T.C Boyle - "Outside Looking In"
Boyle beschäft sich in diesem Roman mit den Harvard-Experimenten rund um psychedelische Drogen - namely LSD -, die in den frühen 60er-Jahren stattfinden. Tatsächlich spielt in dem Roman auch eine fiktive Version des Psychologen und Hippie-Gurus Timothy Leary eine wichtige Rolle.
Protagonist des Romans ist aber Fitz, der an Harvard an seinem Doktortitel arbeitet. Er ist verheiratet und hat einen dreizehnjährigen Sohn namens Corey. Dort begegnet er dem Dozenten Tim, welcher ihn einlädt, an seinen LSD-Experimenten teilzunehmen. Fitz sucht also gemeinsam mit seiner Frau Joanie an einem Samstagabend Tims Haus auf, wo bereits mehrere andere Studenten, teils ebenfalls mit ihren Partnerinnen, versammelt sind, um das "Sakrament" in Form der psychedelischen Droge einzunehmen.
Fitz ist zunächst sehr skeptisch und möchte eigentlich nur einmalig an diesen samstäglichen Zusammenkünften teilnehmen. Doch die Droge zeigt Wirkung und übt eine kaum zu widerstehende Anziehungskraft aus. Also kommen Fitz und Joanie immer häufiger zu den unorthodoxen Experimenten.
Doch schließlich reichen diese Zusammenkünfte alleine den Beteiligten nicht mehr aus: So mietet Tim sogar ein Anwesen in Mexiko für einen ganzen Sommer, wo sich der ganze sogenannte "innere Kreis" mit Kind und Kegel versammelt, um unbehelligt von universitären Restriktionen und gesellschaftlicher Kritik weitere "Experimente" durchzuführen. Doch weil ein Sommer nun mal nicht ewig währen kann, besorgt Tim schließlich ein Haus in Millbrook, New York für seine ganze Gefolgschaft, wo man sich neben der regelmäßigen Einnahme von LSD zu "Forschungszwecken" auch am Leben in der Kommune versuchen will. Schon bald zeigen sich erste Risse in dem vermeintlich idyllischen Zusammenleben. Und gerade Fitz, dem Kontrolle und akademischer Erfolg doch immer so viel bedeuteten, droht zu entgleisen...
Ich bin kein Hardcore-Fan von Boyle, habe einige seiner Romane gelesen, von denen mir manche mehr, manche weniger gut gefielen. "Outside Looking In" konnte mich insgesamt aber wirklich begeistern! Wie Boyle dieses unkonventionelle historische Kapitel in Romanform aufbereitet hat, ist sehr gelungen, da es ihm absolut glaubhaft gelingt, diese schleichende Veränderung hin von wissenschaftlicher Neugierde und akademischem Pioniersgeist zu der Einnahme der Droge als Selbstzweck zu beschreiben. Gerade die Wandlung von Fitz ist schmerzhaft realistisch beschrieben. Auch das Zusammenleben der (ehemaligen) Wissenschaftler auf dem gemeinsamen Anwesen ist auf den Punkt gebracht.