Beiträge von Zucchini

    Wenn man möchte, daß der Hund zu Hause gehen kann, muss man das. (also Tage vorher einen Termin ausmachen)

    aber woran machst Du das fest? Woran merkst Du, daß es in zwei Tagen ok ist, den Hund einschläfern zu lassen und aber auch nicht zu spät, so daß es dann spontan sein muß?

    Die Antwort klingt jetzt bestimmt blöd, aber so ist es nicht gemeint.

    Ich treffe diese Entscheidung aus dem Gefühl heraus, daß es ab sofort nur noch schlimmer für den Hund wird, ich ziehe die Entscheidung durch mit allen Konsequenzen.

    Beide Hunde, die ich erlösen ließ, wären über kurz oder lang erstickt. Bis zu einem gewissen Grad kann man Luftknappheit ausgleichen/ertragen, aber irgendwann geht es an die Substanz. Und Ersticken ist grausam.

    Mein Mann könnte so einen Termin nicht ausmachen, er würde den "Absprung" nicht finden. Deswegen muss ich diese Aufgabe bei uns übernehmen.

    Zwei Mal Krebs am/im Hals - da hat man nicht viel Auswahl. Auch bei Toffi werde ich vermutlich so eine Entscheidung treffen müssen, falls ihre Nieren (CNI) vor ihrem restlichen Körper aufgeben. Wenn ich da nicht rechtzeitig ein Ende setze, würde sie sich zu Tode krampfen, voller Giftstoffe in Hirn und Körper... Auch das ist kein sanfter Tod.

    Es ist ein Scheissgefühl, so einen Termin auszumachen. Man ist Richter und Henker. Ich habe bei jedem dieser Telefonate erbärmlich geweint.

    Bei Chili hatte ich die Möglichkeit, eine Atmosphäre zu schaffen, die friedlich war. Zuerst waren wir in ihrem Lieblingswald, sie durfte mäuseln und mit ihrem roten Ball spielen. Zu Hause gab es Chickennuggets satt für alle. Wir saßen alle zusammen auf dem Boden und haben geschlemmt. Dann habe ich alle Kerzen angezündet, im Fernsehen bei YT ein "cozy fireplace" Video angemacht, mein Mann hielt Chili auf dem Arm, die Ärztin kam und Chili ging mit einem Bauch voller Hähnchen, ganz fest an ihren Lieblingsmenschen geschmiegt. Sie hat uns immer tief vertraut, von der ersten bis zur letzten Sekunde.

    Friedlicher hätte es mit diesem Krankheitsbild nicht sein können.

    Also Sätze wie: Morgen werden wir unseren Hund einschläfern lassen.

    Wenn man möchte, daß der Hund zu Hause gehen kann, muss man das. (also Tage vorher einen Termin ausmachen)

    Und ja, die Zeit bis dahin ist grausam - so viele letzte Male... Aber solange ich es verhindern kann, möchte ich nicht, daß eins meiner Tiere in einer Praxis stirbt.

    Als Poldi zu Hause eingeschläfert wurde, war Chili in einem anderen Zimmer. In dem Moment, als er ging, hat sie gellend geschrieen. Als die Ärztin weg war, kam Chili kurz gucken und danach war es für sie in Ordnung.

    Als Chili vorletztes Jahr zu Hause eingeschläfert wurde, waren die restlichen Hunde im Schlafzimmer. Sie waren still, unheimlich still... als die Ärztin ging, haben wir die Hunde zu Chili gelassen, jeder hat sich von ihr verabschiedet.

    Wir haben dann alle (als Familienverband) Chili zum Krematorium gefahren.

    Toffi, die von allen am längsten mit ihr gelebt hat, hat danach lange getrauert. So wie auf dem Foto lag sie tagelang, hat mit offenen Augen ins Nichts geguckt.

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    Und irgendwann war auch diese Phase vorbei.

    Was ich damit sagen möchte ist - traumatisiert hat es keinen der Hunde. Nur Toffi hat (für uns sichtbar) getrauert, alle anderen machten direkt im Alltag weiter.

    Wenn wir Menschen mit Tieren im Sterbeprozess vergleichen, dann müssten wir beim Menschen vorher schon alles weglassen, was ihn medikamentös oder mechanisch am Leben hält.

    Ein ganz großes Thema sind zB Herzschrittmacher- die Träger eines solchen können nicht am Herztod sterben - der Schrittmacher holt sie immer wieder und wieder aus dem Sterbeprozess zurück. Deswegen werde ich nie einem solchen Hilfsmittel zustimmen.

    Bei meinem Schwiegervater war es so, daß er Schweißer-Leukämie hatte, nur regelmäßige Blutspenden und Blutwäschen hielten ihm am Leben. Irgendwann fing er an zu schreien vor Angst, wenn er "zum Blut" abgeholt werden sollte. Wir haben in seinem Sinne entschieden, daß er diese stundenlange Tortur nicht mehr mitmachen muss. Er starb binnen 14 Tage friedlich. Hätten wir ihm weiterhin die Termine zugemutet, hätte er noch ein paar qualvolle Krankenhausbesuche und Monate des Dämmerns im Pflegeheim gehabt.

