Beiträge von pardalisa

    Das kommt mir so bekannt vor. :D

    'Ne kurze Runde mit angeleinten Hunden gehe ich auch schon mal in Alltags-/Uniklamotten, aber für die langen Feld-, Wald- und Wiesenspaziergänge habe ich auch eine extra Hunderundenjacke und Wanderstiefel, die im Moment ihre ursprüngliche Farbe eher erahnen als erkennen lassen. Wenn mir dann mitten in der matschigen Feldmark jemand entgegenkommt, der ordentliche, saubere Klamotten trägt und einen nicht-schlammigen Hund dabei hat, frage ich mich manchmal schon, wie die Leute das machen. Spielen die mit ihren Hunden unterwegs nicht? Rennt der Hund nicht? Haben die irgendeinen geheimen Lotus-Effekt für's Hundefell entdeckt, der mir verborgen bleibt? ;)

    mal angenommen, man hat ein Grundstück, das man gern bewacht haben würde. Darf man da einfach Hunde drauf laufen lassen?


    Kommt drauf an, wie und wo das liegt. Im Zweifelsfall würde ich bei der Stadt/Gemeinde/Ordnungsamt nachfragen, welche Auflagen zu erfüllen sind. Es kann z.B. so sein, dass nicht nur die Hunde am Rauskommen, sondern auch fremde Leute (insb. Kinder) am Reinkommen gehindert werden müssen, wenn die Hunde auch mal unbeaufsichtigt sind – und das ist je nach baulichen Gegebenheiten schwierig und teuer bis unmöglich umzusetzen.

    Wenn ihr davon sprecht das der Ersthund fertig sein muss, was habt ihr dann für Ansprüche?


    Ich fand es unglaublich praktisch, dass mein Ersthund soweit "fertig" war, dass ich im Notfall beide Hände für den Welpen frei hatte. Konkret war mir wichtig: Rückruf, Leinenführigkeit und Alleinebleiben klappen problemlos, Sozialverhalten anderen Hunden gegenüber ist angemessen, d.h. er darf korrigieren, aber ich muss nicht ständig ein Auge drauf haben, und bekannte Baustellen (bei Shawnee z.B. eine ausgeprägte Abneigung gegen betrunkene Männer und kleine Kinder) sind soweit händelbar oder treten so selten auf, dass ich mir in der Situation auch einen zweiten Hund mit schlimmstenfalls dem gleichen Problem zutraue.

    Ein paar Beispielsituationen, die in den ersten Wochen häufiger auftraten: Meine Nummer 2, Myrddin, ist als Welpe eingezogen – den habe ich also in der Anfangszeit viel durch die Gegend geschleppt, also musste sich mich auf Shawnees Leinenführigkeit verlassen können. Oder im Wald, wenn plötzlich ein paar Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit von hinten heranbrausten, blieb meistens gerade noch Zeit, den Welpen einzusammeln – das Platzkommando auf Entfernung für Shawnee musste da dann bombensicher sitzen. Ebenso mit dem Rückruf – wenn der Welpe auszieht, um die Welt zu entdecken, kann ich keinen Ersthund gebrauchen, der sich denkt, "Hey, prima, wenn die mit dem Zwerg beschäftigt ist, mach ich jetzt mal mein eigenes Ding!"

    So ganz grob als Fausregel hab' ich mir als Ziel vor dem Welpeneinzug gesetzt, dass ich Shawnees Leine in "kritischen" Situationen fallen lassen oder nur locker umgehängt tragen können muss, und er trotzdem keine Kommandos ignoriert oder irgendwie explosiv reagiert, und das hat mir in Myrddins Welpenzeit und später in der Pubertät eine Menge Stress erspart. (Ich bin da allerdings auch sehr empfindlich und ein bisschen faul – ich will z.B. einfach keine zwei zerrenden oder pöbelnden oder springende Hunde an der Leine haben, anderen Leuten sind andere Dinge wichtiger oder sie leben vielleicht auch besser damit, zwei "schwierige" Hunde zu haben. Für mich wär's nix, aber jeder wie er mag. :smile: )

    Kleine Gemeinde in der Region Hannover:
    63€ für den ersten Hund
    99€ für jeden weiteren Hund
    "gefährliche" Hunde/Listenhunde gibt's nicht

