Was zum Teufel ist magischer Realismus?
Für mich klingt das immer wie homöopathisches Anbiotikum.
Treffend! (und das sage ich als Fan von allen Phantastischen Mischformen)
Vorsicht, jetzt folgt
(hoffentlich nicht zu sinnentstellend verkürzt)
Das Problem fängt ja schon beim Realismus an. Was ist Realismus in einem Roman? Wenn es wirklich Realismus wäre, dann wäre es ein Sachbuch. In der Belletristik ist Realismus immer nur ein so-tun-als-ob. Also ist Realismus in der Literatur etwas, das wir als durchaus möglich erkennen, weil es unserer (realistischen?) Welterfahrung entspricht.
Im magischen Realismus wird diesem "so-tun-als-ob" auch etwas hinzugefügt, dass zwar dem Leser als nicht-realistisch erscheint (und auch so dargestellt wird, dass der Leser die Magie als solche wahrnimmt) aber für die Protagonisten absolut ins Weltbild passt und ohne das kleinste Zögern als realistisch akzeptiert wird. Die magischen Elemente gehörten in die Welterfahrung der Protagonisten aber nicht in die Welterfahrung der (implizierten) Leser.
(andere phantastische Mischformen beinhalten den Zweifel auch der Protagonisten an dem magischen Ereignis und in dieser Form der Phantastik gibt es Werke in denen das "magische" bis zum Schluss angezweifelt wird und solche in denen es irgendwann als "real" akzeptiert wird)