Beiträge von tinybutmighty

    Thema Einzelzeit:

    Ich versuche, bewusst Einzelzeit mit jedem meiner beiden Hunde zu verbringen. Hier ist es halt so, dass Jasmin z.B. auf den Spaziergängen eher Selbstläuferin ist, während Rex derjenige ist, der mehr einfordert und auch mal aktiv beschäftigt werden möchte und auf den ich auch eher ein Auge haben muss z.B. bei Themen wie Radius, Hundebegegnungen etc.

    Da tut es mir dann leid, dass Jasmin häufig etwas weniger Aufmerksamkeit bekommt, auch wenn es sie meist nicht stört.

    Auf Einzelrunden kann ich mich halt wirklich auf den einen Hund zu 100% konzentrieren, das mag ich schon sehr ab und zu. Allerdings ergeben sich hier nun auch nicht ständig Einzelrunden, weil Jasmin ohne Rex nicht wirklich alleine bleiben kann. Aber fast jeden Montag ist Rex z.B. bei seiner "Sitterfamilie" und da mache ich dann gerne mal eine Einzelrunde mit Jasmin oder trickse etwas mit ihr oder so.

    Kuschelzeit holt sie sich zuhause eh, sie schläft ja auch jede Nacht bei mir im Bett ;) Rex kommt zwar auch gerne mal kuscheln, hat nach einer Weile aber genug und verzieht sich dann auch wieder.

    Ich mag auch Aktivitäten mit den Hunden wie eben Hundesport/Beschäftigung, da hat natürlich auch jeder Hund dann "Einzelzeit" mit mir. Zum Trailen hatte ich bisher zrwar immer beide Hunde mit, aber natürlich laufen die Hunde hre jeweiligen Trails einzeln mit mir. Ich hatte auch schon Kurse, da habe ich halt nach der Halbzeit den Hund gewechselt, z.B. beim Hundeturnen. Aber es hatte auch schon jeder Hund "eigene" Hobbies, z.B. war ich mit Rex beim Hoopers-Kurs und mit Jasmin beim Longieren.

    Mich beschäftigt tatsächlich die Aussage von l'eau mit dem Geschlecht. Ein Rüde stand nie zur Debatte, weil ich schlicht nicht weiß, wie das funktionieren soll. (Wie sollen die sich kennenlernen, wenn Henry Rüden per se schon komplett unnötig findet?)

    Also zu meinem intakten Rüden wollte ich unbedingt eine Hündin dazunehmen. Rex findet nicht jeden intakten Rüden doof, aber die allermeisten. Darauf hätte ich keinen Bock gehabt. Kastrierter Rüde hätte gut klappen können, aber ich dachte mir, ich geh lieber gleich ganz auf Nummer sicher.

    Denn ja, es ist definitiv ein Thema mit Hündin zu intaktem Rüden.
    Wir hatten schon Kontakt zu einer TS-Orga, die mit PS arbeitet. Da war die Aussage, dass die Hündinnen (in dem Fall waren es oft ehemalige Zuchthündinnen) kastriert werden sollten und es idR mit der Vorgeschichte auch kein Problem gibt beim TA

    Die meisten Hündinnen aus dem Tierschutz sind ja eh schon kastriert. Das sollte also kein Problem sein, da 'ne kastrierte Hündin dazunehmen zu können, wenn man kein intaktes Pärchen will/händeln kann (ich hätte sicher keine intakte Hündin dazugeholt bzw. diese kastrieren lassen...)

    Ich finde auch, gerade beim Thema Ansprechbarkeit draußen wäre eine Fachperson, die euch da konkrete Tipps geben kann und mit dem Typ Hund Erfahrung hat, womöglich ein wichtiger und wertvoller Baustein für euch.

    Ich denke, da braucht es wirklich mehr Klarheit und Struktur, für die Hündin, aber auch - für dich. Wie schon geschrieben wurde, es gibt zB einen Unterschied zwischen Orientierung an dir draußen und "Bei Fuß". Du brauchst da wahrscheinlich erstmal für dich selbst ein genaueres Bild, was du da eigentlich konkret von der Hündin erwartest und wie die Spaziergänge zukünftig aussehen soll.

