Frage zu den Kommandos "Hier" und "Steh"

  • Da Aaron mit seinen fast 2 Jahren ja zu den Junghunden zählt, dachte ich, stelle ich meine Fragen mal hier rein:

    Also, wir sind ja fleißig am Üben. Das Kommando "Steh" klappt bei ihm immer 100 %ig - dreimal auf Holzklopf - (allerdings noch nicht geübt beim Auftauchen von Wild). Er bleibt so lange stehen, bis wir ran sind und ihn loben.

    ABER beim Kommando "Hier" klappt es leider nur zu 50 %. Bevor er zu uns kommt, schaut er sich immer erst ganz genau die Gegend an und setzt sich dann erst in Bewegung.

    Nun meine Frage an euch:
    Sollte ich einfach immer das Kommando "Steh" geben und es weiter festigen, oder sollte ich unabhängig davon trotzdem das Kommando "Hier" üben? Brauche ich dieses Kommando überhaupt? Und wie kann ich ihn das Ganze noch besser verständlich machen (Schleppleinentraining ist erfolgt und klappt mit prima aber ohne eben nicht).

  • Oh, in dem Fall würde das "Hier" zu meinem Lieblingskommando.

    Ich finde schon, dass man es braucht. Manche Fußgänger haben Angst, auch wenn der Hund wie eingefroren steht. Oder wenn ein nerviger anderer Hund kommt. Da ist Abrufen für den eigenen Hund angenehmer als stehen zu müssen, während er belästigt wird.

    Dass der Hund erst die Gegend absucht, das ist ein klassischer Halterfehler. Irgendwann klappte das "Hier" ganz gut und dann wurde es nur noch benutzt, wenn da auch was war. Den Fehler habe ich früher auch gemacht. ;)

    LG
    das Schnauzermädel

  • Ah das dachte ich mir auch so. Denn du hast Recht, wir haben Aaron nur noch abgerufen, wenn es notwendig war. Also meinst du, wenn wir weiterhin fleißig üben, egal ob "Gefahr in Vollzug" oder nicht, dann schnallt er es irgendwann einmal???? :???:

  • Zitat

    ABER beim Kommando "Hier" klappt es leider nur zu 50 %. Bevor er zu uns kommt, schaut er sich immer erst ganz genau die Gegend an und setzt sich dann erst in Bewegung


    So hatte Akasha auch mal reagiert, wenn das HIER kam

    Ich bin dann dazu übergegangen, daß HIER durch die Pfeife zu ersetzen (geübt hatten wir da schon zu Hause) und bin dann, wenn sie erst die Gegend checkte, wie vom Blitz getroffen in die andere Richtung gerannt. Kam sie auf Pfiff ohne zögern, gab es Party und Futtertube mit lecker Thunfischpame - igitt ;)

    Obwohl das mit der Pfeife super klappt, übe ich das regelmäßig auch wenn es für nen Abruf keinen Grund gibt.

  • Klassische Verknüpfung! Dein Hund hat die Erfahrung gemacht, dass irgendwas los sein muss, wenn du ihn abrufst! Deswegen scannt er erstmal die Umgebung!
    Tröste dich...auch meine Hunde haben das drauf... ;)
    Ich würde in Zukunft das Abrufkommando ständig trainieren wenn nichts, aber auch wirklich gar nichts los ist! So hast du die Möglichkeit diese Verknüpfung wieder zu tilgen...

  • Naja.. so bedeutet das "Hier" für ihn doch wohl "da ist was was interessant ist.." meinste nicht? Ich würde es immer mal wieder machen, egal ob es einen Anlass hat oder nicht.

  • Hier finde ich um einiges wichtiger wie "Steh".
    Ich würde das an deiner Stelle täglich mindestens 10-20x üben, immer in Situationen wo Hund nicht andersweitig abgelenkt ist.
    Fürs kommen gibt es auch immer ein Leckerlie und Hund darf gleich wieder los. Und "hier" ist auch konsequent direkt zu mir kommend und nicht auf halben Wege abstoppend.
    Nach ein paar Tagen sieht man da schon einen deutlichen Erfolg.

  • ob ihr ein abruf-kommando braucht oder nicht, ist letztendlich geschmackssache ;) das muss und darf selbstverständlich jeder für sich selbst entscheiden! ich würde den abruf genauso wie das stoppen so zuverlässig als irgend möglich trainieren! wir nutzen den abruf oft, wenn sich zb eine "gefahr" nähert, oder der hund einem jogger/radfahrer/pferd im weg stehen würde, wenn man ihn stoppt.


    allgemein erlaube ich mir ein paar spitzfindigkeiten ;)
    --> formulierungen wie "immer 100%ig, allerdings/aber..." find ich arg lustig, weil sie im gleichen atemzug beinhalten, dass man sich vorher eins in die tasche flunkert... mein tipp: provoziere ungewöhnliche situationen, um das kommando tatsächlich "immer" abrufen zu können :smile:

    --> wenn du die schleppleine abmachst, das kommando ausprobierst und es klappt nicht, muss die leine wieder dran. probierst du es noch ein paar mal und es klappt wieder nur zu 50%, arbeitest du konsequent und absolut effektiv gegen dein vorheriges schleppleinen-/abruftraining und hättest dir den spaß auch sparen können. das ganze nennt sich variable bestätigung und es gibt keine bessere methode, einem hund ein verhalten ins gehirn zu brennen - in diesem fall: ich komm, wann ICH will ;)
    tipp: schleppleinen gehören nicht "abgemacht", sondern ausgeschlichen. und sie gehören so lange dran, wie es nun mal braucht, um das kommando 100%ig anzulernen.

    konsequenz wäre für mich:
    so weiter laufen lassen und hoffen, dass 50% reichen. ein paar "prozent" werden sicher noch durch altern des hundes und ein wenig routine dazu kommen, falls der hund aber durch jagen/spielkameraden/fressfund sich selbst bestätigt, wirst du garantiert auch noch ein paar "prozent" zuverlässigkeit verlieren. aber du hast ja noch das "steh" - wenn dir das reicht is gut :) mir wärs zu wenig.
    oder
    eine möglichkeit schaffen, die dem hund keine andere wahl lässt, als dir 100% zu gehorchen. das wäre zb die schleppleine. bedenke aber, dass du durch die oben beschriebene inkonsequenz grob geschätzt sicher 3-4monate schleppleinentraining zum sowieso nötigen pensum dazurechnen kannst...

    viel erfolg!

  • Ich persönlich empfinde das Kommando "hier" auch als sehr wichtig. Aus den gleichen Gründen wie Schnauzermädel.

    Ich würde das ganze nochmal neu aufbauen. Mit einer Hundepfeife.
    Denn von diesen Hundepfeifen bin ich ganz begeistert.
    Scheinen irgendwie besser im hündischen Hirn anzukommen - so zumindest mein Gefühl!
    Und von Anfang an darauf achten, den von Schnauzermädel beschriebenen Fehler, zu vermeiden...

    I love dog whistles :headbash:

  • Ach das "wo-ist-die-Katze?" Syndrom...... :lol:

    Das "Hier" doppelt so oft benutzen, wenn nichts lo ist.
    Dann wird es auch nicht mehr verknüpft.

    Außerdem würde ich mit einem zwei Leckerlieprinzip arbeiten: nettes Leckerlie für gucken und dann herankommen, super tolles Lecki für sofortiges Herankommen.

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