Beiträge von Quarus

    Solche Teams kenne ich auch... und einigen würde ich es echt gönnen, eine Prüfung laufen zu können. Eine Freundin hat mit ihrem nicht so toll veranlagten Rüden nach Jahren harter Arbeit die IPO-VO gemacht. Das nötigt mir Achtung ab, und ich gönne ihr den kleinen Erfolg (in den Augen anderer) von Herzen.

    Eine andre Frage ist, ob eine solche VO als Ausbildungskennzeichen im Sinne der Zuchtordnung gelten soll. Ganz klar ist zu trennen zwischen Defiziten der Ausbildung und Defiziten der Veranlagung des Hundes. Das wäre auch die Frage, die sich mir für die veränderte IPO 1 stellen würde. Aber jeder RZV kann das ja für sich entscheiden, welche Anforderungen er da stellt. Wir haben z.B. einen Malinois-Rüden auf die Herbstkörung im DCM vorbereitet, der hatte noch überhaupt kein AKZ. Aber die Anforderungen der Körung an die Veranlagung des Hundes gingen weit über eine IPO hinaus.

    Wenn Du Dich strikt zurückhalten kannst, mit Tempo und Strecke, klar. Meiner Erfahrung nach kann das kaum jemand. Und plötzlich, weil der Junghund doch unbedingt will und es doch dann nicht schlimm sei kann, wird erhöht. Und es schadet ja auch nicht! Zumindest nicht kurzfristig.


    Meine Hunde sehen das Rad frühestens mit einem Jahr. Das ist immer noch früh genug, und ich bin nicht in Versuchung, gegen besseres Wissen zu steigern und meinem Hund zu schaden.

    Biotin fütterst Du eigentlich schon mit dem Eigelb. Du könntes höchstens das Eiklar weglassen, weil das einen biotinbindenden Stoff (Avidin) enthält. Bierhefe enthält Proteine, die bekommt er lt. Futterplan auch genug, und besonders B-Vitamine. Zumindest über das Trockenfutter dürfte sein Bedarf da auch gedeckt sein. Kurmäßig kannst Du aber schon mal ein bißchen zugeben, aber viel hilft nicht viel!

    Ob das Lachsöl was bringt? Eigentlich halte ich viel davon, aber auch mit Rapsöl sollte der Omega-3 Bedarf gedeckt sein. Ein Versuch kann aber nicht schaden, wenn Du das Rapsöl gegen ein paar Tropfen Lachsöl austauschst.

    Ich kann Bordy nur zustimmen. Freilich sind die Erleichterungen in IPO 1 für die Profis lachhaft. Für die ist auch die BH lachhaft. Aber für Interessierte fängt es genau damit an! Und leider endet es auch für viele damit! Und das müssen weder Faulpelze, noch Nichtskönner sein, die etwas geschenkt haben wollen. Das waren die Hundesportler vor 30 Jahren, die eine der heutigen Zirkusdressur wenig entsprechende Prüfungsordnung hatten, schließlich auch nicht. Ich erinnere mich noch gut an die SchH 1, die Leinenführigkeit beinhaltete, und über die sich keiner bezüglich "zu leicht für mich" xD beschwert hat...

    Ich will mich nicht als "einsamer Wolf" fühlen, der einen super elitären Sport macht, den alle anderen nicht machen können, weil die Anforderungen sie sukzessive rausdrängen. Das kitzelt mein Ego überhaupt nicht. Erstens ist das mein Hobby, das sich leider dem Broterwerb unterordnen muß. Ich kann über die Zeit, das Geld und die Energie, die ich gern aufbringen möchte, nicht frei und unabhängig entscheiden. Zweitens peile ich nicht als Daseinszweck meines Hundes irgendwelches "überregionales Führen" an, sondern die langjährige Teamarbeit, die durch Prüfungen nur objektiv bestätigt werden soll. Drittens schätze ich die Gemeinschaft mit Sportfreunden, für die es noch was anderes gibt als "Ich, ich, ich!".

    Das setzt alles voraus, daß Leute die Chance bekommen, sich zu entwickeln und nachzuwachsen, auch wenn sie nicht mit dem High-end-Premium-Edelzucht-Mali als zukünftigem Weltmeister erstmalig im Verein aufschlagen. Und für die ist eine "Einsteigerprüfung", die den bisherigen Abstand zwischen BH und IPO 1 verringert, nur gut. Wer Ehrgeiz entwickelt, wird weitermachen. Wer schnelle Erfolge sucht, für den ist schon die neue IPO 1 eine Hürde, die er nicht nehmen wird.

    Schutzhundesport war früher mal ein Massensport, ein Breitensport. Das wird es nie wieder werden, aber man muß sich die Nische, in der man lebt, auch nicht noch selbst verkleinern, in dem irrigen Gedanken, dafür was ganz besonders Tolles zu sein und zu machen....

    Da könnte man auch argumentieren: ein Lebewesen ist kein GEBRAUCHSgegenstand. Und jeder Nutzen, den ein Tier dem Menschen bringt, ist per se als Mißbrauch bezeichnen. Wobei wir bei den extremen Positionen von Tierrechtlern wären und die gesamte Haustierhaltung aufgegeben werden müßte.

    Du wirst da wohl jetzt richtig Arbeit reinstecken müssen, wenn Du diese manifestierte Unsicherheit abbauen willst. Anfangen würde ich damit, sie nicht mehr selbst bestimmen zu lassen, wann sie zu Menschen hinrennt, um sie anzubellen. Sie bleibt bei Dir, und wenn das "Leine bleibt dran" heißen muß.

    Ich hatte zum Glück noch nie einen unsicheren Hund, aber einige Besitzer von Tierschutzhunden, die sie erwachsen bekommen haben, konnten erfolgreich an diesem Problem arbeiten. Die werden sicherlich was dazu schreiben können.

    Erinnert mich an meinen Matti.... :cuinlove: (die kleinste Bordeauxdogge der Welt :hust: )

    Für eine Bordeauxdogge finde ich, hat sie eine sehr gute Figur. Die Molosserigen können nie so trocken wirken wie z.B. Windhunde, dazu ist die Haut zu lose. Das macht es oft schwerer, sie einzuschätzen. Aber bei Luna sieht man definierte Muskeln, Taille und Rippenkonturen, gefällt mir sehr gut. :bindafür: Ich kenne BX sonst eher "substanzvoll", sprich fett.

    Ja, früher mussten Hunde nützlich sein, eine Aufgabe erfüllen. Und wenn es die war, als Nahrungsreserve zu dienen.

    Heute steht jede Beschäftigung mit dem Hund, die ihn ein klein wenig fordern könnte, unter dem Verdacht, das arme Tier auszubeuten und zu quälen. Mit dem Ergebnis, dass die alte Regel " form follows function" zugunsten der rein optischen Merkmale aufgeben wird. Wenn nun mal die ursprüngliche Funktion nicht mehr gegeben ist, muss ein Ersatz gefunden werden, durch den die Form wenigstens annähernd erhalten werden kann, und die Übertypisierung begrenzt wird. Wobei wir beim Hundesport in all seinen Varianten wären. Und ich befürworte da ganz ausdrücklich eine Leistungsforderung, die Hunde sichtbar werden lässt, die mental oder körperlich unterdurchschnittlich veranlagt sind. WP, vernünftig betrieben, kann genau so eine Leistungsforderung für geeignete Hundetypen sein.