    Stehenbleiben und Richtungswechsel können in bestimmten Fällen Sinn machen, ja, diese Strategien können bei manchen Hunden aber halt auch noch mehr Frust erzeugen. Ich denke, es braucht da auch deine Hündin, die ja noch jung und sicherlich recht aufgeweckt ist, zukünftig auch mehr Möglichkeiten, ihre Bedürfnisse und Vorlieben kontrolliert ausleben zu können. Sie sollte dich natürlich als souveräne Vertrauensperson wahrnehmen - aber auch nicht als die permanente Spaßbremse, die sie dauernd nur daran hindert, spannende Sachen zu erleben. Im besten Fall lernt deine Hündin mit der Zeit, dass sie mit dir Spaß haben kann und sich Orientierunng an dir lohnt.

    Hast du vielleicht eine Schleppleine? Oder nutzt du zB für verschiedene Arten des Rausgehens (zB kurzes Gassi vs ausgedehnte Waldrunde),unterschiedliche Leinen?

    Aber Ute hat schon recht: wenn man mal mehr in Richtung Einsatzstaffel denkt (egal welche Orga) dann ist es eben auch nicht ganz unerheblich, welche Anlagen der Hund mitbringt.

    Aber darum ging es mir ja nicht, hab mich ja explizit auf Freizeit/Hobby-Mantrailing bezogen.

    Und genau da kommt es wie so oft auch drauf an, wie ehrlich mein Trainer ist. Genau da wirds aber auch schwierig. Wir haben hier einige Hundetrainer, die "auch Mantrailinig" im Angebot haben. Die machen das auch sehr nett aber sind eben nicht immer ehrlich mit ihren Teams. Jeder Hund kann trailen, soweit würd ich ja noch mitgehen aber manchmal trailen die eben nicht, sondern machen so eine Art Suchschnitzeljagdspaziergang. Was sicherlich auch viel Spaß macht - aber eben nicht Mantrailen im eigentlichen Sinn ist. Und von der wirklichen Rettungshundearbeit so weit entfernt ist wie die Erde vom Mond. Nicht schlechter, das möcht ich nochmals betonen, aber eben ganz was anderes.

    Ja, absolut, wobei das bei anderen Formen der Hundebeschäftigung nicht anders ist. Gibt ja auch genug Leute, die mit ihrem Hund zum "Fun"- Rally Obedience gehen und da durch den Parcours stolpern, ohne dass der Hund überhaupt eine halbwegs passable Fußarbeit kann und/oder weiß, worum es eigentlich geht.

    Ich finde einen sauberen, kleinschrittigen Aufbau immer sinnvoll, egal worum es geht. Und ich finde es auch sehr wichtig, dass Trainer*innen ehrlich sind und z.B. auch mal aufzeigen, wo bei einem Team halt die "Grenze" des Möglichen ist etc.

    Aber dass man Fun-Trailen eben prinzipiell so aufbauen kann, dass "simple" Trails auch von einem Chihuahua, einem Greyhound oder einem Hütitüti gelöst werden können, das glaube ich halt immer noch. Natürlich gibt es Unterschiede im Leistungsniveau. Ich meine, wenn man sich Agility-Bewerbe anguckt wie z.B. die Crufts und die überwiegend Border Collies und ne Handvoll anderer Rassen, die da mit dem Besitzer durch technisch wahnsinnig anspruchsvolle Parcours zu fliegen scheinen, und wo es um Sekundenbruchteile geht - ja, im Vergleich dazu sieht Agi im Hintertupfing-Verein, wo alle möglichen Hunde vertreten sind vom ängstlichen kleinen Terriermix bis zum tiefenentspannten Show-Goldie, natürlich ganz anders aus, aber das heißt ja nicht, dass die Hunde das nicht auch im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten können, also im Sinne von: das "Prinzip" verstehen und aktiv mitarbeiten.

    Was sich für mich von selbst versteht, dass man mit einem Hund nicht Hobby XY machen sollte, wenn der Hund daran keine Freude hat oder man ihm sogar anmerkt, dass das einfach nur Stress ist und ihn frustet...

