Na ja, wenn sie ne Soziopathin ist, ist es eigentlich klar, warum: Musikindustrie hat Status, Prestige; während das Dasein als Mutter jetzt nichts soo "Besonderes" ist und ja auch mehr mit Gefühlen verbunden ist. Dass sie selbst da ihren Fokus eher auf das "Statusobjekt Branche Musikindustrie" setzt, vielleicht sogar unbewusst, als auf " Gefühl Mutterdasein", finde ich aus psychologischer Sicht gesehen nachvollziehbar. Ändert natürlich nichts daran, dass es für den Leser vielleicht andersrum besser gewesen wäre. 😅
So wie sie das schildert ist sie eher in die Branche reingerutscht, weil ihr Vater dort halt erfolgreich war und ihr nach ihrem Abschluss einen Job in seinem Unternehmen angeboten hat.
Aber jup, ihre sozopathischen Züge halfen ihr wohl durchaus bei der Arbeit in der Branche. Sie hat später auch erkannt dass diese Industrie nicht unbedingt gut für sie ist und stattdessen Psychologie studiert und wohl auch mit Menschen therapeutisch gearbeitet (wobei auch hier online ihre Aussagen dazu hinterfragt werden - lizensierte Therapeutin war sie wojl jedenfalls nie)
Ich habe zuletzt das Memoir "Sociopath" von Patric Gagne gelesen. Gagne gibt an, eine soziopathische Persönlichkeitsstörung zu haben und auch mit dieser diagnostiziert worden zu sein (wobei dies online auch zu Diskussionen geführt hat, da eigentlich nur die antisoziale Persönlichkeitsstörung unter dem aktuellen DSM diagnostiziert werden kann - Gagne kritisiert dies aber in ihrem Buch selbst und identifiziert sich eher mit der Bezeichnung "Soziopathin").
Ich lese ja recht häufig Erfahrungsberichte und war sehr gespannt auf dieses Werk, da ich mich noch nicht tiefergehend mit Soziopathie befasst habe. Das Buch las sich flüssig und war für mich durchaus erhellend, da man doch einen recht umfassenden Einblick in Gagnes Innenleben erhielt . Vor allem die Schilderungen ihres Aufwachsens und prägender damaliger Erlebnisse waren sehr interessant, um Menschen dieses Persönlichkeitstyps besser verstehen zu können.
Gagne schildert ausführlich, wie sie schon als Kind in leere Häuser eindrang, um die Gefühle innerer Leere und Apathie zu bekämpfen - eine Taktik, die sie auch im Erwachsenenalter beibehielt, dann sogar ausgestattet mit den passenden Werkzeugen, um sich Zutritt zu verschaffen. Auch fremde Autos "lieh" sie sich regelmäßig für Spritztouren aus. Dennoch gelang es Gagne, nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Leider empfand ich die Schilderung ihres Erwachsenenlebens teilweise als recht seicht dahinplätschernd; es kann sich ja durchaus alles so zugetragen haben wie von Gagne beschrieben, aber irgendwie bliebmir da vieles zu oberflächlich. Das ist vielleicht auch ein "Problem" an diesem Erfahrungsbericht, er gibt das Leben einer materiell wohl äußerst privilegierten, noch dazu konventionell attraktiven und allein durch den in der Musikindustrie erfolgreichen Vater bestens vernetzten Person wieder - das spiegelt aber die meisten Angehörige marginalisierter Gruppen nicht wieder. Für ihre Privilegien kann Gagne natürlich nichts, und es ist völlig legitim, ein Memoir über die eigene, ganz persönliche Lebensgeschichte zu veröffentlichen - allerdings betont Gagne in dem Buch ja immer wieder, wie wichtig es ihr sei, über Soziopathie aufzuklären und nennt es als ihr Anliegen, andere Betroffene zu unterstützen. Irgendwie bleibt es aber das ganze Buch über bei diesen Floskeln, Gagne beschreibt zwar ihr Studium der Psychologie, in welchem sie sich schwerpunktmäßig mit der soziopathischen Persönlichkeitsstörung beschäftigte, aber auch hier bleibt sie letzten Endes vage, obwohl sie ihre eigene Recherche durchaus erwähnt.
Generell beschreibt sie ein sehr privilegiertes High-Society-Dasein - durch den Vater bekam sie schon als junge Erwachsene einen Job als Musikmanagerin -, womit ich mich schwer identifizieren konnte. Diesen überspannten Schilderungen ihrer beruflichen Tätigkeit und die berühmten Leute, mit denen sie rumhing - das ist halt so gar nicht meine Welt und ehrlich gesagt empfand ich es in diesem Detailreichtum auch nicht unbedingt relevant, aber natürlich ist dies letztlich ihre Entscheidung.
