Beiträge von DerFrechdax

    Ist die Pubertät bei manchen Hunden nicht so schlimm bzw. verändern sich andere Rassen nicht soo sehr beim erwachsen werden?

    Die Reise geht bei deinem Hund einfach ganz woanders hin, hin zu Eigenständigkeit und Orientierung nach außen in die Umwelt auf jagbares Wild. Der Sheltie ist für andere Zwecke gezüchtet worden und benimmt sich deshalb auch ganz anders.

    Ich erzähle dir mal was von mir: ich hatte mal eine Podencomix aus Spanien übernommen, weil die vorherige Besitzerin nicht mehr mit ihm zurecht kam. Der Hund war ein großer Jäger, konnte vortrefflich klettern (also über den Zaun klettern kein Problem), war absolut nicht ableinbar und wirklich nur auf Jagen gepolt. Jeder Versuch, ihm etwas durch Training beizubringen, scheiterte im Freilauf an seinem Jagdtrieb und seinem nicht vorhandenen Interesse, mit mir zusammenzuarbeiten. Ich habe wirklich viel gelernt durch ihn, aber es war ein sehr steiniger Weg.

    Als wir uns einen Zweithund dazuholten, eine Schäferhündin, haben wir sie genau so erzogen wie den Podenco, aber im Gegensatz zu ihm war sie interessiert an uns, folgsam, auf uns bezogen und hatte Bock auf gemeinsames Erarbeiten von Zielen. Sie entwickelte sich zu einem echten Traumhund.

    Es spielt schon eine große Rolle, was für eine Rasse man sich ins Haus holt und wofür sie gezüchtet wurden. Damit muss man sich einfach arrangieren.

    So, ich berichte hier auch mal wieder von unserer Entwicklung :winken:

    Jack ist fast 10 Monate alt, und mir fällt im Alltag und beim Gassi immer wieder auf, wie viel er schon kann und wie gut er sich schon zusammennehmen kann, wenn ihn etwas aufregt (ist aber noch ausbaufähig, siehe unten).

    Er hat ja vor einer Weile begonnen, fremde Menschen, bes. Männer zu meiden und - von ihnen angesprochen - auch doof zu finden. Auch Besuch macht ihm Stress und er meidet den Kontakt und geht weg. Das alles managen wir jetzt, auch mit Hilfe unserer Trainerin aus der Hundeschule, und es läuft sehr gut. Er kommt nicht in Situationen, die ihn überfordern, und so kann er inzwischen an vorbeisausenden Radfahrern oder Passanten, die uns entgegenkommen oder hinter uns laufen, gut vorbeilaufen. Haben die Leute Wanderstöcke, guckt er genauer hin, lässt sich aber gut umlenken.

    Woher das genau kommt, ist uns unklar, irgendwas muss es ausgelöst haben, aber wir sind uns keiner Situation bewusst, die ihn irgendwie traumatisiert haben könnte. Er ist aber vom Typ her schon eher ängstlich und vorsichtig, und manchmal dann auch rüpelig, quasi "auf sie mit Gebrüll". Deshalb wird das alles eng von mir kontrolliert, und wir generieren viele Erfolgserlebnisse, weil er ruhig bleiben kann, wenn Besuch im Haus ist und wenn wir zb wandern und auf einer Bank sitzen, wo es etwas belebter ist. Ich belohne sowohl den Blick zu mir als auch, dass er mir einen Mann anzeigt. Kommen Menschen entgegen, muss er neben mir laufen, also zu mir kommen. Auch das belohne ich hochwertig.

    Fremde Hunde sind an sich kein Problem, nur ist Jack sehr schnell sehr aufgeregt, wenn eine Hundebegegnung anstehen könnte und deshalb lasse ich es ausfallen, wenn er sich zu sehr reinsteigert. Also, wir treffen heute zb ein entspanntes Pärchen mit mittelgroßem Wuschel, ich spreche ab, ob er hinkann, in dem Moment steht Jack schon auf 2 Beinen und winselt und jault wie verrückt, weil ich nicht schnell genug die Leine locker lasse. Das lasse ich so natürlich nicht zu, deshalb muss er sich erst runterfahren, bevor er ruhig hingehen darf. Leider hat er sich immer mehr reingesteigert, geknurrt, gebellt, so dass wir es im Grunde abgebrochen haben. Da hab ich noch keine Lösung, außer, Hundebegegnungen zu vermeiden. Er dürfte ja hin, aber nicht als kleiner Verrückter, der mit den Hufen scharrt und dem fremden Hund vor Überschwang gleich ins Gesicht springt.