    Hallo,

    zunächst einmal tut es mir wahnsinnig leid zu lesen, was ihr in den letzten paar Jahren alles durchgemacht habt... das ist wirklich viel, was du da an Last hattest, und daher in meinen Augen völlig verständlich, dass die Priorität in dieser Zeit nicht in erster Linie in Sachen Hundeerziehung lag.

    Für mich liest sich - falls dich das irgendwie beruhigt - keines eurer Probleme so tragisch, dass man da nicht noch einiges verbessern könnte. Gibt so einige Hunde, wo die Besiter*innen von Anfang an sehr dahinter sind in Sachen Training etc., und trotzdem hat der Hund im Alter von drei Jahren "noch" diese Baustellen oder sogar noch schlimmere Themen.

    Dass dir die Hündin überallhin folgt, kann Kontrollverhalten sein, aber auch mit Unsicherheit zusammenhängen. Gerade in so einer Situation, wie ihr sie die letzten Jahre hattet, kann es durchaus sein, dass ein Hund darauf reagiert und dieses Verhalten sich deshalb eingeschlichen und gefestigt hat. Was du da machen könntest: mit Türgittern arbeiten. So lernt sie erstmal, dass sie dir innerhalb des Hauses nicht überallhin folgen kann und lernt, dass sie dich nicht ständig im Auge behalten muss. Damit nimmst du ihr Stress und sicherlich auch dir selbst.

    Beim Alleinebleiben führen viele Schritte zum Ziel, ich würde das kleinschrittig angehen, also sie erstmal wirklich nur alleine lassen, wenn du die Post holen oder Müll rausbringen gehst, und die Zeit in Babysteps vergrößern. Zusätzlich könntest du dich zB in konditionierte Entspannung einlesen. Zur Alleinbleib-Thematik gibt es hier im Forum auch einen eigenen Austauschthread, in der Suche "Lonely Barkers" eingeben, so solltest du ihn finden.


    Draußen ist also ein hohes Erregungslevel gegeben bei der Hündin. Das ist frustrierend, daran kann man aber durchaus arbeiten! Ich würde beim Spazierengehen erstmal gucken, dass du möglichst keine Strecken wählst, die für sie besonders aufregend sind, z.B. aufgrund vieler Wildspuren. Einfach damit sie mal aus dieser Stress-Spirale rauskommt und du einen Fuß in die Tür bekommst. Wie versuchst du denn, sie zu bestätigen, WENN sie es draußen mal schafft, dir Aufmerksamkeit zu schenken (und wenn es nur ein Sekundenbruchteil ist)?

    Schreibe evtl. später noch mehr, muss jetzt erstmal los :)

    Henry ist 7,5 Jahre alt, wir haben uns mit dem Umstand, dass er nicht gut alleine bleibt, arrangiert.

    Den Büroalltag können wir durch meine Eltern umgehen, außerdem bin ich meistens Zuhause, da gibt es das Problem nicht.

    Das ist natürlich doof mit dem nicht gut Alleine bleiben können.

    Da müsstet ihr halt auf jeden Fall bedenken, dass es sich auf den Zweithund negativ auswirken könnte, mit dem Ersthund alleine bleiben zu müssen, wenn der Stress dabei schiebt. Zwei Hunde, die schlecht alleine bleiben können, wären nämlich wohl schon mühsam.

    Also würde ich da an eurer Stelle von Anfang an so planen, dass mit dem Zweithund alleinebleiben (also ohne Henry) geübt wird. Ist halt natürlich auch ein Zeitfaktor...

    Hier kann der Zweithund schlecht alleine bleiben, ich hätte mir mit einem Ersthund, der damit Probleme hat, wohl keinen zweiten Hund dazugeholt. Hängt aber natürlich auch immer seehr von den individuellen Lebensumständen ab.

    Ich vermisse Kathrin sehr, gerade auch im Hinblick auf Empfehlungen, denn sie war so offen und vielseitig interessiert, dass man auch mal rechts und links seiner gewohnten Interessen geschaut hat. Auch Fred Vargas war eine ihrer Empfehlungen....

