Beiträge von Juliaundbalou

    Hmm ich finde jetzt die 150km zu Corinna nicht allzu weit.
    Vor Allem wenn es nur zeitlich begrenzt ist, ist doch tausend Mal besser als noch jahrelang Stress und Leid für euch beide.

    Ja. Aber dahin fahre ich nur, wenn es nach der Kastration immer noch Probleme für uns gibt. Ist nicht so, als hätte ich Corinna nicht auf dem Schirm.
    Ich verstehe gerade nicht so ganz, warum jetzt doch wieder der Trainervorschlag kommt. Es ist für Balou und mich nicht tragbar. Und dann sollen wir jetzt doch noch ein halbes Jahr Trainerstunden nehmen?

    Ich hatte hier übrigens, als Balou zwei Jahre alt war, eine sehr sehr gute und bekannte Trainerin. Diese hat nach kurzem Kennenlernen schon gesagt, dass Balou hypersexuell ist. Er hatte da auch kurzen Kontakt zu ihrer Hündin und war eigentlich „normal“ und nicht sonderlich aufdringlich. Es war also schon lange so, dass ich wusste, dass er vermutlich irgendwann kastriert wird. Aber man versucht es dann ja doch erst einmal so, versucht den Chip usw.

    Da der Chip jegliches sexuelles Verhalten bei ihm unterdrückt hat, obwohl er ja schon erwachsen ist, bin ich recht positiv, dass die Kastration dieses ebenfalls tut und er dann weniger Stress hat.

    Und dann kann man über Trainerstunden wegen der restlichen Futzelchen nachdenken. Wir hatten während der Chipzeit nämlich kaum nennenswerte Probleme.

    Das meinte ich nicht. Aber rechne mal die Medikamentenkosten für einen 15 kg Hund gegen die für einen 40 kg Hund.
    Dass Untersuchungen genauso teuer sind, ist klar :)

    Natürlich. Wir arbeiten 2-3 mal pro Woche. Das geht, auch zu diesen Chaoszeiten, ganz ok. Nicht gut, aber ok. Da arbeite ich auch mehr über einen dosierten Abbruch und das Einfordern der Arbeit. Aber von 14 Spaziergängen pro Woche sind das nur 2-3. Mehr schafft Balou nicht, dann kratzt und beißt er sich.
    Ruhige Kommandos gehören beim oben genannten Verhalten dazu. Sitzen, liegen, schauen. Es geht um genau das, was du beschreibst: minimale Bewegung und diese langsam.
    Über einen Abbruch auf einem Spaziergang kommen wir momentan nur weiter, wenn wir danach abbrechen, also nach Hause gehen. Wenn Balou in diesem Zustand ist, ist er da. Das ändert sich nicht. Wir können also etwas üben (ob über Ruhe und Geduld oder über einen Abbruch und Alternativverhalten, im Endeffekt ist das ja recht ähnlich) und damit leben, dass es kein Spaziergang im eigentlichen Sinn ist oder aber wir gehen einfach nach Hause. Denn wenn wir dies nicht tun, bleibt er in seinem ausgeklinkten Zustand. Es bessert sich leider nicht...
    Wenn wir die 1,5 Stunden Runde gehen, ist Balou 45 Minuten lang wie oben beschrieben. Dann drehen wir eine kleine Runde im Wald und gehen den exakt gleichen Weg nach Hause. Erst da kann er „entspannen“. Denn die Gerüche kennt er ja bereits vom Hinweg.

    Man kann sich das kaum vorstellen. Er kann einfach nicht anders. Ich kenne ihn ja mit dem Chip und unter starker Aufregung (andere Strecken beispielsweise). Da ist er auch echt extrem. Ich kenne keinen Hund, der so wie er reagiert. Aber im Vergleich zu seinem intakten Verhalten zurzeit ist das ein Witz und wahnsinnig gut handelbar. Er kann da Dinge umsetzen und eigene Vorschläge machen. Das kann er momentan nicht. Außer für 2 Sekunden maximal.

    Ich würde ihn euch ja mal filmen, aber mein Handy will leider nicht so wie ich.

