Beiträge von RafiLe1985

    Für mich hört es sich an als sei dein Hund einfach brutal reizüberflutet. Ich habe auch gerade einen Junghund (Deutsch Drahthaar, 10 Monate alt). Der würde im Viereck springen bei dem was du im Eingangspost beschreibst.

    Wir machen zwei Spaziergänge von ca. 45 Min am Tag und dreimal die Woche ca. 5 - 10 Minuten Training. Das war's. Es gibt noch genug zu tun mit Alltagsgewöhnung, etc.

    Ich würde da erstmal kalten Entzug machen, damit der Hund von seinem Level mal runterkommt. Und dann kann auch Lernen stattfinden.

    Wenn ihr wirklich einen Hund möchtet, der "wacht", würde ich mal in der Sennenhund-Kategorie gucken. Wegen des Sportprogramms vmtl kein Großer Schweizer und kein Berner, aber die beiden kleineren (Entlebucher und Appenzeller) wären vielleicht was.

    Aber bitte überlegt euch das, ob ihr das wollt mit dem Wachtrieb, insbesondere wenn Kinder im Haus sind.

    Beim Labrador würde ich die Hündin die ihr kennt jetzt nicht als den typischen Labbi sehen. Viele sind alles Andere als ruhig und "brav".

    Falls es auch eine Rasse ohne Wach- und Schutztrieb sein darf, würde ich euch sehr den English Springer Spaniel ans Herz legen. Das sind tolle, spritzige und zum Menschen sehr sanfte Hunde. Von meinen bisherigen vier Hunden (Yorkshire Terrier, Labrador, Deutsch Drahthaar) ist/war der Springer bisher der pflegeleichteste.

    Hey, wollte mich jetzt nach 4,5 Jahren nochmal hier melden. Mittlerweile lebt ein knapp 9 Monate alter Deutsch Drahthaar Rüde bei uns. Er ist ein kleiner Goldschatz und ein echter Glücksgriff. :smiling_face_with_heart_eyes: Er fügt sich toll ins Rudel ein, lässt sich im Alltag sehr gut händeln und ist was die Rettungshundearbeit betrifft ein Naturtalent.

    In den 4,5 Jahren hab ich die Zeit genutzt um viele Halter und Züchter kennenzulernen um sie über ihre Hunde auszuquetschen. Teilweise geplant im Rahmen von jadglichen Prüfungsveranstaltungen und Zuchtschauen oder bei Besuchen in Zuchtstätten. Teilweise auch echt zufällig. Bei meiner Trümmer-Prüfung im Herbst 2024 war der Mann der Prüferin dabei. Er ist Jäger und hatte seine DD-Hündin dabei.

    Die beiden Schlüsselmomente in denen rückblickend die Entscheidung für den DD gefallen ist: Ich hatte mich mit einem sehr erfahrenen Züchter über den Jagdtrieb ausgetauscht, und dass ich mir Sorgen mache, dass ich evtl. deswegen keine Flächensuche machen kann. Da sagte er, er fände das total paradox. Ein Jagdhund der in seinem Jagdtrieb nicht kontrollierbar ist, sei für die Jagd überhaupt nicht brauchbar. Wenn, dann hat man seiner Meinung nach gerade bei einem Jagdhund die beste Chance das hinzubekommen. Klar, es fiele nicht vom Himmel, aber bei ihm ginge z.B. keiner seiner Hunde in der Freizeit zum Jagen. Der zweite Schlüsselmoment war die Zuchtschau auf der ich war. Da waren so viele DDs auf einem Haufen und KEINER, also wirklich kein Einziger der jetzt unverträglich mit anderen Hunden oder unfreundlich zu Menschen gewesen wäre. Im Gegenteil, da hatte man plötzlich beim Essen einen fremden Hundekopf auf dem Schoß. :rolling_on_the_floor_laughing:

    Was nur im Endeffekt echt mühsam war, war dann die Suche nach einem Züchter, der nicht kupiert und einen DD-Welpen an eine Nicht-Jägerin gibt. Das war echt nervenaufreibend. Aber hat ja geklappt. :hugging_face:

    Ich denke gar nicht, dass es jetzt unbedingt am mangelnden Rückruf lag. Schon das los schießen zum anderen Hund müsste man (mMn) bearbeiten.