    Ich denke auch immer noch ganz oft an sie. Ich würde manchmal so gerne wissen, was sie zu den Büchern, die ich hier so lese und rezensiere, meint.

    Sie war für mich einfach ein Herzstück dieses Threads und bleibt unvergessen.

    Es geht um das eigenständige und fokussierte Verfolgen einer Spur. Auch über längere Strecken und auch mit Schwierigkeiten.

    Ja, im Einsatz schon.

    Aber wenn ich mit meinen Hunden trailen for fun mache, MUSS ich denen doch keine langen Trails zumuten oder Schwierigkeiten. Ich habe ja unlängst mit den Minis das Trailen begonnen. Die werden dieses Jahr zehn Jahre und sind zwar immer noch munter und lernfreudig, aber Rex hat es mit dem Herzen, beide haben leichte Zipplerlein mit dem Bewegungsapparat - warum ist es da schlimm, wenn ich halt keine kilometerlangen Trails mit denen mache? Oder wenn ich die Trails nicht mit Schwieeigkeiten mache, wo ich denke, das ist nix für die?

    Man muss doch nicht immer mit übertriebenm Ehrgeiz an jedes Hobby gehen. Das finde ich doof, egal um welchen Hunde"sport" es geht.

    Weshalb muss z.B. ein Hund, der als Sichtjäger unterwegs ist, auf eine Spur gezwungen werden? Weshalb muss ein Hund, der seinen Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit dem Hundeführer hat, partout auf eine Spur gezwungen werden?

    Zwingen, zwingen - also ich kann da nur für meine Hunde und mich sprechen: Ich zwinge die fix nicht zu einer Beschäftigung, die sie nicht mögen! Ich schau mir das an, beobachte ihr Verhalten und wenn es uns nicht taugt, machen wir halt was anderes. Ich hab mit denen im Laufe der Jahre so einiges ausprobiert - Rex zB fand Hoopers und Agi ganz toll, darf aber gesundheitlich nicht mehr. Rally fand er früher auch klasse, da treten wir im Moment aber aus Zeitgründen kürzer und weil es oft zu warm ist auf dem Platz, wenn das Training stattfindet und weil er da im Laufe der Zeit etwas die Begeisterung dafür verloren hat.

    Jasmin kann an und für sich toll Fußarbeit, aber ich mache mit ihr kein Training für BH oder Ähnliches, weil ich weiß, das würde sie stressen.

    Aber beim Longieren hatte sie früher mega Spaß und jetzt beim Trailen ist sie meiner Meinung nach super für einen kleinen, tendenziell unsicheren Floh und hat tolle Erfolgserlebnisse dadurch.

    Wie wäre wohl deine Antwort bei der Aussage "jeder Hund kann an Schafen arbeiten" oder "jeder Hund kann im IGP geführt werden"?

    Gut, ich versteh, was du meinst. Ich kann nun nicht beurteilen, ob man es an der Rasse festmachen kann, ob ein Hund automatisch nicht trailen "kann" oder nicht.

    Für die Arbeit an Schafen wurden ja gewisse Rassen gezielr selektiert und man sieht es ja auch zB bei den Border Collies, dass die das Hüteverhalten nunmla zeigen genetisch bedingt. Ja, das könnte mein Chihuahua nicht! Aber eine Nase zum Schnüffeln hat er ja und laut dem von mir verlinkten Artikel können das eben prinzipiell schon Hunde aller Rassen, die einzusetzen. Wie gut, scheint eher von anderen Faktoren abzuhängen als der Rasse bzw zumindest auch von anderen Faktoren beeinflusst zu werden.


    Ist halt letztlich für mich schon auch die Frage, wie du "können" definierst. Einfache, kurze Trails würde ich persönlich nun schon sagen, dass bei einem sachkundigen (!) Aufbau die meisten Hunde hinbekommen könnten. Aber für manche im Hobbybereich wie zB mich reichr das halt auch. Ich muss es da gar nicht möglichst tricky haben, ehrlich gesagt.