Als ich mich Ende der 1990iger Jahre anfing mit Hundeernährung zu beschäftigen bestand das Futter (zumindest im westlichen Teil Deutschlands) noch überwiegend aus Fertigfutter mit hohem, oft minderwertigem Weizenanteil. Der Proteinanteil wurde in den billigen Fertigfuttersorten oft über den Proteinanteil des Getreides gedeckt und deklariert.
Daher kommt auch die heutige Irritation und das Narrativ, dass Hunde kein "Getreide" vertragen und als zusätzliche Verwirrung wird Getreide mit Kohlenhydraten gleichgesetzt.
Die Fakten sind: Der Proteinbedarf des Hundes sollte nicht überwiegend mit minderwertigen schlecht verdaulichen Proteinen aus Getreidabfällen bestehen.
Aber es entstand der Trend Hunde mit Massen an Fleisch zu füttern. Das wiederum wurde als Synonym für Barfen genommen und es entstand wieder ein Narrativ.
Um es rund zu machen: beim Barfen (ohne völlig irre Flesichmast) waren die Bedarfswerte an Protein immer identisch mit den üblichen Quellen (Meyer/Zentek ect.) und somit auch die Fleischmenge!
Wie es dann dazu kam, dass Hunde plötzlich mit weit über dem eigentlichen Bedarf an Protein mit Fleisch gefüttert werden und wurden, ist ein Mischung aus missverständlicher Prozentrechnung und dem Narrativ, dass Hunde angeblich keine Kohlenhydrate vertragen.
Dazu noch die Prise: der Wolf frisst dieses und jenes, und fertig ist eine komplett an wissenschaftlichen Erkenntnissen vorbeigehenden "Märchengeschichten um Hundeernährung".