Was genau macht ihn für dich so speziell?
Das ist eine ganze Mischung aus Eigenschaften.
Zum einen ist er so im Alltag (für einen Border Collie) extrem meinungsstabil. Ich bin wirklich niemand, der sich schwer tut, nem Hund was zu verbieten. (Bei Ares, Mali, ging das problemlos.) Aber bei Loki beiße ich mir oft die Zähne aus.
Er kennt einen Abbruch, er befolgt ihn auch. Aber er macht das verbotene Verhalten trotzdem noch unendlich oft wieder. Ich hatte noch nie nen Hund, dem meine aufgestellten Regeln so egal waren. 
Ich habe für mein Baby so eine Maschine für die Flaschen, da bröselt immer ein bisschen Milchpulver runter. Ich habe Loki schon x-mal verboten, das aufzulecken. Es ist ihm einfach komplett egal. Er stellt sich neben mir am Schrank hoch und fängt an zu schlecken. Spreche ich ihn dann an schaut er mich an als wolle er sagen „ist was?!“
Er hört dann auch auf, wenn ich ihn abbreche. Aber es ist halt null nachhaltig bei ihm.
Das ist jetzt nur ein Beispiel, ich könnte noch zig andere Beispiele nennen.
Ich sage immer scherzhaft: Loki denkt „das ist ein Du-Problem kein Ich-Problem“.
Ich bin mir sicher, dass er das verbot schon versteht. Es ist ihm aber schlicht egal.
Im Sport dagegen ist er aber super sensibel. Da darf man eigentlich noch nicht mal denken, das was falsch war, dann macht er komplett dicht.
Er ist im Sport auch sehr bedacht, muss alles verstehen, durch denkt viel. „Einfach mal machen“ ist da zb so gar nicht sein Ding.
Alleine diese Ambivalenz zwischen Sport und Alltag ist schon oft schwierig.
Konkretes Beispiel: wir diskutieren beim raus gehen, ob er schreiend in den Garten rennen darf. Jedes mal. Und sobald wir nach 30 m die Agi-Geräte erreicht haben, darf ich noch nicht mal „falsch“ denken.
Beim spazieren gehe habe ich auch länger gebraucht, ihn zu verstehen. Er läuft gerne schnell und er läuft sich Stress ab.
Nach dem Ableinen zischt er erstmal los. Den Freude-Stress ablaufen. Ihn bei mir behalten stresst ihn. Dann muss er noch mehr laufen.
Rückruf befolgt er gut, es ist aber manchmal noch schwierig für ihn, wenn er denkt, er muss bei mir bleiben. Der Versuch, ihm nen engen Radius anzutrainieren, ist für mich gescheitert.
Wir haben uns auf folgendes geeinigt: wann immer möglich stoppe ich ihn nur verbal, ohne ihn zu mir zu rufen. Seine Belohnung ist dann, das wieder laufen dürfen. Bei nem Rückruf kündige ich ihm frühzeitig an, ob er nur kurz zu mir kommen soll („Keks“) oder ob ich ihn anleine („Leine“). Klingt blöd, aber die Vorhersehbarkeit macht es für ihn einfacher.
Ansonsten versuche ich sein flitzen zu ignorieren und wegzuatmen.
Frei flitzen darf er natürlich nur in übersichtlichem Gelände.
Er läuft zwar zuverlässig zu keinen Hunden oder Menschen hin, aber das wissen die anderen Leute ja nicht.
Joa, vlt versteht man bei dem groben Überblick, was ich meine.