    Je länger ich ihn aber zur Ordnung rufe, umso aufgeregter wird er. Da ist noch viel Luft nach oben trainingstechnisch für uns zwei :pfeif:  :ugly:

    Dann üben wir gerade den Notfallrückruf mit Pfeife, und zwar den doppelt abgesicherten. Also langer Ton entsprechend dem Ruf seines Namens (ich will also was von ihm), er schaut dann sofort zu mir, und dann direkt den zweifachen Rückrufton als Signal, zu mir zu kommen (ist verbal bei uns ein "da-her!"). Auch das "Touch" haben wir etabliert, das funktioniert allerdings bisher nur im Radius von ca 5 Metern, ich sage Touch, und er kommt her und stupst meine hingehaltene Hand an, was ich auch wieder hochwertig belohne.

    Er läuft aktuell statt Freilauf an der 15m Schlepp, hat "Stopp" gelernt, wobei er bei Stop oft umdreht und zu mir rennen will :sweet: . Das verstärke ich dann mit einem "komm, schnell, schnell" und belohne auch da. Das ist zwar nur wischiwaschi, aber so habe ich ein weiteres Kommando, wo er auf mich fokussiert bleibt und im Zweifel einmal zu viel zu mir kommt als einmal zu wenig. Auch gucken zu mir oder auf mich warten belohne ich mit Lob und macht er zwischendurch ganz viel.

    An der kurzen Leine kennt er jetzt "rechts", "bei mir" (links laufen, Schulter an meinem Bein) und "hinter". Ich nutze die Kommandos an der kurzen Leine sehr viel, weil er sonst schnell ins Ziehen kommt und mich vergisst. Ist er unter Kommando, läuft er wunderbar diszipliniert neben oder hinter mir her.

    Deshalb könnte ich mir vorstellen, dass statt einem Rückruf, den wir ja doppelt und dreifach geübt haben, auch ein Platz auf Distanz oder ein Sitz ihn später abhalten könnte, wohin zu laufen, wo er nicht hin soll. Das kennt er aber noch nicht.

    Kommende Woche steigen wir ins "Fuß" ein in unserem Junghundekurs. Bin schon gespannt, wie es weitergeht :mrgreen-dance:


    Für die Hundebegegnungen könnte ich ein bisschen Input von euch brauchen. Wahrscheinlich bin ich wieder mal betriebsblind, aber wie kann ich da mehr Ruhe reinbringen? Ich könnte zwar schon direkt beim Start ins Aufregen deutlich werden, möchte aber ungern massiv vorgehen, weil meine Sorge wäre, dass er das auf den anderen Hund bezieht ("immer, wenn ich eine anderen Hund sehe, krieg ich Ärger"). Ich müsste aber knallhart und deutlich werden, wenn er sich so hochzieht, sonst ist er nicht mehr erreichbar (Terrier und so :pfeif: ). Wie würdet ihr das lösen?

    Ich hänge euch noch ein Bild von gestern an... da haben wir eine kleine Wanderung zu einer Burgruine gemacht. Der Hübsche ist so fotogen :herzen1:

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    Sorry, du hast recht. Es ist nur verdammt demotivierend und verwirrend wenn hier über zig Seiten geschrieben wird, dass ZHS machbar und wichtig ist und dann plötzlich kommt, nee ist unmöglich mit deinem Gewicht.

    ich weiß einfach nicht mehr was jetzt denn gut ist und was nicht.

    Ich gehe morgen mit einer Freundin und ihrem Hund wandern. Werden bestimmt 3-4 Stunden. Sowas m acht mir im gemäßigten Tempo nichts aus.

    Es kennt dich ja niemand und daher kommen auch Vorschläge, die dir unpassend erscheinen.

    Das ist doch auch okay, die kann man ja dann aussortieren.

    Such dir einfach zusammen, was dir gut erscheint.

