Aber ich finde es grandios, wie gut du das mit den fremdhunden hinbekommen hast. Ich meine ich nehme das ja einfach so hin, das meine fremdhunde zum göbeln finden und riskiere da nichts mehr. Umso größer meine Freude und Bewunderung, wie du das hinbekommen hast.
Bei Bliss möchte ich es ja mehr oder minder "wieder" hinbekommen. Die war nie hellauf begeistert von anderen Hunden, eher unsicher im Umgang damit und hat immer schon gerne Abstand gehalten. Nach Sympathie hat die aber doch immer mal wieder einen dabei gehabt, den sie richtig toll fand und mit dem dann auch etwas gespielt wurde. Der Rest wurde einfach ignoriert und wie Luft behandelt.
Dann hatten wir ein paar doofe Erlebnisse. Bliss wurde im Agitraining mehrfach von einer anderen Hündin heftig umgekegelt und ein Boxerrüde hat sie sich aus dem Nichts so richtig vorgenommen. Sie war bei mir an der Leine, die HF mit dem Boxer lief hinter mir, hat zu wenig Abstand gehalten und er hat Bliss unter sich gezogen und vermöbelt.
Ab da habe ich bereits leichte Nervosität bemerkt, wenn sie angeleint Hunde gesichtet hat. Dann generell im Agitraining die vielen lauten und teilweise auch pöbelnden Hunde, die sie stark verunsichert haben. Agi also gestrichen.
Als Grete einzog, ist das dann total gekippt. Der Zeitpunkt war vielleicht auch schlecht, weil Bliss gerade mitten in der Scheinmutterschaft steckte. Fremdhunde fand sie da ultra kacke (sie hatte da scheinbar irgendwie son Mutterinstinkt), dann gab es eine Beißerei mit einer Hündin, mit der sie eine Woche zuvor noch völlig okay war und die hat sie dann auch noch für sich entschieden. Die andere Hündin war allerdings auch nie ein Unschuldslamm und nicht ohne. Trotzdem ist es lange gut gegangen. Bis zu diesem Tag.
Alles eine sehr blöde Kombi aus vielen doofen Erlebnissen. Ich habe sofort daran zu arbeiten begonnen, weil ich nicht wollte, dass der Hund irgendwann auch auf dem HuPla den Kackspecht raushängen lässt. Das ist nämlich der eigentliche Hintergrund des ganzen Trainings. In freier Wildbahn kann ich fremde Hunde wunderbar umlaufen und da wäre mir das Kampfhahngetue fast noch egal. Man trifft hier wenige Hunde. Aber Bliss habe ich mir unter einem großen Aspekt angeschafft: Die sollte in den Sport. Genug Potenzial hat sie ja durchaus und uns das durch mangelnde Händelbarkeit in der Nähe von Fremdhunden zu versauen, wollte ich nicht riskieren. Also ran an den Speck. Unser anstehendes Turnier ist deshalb erstmal eine reine Gewöhnungssache und Feuerprobe unter diesen Umständen. Mal sehen, wie das klappt.
Hundekontakte suche ich jetzt sehr bewusst aus. Generell würde ich Bliss nach wie vor niemals mit rüpeligen, zu aufdringlichen Hunden laufen lassen. Die hasst sie wie die Pest und da wird sie immer eine kurze Lunte haben (eben auch ein Fräulein Rottenmeier
). Höflich und gesittet sollten sich Hunde schon nähern, damit ich da Kontakt zulasse. Da kommuniziert Bliss dann auch sehr ordentlich und angemessen, was sie gut findet und was nicht. Interessiert sie sich nicht für den Hund, ignoriert sie ihn und mittlerweile sucht sie erstmal Hilfe bei mir, bevor sie fuchtig wird, wenn einer sie doch mal unangemessen bedrängt. Das tut sie generell bei Unsicherheit, seitdem wir das gezielt trainieren. Irgendwas ist komisch? Lieber mal zur Muddi gehen. Mir reicht das völlig. Sie wird immer ein Hund bleiben, der seinen Raum braucht und das ist für mich völlig okay... immerhin habe ich Aussies :D. Sie wird auch immer ein Hund bleiben, der sehr sehr ungemütlich werden kann, wenn es einer übertreibt. Ein Auge muss ich immer auf sie haben. Aber sie soll eben kein Hund sein, der hysterisch reagiert, obwohl es gar keinen Grund gibt. Und ich denke, da sind wir auf einem guten Weg.
Die vierte Läufigkeit hat nochmal viel Ruhe reingebracht und seit die drei Hunde sich hier eingegroovt haben, ist auch alles etwas entspannter.