Beiträge von Degurina

    Also ich kenne es auch so, dass vor den Junghunden erfahrene Althunde liefen (und dass keine läufigen Hündinnen vor jungen Rüden liefen), aber das eben ganz klar ausschließlich bei den Jungen. Wer Richtung "fertig" ging oder gar die geprüften Hunde mussten damit aber ganz selbstverständlich klar kommen.

    Das ist aber auch... spannend. Ich übe mit Koda gerne nach läufigen Hündinnen, weil er es können muss. Im Einsatz kann ich auch nicht erst alle Spaziergänger mit Hund aus dem Suchgebiet abfangen, sondern mein Hund muss den Job über (fast) alles andere stellen. Und das geht nur, wenn sie auch so etwas lernen. Aber das ist OT.

    Übrigens sind mMn die häufigsten und erfolgreichsten Rassen in Rettungshundestaffeln Schäferhunde (DHS, Mali, Herder), Hütis (v. a. Border Collies) und Retriever (Labrador, Golden, gerne AL). Alles Rassen mit "moderatem Jagdtrieb" (im Vergleich zu Weimi, DD etc.) und hohem Will to Please, dadurch leicht ausbildbar.

    Wir haben übrigens auch zwei jüngere DDs in der Staffel, einer als Mantrailer (kurz vor dem MT-B) und ein 3/4 Mix, der wegen der HH von MT auf Fläche wechselt (ca. ein Jahr alt, steht ganz am Anfang, daher kann ich nix zum Thema Wild in der Fläche sagen).

    Spannend, wie unterschiedlich das gehandhabt wird... ich bin in einer BRH Staffel, und da gibt es keine einheitliche Eignungsprüfung (die passiert oft ja schon als Welpe, nicht mit einem triebigen Teenie-Hund), sondern der Hund muss vor seiner ersten Flächen-Hauptprüfung die BH Prüfung gemacht haben. Ungeeignete Hunde, die mit viel Glück die BH bestanden haben, werden aber nicht durchgeschleppt, sondern spätestens nicht zur internen Vorprüfung zugelassen.

    Und je nach Gelände/Uhrzeit gehen wir vor Trainings auch durch den Wald (vor Prüfungen immer), trotzdem sind jagende Hunde auf Dauer ein KO Kriterium. Mit Rehen und Hasen muss man in der Fläche immer rechnen, Wildschweinbegegnungen hatten wir bisher noch nie. Und "unser" Wolf hat sich auch noch nicht blicken lassen.

    Im Original heißt es vermutlich "rescue dog", also Tierschutz- bzw. geretteter Hund.

    rescue dog ist Rettungshund. Geretteter Hund wäre rescued dog. Würde ich sagen

    Das stimmt vielleicht wörtlich. Aber in Social Media und generell im Web sind mit rescue dog von der Straße/aus dem Tierheim gerettete Hunde gemeint.

    Rettungshunde werden im englischen search and rescue dog genannt.

    https://www.google.com/amp/s/www.dail…mauled-her.html hier wird auch von rescue dog gesprochen.

    Vorher röntgen für UO sehe ich auch gar nicht als Notwendigkeit. Da gibt es ja keine erwähnenswerte körperliche Belastung.

    Das ist auch eher für Züchterin und später Belastung durch die Flächen/Trümmersuche relevant. Eilen tut es jedenfalls nicht.

    Ich habe meist Samstag und ab und an Sonntags ganztägig Training, wobei ich da auch mal nur halbe Tage machen kann. Mein favorisierter Verein trainiert vor allem mittwochs, das ist allerdings mein einziger langer Arbeitstag und daher eigentlich nicht machbar. Da muss ich mal gucken, ob ich das für einen absehbaren Zeitraum hinbekomme.

    Aber ich denke, bei einem Verein, der Obi/Rally-O und THS anbietet, bin ich ganz gut aufgehoben. Und vielleicht ergeben sich so noch nette Kontakte außerhalb der Staffel.

    Ich schaue mich gerade auch nach einem Verein für das BH Training (und vielleich mehr) um. Generell wird es Koda viel bringen, auch am Platz neben anderen Hunden arbeiten zu können. Aktuell müsste ich ihn auch mit einer Leine sichern.

    Das Problem ist nur einen Verein zu finden, der die anerkannte BH abnimmt und wo die Zeiten nicht zu sehr mit dem Staffeltraining kollidieren... und noch eigentlicher wollte ich ihn vorher röntgen, aber für die BH ist ja erstmal kein Thema.

    Degurina denkst du Koda wäre umgedreht, wenn ihr Menschen die Richtung gewechselt hättet?

    Nein, glaube ich nicht. Ich bin eher davon ausgegangen, dass er sich am anderen Hund orientiert, so wie sonst auch. Sehr selbstbewusst ist er nicht, eher naiv neugierig und ansonsten leicht beeindruckbar. Deswegen wundert es mich noch mehr, dass er meine schlechte Laune und laute Stimme so ignoriert hat, obwohl ihn das sonst sogar eher ins fiddeln oder meiden bringt (das forciere ich nicht, aber passiert ab und an, wenn ich schlechte Laune habe und er das auf sich bezieht). Ich habe ihn ja erst normal gerufen und erst später lauter und "strenger".

    Spooky Phase kommt wahrscheinlich hin, aber hat er bisher nie tagsüber auf Menschen bezogen. Naja, ich bin jetzt schlauer, er ist schließlich ein Teenie und kein erwachsener, fertig erzogener Hund.

