Beiträge von DerFrechdax

    Bist du auf Kurzhaar festgelegt, oder darf es auch was Lockiges sein?

    Wenn ja, guck mal bei den Wasserhunden, Lagotto oder spanischer/portugiesischer Wasserhund, die Weibchen sind unter 20 Kilo. Der Lagotto von Freunden ist ein sehr temperamentvoller, aber sehr netter Hund, lässt sich leicht führen und hat kaum Macken. Zudem haart er nicht, muss aber geschoren werden.

    Dann könnte ich dir noch Wheaten Terrier empfehlen, wir sind mit unserem total glücklich, auch wenn er Baustellen hat, weil er in seiner Welpenzeit coronabedingt einiges verpasst hat. Eni46 kann dir bei Interesse, wenn sie Lust hat, sicher noch ausführlicher zu der Rasse schreiben, sie hat den Halbbruder von unserem Jack und kennt sich besser aus.

    Unser Jungspund ist von der kernigeren Sorte, bleibt super allein, leichtführig, sportlich, immer lustig drauf, kaum Jagdtrieb, zerstört nichts, an Teamwork interessiert. Allerdings ist unser Hund nicht ganz gesund, er hat Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und muss Enzyme nehmen. Er hat leider auch nicht die typische Nervenstärke, das kann aber krankheitsbedingt sein.

    Allgemein werden Wheaten als nervenstark und sehr wesensfest beschrieben, mutig und Charakterköpfe halt. Unserer wacht auch sehr zuverlässig, mag aber auch keine Besucher so richtig. Das muss dann wieder in Bahnen gelenkt werden. Mit anderen Hunden ist er bisher verträglich, auch wenn er ein kleiner Proleth ist :zany_face:

    Wheaten haaren ebenfalls nicht.

    Ach, was ich noch schreiben wollte:

    der ganze Ekelkram natürlich. Hundekotze. Durchfall

    Das unterschätzt man definitiv. Gestern Abend übergibt sich der eine Hund ganz plötzlich auf die Couch, heute morgen hat der Gasthund einen Haufen ins Wohnzimmer gesetzt. Weil ich überall Schmutzfangmatten und Überwürfe habe, ist das kaum noch ein Akt und in 5 Minuten wieder sauber.

    Oder Flöhe. Hier hatte der Jungspund vor kurzem einen Floh auf der Nase krabbeln. Floh erwischt, danach beiden Hunden eine Tablette reingeschoben (die sie jeweils auch gut vertragen), alles mal abgesaugt und nimmer dran gedacht.

    Da wird man irgendwann echt routiniert und arbeitet seinen Plan für den Fall der Fälle ab und fertig.


    Aber dass man sich mit sowas überhaupt rumschlagen muss, hat man anfangs nicht direkt so auf dem Schirm xD Und wenn es einen dann das erste Mal trifft, ist erstmal Land unter. Aber irgendwann läufts halt auch, was ich dann wieder gut finde :nicken:

    Ja, man muss hier im DF aufpassen, dass man bei sich bleibt und irgendwo auch klar im Kopf und sich nicht beirren lässt und sich am Ende Schuhe anzieht, die einem gar nicht passen.

    Aber ist dann auch wieder ein Lernprozess, und wenn es zu viel ist, macht man eine Pause :nicken:


    Ich persönlich bin sehr froh, dass ich so eifrig mitgelesen habe in den ganzen Threads über Malis und rückwärtsgerichtete Aggression und Maulkorb trainieren und wie Körpersprache en detail noch feiner aussieht. So hab ich das Gefühl, beim Jungspund relativ entspannt sein zu können und nehm seine Momente, wo er halt anders ist als die Hunde vorher nicht als Weltuntergang wahr oder verzweifle an mir selbst, sondern weiß, das gibt's, und damit kann man so und so mit umgehen.

    Da bin ich schon sehr froh drüber.