    Ich habe einen Junghund (Deutsch Drahthaar) der nur zwei Monate älter ist als dein Labbi. Er läuft grundsätzlich an der Schleppleine (5m). Er lernt erstmal, dass man sich in diesem Radius zu bewegen hat während eines normalen Spaziergangs. Zweitens machen wir Klick für Blick. Er hat gelernt, dass er mich anschauen muss, wenn er einen interessanten Reiz wahrnimmt. Und aufgrund der maximalen Distanz von 5m stehe ich dann schonmal sicherheitshalber auf der Schleppleine. Man muss halt dann während des Spaziergangs schon konzentriert sein, dass man den Blick auch mitbekommt. Kontakt mit fremden Hunden gibt es bei uns in den ersten 1 - 2 Lebensjahren gar keinen. D.h. er lernt von Anfang an, dass er zu einem fremden Hund sowieso nicht hin darf. Und auch danach nur situativ. Ich würde niemals meinen Hund zu Hunden lassen, die ich nicht einschätzen kann.

    Ich sehe das prinzipiell ähnlich: Man sollte halt sehr genau wissen, was man sich da ins Haus holt UND sich vor allem eine angemessene, rassegerechte Auslastung überlegen. (Und damit meine ich nicht “Leckerli im Wald suchen”, sondern was “Richtiges”) Dann kann jeder Hund ein guter Familienhund / Anfängerhund sein.

    Bei uns in der Nachbarschaft hat sich z.B. einer einen X-Herder geholt, weil er dreimal die Woche joggen geht. So nicht.

    Aber wenn sich jetzt eine Jägerin und Rettungshundeführerin eine Brandlbracke holt, dann ist das was Anderes.

    Ich würde erstmal die rechtliche Situation klären und dann weiter schauen. Ohne Anwalt wird es schwierig, weil du selbst keinen Einblick bekommen wirst. Und dann würde ich den Anwalt fragen, wie aussichtsreich es ist, sich auf einen Rechtsstreit einzulassen.

    Meine intuitive, laienhafte Einschätzung: Wenn sie belegen kann, dass sie Eigentümerin das Hundes ist und, dass du den Hund nur zur Pflege übernommen hast, wird sie vermutlich am längeren Hebel sitzen. Klar, kannst du die Pensionskosten in Rechnung stellen. Aber ihr den Hund vorenthalten, wenn sie diese nicht bezahlen will oder kann, wirst du auch nicht können. Dann fallen halt Verzugszinsen an, aber an der Tatsache, dass du den Hund herausgeben werden musst, wird das nichts ändern.

    Ich würde auf jeden Fall alles piano machen. Er ist erst fünf Monate alt und gerade einmal wenige Tage bei euch. Ich würde es Schritt für Schritt machen. Er muss es erstmal schaffen, entspannt liegen zu bleiben / zu schlafen, wenn du dich durch die Wohnung bewegst. Solange das nicht klappt, würde ich den nächsten Schritt noch nicht gehen. Klar, kurz mal den Müll runter bringen oder zum Briefkasten. Das muss schon drin sein. Aber mit längeren Abwesenheiten würde ich jetzt erstmal nicht planen.

    Ich denke, es ist hier ein klassischer Fall vom "Vom Richtigen zu wenig und vom Falschen zu viel".

    Auf der einen Seite schreibst du, dass der Hund nicht durchgehend schläft, auf der anderen Seite, dass ihr nur 1x 30 Minuten Gassi geht. Was macht denn der Hund in der Zwischenzeit?

    Der Hund ist kein Welpe mehr, auch wenn du das Alter in Wochen schreibst. Das ist ein halbjähriger Junghund.

    Ich würde zweimal am Tag mindestens 45 Minuten Gassi gehen wo der Hund SEINEN Interessen nachkommen kann. Kein Training, kein gar nix während des Spaziergangs. Freilauf, mit anderen Hunden fetzen, etc. Der Hund muss seine überschüssige körperliche Energie ja auch mal rauslassen können.