    Wir waren mal in der Situation, wo Balou sehr hohe Tierarztrechnungen (für so einen jungen Hund) verursacht hat. Mein Mann hat nur 75 % gearbeitet und nebenbei studiert und ich habe eine Ausbildung gemacht und war davor sogar eine Zeit zuhause mit geringem Nachhilfelehreringehalt (zwischen Studienende und Ausbildungsbeginn). Wir hatten also nicht so viel Geld wie heute.
    Balou war von Anfang an krank. Ständig Durchfall und Erbrechen. Entzündete Ohren. Volle Analdrüsen. Vorhautkatarrh. Flöhe. Und alles wieder von vorne und gleichzeitig und überhaupt. Wir waren ständig beim Arzt. Dazu verschiedene angebrochene höherpreisige Futtersorten, die er alle nicht vertrug, Ergänzungsmittel, zeitweise Medikamente, Blutuntersuchungen, Kotuntersuchungen usw. usw. usw.
    Das hat mich kaputt gemacht. Ich bin ständig mit ihm durch die Gegend gefahren, weite Strecken zu einer anderen Klinik. Dazu natürlich auch die Sorgen. Das hat auch finanziell sehr an uns gezehrt.
    In der Zeit lagen wir monatlich bei 100€ für Futter und bestimmt 150-200€ für den Tierarzt. Fast zwei Jahre lang. Was wäre die Alternative gewesen? Ihn abgeben? Ihn einschläfern? Bestimmt nicht.
    Wir konnten halt in der Zeit z. B. keinen Trainer nehmen, den wir da dringend gebraucht hätten. Nach der Junghundegruppe verließen wir die HuSchu. Keine größeren Urlaube, nix.

    Heute würde ich immer noch sagen, dass ich für normale Erkrankungen weiterhin alles bezahlen würde. Ob das 200€ im Monat sind oder 400€, zur Not würde ich mehr arbeiten (mache nur 30 h). Wir haben deutlich mehr Geld als damals und es tut mir nicht weh, dass ich für Balou schon so viel Geld bezahlt habe. So lange wir unseren Lebensstandard halten können (also im Haus bleiben können), ausreichend Geld in die Altersvorsorge und Sondertilgungen für das Haus packen können, ist alles gut. Wir haben sonst keine großen Wünsche.
    Dennoch würde ich nie monatlich 1000€ bspw. zahlen, um meinem Hund zwei Monate mehr Zeit zu geben, obwohl er jetzt friedlich gehen könnte.
    Und für mich steht fest, dass der nächste Hund deutlich kleiner bzw. leichter sein wird. Ich möchte irgendwann 2 Hunde haben und 2 Hunde, die monatlich jeweils 400€ Tierarztkosten plus Futter verursachen, möchte ich mir nicht leisten. Auch wenn ich es vielleicht könnte.

    Dieses Thema ist aber extrem individuell. Niemand sollte sich für seine finanzielle Situation rechtfertigen müssen.

    Jetzt ist ja schon November. Balou benimmt sich seit mindestens 5, wahrscheinlich eher 6 Wochen so heftig.
    Als ich von der Arbeit kam und mir die Gummistiefel genommen habe, stand Balou mit ausgefahrenem Ding neben mir. Es störte ihn natürlich, sodass er sich da rein biss. Es dauerte bestimmt fünf Minuten, bis er sein Glied wieder einfahren konnte. Danach der Megastress, weil es raus ging. Fiepen, hecheln, gähnen, schütteln. Das kenne ich auch aus seinen guten Zeiten, aber doch deutlich abgeschwächt. Draußen war er völlig neben sich, sodass wir nur an einer Wiese hoch und wieder zurück gegangen sind. Für das Stück braucht man sonst vielleicht 15 Minuten insgesamt. Wir waren 40 Minuten unterwegs. Ständig stehen und ruhiges Verhalten belohnen, manche Meter doppelt, dreifach, zehnfach gehen. Seinen Haufen konnte er natürlich nicht machen, dafür braucht er viel mehr Strecke, die wir ja leider nicht gehen konnten. Er hat ununterbrochen markiert, Pipi gesucht und war wahnsinnig gestresst und hektisch. Gegen Ende wollte er dann noch grasen, weil ihm das alles auf den Magen geschlagen hat. Und zu Hause schmatzt er nun vor sich hin - vermutlich Bauchweh.
    Ich bin sehr gespannt, wann ich mir den Urlaub nehmen kann. Dann mache ich sofort einen Termin bei unserer TÄ.

    Kann jemand von euch einen guten Body für einen 60cm, 35 kg Hund empfehlen? Balou ist immer zu warm, das sollte bedacht werden.