Beiträge von Gandorf

    Mal angenommen:

    Ich kaufe einen jungen Rückläufer beim Züchter. Nur leider kam der unter 16 Wochen aus dem Ausland zurück, was ich nicht wusste.

    Jemand informiert das Vetamt, der Hund geht einige Wochen in Quarantäne und ich als Besitzer muss die erheblichen Kosten dafür tragen.

    Kann ich das Geld vom Züchter zurückverlangen?

    Mein Bauchgefühl sagt: ja — aber auf welcher Basis? Gilt der Hund als mangelhaft?

    Wie kann man vorbeugen?

    In der Ahnentafel müsste ich sehen, dass der Hund schon mal verkauft wurde. — Sehe ich im EU-Heimtierausweis, ob er schon im Ausland war?

    Eine Anmerkung/Frage zur Kostenrelation:

    Ich wohne - grob gesagt - Nähe München.

    Wenn ich da überlege, was mich davon abhält ein fleißiger Aussteller zu werden, dann scheue ich da eindeutig Fahrtkosten + Hotelübernachtung(en!).

    Wenn ich mich da nicht mutterseelenallein reinstürzen möchte, auch noch plus Mann (oder plus zweite Hundenärrin).

    Eine Spezialschau gibt es in Dachau— kann man auf alle Fälle mitnehmen— aber wenn die Schauergebnisse mehr als die Pflicht sein sollen, sind das RICHTIG weite Strecken und davon VIELE.

    Österreich könnte ich meinem Mann noch als “Urlaub” verkaufen, aber nicht jedes europäische Ausland möchte er bei mittelprächtig schlechtem Wetter bereisen.

    Also verglichen mit Reise und Hotel, kommt einem ne Untersuchung beim Haustierarzt kostenmäßig nicht so beeindruckend vor.

    Das, auch ganz aktuell, war nur ein einziger Biß, vermutlich vor Schreck und nicht mal in aggressiver Absicht (Achtung, schlimm anzusehen!)

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    Da braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, wenn ein ähnlicher Hundetyp ernsthaft zufasst. Um unter so einem Schock/Schmerz noch fliehen zu können, muss man schon sehr viel Glück haben, zumal wenn der Angriff unvorbereitet kommt, der Schock also nochmal größer ist. Da kann man wirklich nur wünschen, dass der arme Mann das überlebt.

    "seized under Section 3 of the Dangerous Dog Act"

    Die Mutter -- oder die Eltern -- durften nicht mehr über das Schicksal ihres Hundes entscheiden!

    Das Gesetzt kann man googlen: Gerät ein Hund auf gefährliche Weise außer Kontrolle (noch schlimmer, falls er dabei jemandem verletzt) wird das sowohl Besitzer als auch Halter (falls nicht dieselbe Person) als Straftat angelastet.

    -- Geldstrafe oder sogar Haftstrafe bis zu 6 Monaten/2 Jahren
    -- Gericht befindet über Maßnahmen gegenüber dem Hund: Maulkorbpflicht, Kastration, Weitervermittlung oder Euthanasie

    "seized...and assessed..." Er wurde eingezogen und beurteilt. (Und letztendlich eingeschläfert.)

    Der Hund soll ohne viel Aufwand auf einem Campingplatz ähnlichen Betrieb rumlaufen und den Gästen nicht durch Anbiedern auf die Nerven gehen.

    Sämtliche Gebrauchshunde haben aber ordentlich Wach- und Schutztrieb, genauso wie Cattle und Sennhunde—- sicher ist es auch nicht gewollt, dass die ständig wechselnden Fremden mit Kindern und Hunden stattdessen geschreddert werden?!

    Und ganz sicher würde ich mir sehr gut überlegen, wem ich einen großen Gebrauchshund in die Hand drücke.

    Leben auf engem Raum mit einem DSH, der vom kühlen Wetter ordentlich Talg im Fell hat und dann noch haart wie Sau?

    Gerade Arbeitshunde wollen — arbeiten!

    Dann wird der Hund zur Aufgabe, oder zum Bällchen Junkie, der sein Glück bei den Gästen versucht.

    Koolie— KelpiexBC? — in jedem Fall eine hütende Rasse.

    Die TE hat Erfahrung mit Aussie xBC und scheint das nicht wiederholen zu wollen.