    Und dann sucht ihr euch bitte eine rassegerechte Beschäftigung für den Hund, der ihr strukturiert und regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche nachgeht. Idealerweise natürlich etwas, was in Richtung jagdlichem Einsatz geht. Dummytraining, Rettungshundearbeit, Mantrailing, etc. Falls das nicht möglich ist, sucht euch einen Hundeverein, der strukturiertes Training anbietet. Da kann man durchaus schon in die Basisgruppe gehen. Nächstes Jahr um die Zeit könnte sie vom Alter her schon BH-VT laufen.

    Ansonsten bzgl. Beißen habe ich die Vermutung, dass ihr euch einfach gegenseitig hochschaukelt weil du und deine Tochter es vom Handling her vielleicht nicht hinbekommt. Ich würde das EINMAL sehr deutlich aber ruhig und sachlich erklären, dass es dieses Beißen und Attackieren nicht gibt und gut. Schreien, Schimpfen, Wegstoßen, etc. wird alles nicht helfen. Ruhig und sachlich, aber deutlich.

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    Wir hatten bei uns mal einen jungen Tervueren im Training, der wie aus dem Nichts angefangen hat, Menschen aggressiv anzuspringen und anzupöbeln. Dem haben wir nen Maulkorb draufgemacht und gewartet, bis er's macht. Im Moment der Attacke haben wir ihn einfach kommentarlos mit beiden Händen am Kragen gepackt, ihn wieder mit den vier Pfoten auf die Erde gestellt und ihn, erneut kommentarlos, so festgehalten bis er sich beruhigt hat. Sobald er ruhig war haben wir ihn dann los gelassen und ignoriert. Glaubst du, das hat er bei Jedem der sich das zugetraut und so ruhig und gelassen umgesetzt hatte, genau einmal gemacht.

    Ich selbst habe derzeit einen Deutsch Drahthaar Junghund (knapp 7 Monate alt), der es beim Gassi gehen plötzlich "lustig" fand, mich anzuspringen und in den Arm zu zwicken. Da hat einfach konsequentes Ignorieren geholfen. Er hat es zweimal gemacht, gemerkt, es bringt ihm nicht den gewünschten Effekt und somit hat er's dann unterlassen. Da glaube ich aber, dass es bei euch nix mehr bringen wird, weil es schon zu ritualisiert ist.

    Hey,

    klar nehmen Welpen oft Dinge ins Maul, aber dauernd und wahllos alles finde ich nicht normal. Auch das Rupfen halte ich eher für Stress. Ich habe jetzt nur bis Seite 2 gelesen, aber hatte da den Eindruck, dass ihr schon sehr viel mit ihm macht.

    Fünf Stunden Wandern, selbst wenn ihr zwischendurch Pause macht bzw. ihn tragt, finde ich zu lange. Die Eindrücke prasseln ja trotzdem auf ihn ein.

    Ich würde schauen, dass du in nächster Zeit mal nur ihm bereits vertraute Runden gehst. Auch eher zum Entspannen und nicht zum Üben oder sonst irgendwelchem Training. Einfach nur Gassi.

    So halb OT, nachdem der TE wohl nicht mehr schreibt.

    Thorin hat (Überraschung Überraschung) nur einen gelben Impfpass von seinem Vermehrer. Außerdem ist ein sehr seltsames Impfschema geplant... Er hatte wohl mit 12 Wochen Tollwut Impfung und soll mit 16 Wochen nochmal (Tollwut) nachgeimpft werden. Dafür ist der Rest nach einer Impfung mit Gültigkeit 2026 eingetragen und soll dann erst mit einem Jahr wieder geimpft werden. Sowas hab ich noch nie gehört, ergibt das irgendeinen Sinn?

    War bei Albert tatsächlich auch so. Vllt ist das neu, dass man es so macht? Bei Newton und Hunter war es so, dass sie mit 12 Wochen geimpft wurden und diese Impfung war dann 21 Tage später ein Jahr lang gültig.