Beiträge von pardalisa

    Myrddin (gerade 1 Jahr alt geworden) hat eigentlich ziemlich starke Nerven, aber hin und wieder kurze Momente von junghund-typischer Unsicherheit. Neulich im Wald z.B., als uns im Dunklen ein Mann entgegen gekommen ist, der mit seinem Wanderstock gegen die Bäume am Wegrand schlug (Myrddin fand alles an ihm gruselig und tat das auch lautstark kund... :roll: ) oder heute, als er eine große Plastiktüte entdeckt hat, die sich im Gebüsch verfangen hatte und im Wind knisterte.

    Ich biete ihm in solchen Situationen Schutz bei mir an (Ranrufen, je nach Gegebenheiten auch Anleinen) und "untersuche" – wenn irgendwie möglich – den Gruselfaktor-Auslöser mit ihm gemeinsam. Den Kerl im Wald fand ich selbst schräg, da sind wir lieber schnell weiter gegangen, aber bei der Tüte standen wir eben 'ne Weile, Hund konnte gucken, hat sich irgendwann hingetraut, die Tüte als ungefährlich erkannt... und weiter ging's. :smile:


    @pardalisa das ermutigt mich :) was hast du denn für Hunde ?


    ... zwei Aussies. :D Beides Rüden; einen Arbeits-Showlinienmix, der leider sehr nach der Showlinie kommt (zu groß, zu schwer, sehr plüschig, hat bei der Verteilung des Schutztriebs laut "Hier!" geschrien ;) ) und den Zweithund aus der Arbeitslinie (nett, sportlich, deutlich leichtführiger & besser ansprechbar, selbst in Reizüberflutungssituationen, verträglich mit fast allem). Ich liebe sie beide, aber mir würde auch nur noch AL in Haus kommen, da stimme ich dir auf jeden Fall zu. (Der Lütte ist übrigens ca. 52cm hoch und 22kg schwer und damit unter seinen Geschwistern schon eher einer von den kräftigeren Rüden – es gibt also durchaus welche, die in dein "Beuteschema" fallen... ;) )

    Dass du erst mal im Tierheim gucken willst, finde ich aber klasse und drück dir die Daumen, dass da was passendes wartet. :smile:

    Wir macht ihr das eigentlich überhaupt mit Leberwurst und Superleckerlie und so? Zumindest was die Leberwurst angeht, hätte ich hier einfach das Problem, dass ich die ja nicht zwangsläufig jeden Tag brauche.


    Ich hatte für Shawnees Training kleine, abwaschbare Tuben zum Drücken (gibt's z.B. in der Apotheke), in die ich immer nur eine kleine Menge Leberwurst für einen Spaziergang abgefüllt habe, sodass der Rest im Kühlschrank "warten" konnte ;) und nicht ständig in der Jackentasche aufgewärmt und wieder abgekühlt wurde.


    Wie machen das die Hundehalter hier deren Hunde nicht verfressen sind?
    Hier gibt es einfach kein Superleckerlie weil Pepper Futter generell ganz weit unten ansiedelt.


    So einen Hund hab' ich hier auch – Myrddin nimmt Futter, aber als richtige "Whohooo, Party!" - Belohnung taugt das für ihn nicht immer. Ich habe für solche Momente ein Spielzeug dabei. Normalerweise ist dusseliges Hinterherhetzen für meine Hunde auch bei Spielzeug verboten, aber für den Rückruf unter sehr großer Ablenkung nutze ich das gezielt als Belohnung. :smile:


    Kann mir jmd erklären, wieso Herr Hund vor allem auf Hunde steht, die ihm eins überbraten? :???: (die kommen gleich nach spielbereiten Hunden)

    Sagen wir mal er nimmt zu einem Hund Kontakt auf und der andere mag ihn nicht und scheucht ihn weg. Er backt dann ziemlich kleine Brötchen und fängt an zu fiepen, folgt dem Hund dann aber und versucht es immer und immer wieder. Warum? :lepra: Masochist oder wie?


    Bist du sicher, dass er den anderen Hund in solchen Fällen wirklich "mag"? Für mich klingt das nach ziemlich massivem Beschwichtigen. :???: Hunde verarbeiten Stress ja sehr unterschiedlich und wenn er sich gerade eine "Abfuhr" eingefangen hat, muss er vielleicht einfach nur ein bisschen Druck ablassen, indem er - salopp gesagt - "herumhampelt". (Sozusagen das "flirt" oder "fidget" unter den 4-Fs.)