    Kurzhaar Collies haben Unterwolle.

    Spitze— wenn die Experten sagen, das endet nicht in dauerndem Verbellen.

    Labrador als Schlanke Showlinie.

    Mittelschnauzer— wenn die Profis sagen, die sind entspannt mit Besuchern?

    Im Zweifel ist ein aufdringlicher Schmusehund der nicht ganz 100% hört oder mal durch ne Tür flitscht mit Feriengästen weniger tragisch, als einer der zwickt oder auch “nur” stellt und furchterregend laut bellt.

    Hm, ich Spiel das jetzt mal durch:

    Ich fahr mit meinem jetzt 14 Monate altem Junghund erstmal anderthalb Stunden zum TA der das PennHIP-Röntgen anbietet, lass ne Sedierung machen, und hab dann eine Prognose.

    Die reicht aber nicht für die ZZL, weswegen ich den Hund später nochmal Sedieren und Röntgen lassen muss.

    Äh, nein. Neinneinnein. Nope. Das können die nicht so meinen. Oder? AmtsVets wissen sowas doch, oder?

    14 Wochen meintest du, statt 14 Monaten, oder?

    Kann auch so laufen:

    Gandorf: “Ich lass mein Herzi-Schatzi nicht röntgen, wegen dem Risiko! Lieber prozessier ich jahrelang gegen den Kaufvertrag, lass den Hund nicht kören und verzichte auf jede Art von Sport!!”

    Eine Woche später: Zahn abgebrochen —> Narkose |) :ugly:

    ein paar Wochen später: Granne im Trommelfell—> Sedierung |)

    Jo. Danach wusste ich, er verträgt das, und konnte ihn auch röntgen lassen.

    Ich kann’s dir nachfühlen und jeder muss mit seinen Entscheidungen leben können.

    Nur als Trost, falls es dir aus einer Zwickmühle hilft: neben mir schläft ein gesunder kleiner Zweibeiner, der mit damals 760g allein 6mal geröntgt worden ist, von denen Ich weiß.

    Die Ärztin zu der Zeit konnte mir zwar die Sorgen nicht nehmen, argumentierte aber, dass die Strahlung geringer ist, als auf einem Langstreckenflug als Passagier.

    Die Technik hat sich tatsächlich weiterentwickelt.

    Sind die denn so häufig, oder eher exotische Ausnahmefälle?

    Die gelisteten Gendefekte sind aber nicht nur Mutationen (Abweichungen), sondern tatsächlich Gene die ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen, wenn sie keinen normalen/gesunden Partner haben, der für sie einspringt.

    Also klassischer Fall von: kaputt

    “jeder Hund trägt irgendwas” ist doch Whataboutism.

    Es ist auch arg konstruiert, als seinen MDR +/+ Collies automatisch komplette Gebäudekatastrophen mit Tierschutz-relevantem Fell.

    Genauso, dass der sonst sorgfältige und seriöse Züchter, der auf einen rassefremden Zuchtrüden zugreifen möchte, natürlich komplett gedankenlos einen auswählt, der sämtliche typischen Defekte seiner Rasse trägt (seltsamerweise deswegen nicht gesperrt wurde) UND noch 20cm größer ist, als die Hündin.

    Und so etwas wird nur durch geschlossene Zuchtbücher verhindert?

    Wenn sämtliche Züchter so arg mit dem Rücken an der Wand stehen, dann sieht es für alle Rassehund bereits übel aus.

    Und man muss sich wundern, wie es doch zu der relativ hohen Anzahl lebensfähiger Mixe kommt. So GANZ ohne alles.

    Ich empfinde tatsächlich viele Hunderassen als ziemlich gesund und vermute es fallen demnächst ein paar Entscheidungen zugunsten eines Welpen, der keine super-tiefe Brust hat, ein Ohr etwas tiefer als das andere oder im Temperament etwas weniger verträumter —— aber dafür mit ziemlicher Sicherheit in den kommenden Monaten weder in D, Ö, SE oder CH gesperrt wird.

    Selten stehen in Würfen Frankensteins Monster neben dem Mister Universum in Merle.

    Dann sind die Rassen kurzfristig nicht mehr unterwegs in noch-Typ voller, dafür wird es langfristig einfacher eine größere Auswahl an uneingeschränkten Zuchttieren zu haben.