Am Ende fiel "Sociopath" mir vielleicht auch einfach deshalb zu lesen schwer, weil es nunmal von einer Person geschrieben wurde, die eine soziopathische/antisoziale Persönlichkeitsstörung hat. Sich mit Gagne zu identifizieren dürfte den meisten nichtbetroffenen Lesern eher schwer fallen, denn durchdringende Apathie und fehlendes Gefühlsspektrum sind nun einmal keine universelle menschliche Erfahrung. Da hat Gagne aber meines Erachtens nach durchaus gute Arbeit geleistet, diese "emotionale Behinderung" auch Nichtbetroffenen begreiflich zu machen.
Online wird "Sociopath" durchwachsen rezensiert, insbesondere in Online-Foren wird die Authentizität von Gagnes Erfahrungsbericht immer wieder angezweifelt. Punkte, die stutzig machen, sind zum Beispiel die genauen Umstände ihres Studienabschlusses und die fehlenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen - in ihrem Memoir erwähnt Gagne ihre akademische Recherche schließlich mehrfach, generell porträtiert sie sich nicht nur als "expert by experience", sondern eben durchaus als Fachperson, die auch als Psychotherapeutin tätig gewesen ist, wie sie in "Sociopath" erwähnt - auch hieran werden online teils Zweifel geäußert.
Ich möchte mir diesbezüglich gar kein Urteil anmaßen - informativ fand ich "Sociopath" allemal, auch wenn das Buch vor allem in der zweiten Hälfte manchmal etwas "stockte" und ich die Gewichtung einzelner "Stationen" ihres Lebens etwas unglücklich gewählt fand - ich hätte zum Beispiel gerne (unter Wahrung ihrer Privatsphäre natürlich) mehr über ihr Dasein als Mutter erfahren, dafür aber gerne weniger über die verschrobene Musikindustrie gelesen.
Unser 6-wöchiger Obediencekurs ist nun zu Ende gegangen. Pippa hat eine richtig tolle Entwicklung durchlaufen und ist immer selbstbewusster und souveräner geworden, war auf jeden Fall eine richtig gute Erfahrung für uns Im November geht es dann mit einem Hoopers-Kursblock weiter.
Eine Einzelstunde habe ich mir neulich auch gegönnt. Eine Freundin von mir geht schon länger zu dieser Trainerin und ist von ihr sehr begeistert und da mir gefällt, wie mit ihrem Hund gearbeitet wird, habe ich mir gedacht, ich lasse mir auch mal Pippa im Rahmen einer Einzelstunde von einem "Profi" einschätzen und hole mir vielleicht noch den ein oder anderen hilfreichen Tipp :) War auch wirklich sehr interessant! Und es tat gut, noch mal bestätigt zu wissen, dass meine Einschätzung von Pippa sehr akkurat ist. Außerdem gab es auch ein paar "Aha"-Momente für mich, worauf ich im Umgang mit ihr noch verstärkter achten und wie ich ihr Sicherheit vermitteln kann. Sind ja oft schon Kleinigkeiten, die man selbst nicht so am Schirm hat bzw. wo es einfach hilfreich ist, wenn da nochmal ein fachkundiger Blick von außen kommt.
Besonders gespannt bin ich aber aufs Wochenende - denn über Social Media bin ich mit einer Hundehalterin in Kontakt gekommen, die ebenfalls einen Jungspund aus der gleichen Beschlagnahmung wie Pippa hat. Sie hat auch Kontakt zu weiteren "Geschwistern" und wenn alles gut geht, sind wir am Wochenende dann mit vier von den Hunden unterwegs
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Man konnte bei den Abbildungen der Vögel unten einen Knopf drücken und dann wurde was über die jeweilige Vogelart erzählt und man konnte hören, wie die klingen, wenn sie zwitscher und trällern, das war echt cool.
Im September ging es wandern zusammen mit Hailey und Phoebe und deren Zweibeinerinnen. Mit der S-Bahn fuhren wir nach Sitzenberg-Reidling im niederösterreichischen Bezirk Tulln. Ich war dort Jahre zuvor schon mal unterwegs gewesen. Vom Bahnhof bis zum Ausgangspunkt unserer Runde war es leider erstmal 1km überwiegend in der Sonne... zum Glück waren wir schon recht früh dort!
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Dafür ließ ich das etwas grimmige Herz vom besten Freund meiner Schwester dort. Übrigens wurde es neulich tatsächlich gefunden und durfte weiterreisen!
Ich habe mit Pippa im Frühjahr in einem Verein Hoopers begonnen, das war dort aber nicht so geeignet für sie und deshalb habe ich nach dem Frühjahrskurs wieder aufgehört.