    Ich bin jetzt seit gut einem Jahr Studentin mit zwei eigenen Hunden. Ein paar Dinge, die ich bei der Anschaffung eines Zweithundes auf jeden Fall beachten würde: Der Ersthund sollte soweit "fertig" erzogen sein (das hört sich ja bei euch wirklich gut an :smile: ), der Zweithund aus "egoistischen" Gründen einziehen, d.h. nicht hauptsächlich als Spielpartner für den schon vorhandenen Hund, und vom Temperament her passen - also ähnliches Spielverhalten, Bewegungsbedürfnis, etc. haben. Natürlich kann man auch mit zwei völlig gegensätzlichen Hunden prima leben, das erfordert aber meiner Erfahrung nach deutlich mehr Organisationsaufwand.

    Was ich auf keinen Fall unterschätzen würde, ist die u.U. sehr komplizierte Wohnungssuche mit zwei Hunden: Viele Vermieter haben schon mit Azubis/Studenten ein Problem, mit Hunden erst recht und bei zwei Hunden dann nur noch Panik in den Augen... ;)

    Zur Rassefrage: Was spricht denn gegen einen zweiten Aussie?

    Ach, meine Familie lasse ich mittlerweile einfach machen wie sie's für richtig halten. Und wenn sie dann nach dem Spaziergang von den Hunden mit einem freundlichen Schlammpfotenabdruck auf dem Pulli begrüßt werden oder der Senior die Eiswaffel hypnotisiert oder der Lütte aufdringlich Spieleinheiten und Kraulen einfordert, bekommen sie von mir einfach nur ein "Sach ich doch!" zu hören... :D Zum Glück können die Hunde da sehr gut unterscheiden, bei wem sie sich was erlauben können, also trifft's auch nur die richtigen Menschen. ;)

    Was das generelle Rechtfertigen von Erziehungsmethoden angeht: Mhm, gerade wenn man sich den "Was stört euch an anderen HH?"-Thread hier so anguckt, finde ich eigentlich, dass ein bisschen mehr kritisches Nachfragen und "Rechtfertigung" manchen Leuten ganz gut tun würde. Zum Glück kann ja jeder seinen Hund so erziehen wie er will, solange dabei niemand zu Schaden kommt - aber genau an der Bedingung scheint's ja leider oft zu scheitern. :/ Und klar, von Leuten, die nur motzen möchten oder offensichtlich keine Ahnung von Hunden haben, würde ich mir auch nicht reinreden lassen. Aber wenigstens ab und zu mal ein kritisches Wort oder eine Frage? Ich fänd's schön, wenn "Hundehalter unter sich" dafür aufgeschlossener wären.


    Habt ihr das auch, dass ihr nach manchen blöde Situationen mit euren Hunden denkt: Sche**e, eigentlich wusste ichs besser, habs aus Bequemlichkeit aber anders gemacht?


    Kenn ich. Gerade neulich hat Myrddin beim Spaziergang wohl zu viele Grashalme gefressen und ist dann unruhig durch Haus gelaufen. Ich hab' ihn irgendwann leicht genervt auf seinen Platz geschickt, weil ich dachte, dass er ja wohl kaum nach 30 Minuten schon wieder raus muss... und dann hat er sich in der Kudde übergeben und fand das wohl selbst ziemlich eklig. Tat mir wirklich Leid, dass ich da nicht besser auf ihn "gehört" habe und noch mal rausgegangen bin. :( :

    Die Trainerin kommt zu dem Schluss, da Hunde solch ein Verhalten, dass sie sich und ihr Revier verteidigen, laut ihr frühstens ab dem 6. Monat entwickeln und das ist er ja noch nicht mal.


    Das ist, höflich gesagt, Blödsinn. Auch bei Hunden gibt es Früh- und Spätentwickler und nur weil ein Hund ein Verhalten etwas früher oder später zeigt, würde ich daraus nicht gleich auf irgendeine Art von Trauma schließen. (Was nicht heißt, dass dein Hund keine schlechten Erfahrungen gemacht haben kann - ich finde nur die Begründung der Trainerin reichlich schwach.)


    Orientierung geben wir ihm meiner Meinung nach genügend. Er darf konsequent nicht aufs Sofa und ins Bett und auch nicht ins Schlafzimmer meiner Eltern und meiner kleinen Schwester. Allerdings macht er alles, was er nicht darf, wenn wir ihm den Rück zudrehen, Tipps?


