Beiträge von Degurina

    Gibt es Krankenversicherungen ohne OP-Teil? Koda ist aktuell ziemlich umfangreich OP-versichert (R+V, 25€/Monat), aber ich überlege ihn noch KV zu versichern, weniger aus finanziellen Gründen, sondern weil ich fürchte, dass es eh irgendwann Pflicht wird. Und dann möchte ich ihn lieber als Junghund versichert haben, am liebsten mit einer der genannten Versicherungen, die ab X Jahren Laufzeit nicht mehr einfach so nach dem kleinsten Schadensfall kündigen.

    Geht das parallel denn? Die OP Versicherung deckt auch einen gewissen Teil OP-Nachsorge ab, aber weder Impfungen noch Diagnostik.

    Ich würd es ganz neu kleinschrittig aufbauen komplett ohne Box.

    Würde ich auch.

    Es ist nicht verkehrt, dass der Hund eine (Auto)box kennt. Aber alleine bleiben und in einer Box bleiben können sind zwei verschiedene Dinge, und der Stress verdoppelt sich, wenn man beides gleichzeitig übt. Macht lieber die Wohnung/einen Teil der Wohnung hundesicher und übt erstmal immer wieder den Raum zu verlassen, nicht nur ein oder zwei Wochen. Das habe ich z. b. mit Koda anfangs viel zu wenig gemacht, dadurch ist er sehr anhänglich und wir haben dadurch jetzt unsere Baustelle.

    Koda gefällt mir bei Hunde(nicht)begegnungen aktuell ganz gut. Also, im Vergleich zu anfangs :rolling_on_the_floor_laughing:

    Er fiept häufig, geht aber außen an meiner Seite ohne zum Hund hinzuziehen vorbei. Nur seine Körpersprache sagt "ich will dir so gerne hallo sagen!", also Rute oben, fiepen, aufmerksame Ohren, hingucken. Ich denke das provoziert den einen oder anderen Hund, an der Leine zu pöbeln. Das ist also die nächste Aufgabe, Koda dabei zu entspannen oder wenigstens mich "anzuhimmeln".

    Aber hey, alles ist erstmal besser als ausrasten, pöbeln oder Sitzstreik.

    Man muss dazu sagen, dass wir täglich vielleicht 0-4 Hunden begegnen, die Dichte ist aktuell echt überschaubar. Daher bin ich ganz froh, dass Koda mit knapp 15 Monaten verstanden hat, dass es keinen Kontakt gibt, wenn Frauchen "weiter" sagt. Ich hoffe das behält er auch während der anstehenden Rüpelphase bei.

    Ansonsten ist er aktuell vergleichsweise unkompliziert, mit dem Alleine bleiben haben wir so unsere Probleme (Frustbellen), aber Hundekontakte werden immer angenehmer und ohne große Aufregung, auch seltener Hundebesuch klappt besser.

    Nur Menschenbesuch ist nach wie vor ein größeres Thema, da spielt er sich in eine unglaublich hohe Erregungslage. Aktuell hilft da nur 15min Abkühlen im Nachbarzimmer, danach ist die Aufregung halbwegs weg und er bleibt dann sogar mit allen vier Pfoten auf dem Boden. Ist eben ein dynamischer Hund :grinning_squinting_face:

    Die "Falschanzeigen" werden halt angezeigt. Dann kommt jemand, erklärt die Situation, entschuldigt sich und fertig. Bisher fand das jede "Falschanzeige" die ich miterlebt habe das toll und hat meist interessiert nachgefragt. Manche fanden es beruhigend (sind ja dann meist Pilzsammler und Co., also gerade die potenzielle "Kundschaft"), manche, hatte ich das Gefühl, waren richtig stolz gefunden worden zu sein.

    Hier genauso. Im ersten Moment erschrecken sich die Menschen, aber die Erklärung finden sie spannend, und freuen sich, dass die Hunde so gründlich arbeiten. Wir stellen aber an den Ecken unserer Suchgebiete auch Warndreiecke mit Hinweis auf unsere Rettungshundestaffel etc. auf.

    Wir legen bei uns in der Staffel viel Wert auf diverse Opferbilder, auch komisches oder unnormales Verhalten, bei Gelegenheit auch Mensch mit Kleinkind, im Zelt, kriechend, etc. Aber dafür muss erstmal die Basis sitzen. Koda ist ja erst knapp 14 Monate alt, entsprechend kennt er noch nicht viel, aber manche Gelegenheiten haben wir schon genutzt, z. b. hat sich bei einem Training ein Helfer mit Tüchern, die in Korn getränkt waren, behängt. Kodas Reaktion war interessant, er fand den Geruch blöd und hat mehr Abstand gehalten bei der Anzeige, und hat sich nicht "in den Wind" gestellt, sondern von hinten verbellt. Mit Bier dagegen hat er keine Probleme :rolling_on_the_floor_laughing:

    Ansonsten kennt er bisher die Klassiker, Sitzend, Stehend, Hockend, Liegend.