    Andererseits, gäbe es das DF nicht, hätte ich den Jungspund gar nicht kennengelernt und wüsste wahrscheinlich nicht, dass die Rasse Wheaten existiert :ka: Und was mir da an Spaß und terriertypischen Blödeleien entgangen wäre, wenn ich den Jungspund nicht hätte... Ist also schon gut so wie es ist. Ich lieb das Kasperle einfach :herzen1:

    Gerade beim ersten Hund- Wie war eure Vorstellung vom Leben mit Hund und ist die eingetroffen? Was ist vielleicht jetzt ganz anders als erwartet?

    Ich bin mit Hunden aufgewachsen und hatte mich als Jugendliche weitgehend allein um unseren Schäferhund gekümmert. Mit Nachbarshunden war ich auch gern Gassi, damals konnte man einfach noch klingeln und hat den Hund (Bearded Collie und LH Collie) einfach in die Hand gedrückt bekommen.

    Danach hatte ich als junge Erwachsene einen Hund aus dem Tierschutz, der aus Teneriffa kam. Der hatte Special Effekts und mich erstmal gebissen, als wir nach dem Abholen daheim ankamen.

    Aber irgendwie habe ich auch mit diesem Hund alles hingekriegt, er war irgendwann recht verträglich, gehorsam und ein prima Begleiter. Wir haben sogar die BH Prüfung geschafft. Ich fühlte mich als großer Hundeversteher.

    Dann stand nach einigen Jahren im Raum (ich war inzwischen verheiratet und ausgezogen), dass der junge Hund meiner Oma einen neuen Platz sucht. Er war als Welpe von der Straße ins Shelter gebracht worden und von dort aus von meinen Eltern als Geschenk geholt worden. Der Hund wurde dann zu groß und zu kräftig für meine Oma, und sie hat ihn auch nicht wirklich erzogen.

    Dann kam der Satz, der mir in meinem Leben dann noch ein paarmal um die Ohren geflogen ist: "Das kann doch nicht so schwer sein!!" xD

    Was hat mich der Hund Nerven gekostet. Er ist abgehauen, sobald man die Tür einen Spalt aufgemacht hat. Also immer gucken, wo ist der Hund, bevor man die Tür öffnet. Er ist über den Zaun geklettert. Er ist jagen gegangen. Er hat sich mitsamt der Leine losgerissen und ist jagen gegangen. Er hat gezogen wie ein Ochse.

    Erkenntnis 1: Ich bin doch kein Hundeversteher.

    Wir haben uns dann unsere Schäferhündin als Zweithund dazugeholt. Damit er ruhiger wird. :ugly:

    Erkenntnis 2: Mit einem zweiten Hund werden bestehende Probleme nicht weniger, sondern potenzieren sich.

    Wir haben ihn dann abgegeben, und dazu stehe ich. Es ging nicht anders.

    Erkenntnis 3: Es ist keine Schande, seine Grenzen zu erkennen und die Reißleine zu ziehen.


    Wichtige Erkenntnisse für mich kamen dann nochmal dazu mit dem Jungspund.

    Der kommt aus VDH Zucht und hat EPI. Außerdem ist er ziemlich scheu mit Fremden, schreckhaft und er mag keine Besucher. Das hatte ich noch nie, bisher mochte jeder Hund andere Menschen. Ich denke, das wurde in der Prägephase einfach schlicht verpasst, da Corona und Lockdown und wir hatten uns isoliert, Hundeschulen hatten zu. Wie die EPI sich aufs Nervenkostüm auswirkt :ka:

    Erkenntnis 4: Es kommt immer anders als man denkt.

    Erkenntnis 5: Es ist sinnlos, an Denkweisen und Ansichten festzuhalten, die sich überholt haben. Auch ein "wenn der Hund so und so wäre, dann..." und "Hätte ich doch..." bringt nichts. Der Hund ist so halt nicht, und ich hab halt nicht, und je eher ich ihn so annehme, wie er ist, desto früher bekomme ich einen Fuß in die Tür und kann das Training und die Erziehung anpassen. Ich lieb ihn ja, egal wie er ist und was er hat.