    Stadt Göttingen:
    120€ für den ersten Hund,
    216€ für jeden weiteren Hund,
    672€ für jeden gefährlichen Hund (wobei gefährlich hier "auffällig geworden durch Beißvorfall o.ä." heißt, nicht Listenhund)

    Und wie viel davon ist jetzt Theorie und was davon kann man in der Praxis finden? Sicherlich bestätigt die Ausnahme die Regel, aber wenn von 50 Sittern 98 % durch ein Raster fallen, wünsche ich euch, dass ihr niemals eine Notfallbetreuung braucht...


    Ich weiß ja nicht, wie's den anderen hier geht, aber ich habe zum Beispiel einfach den Suchradius erweitert. Hier im Landkreis gibt's keine (für meine Hunde) passende Betreuung – und zum Glück brauche ich die auch nicht regelmäßig. Meine Notfall-Hundesitter sind zunächst meine Familie; wenn die alle aus irgendwelchen Gründen ausfallen sollten, habe ich eine professionelle Betreuung, zu der ich zwar knapp 100km fahren muss, die sich aber hervorragend kümmern würde und der ich meine Hunde bedenkenlos anvertrauen würde. Klar, das ist nix für einen Nachmittag, aber für echte Notsituationen (unerwartete Krankenhausaufenthalte, etc.) gut als "Reserve" zu haben.

    Insofern, ja: Ich bin bei der Wahl der Betreuung für meine Hunde sehr, sehr wählerisch – dafür zahle ich dann eben gerne etwas mehr und/oder fahre ein Stück.

    Als ich Kind war, hatten wir einen Familienhund - die weltbeste Dackelhündin überhaupt! - und nachdem ich jahrelang auf meine Eltern eingeredet habe, durfte dann, als ich 15 war, endlich zusätzlich ein Hund "nur für mich" einziehen. Shawnee ist mittlerweile 10 Jahre alt, hat mich durch zahlreiche Umzüge, zur Arbeit und ins Studium begleitet... und im letzten Jahr ist mit Myrddin der lang ersehnte Zweithund eingezogen. :smile:

    Verdoppeln sich die Kosten relativ exakt?


    Nein, hier nicht. Bei mir schwanken die Kosten (im Vergleich zu der Zeit mit nur einem Hund) stärker: Einiges ist deutlich günstiger als erwartet (Futter, das man für zwei Hunde in größeren Mengen kaufen und Angebote nutzen kann), andere Sachen sind teurer und kommen gefühlt auch häufiger vor, z.B. die Tierarztkosten. Bei zwei und mehr Hunden ist es einfach wahrscheinlicher, dass einer irgendwas anschleppt und die anderen ansteckt. Dazu kommen dann noch der höhere Hundesteuersatz für den Zweithund, höhere Kosten für den und häufigere Fahrten zum Hundeplatz, höhere Kosten, wenn man mit beiden Hunden in den Urlaub fährt, etc. Das ist alles kein Drama und war auch so eingeplant, aber "knapp kalkulieren" würde ich da auf keinen Fall.

    Auf's Jahr gerechnet haben sich meine Kosten mit der Anschaffung des Zweithundes mehr als verdoppelt. :smile:

    Meine beiden werden in Notfällen auch von der Familie betreut, aber wenn ich auf einen professionellen/gewerblichen Hundesitter zurückgreifen müsste, wären meine Kriterien:

    - Haftpflichtversicherung vorhanden
    - hält sich genau an meine Anweisungen bzgl. (Hunde-)Kontakt, Medikamente, Erziehung, etc.
    - betreut nur wenige Hunde gleichzeitig
    - ist meinen Hunden notfalls körperlich gewachsen
    - keine Kinder im Haus
    - kann irgendeine Art von tierbezogener Aus-/Fortbildung vorweisen

    Wenn das alles erfüllt ist, bin ich auch gerne bereit, dafür kräftig zu zahlen – leider fallen 90% der Angebote hier in der Gegend da raus, weil entweder riesige Gruppen in irgendeinem Garten durcheinander purzeln oder Schüler/Senioren/Hausfrauen sich mit Hundesitten etwas dazuverdienen.