Ich zitiere mich mal aus meinem Thread:
Gestern abend nachhause gekommen, war eine Nacht nicht da, weil beruflich unterwegs, Hunde freuen sich, ich bin noch eine Std wach gewesen und wir haben alle auf dem Teppich gekuschelt. Naja, dann wollte ich ins Bett, Zwerge laufen hoch und Fiete steht ganz verloren im Wohnzimmer und guckt mich an. Ich weiß, ich vermenschliche, aber er war echt unglücklich.
Habe ihn mir halt gegriffen und hoch getragen (was mit Brummknurren bedacht wurde). Oben war er erst wieder schissig, aber lief dann bald schon interessiert umher.
Na jedenfalls war er nachts etwas unruhig und ich sah immer mal den Colliekopf in mein Bett schielen, aber morgens hat er sich ein Loch in den Bauch gefreut, dass er uns begrüßen konnte.
Naja, ich dachte ich versuche jetzt mal ihn zu seinem Glück zu zwingen, bin erst runter und habe Futter gemacht. Zwerge bei mir, Fiete stand oben an der Treppe. Hört das Klappern der Näpfe und motzt oben herum. Mein Mann war bei ihm oben. Er kam nicht freiwillig, da habe ich ihm sein Geschirr angezogen und ihn die Treppe runter geschliffen. Anders kann man es nicht ausdrücken. Er lag mit gespreizten Pfoten da und jammerte und weinte. Nach 2/3 der Treppe habe ich ihn losgelassen und nach ein paar Anläufen lief er den Rest dann alleine....aber schön ist anders und ob das jetzt der richtige Weg ist....
Murphy hat übrigens in der Situation vor lauter Angst gar nichts mehr genommen.
Ne, Fiete auch nicht. Wollte ihn auf der Hälfte der Treppe belohnen, er nahm nix. Erst als er wieder unten war.
physioclaudi
Mein Theo damals hatte auch solche echte, tiefsitzende Panik vor Treppen. Ich hab ihn mit seinen damals 7,5 Jahren so bekommen und kenne den Grund nicht. Fakt ist: Das war keine Anstellerei, ich bin ja nun auch niemand, der sehr fimschig und übervorsichtig mit den Hunden ist, sondern immer eher der pragmatische Mensch. Aber das war Panik.
Und mit ihm habe ich (ohne Futter oder Beute) geübt, dass er es sich gefallen lässt, dass ich seine Beine setze. Einfach die Entspannung immer gestreichelt und massiert, die Anspannung ausgehalten (erstmal weg von Treppen mit Untergründen und anderen Gegenständen). Er wusste also, es entspannt ihn (und er hat aber auch gleichzeitig keine andere Chance da wegzugehen). Dann habe ich ihn an den Punkt gestellt, den er gerade noch in der Nähe zur Treppe ertragen konnte und habe dort die Übung mit dem Pfoten-manipulieren gemacht. Bis er entspannt war. Danach war die "Challenge" kein Gegenstand oder Untergrund mehr, sondern, dass die Pfote nach vorn abgesetzt wird (ohhhje, Richtung Treppe!! Aber - hier wie bei anderen Gegenständen - Weg war keine Option, in der Übung bleiben die einzige - aber da dann bis in die Entspannung). Der Anfang hat gedauert, aber als das Prinzip auch in Verbindung mit Treppe klar war und er sich an dieser Übung festhalten konnte, konnte ich ihn so die ersten Stufen der Treppe "hochmanipulieren" und er war in einem ruhigen, konzentrierten Zustand. Als das ging, ging der Rest von selbst.
Ich denke auch nicht, dass euch Futter oder auch Shapen hilft, muss ich ehrlich sagen. Entweder die "du musst dadurch und das so oft bis du checkst, dass dein Trauma nicht mehr Realität ist" oder so wie ich es beschreibe.
Das habe ich mit Micha geübt und kleinen Töpfen, wo ich seine Füße "reinmassiert" habe. Das habe ich eine ganze Weile gemacht und es klappte sehr gut und er war sehr entspannt, aber vllt habe ich zu schnell versucht es auf die Treppe zu übertragen, da habe ich wieder keinen Ansatz gefunden, weil er sich hingeschmissen hat.
Ich hab damals auch kein grosses “Aufhebens” drum gemacht. Haette sie die Leckerlies nicht genommen haette ich Leckerlies auf Treppe liegen gelassen und haette sie da stehen lassen. Irgendwann waere sie von sich aus dran gegangen.
Nein, alles versucht, geht er nicht. Er kam hier als sehr unsicherer Junghund an, Angst vor Autos, Fahrradfahrern, verschiedenen Bodenbelägen, allen Fremdhunden. Das haben wir alles positiv in den Griff bekommen. Aber wie hier ja schon beschrieben wurde, an der Treppe sind wir gescheitert, weil das Trauma echt zu tief sitzt. Du kannst ihn nicht mehr erreichen. Ist nicht nur Unsicherheit, ist Todesangst vor dem was am Ende der Treppe warten könnte.
Und von hochzerren/schleifen hat ja hier niemand was geschrieben, sondern von "mit Konsequenz/Nachdruck" mitnehmen. Das ist m.E. bei der Ausführung ein Unterschied.
Wobei das heute morgen schon eher ein Schleifen war. Ich habe ihn am Geschirr hingestellt , er wollte sich hinwerfen, ich habe ihn vor und hoch gezogen und er lief nicht wirklich.
Nur ist das bei Hunden die so nen Tunnel kriegen in der Situation in dem Stadium ohnehin völlig sinnlos da sie nix wahrnehmen ausser ihrem Film/in ihrem Stress, bei Hunden die das nicht haben aber zu viel Stress haben um zu fressen nur noch unnötig stressender. Insbesondere wenn Futter wertvoll ist.
Das stimmt offensichtlich leider 
Aber der “gewaltfreie” Weg erfordert natuerlich Geduld, Zeit und ggf. viele Anlaeufe die auch ggf Erfolglos sind.
Ich bin nicht ungeduldig, wie gesagt habe ich alle anderen Baustellen des Collies in den Griff bekommen. Seit über einem Jahr trainieren wir die Treppe und kommen KEINEN SCHRITT WEITER. Der Hund war jetzt im Urlaub alleine mit uns, jede Nacht bei uns im Zimmer geschlafen und fand das unfassbar toll, jetzt merkt man deutlich, er möchte nicht mehr alleine unten bleiben. ihn abends und morgens schleppen ist keine Option, weil er schnell merkt was man vorhat und stiften geht. Ich möchte ihn jetzt aber eben nachts oben haben. Und schönfüttern hat ein Jahr lang nicht funktioniert.