    Das fällt dann ja mit einem Hund der mit Fremden absolut 0 interagieren will ( und sie lieber einfach nur verbellt) eher flach.

    Oder hab ich nen Knick in der Denke? :thinking_face:

    Es geht noch nicht mal unbedingt um das Menschen toll finden, sondern (beim Verbeller) um beim Menschen bleiben und diesen anbellen. Und da kenne ich Hunde (v. a. Hütis), denen das großen Stress macht, im Sinne von "oh gott, jetzt muss ich dich auch noch anbellen"... da muss man als Ausbilder einen guten Blick drauf haben und kleinschrittig aufbauen.

    Ich kenne nicht viele Freiverweiser, gefühlt sind viele davon Hütis, seltener Labbis, die nicht bellen.

    Mit Koda habe ich da aktuell null Probleme, der findet bellen super und Menschen ja auch generell klasse, er bekommt vom Helfer einen Fellfutterbeutel geschmissen, mit dem darf er dann mit dem Helfer spielen, und zum Schluss kommt er zu mir und bekommt den Inhalt. Dafür ist er mir gegenüber sehr sensibel, da muss ich eher aufpassen als der klassische Labbi-HF.

    Wenn ich so drüber nachdenke:

    Dann müsste der Hund ja auch andere suchende Eisatzkräfte zB den Hundeführer des angrenzenden Suchgebietes anzeigen.

    Das erschließt sich mir tatsächlich nicht.

    Auf dem Weg laufende Personen werden doch eh meist durch Einsatzkräfte aufgegriffen.

    Mir erschließt sich das nicht aber ist ja kein unbekanntes Diskussionsthema zwischen verschiedenen Einsatzstaffeln.

    Und Letztlich hat jeder die Lösung, die für ihn am sinnvollsten erscheint und praktikabel ist

    Ich bin in einer BRH Staffel, und in der Theorie soll ein geprüfter RH jeden Menschen anzeigen, egal ob Spaziergänger oder Einsatzkraft. In einer Prüfung hatten wir auch schon einen Helfer am Suchgebietsrand auf dem Weg stehen. Generell üben wir viele Opferbilder, auch Betrunkene, gehende/kriechende Menschen, Menschen die vor sich hinreden etc.

    Im Einsatzfall ist es nicht immer so, dass das Gelände gut erreichbar ist und die eigenen Suchgebiete auf Wegen umkreist werden können oder generell durch Wege abgetrennt sind, also kann es durchaus sein, dass Passanten über Pfade ins Suchgebiet geraten. Gerade z. b. demente Menschen können durchaus "normal" beweglich unterwegs sein und müssen trotzdem vom RH angezeigt werden. Deswegen ist es mMn schon wichtig, dass ein RH nicht lernt, dass ein Weg automatisch eine Grenze ist, und dort nicht sucht.

    Zum Thema Einsatzkräfte haben wir staffelintern gerade eine Diskussion bzw eher Brainstorming, weil wir während einer Einsatzübung eine mit Rettungshundearbeit unbekannte Feuerwehr teilweise einzeln durch den Wald gestapft sind, viele Hunde diese aber nicht angezeigt haben, weil z. b. der HF gesagt hat, dass der Mensch es nicht ist, oder den Hund weitergeschickt hat. So ganz richtig ist das nicht, dann besteht ja die Gefahr, dass ein echtes Opfer zum Hund nur sagen muss "geh weg" und der Hund dreht ab. Das wäre ja Worst Case.

    Von daher sollte ein guter RH sich nicht weg/weiterschicken lassen, jedenfalls wenigstens nicht von unbekannten Personen. Bestandteil von Prüfungen ist das jedenfalls nicht, da hat man eher passive Helfer.

    Müßte man dann aber nicht jeden Hund, der als Welpe für die Rettungshundarbeit angeschafft wird, praktischerweise kupieren?

    (Kupierverbot mal außen vor gelassen)

    Wenn es so wäre. In meiner Staffel gibt es aktuell keine mir bekannten Schwanzverletzungen, und gehört habe ich von einer Häufung in anderen Staffeln auch nicht. Mag aber Zufall sein, ich bin ja auch erst seit 2 Jahren dabei. Wir haben hier durchaus Nadelwälder und dichtes Unterholz, viel Sturm-und Käferschaden, vergleichsweise unwegsam. Gerissene Krallen, Äste durch div. Körperteile (Auge, Haut, Oberschenkel usw.) kommen eher mal vor. Und klassische Schnittwunden durch Stacheldraht, Metall- und Glasmüll.