    Wenn euch das wichtig ist, müsst ihr dafür sorgen, dass er keine Erfolgserlebnisse hat. Ein Verhalten, dass sich für den Hund lohnt, zeigt er immer wieder, d.h. wenn er gelernt hat, dass ihr ihm nur den Rücken zudrehen müsst, damit er's sich im "verbotenen" Zimmer gemütlich machen kann, wird er auch immer wieder darauf warten, dass ihr unachtsam seid. Da hilft nur konsequent die Türen zu schließen, wenn ihr ihn nicht 100%ig im Blick habt.


    Vor dem Anleinen wird Sitz gemacht vor dem Ableinen wird Sitz gemacht. Joa, das sind so unsere Rituale. Futter geben wir ihm immer als Lecki, das ist also überhaupt nicht regelmäßig.


    Das meinte ich nicht mit Ritualen. ;) Mir ging es darum, dass Hunde Gewohnheitstiere sind und einen relativ regelmäßigen Tagesablauf mögen. Die meisten von ihnen kommen auch mit Abwechslung problemlos klar, aber bei einem Hund, der verunsichert ist, würde ich als erstes da für Routine sorgen. Dein Hund ist noch nicht lange bei euch, vermutlich macht ihm der Wechsel der Umgebung, seiner Bezugspersonen, usw. Angst - umso wichtiger ist es für ihn, dass er Dinge hat, die für ihn "berechenbar" sind, also z.B. wie schon geschrieben die Fütterungs- und Spaziergangszeiten, feste Ruhezeiten, etc.

    Und eine Frage zum Verständnis: Ihr füttert ihn nur dann, wenn er sich eine Belohnung verdient hat, habe ich das richtig verstanden? Er bekommt also keine Mahlzeit des Tages "einfach so"? Nur so als Denkanstoß: Bei meinen Hunden wäre das definitv ein Stressfaktor. Hunger macht unausgeglichen und irgendwann auch aggressiv, auch bei Hunden. Vielleicht wäre es ein Kompromiss, ihm eine Mahlzeit des Tages so zu geben, ohne Gegenleistung, und ihn den Rest "erarbeiten" zu lassen?


    Habt ihr Ideen wie man nen Hund geistig fordern kann, ohne ihn hochzupuschen? Bis jetzt mach wir halt Suchspiele, aber das ist für ihn ja nichts großes.


    Ganz im Gegenteil! Wenn man ein Suchspiel richtig aufbaut, sind 15 Minuten Schnüffeln für den Hund anstrengender als eine Stunde spazieren gehen. Such mal hier im Forum oder allgemein im Internet nach ZOS (Zielobjektsuche), da gibt es wirklich gute Schritt-für-Schritt Anleitungen. :smile:

    Hört sich so an, als würden da im Moment bei deinem Hund genau die weniger beliebten Eigenschaften der beiden Rassen durchschlagen...

    Insofern finde ich das Verhalten für einen Mix aus den Rassen und in dem Alter nicht außergewöhnlich, vor allem, wenn man bedenkt, dass er vermutlich aus weniger optimalen Verhältnissen stammt. Wie kommt die Trainerin zu dem Schluss, dass er "etwas Schlimmes" erlebt haben muss? Und wie soll das weitere Training aussehen? Maulkorb- und Box-Training bekämpft ja nur die Symptome, nicht die Ursache des Problems.

    Was du auf jeden Fall machen kannst, ist dem Hund Sicherheit zu vermitteln, d.h. darauf achten, dass es gar nicht erst zu Situationen kommt, in denen er selbst entscheiden muss, ob er sich jetzt "verteidigt". Weich fremden Leuten aus, wenn's nicht anders geht, und setz konsequent durch, dass ihn niemand (!) plötzlich oder von oben herab anfasst. Im Alltag würde ich bestimmte Rituale/Gewohnheiten einführen und darauf achten, dass der Tag für den Hund möglichst strukturiert abläuft: Futter zu annährend gleichen Zeiten, Spaziergänge auch (Hat er regelmäßig die Gelegenheit zum Freilauf und Kontakt zu anderen Hunden?), kurze Beschäftigungseinheiten, die nicht hochpushen, sondern hauptsächlich das Mitdenken fordern, usw.

    Wie's dann weitergeht, kann am besten jemand beurteilen, der sich mit Hütehund-spezifischen Problemen auskennt, zu euch nach Hause kommt und sich das Verhalten da anschaut und dann mit euch gemeinsam eine Strategie entwickelt.