitzer sind schon dabei, wenn der Hund draußen ist...allerdings wäre der Hund nicht abrufbar, wenn er Emma sieht...müsste deswegen auf dem Hof an die Leine...das finden die Besitzer einfach blöd und anstrengend usw. usw.
    Ach...und zusätzlich haben wir die Rückendeckung der Vermieterin, die auch auf dem Gelände wohnt und die ganz klar sagt, dass besagtes Paar auf ihren Hund aufpassen muss und wir uns keine Sorgen machen sollen!
    Sorgen mache ich mir natürlich trotzdem...aber es gibt da jetzt keinen Weg mehr raus...Mietvertrag ist unterschrieben und das Problem mit der anderen Hündin kam erst hinterher raus...

    EDIT: Ach so...auch wenn sich das jetzt gemein anhört...der Hund klappert mit seinen zwölf Jahren schon ganz schön...innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre wird sich das Problem sowieso auf natürliche Weise regeln... :ops:

  • Ihr könntet vielleicht gemeinsam Trainerstunden nutzen
    und mit beiden Hunden trainieren oder auch 'nur'
    einer, für die Hunde sehr erfreulichen Beschäftigung, nachgehen.
    Vielleicht könntet ihr euch darauf einlassen, gemeinsame Leinenspaziergänge zu machen, bei denen ihr in den Anfängen in großer Distanz zueinander geht.
    Mit positiver Bestätigung für richtiges Verhalten würde es vielleicht einen Erfolg bringen.
    Der Knackpunkt wird sein, dass du auf das Wohlwollen und die Mitarbeit des anderen HH angewiesen bist.
    Allein wirst du es kaum erarbeiten können.

    Mir ging gerade so durch den Kopf: Du könntest bei Leinenbegegnungen, dem Hund im richtigen Moment, jedesmal ein Würstchen zuwerfen. :lol:
    Wenn das keine positive Verknüpfung gäbe ... :D

  • Ich kann mir zwar die Wohnanlage nicht wirklich vorstellen, aber dann wird auf Dauer nur absolute gegenseitige Rücksichtsnahme helfen, indem man sich wirklich gut abspricht und die Halter der anderen Hündin ab und an mal an die Sache mit der Leine erinnert...

    ABER - noch gibt es ja vielleicht die Option, dass das alles gar nicht SO schlimm ist wie dargestellt und die Hunde sich allen Unkenrufen zum Trotz doch gut verstehen...

    Deshalb drücke ich die Daumen, dass Ihr bald mehr wißt und alles passt.

    LG, Chris

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