Wir haben jetzt aber bald indoor in der Hundeschule einen sechswöchigen Kurs-Block Hoopers und darauf freue ich mich sehr
Also den Rütter selbst würde ich auch nicht als Trainer für meine Hunde wollen.
Aber ich hatte am Donnerstag eine Einzelstunde bei einer echt tollen Rütter-Trainerin, eine Freundin von mir trainiert auch schon länger bei ihr. Allerdings gibt es auch echt miese Rütter-Trainer:innen. Ausschließen würde ich aber keinen Rütter-Trainer:in per se. Am Donnerstag war ich sehr zufrieden, die Frau hats echt drauf.
Ich habe jetzt mal wieder eines meiner früheren Lieblingsbücher gelesen:
"The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry" von Rachel Joyce
Darin geht es um den britischen Rentner Harold Fry, der mit seiner Frau Maureen in einem beschaulichen Vorort lebt. Doch schon seit Jahren leben die beiden nur noch nebeneinanderher, haben sich eigentlich nichts mehr zu sagen. Es wird im Romanverlauf schnell deutlich, dass dies vor allem an der den Erlebnissen mit David liegt, dem Sohn der beiden, den Harold sehr liebte - aber stets kam er sich als Vater inadäquat vor und hatte oft Schwierigkeiten damit, seine Zuneigung offen zu zeigen, zumal der hochintelligente, aber oft in Schwierigkeiten geratende David wohl eher wenig von der empfundenen Spießbürgerlichkeit des Elternhauses hielt. Maureen scheint Harold die Schuld an vielen Dingen zu geben, die in Davids Kindheit und Jugend falsch liefen.
Doch Harold wird aus seinem Alltagstrott gerissen, als er einen Brief einer ehemaligen Arbeitskollegin, Queenie Hennessy, erhält. Diese lässt Harold wissen, dass sie in einem Hospiz liegt, da sie unheilbar krank ist. Eigentlich will Harold ihr darauf nur mit einem kurzen Brief antworten - doch irgendetwas hindert ihn daran, denn vor zwanzig Jahren geschah wohl etwas sehr Folgenreiches, woraufhin Queenie die Gegend verließ und Harold nie wieder von ihr hörte.
Ohne es wirklich geplant zu haben, beginnt Harold eine Pilgerreise von seinem Zuhause in Devon nach Berwick-upon-Tweed, wo Queenie im Hospiz ist, um sie noch einmal persönlich zu sehen. Gut ausgerüstet ist er nicht, doch er begegnet den unterschiedlichsten Menschen, die ihm behilflich sind und auch ihre ihre oft tragisch-komischen, schrägen, verschnörkelten Lebensgeschichten mit ihm teilen. Auf der etwa 600 Meilen langen Reise wird Harold jedoch auch mit den Geistern seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert - und erinnert sich an ein oft schwieriges, schmerzhaftes Leben, gleichzeitig aber auch an schöne Momente und unerwartete Menschlichkeit...
Tatsächlich hat mir das Buch noch genauso gut gefallen wie früher. Vielleicht sogar noch mehr, denn da auch ich inzwischen schmerzliche Verluste erlitten habe, fand ich die Handlung sogar noch berührender. Rachel Joyce beweist beim Schreiben viel Feingefühl und bringt auch komplexe Emotionen und sehr nuancierte zwischenmenschliche Beziehungen auf den Punkt.
Spoiler anzeigen
Die Beschreibung von Davids mentalen Problemen und schließlich seinem Su*zid hat nichts "sensationalised" an sich, sondern wird realistisch und mit dem notwendigen Einfühlungsvermögen dargestellt.
Rotz und Wasser geweint habe ich tatsächlich am Schluss, als Queenie Hennessys Versterben beschrieben wird. Die Schilderung ist so eindringlich und traurig und zugleich tröstlich, das hat mich wirklich sehr ergriffen.
Ich habe neulich erst an euch gedacht und mich gefragt, wie es euch wohl geht und jetzt lese ich das hier
Es tut mir so, so leid. Mögli war einer der ersten Forenhunde, auf die ich damlas gestolpert bin vor 10 Jahren. Ich habe deine Berichte und Fotos immer soo gerne gemocht.
Run free, Mogli und all deinen Lieben viel Kraft für die schwere Zeit
Mir wurde das Video heute auch angezeigt und mir gehts genauso.
Ich finde das Verhalten der Trainerin unmöglich und sehr unsympathisch. Sie hätte den Hund sofort sichern und sich bei dem Mädchen/der Frau entschuldigen sollen, so viel Anstand muss sein.