    Erkenntnis 6: Auch ein etwas komplizierterer Kandidat kann ein echtes Goldstück sein und viel Spaß machen. Es ist super wertvoll, wenn man es schafft, sich zurückzulehnen und auch das Gute sehen zu können anstatt dem nachzuhängen, was man eigentlich für Vorstellungen hatte.

    Und, das möchte ich nochmal hervorheben, wie tinkar schreibt, ja, ein Hund verändert einen. Und zwar in der Regel nicht die easy peasy Mitlaufhunde, sondern die Exemplare, die Mühe machen. Die sind die besten Lehrmeister.

    Ok, dann mach ich mal weiter :smiling_face:

    Ich verwende auch das "hinten", allerdings an der Leine. Super praktisch, wenn es wo steil runter geht oder rutschig ist und Hund läuft zuverlässig an der lockeren 2m Leine hinter mir.

    Dann ist das Bleiben auf den Wegen etwas, was mir mit den ganzen Grannen und Zecken hier sehr zugute kommt. Läuft inzwischen automatisch, wird über das Kommando "raus da" und Lob durchgesetzt, wenn der Hund in Begriff ist, auf Abwege zu kommen und sich umorientiert.

    Dann verwende ich gern "Sitz und bleib" oder "Platz und bleib", zb am Stall, um das Pferd zu holen oder was aus der Sattelkammer.

    Im Freilauf brauch ich ein Stopp, dann natürlich der zuverlässige Rückruf.

    Ein "Decke" um auf die Decke zu schicken hilft hier beim Runterkommen.

    Dann verschiedene Abbrüche, je nach Intensität.


    Wir üben gerade auch Verschiedenes für den RO-Kurs, allerdings habe ich gemerkt, dass Übungen ohne direkten Bezug und Sinn den Jungspund langweilen und nerven, genauso wie ständige Wiederholungen. Deshalb findet Training im Alltag eher nebenbei statt, außer ich muss was spezielles für die Hundeschule üben.

    Ja, schnell sind sie echt, und ohne dass man mitkriegt, was sie da genau vorhaben, voll das Pokerface. Vielleicht wissen sie selbst nicht, was sie so ein bisschen anstellen könnten, bis sie es dann halt einfach machen :see_no_evil_monkey:

    Und man selbst ist wie die Eisenkugel am Fuss, damit der Terrier wenigstens noch minimalst Bodenhaftung hat :ugly:


    Aber ich möchte nie tauschen. Wir haben übers WE den Lagotto von Freunden da. Gleich groß, ähnliches Fell, zumindest nicht haarend. Nie würde ich tauschen wollen. Das Spezielle, den Biss und das Griffige hat der Lagotto nicht. Find den, obwohl er echt nett ist und alles, ein kleines bisschen langweilig :ops:

    Ich kann mir bei Chilly zb schon vorstellen, daß er bei Leuten, die nicht ganz sicher auftreten, halt doch ganz schön an der Leine ziehen tät und auch pöpeln.

    Ja, würde mein Jungspund auch aktuell. Ich geb da auch dem Hund keine Schuld.

    Ich würde halt auch nicht ohne Probebetreuung für paar Wochen nach Afrika entschwinden.

    Was soll daran peinlich sein? :flushed_face:

    Wenn jemand mir aus Freundschaft einen Gefallen tut und mir was hilft, möchte ich nicht, dass er körperlich lädiert aus der Sache rausgeht. Deshalb wäre mir das unangenehm , wenn mein Hund nicht nur Umstände macht (was ja alle natürlich bis zu einem gewissen Punkt machen, da fremd und alles), sondern wirklich blaue Flecken, Schlaflosigkeit und wunde Hände verursacht.

    Vielleicht hab ich da einen anderen Anspruch an meine Hunde. Ich fände das mindestens eine Entschuldigung und ein paar Blumen wert.

    Edit: Dass falsch ausgesucht wurde kann natürlich auch sein. Dann wäre mir das auch unangenehm, weil ich mich geirrt habe. So oder so ist es dann mein Hund gewesen, wegen dem jemand anderes Nachteile hatte.