    Es wurden dir ja auch schon Tipps gegeben, wie du die Aufmerksamkeit deines Hundes versuchen kannst zu bekommen, und es wurde ein paarmal Mantrailing und Longieren vorgeschlagen. Vielleicht findet deine Hündin auch einen Dummy interessant, obwohl ich keine apportierende Huskys kenne :relieved_face:

    Du kannst auch gucken, ob es nur eine pubertäre Phase ist, aber dann lass den Hund bitte nicht von der Leine. Mein Jungspund läuft momentan auch ausschließlich angeleint, mit Schlepp oder Flexi am Geschirr (wir haben eins von Dog Copenhagen, super Passform und mit stabilem Brustring vorn), weil er nicht mehr zuverlässig kommt. Er ist fast genauso alt wie deine Hündin.

    Wir machen genau wie du Kurse in der Hundeschule und besuchen Junghundestunden.

    Anders als bei deiner Hündin macht es meinem Hund großen Spaß, mit mir zusammen Kommandos umzusetzen und Bestätigung dafür zu bekommen. Vielleicht findest du auch etwas, was deinem Hund Freude macht und wofür er bereit ist, Engagement zu zeigen.

    Alles, womit sein Jagdverhalten in Bahnen gelenkt wird, wäre gut, und eben das Laufen, gern auch in Begleitung anderer Hunde. Also nicht, der Mensch steht und die Hunde rennen herum, sondern wirklich längere Strecken mit dem Hund gehen, wo er länger trotten und vielleicht auch unterschiedliches Terrain bewältigen muss.

    Ansonsten würde mich noch interessieren, was eigentlich die Trainer in deiner Hundeschule zu dem veränderten Verhalten deines Hundes sagen. Haben sie eine Idee, was dir helfen könnte?

    Dann hört endlich auf mir das zu empfehlen.

    Ich möchte dir nicht auf den Schlips treten, aber deine Beiträge lesen sich ziemlich überheblich und frech.

    Hier schreiben Leute, die ihre Zeit opfern, um sich über DEIN Problem den Kopf zu zerbrechen und die dir helfen möchten. Ein bisschen Freundlichkeit und vielleicht ab und an ein Danke wäre deshalb sicher nicht verkehrt.

    Bis vor einem Monat wusste ich das auch noch! Es hat gereicht, wenn ich sie angesprochen habe und sie war mit vollen Eiffelturm dabei. Manche Freunde haben schon gelacht und meinten ich habe einen Schäferhund im Husky kostüm. Sie hatte Spaß an unterordnung. Wir haben oft den ganzen Spaziergang geübt und es lief toll.

    und plätzlich fing sie an Katzen und andere Kleintiere zu jagen, der Rückruf versagte und nach und nach würde ich Luft für sie wenn wir draußen waren und ich weiß nicht wie ich das wieder hinbiegen kann.

    Spielzeug, kekse, superleckere alles egal, immer nur schauen wo sich das nächste jagdobjeekt versteckt.

    Dann war das wohl der Anfang, wo man sofort hätte einhaken müssen, gleich nach dem ersten Mal, bevor der Hund lernt, dass es eh egal ist, was du sagst, weil du im Freilauf genau gar nichts tun kannst, wenn sie keinen Bock hat zu kommen.

    Das wenn ein paarmal vorkommt, hast du dir selbst den Rückruf schön versaut und darfst ihn nochmal von vorn aufbauen.


    Deshalb predigen hier auch alle, den Hund bitte auf gar keinen Fall mehr frei laufen zulassen, damit sich dieses Verhalten nicht verfestigt, sondern ein eingezäuntes Grundstück zu nutzen.

    Jeder Freilauf, den dein Hund nutzt, um jagen zu gehen und sich ohne dich zu verlustieren, ist ein Schritt weg von dir und ein weiteres Erlebnis, das die falschen Dinge belohnt.

    Jagen ist leider selbstbelohnend, das heißt, ein Hund mit Jagdtrieb und einer Spur in der Nase ohne ausreichend Grundgehorsam kommt schnell in einem Rausch und wird high. Und möchte das immer wieder haben. Egal, ob du ihn rufst, mit Leckerli winkst, dich auf den Kopf stellst.