    Koda hat sich gestern etwas geleistet, mit dem er die nächste Zeit Leinenknast verdient hat (also 10m Schlepp in der Hand).

    Wir waren mit Freunden und deren Landseer unterwegs, das lief alles super. Bei den wenigen Hunde/Menschsichtungen wurden die freilaufenden Hunde rangerufen und wir haben generell auf einen kleinen Radius (10-20m) zu uns geachtet. Hundis haben super gehört, es war einfach schön.

    Bis kurz vorm Ende, als sicher 50-100m entfernt zwei Radfahrer auf dem Waldweg standen. Die Hunde bleiben brav stehen, wir rufen, und Koda rennt los :fluchen: Auf seinen normalen Rückruf ist er stehen geblieben, hat mich angeguckt und ist dann weiter. Abbruchkommando wurde auch ignoriert. Den Superrückruf habe ich dann gar nicht erst versucht, weil er ja *eigentlich* nett zu Menschen ist.

    Nur die stehenden Radfahrer fand er warum auch immer doof (gruselig?) und bellt sie auf einmal auf Entfernung an. Ich bin natürlich sofort hinterher, hab den Kleinen eingesammelt und mich entschuldigt. Der hatte auf halben Weg von mir entschieden, oh, anscheinend ist Frauchen mir böse, also laufe ich weiter und fiddelt die Radfahrer an. Die waren sehr nett, dafür, dass sie von einem Hund lautstark angebellt wurden.

    Ganz großes Kino :rotekarte:

    Und nein, das war definitiv kein Verbellen aus der Flächensuche. Er unterscheidet mittlerweile Spaziergang und Training, und das Bellen war sein tiefes Unsicherheitsmelden. Ihm waren die Radfahrer nicht geheuer, aber egal, so einen Mist hat er nicht zu machen.

    An der Leine ist das übrigens kein Thema, deshalb gehe ich davon aus, dass er im Freilauf meint sich selbst kümmern zu müssen.

    Rettungshundearbeit ist zwar kein Sport an sich, aber vielen Interessenten sind die Kosten und der Zeitaufwand nicht bewusst, und da es im Rettungshundesport ähnlich ist, lasse ich mal die Themen rund um Einsatz weg.

    Was kostet euch das Training so?

    Nur die Belohnung, in unserem Fall Hundewurst plus Felldummys. Pro Dummy 25€, idealerweise Einmalanschaffungen, ich habe aktuell 4.

    Und ab und an ein Kuchen 😁

    Was kostet der Verein?

    120€/Jahr Mitgliedsbeitrag

    Wie sieht’s mit Startgebühren aus?

    Betrifft bei uns nur Prüfungen, und da kenne ich keine Zahlen (Koda ist noch zu jung/unerfahren für die Prüfungen). BH 1x pro Hundeteam, danach für Flächensuchhunde:

    Hauptprüfung 1x, danach jährliche Wiederholungsprüfung.

    Spezielles Zubehör für den Hundesport?

    Neben Auto (ohne Auto ist das Hobby unmöglich) und Spritkosten:

    Dummyweste (70€)

    S3 Schuhe fürs Trümmertraining (100€+)

    Helm (ca.60€) und Kopflampe (meine hat ca. 150€ gekostet)

    Isomatte (10€)

    Schattennetz (100€)

    Regenkleidung (ca. 80€)

    Kleinkram wie Schloss für die Box, Reisenapf, Erste Hilfe Sets für Hunde, Hundemantel etc. kommen noch dazu.

    Die laufenden Kosten bis auf Sprit sind gering, die Einmalkosten hauen anfangs schon rein, bis man alles zusammenhat.

    Wertige Taschenlampen, Messer, Kleidung, Powerbanks etc. für den Einsatz sind noch außen vor.

    Wie sieht’s mit dem Zeitaufwand aus? Wie oft habt ihr Training? Wie weit müsst ihr dafür fahren?

    Wir haben 1-2x wöchentlich Flächentraining, 4-7h (davon wird Koda effektiv 30-40min gearbeitet) , plus einmal wöchentlich Gerätetraining, 1,5-3h (15-20min netto für Koda).

    Fürs Training wohne ich ganz günstig, mehr als 30min/30km fahre ich nicht in unsere regulären Trainingsgebiete. Oft weniger. Bei Einsatzübungen sind wir schonmal bis zu einer Stunde entfernt, für Workshops oder gemeinsame Staffelfreizeiten in Trainingszentren fährt man schon eher 3-5h.

    Ich bin z. b. seit September über 8.000km gefahren, davon mindestens die Hälfte nur für die Staffel. Spritpreise sind daher ein nicht zu unterschätzender Posten.

    Wenn man an Prüfungen außerhalb der Staffel teilnimmt, kommen auch da noch Entfernung und Spritkosten dazu.

    Privat trainiere ich bis auf die Grundlagen und Anzeige gar nichts. Dafür kommt demnächst die BH Vorbereitung auf uns zu, das werde ich in einem Verein machen, also dementsprechend 1x pro Woche Zeitaufwand und Kosten.


    Wie sieht’s mit Turnieren/Prüfungen/Wettkämpfen aus? Wie viel Zeit nimmt sowas in Anspruch?

    Unsere Staffel richtet regulär 2 Prüfungs-Wochenenden pro Jahr aus, also Samstag und Sonntag.

    Da sind alle Mitglieder, egal ob Teilnehmer, Helfer oder Zuschauer von morgens bis Abends involviert.