Ich hatte vor einer Weile einen Podencomix aus Spanien, er war auf der Straße zur Welt gekommen und mit 12 Wochen circa eingefangen und ins Shelter gebracht worden. Er wurde hierher importiert, und als sich die Vorbesitzerin wegen ihm etwas gebrochen hat, haben mein Mann und ich (ich mit Hunden aufgewachsen und schon eigenen Hund gehabt, dachte mir, kann ja nicht so schwer sein
) den Hund von ihr übernommen.
Dieser Hund war ein wunderschönes Tier, super intelligent, hat sofort Dinge verknüpft - auch was er gar nicht verknüpfen sollte -
, und war natürlich ein Jäger ohne Ende.
Er konnte klettern, d.h. ein 1,20 hoher Zaun war für ihn kein Hindernis. Regelmäßig habe ich ihn eingesammelt, weil er das Loch erwischt hatte und in den Nachbargärten die Hasenställe abgecheckt hat.
Er hat irgendwann gemerkt, dass er nur mit Karacho so richtig in die kurze Leine donnern muss, wenn ich gerade abgelenkt bin (zb beim Kacke aufheben oder beim Plausch mit einem anderen HH) und dann kann er mit wehender Leine auf Nimmerwiedersehen abhauen.Was ich diesen Hund gesucht habe und mich selbst verflucht habe...
Dieser Hund hat uns so dermaßen graue Haare gekostet, dass wir ihn abgegeben haben, als sich Nachwuchs eingestellt hat. Bei den nachfolgenden Besitzern hatte er noch zweimal Jagderfolg und bekam sogar gerichtlich angeordnete Auflagen und landete dann zunächst im Tierheim. Danach wurde er von meinem Mann nochmal gesehen, da war er in einer Stadt unterwegs. Vielleicht genau das richtige für ihn, urban zu leben ohne die ständigen Wildgerüche.
Vielleicht sind sie wirklich tolle Hunde, im Haus war er aufmerksam, gehorsam, freundlich zu Mensch und Tier, aber draußen...
Da wurde nur gestöbert, gezogen und gejagt. Ich war nur noch das lästige Anhängsel am Ende der Leine und quasi unsichtbar, Teamarbeit mit mir, will to please, nichts, nada, niente. Eigentlich hätte er besser auf die Straße in der spanischen Pampa gehört anstatt nach Deutschland, wo er seinen Trieb nie wirklich ausleben konnte.