Kommando "Hier" beibringen?

  • Hallo liebe Leute!
    Auch ich habe mal wieder eine Frage.
    Unsere Kimba ist nun seit 4 Wochen bei uns und hört teilweise auch ganz gut! Aber eben nur teilweise.
    Bei Spaziergängen gibt es 3 Phasen!
    Phase 1: Kimba Hier...Kimba kommt sofort angerannt
    Phase 2: Kimba Hier...Kimba guckt und guckt und geht dann schließlich weiter ihren Weg!
    Phase 3: Kimba Hier...Kimba reagiert nicht einmal!
    Wenn sie kommt gibt es natürlich jede Menge Lob und nur die leckersten Leckerchen!!!
    Nun also meine Frage: Wie vermittel ich dem Hund, dass "Hier" ein Kommando ist, welches zu befolgen ist, wenn ich es möchte und nicht dann, wenn sie es möchte???
    Ich arbeite nicht gerne mit der SL, gibt es noch eine andere Möglichkeit??? Wenn nicht, wie mache ich es am Besten mit der SL?

    Lg

  • Versuche es erst einmal mit Spaziergängen im "Rudel", d.h. mit Familie, einem anderen Hund oder so. Alle bleiben zusammen und wenn sich Dein Hund entfernt, rufen. In dieser Situation ist er getrennt vom Rudel und wird vielleicht eher den Drang zum Zurückkommen haben.

    Ein weiterer Trick: Hinhocken. Dadurch erscheinst Du weiter entfernt und der Hund wird keichter zu Dir kommen.

    Leinenführigkeit würde ich aber auch schon mal üben (so unabhängig vom Komm und mit normaler Leine).

  • Zitat


    Nun also meine Frage: Wie vermittel ich dem Hund, dass "Hier" ein Kommando ist, welches zu befolgen ist, wenn ich es möchte und nicht dann, wenn sie es möchte???
    Ich arbeite nicht gerne mit der SL, gibt es noch eine andere Möglichkeit???


    Indem du den Hund nicht überforderst und nicht dann rufst, wenn die Ablenkung noch zu stark ist. Der Hund hat nicht immer dieselben Prioritäten wie du, das Hier muss erst wachsen. Ob der Hund auf ein Kommando wie gewünscht reagiert, liegt unter anderm auch an der "Geschichte" dieses Kommandos: hat der Hund schon die feste Gewohnheit, darauf zu reagieren? Hat er es positiv verknüpft, oder ist es ambivalent, weil manchmal eine Strafe folgt? Ertönt das Kommando oft, wenn gerade andere superinteressante Dinge zu tun sind aus Hundesicht?

    Ich kann nicht beurteilen, warum Kimba sich wie beschrieben verhält, weil ich euren Umgang nicht sehe. Es ist aber offensichtlich, dass sie ihre Hundewelt für spannender hält. Da gilt es, Kontaktnahme konsequent zu bestätigen, jeden Blickkontakt. Wenn du ohne SL arbeiten willst, musst du den Hund entweder an sicherem Ort eine ganze Weile wirklich frei lassen und nur rufen, wenn du sicher bist, dass sie kommt. Oder du hältst sie in einem Radius, der klein genug ist, dass du dich bemerkbar machen kannst, dass du jederzeit einwirken kannst.

    Ich nehme an, Kimba ist noch ein Welpe? Dann überfordere sie nicht, sie entdeckt gerade die Welt! Entdecke sie mit ihr, anstatt dagegen zu arbeiten! So wirst du automatisch zur wichtigen Leitperson, statt nur zum Kommandogeber. Dein Hund muss das Hier erst lernen, es ist nicht selbstverständlich, dass, was auf 5 m gilt, auch auf 50 m Gültigkeit hat. Dasselbe mit der Ablenkung, und wenn Distanz und Ablenkung beide zu rasch gesteigert werden, ist der Misserfolg vorprogrammiert..... Ich habe Welpen sehr oft abgeholt, weil der Abruf unter den Umständen einfach zu schwer gewesen wäre. Und obwohl ich ein gutes Gespür habe für den Moment, in dem ich mit Erfolgschancen rufen kann, passiert es mir auch immer wieder, dass es mal nicht klappt. Nicht verzweifeln, nächstes Mal etwas näher gehen, bevor man ruft, oder nur in ganz leichten Situationen rufen, und die Schwierigkeit nur langsam steigern.

    Zum rein praktischen: Wie stehst du, wenn du rufst? Bewegst du dich, stehst du frontal oder seitlich, hockst du dich hin, rennst weg? Probier aus, worauf dein Hund am freudigsten kommt. Ruf, wenn was ganz tolles passiert, auch wenn der Hund eh schon kommt, um zu schauen, was los ist. Lass dem Hund aber auch mal Zeit, Dinge zu erkunden, ohne ständig grundlos zu rufen.

  • Hallo Naijra!

