Wenn mir eine Freundin erzählt, dass sie ein Haus gekauft hat, dann habe ich zwei Möglichkeiten.
Ich kann das als Angriff auf meine eigenen vermeintlichen Unzulänglichkeiten sehen, als Angriff auf meine finanziellen Entscheidungen und dergleichen.
Oder ich beziehe es halt einfach nicht auf mich, freue mich über den Kauf, über den sich meine Freundin freut und lasse mir von ihr mehr darüber berichten.Es geht ja nicht um das Haus.
Wenn die Freundin das nämlich so erzählt: „Tja, also ich hab mir jetzt ein Haus gekauft, denn ICH hab von Anfang an alles richtig gemacht und eben immer gespart“ - ist das dann wirklich noch neutral?
Ob jemand „alles richtig gemacht hat“ ist doch eine sehr persönliche Bewertung der Situation.
Das ist doch nix Objektives. Es gibt doch nicht den einen einzigen perfekten Lebensentwurf, der für jeden Menschen dieser Welt in absolut jeder Situation passend ist.
Von daher kann die Freundin ja gerne denken, dass sie mit ihrer Sparsamkeit „alles richtig gemacht“ hat. Aber das muss doch nicht für mich gelten.
Vlt gebe ich mein Geld lieber für die 87. Handtasche aus oder fahre lieber oft in Urlaub als zu sparen… das ist doch meine eigene Entscheidung.