    Meine Schwiegermutter ist mitten im Alltag umgefallen - tot. Niemand von uns hat damit gerechnet, aber es war der allerbeste Tod für sie. So hatte sie sich das tatsächlich gewünscht- "es soll schnell gehen". Das geschah nur einen Monat nach ihrem 90. Geburtstag, an dem sie mich bat, ihre Trauerfeier wie einen Geburtstag auszurichten. Sie wollte Torten und keine drögen Blechkuchen oder Brötchen, das Haus sollte festlich geschmückt sein und wehe, wir benutzen nicht die guten weißen Tischdecken! Und die gute Gulaschsuppe - die Reste eintuppern und mitgeben! Die Feier sollte zu Hause und im Garten stattfinden und die Gäste sollten das Leben feiern (sie würde für gutes Wetter sorgen). Und wenn wir nicht alle das Ostpreußenlied in der Kirche mitsingen, kommt sie uns besuchen. So haben wir es gemacht. Sie hat es geahnt, da sind wir uns sicher.

    Meine Großmutter ist an Demenz und Parkinson verstorben, sie hat das Essen und Trinken eingestellt und ihrem Wunsch (keine künstliche Verlängerung, keine lebenserhaltenden Maßnahmen) wurde entsprochen. Der endgültige Sterbeprozess dauerte nur wenige Tage.

    Mein Großvater hingegen starb lange und qualvoll an einem Hirntumor. Damals war Sterbehilfe verboten. Wäre sie da schon legal gewesen, er hätte die Hilfe angenommen.

    Sterbehilfe beim Menschen ist seit einiger Zeit in Deutschland erlaubt. Wer möchte, kann sich für eine "Euthanasie" entscheiden. Niemand "muss" sich zu Tode quälen.

    Meine Schwägerin ist aus Berufung Palliativpflegerin im mobilen Einsatz, es ist sehr interessant, sich mit ihr über ihre Arbeit auszutauschen. Dieses richtig lange zu Tode quälen hat man häufig nur bei Menschen, die an Krankheiten leiden, wo ich beim Tier das Ende abkürzen würde. Und das kann man auch als Mensch, man muss sich nur früh genug damit befassen und Entscheidunge treffen. (und ja, es kostet Geld)

    Ein wirklich schwieriges Thema, bei dem es unendlich viele Sichtweisen gibt.

    Ich wünsche jedem von Herzen, daß es bei all seinen Lieben und Irgendwan auch bei ihm immer friedlich und würdevoll ist.

    Limetti : eine TÄ, die ich kenne, bietet Sterbebegleitung und auch Beratung zu dem Thema an. Eine Freundin von mir ist Sterbeamme für Menschen, ich glaube, wenn ich sie um Hilfe bäte, würde sie uns zur Seite stehen - der Sterbevorgang ist ja bei allen Säugetieren gleich. (bevor jetzt jemand etwas falsch versteht - eine Sterbeamme ist keine Sterbehilfe! So, wie die Hebamme das Kind auf die Welt holt, begleitet eine Sterbeamme Menschen aus dem Leben)

    Ich sehe es wie du, mit der Einschränkung bei den Erkrankungen, bei denen das Tier nicht friedlich wegdämmert, sondern zB qualvoll erstickt. Das möchte ich nicht.

    Beide verstorbenen Hunde meiner Mutter sind ohne "Hilfe" von außen in ihren Armen eingeschlafen. Beide haben die Nähe gesucht und gewollt.

    Die Hündin einer Bekannten ist nachts im Schlaf gestorben. Den Menschen ging es damit lange nicht gut, sie fühlten sich um einen bewussten Abschied betrogen. Es hat gedauert, bis sie es annehmen konnten.

    Ich würde es mir für meine Tiere wünschen, friedlich und "selbstbestimmt" für immer einzuschlafen.

    Es ist unglaublich schwer, DEN richtigen Zeitpunkt zu finden. Ich glaube, den gibt es kaum. Der Tod kommt immer zu früh oder zu spät. Er kann es keinem recht machen.

    Helfen Luftentfeuchter?

    Nein. Damit holst du dir nur Wasser von außen rein bei einem Faltwohnwagen.

    Die ersten Tage wird es immer Kondenswasser geben, ab Tag 3 wird es besser.

    Hilfreiche Maßnahmen

    - Vorzelt für sämtliches nasses Zeug (Hundeequipment, Jacken, Schuhe etc.)

    - nicht mit Gas heizen (setzt Feuchtigkeit bei der Verbrennung frei)

    - jeden Morgen Feuchtigkeit wischen oder mit einem Kärcher Sauger abziehen, regelmäßig lüften.