    Wenn ich Kimba rufe, stehe ich frontal! Wenn sie nicht gleich reagiert, hocke ich mich hin!
    Wenn Kimba mich ansieht aber nicht kommt, laufe ich in die andere Richtung. Wenn sie dann zum Spurt in meine Richtung ansetzt, bleibe ich stehen, rufe Hier und lobe sie dann ganz dolle!
    Ich glaube dein Kommentar, dass Misserfolg bei zu rascher Steigerung von Distanz und Ablenkung vorprogramiert ist, ist bei uns der Fall! Ich denke, ich will noch zu viel von ihr!
    Ich versuche schon, dass ich sie nicht immer rufe, wenn sie abgelenkt ist, aber manchmal versuche ich es schon...
    Ich glaube, das werde ich erstmal unterlassen!

    Aber noch eine speziellere Frage:
    Kimba (übrigens 16Wochen alt) kommt ja jetzt aus eigenem Antrieb heraus zu mir, weil sie grade das Leckerli bekommen möchte. Wie läuft denn der Prozess ab, dass Kimba merkt, dass sie kommen muss! Also nicht, dass ich das jetzt schon möchte, das habe ich aus deinem Beitrag verstanden, aber so für später!?!?

  • Zitat


    Aber noch eine speziellere Frage:
    Kimba (übrigens 16Wochen alt) kommt ja jetzt aus eigenem Antrieb heraus zu mir, weil sie grade das Leckerli bekommen möchte. Wie läuft denn der Prozess ab, dass Kimba merkt, dass sie kommen muss! Also nicht, dass ich das jetzt schon möchte, das habe ich aus deinem Beitrag verstanden, aber so für später!?!?


    Der Hund soll immer aus eigenem Antrieb kommen - muss ja, wenn er nicht angeleint ist und herangezogen wird! Die Kunst ist, zu erreichen, dass der Hund immer herkommen will, wenn er gerufen wird.... ;) Mit einer langen Erfolgs- und Belohnungsgeschichte des Signals wird es immer zuverlässiger befolgt werden. Müssen tut mein Hund gar nicht, sie hat immer die Wahl. Ich bin auch extrem zurückhaltend mit aversiven Mitteln beim Rückruf, weil das meinen Hund mehr bremst als beschleunigt. Das einzige, was ich mache ist, wenn der Hund mein Signal zweifelsfrei wahrgenommen hat (mich beispielsweise angeguckt hat), und sich dann wieder ihrem Ding widmet, dass ich die Distanz deutlich verkleinere, also zum Hund hinrenne, und dabei auch mein Missfallen zeige. Das unterbricht dann die zuvor so wichtige Tätigkeit, und er nimmt wieder Kontakt auf, was ich sofort positiv beantworte.

    Extrem wichtig für die Zuverlässigkeit des Hier (und jedes anderen positiv aufgebauten Signals) ist der Übergang zur differenzierten, variablen Bestätigung. Wenn jedes Hier mit einer Handvoll Superleckerlis belohnt wird, wird die Motivation wieder sinken. Ich variiere die Art und Wertigkeit der Bestärkung, belohne nur besonders gute Ausführung top. Und ich benutze das Signal nicht übermässig oft, und mehrheitlich für Dinge, die auch für den Hund wichtig sind.

  • Wie siehts denn in der Wohnung aus? Sie muss das Kommando ja erst mal richtig verknüpfen und ausserhalb ist die Ablenkung doch recht hoch. Ich würde erstmal drinnen üben und auf kurze Distanz damit sie das auch sicher abgespeichert hat.

    Draussen haben die Welpen ja (fast immer) den natürlichen Folgetrieb. Da würd ich noch nicht so viel mit Kommandos üben die sie dann ignorieren kann, sondern eher wenn sie eh schon zu Dir läuft das "hier" einflechten. Oder versuch mal wenn sie ihre Welt interessanter findet und nicht schaut, Dich schnell irgendwo zu verstecken. Damit lernt sie die Aufmerksamkeit auf Dich zu richten. Oder wechsel die Geschwindigkeit und fang an loszurennen. Wenn sie dann kommt, "hier" rufen und mächtig belohnen ;)

    Ansonsten wurde ja geschrieben, nicht zu viel erwarten und nicht überfordern. Sie ist ja noch so klein. Ich würde nicht so viel Kommandos machen sondern eher Aufmerksamkeitsübungen bzw. Spielchen die ihr vermitteln - wo Frauchen ist, ist's interessant.

    Wichtige Kommandos haben wir zuhause in Verbindung mit dem Fressen geübt. Hat bei unserer Fressmaschine wunderbar funktioniert. Napf in der Hand - erst Sitz machen oder eben Bleib üben oder auch bleib und dann hier. Aber alles in Maßen in dem Alter!

  • Ich hatte mit Nala ewig das Problem mit dem Heranrufen,

    ich habe es mit Schleppleine.. alles probiert doch sobald die Schleppleine ab war konnte ich Sie nicht mehr Abrufen.

    Nun habe ich gemerkt das Sie Käse über alles liebt und habe es einfach probiert.

    Also habe ich es im Haus gelernt habe Sie herangerufen das hat super geklappt und habe ihr Käse gegeben Sie hat sich total gefreut.


    Nach ein paar Tage habe ich es dann draußen auf einer Wiese probiert und ich muss sagen das klappt schonmal echt super, da war ich richtig stolz auf Nala.

    Vielleicht gibt es bei Kimba ja auch ein Leckerchen was Sie total gerne mag wofür Sie alles macht ;)

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