Beiträge von Zucchini

    Hundundmehr :

    Wir waren in der Tierklinik und nicht mal ein Monat ist das letzte Blutbild her und die Werte haben sich weiter verschlechtert. Auch die Nierenwerte sind nun erhöht..

    Sie hat eine Spritze gegen Übelkeit und Schmerzen bekommen und wir haben Tabletten mitbekommen..

    Wir sollen uns darauf einstellen, dass sie nicht mehr so lange zu Leben hat.

    Das war vor wenigen Tagen.

    Heute dann die Nachricht des bevorstehenden Organversagens. Redet man da wirklich noch von Lebensqualität?

    In so einer Situation frage ich mich eine Frage, bei deren Beantwortung man sehr ehrlich sein muss...

    Für wen will ich die Verschiebung des Unausweichlichen?

    Für mich oder für den Hund? Ganz oft kommt man dann zu der Erkenntnis, dass man es selbst ist. Der Schmerz bleibt für einen aber immer gleich, egal, ob er morgen kommt oder in einer Woche.

    Für den Hund hingegen bedeutet es, daß er nahezu täglich 2 Stunden zum Arzt muss oder daß ihr ihm in seinen letzten Tagen bei euch täglich eine Nadel unter die Haut in den Rücken schieben müsst, um selbst eine (Druck)Infusion zu legen. (oder der TA legt einen venösen Zugang, an den ihr die Infusion anschließen könnt, aber die setzen sich schnell zu) -> ich habe das 14 Tage lang fast täglich mit meiner Hündin gemacht, da stand allerdings kein Organversagen im Raum. Wollt ihr das?

    Ich würde mit Mia das Leben feiern und Urlaub dafür nehmen - sie kann fressen, was sie mag, ihr macht die Ausflüge, die sie immer mochte, ihr sitzt zusammen in der Sonne und lasst 17 wunderschöne Jahre Revue passieren. Und dann dürfte Mia vorauslaufen...

    Ich denke an euch.

    Monchi hat kurz mit ihrer Familie in einem großen städtischen Shelter gesessen, direkt im Anschluss kam sie auf eine spanische Pflegestelle. Mitten in Madrid.

    Dort hatte sie ein liebevolles Pflegefrauchen und hatte dort Hunde und Katzen als Gesellschaft.

    Monchi hat ein sehr tiefes Vertrauen in den Menschen, das wird Stella bei dieser Aufzucht auch haben.

    Spanischer Tierschutz ist nicht immer gleichbedeutend mit Perrera.

    Stella ist wunderschön, ihr Ausreisetermin rückt ja nun auch in greifbare Nähe. Ich fiebere mit dir mit.

    Wie lange hat es bei euch gedauert, bis das schlimmste überstanden war und der Schmerz weniger wurde?

    Erst einmal mein aufrichtiges Mitgefühl zu deinem Verlust.

    Es gibt keine Vorschriften für Trauer. Sie kommt und geht. Der eine trauert sein Leben lang, der andere nur kurz.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Trauer in Wellen kommt. Mal ist sie weg, dann kommt sie wieder und manchmal überrollt sie einen, schlägt über einem zusammen. So wie im Meer.

    Ich möchte nicht in Trauer ertrinken und möchte sie in dankbare Erinnerung umwandeln. Dieser Gedanke hilft mir bei jedem Trauerfall.

    Aber mein Weg wird dir in deiner Trauer vermutlich nicht helfen, du wirst deinen eigenen finden müssen.

    Ich wünsche dir dafür Kraft und Verständnis.