Hi Jenny,
Stromausfall ist in der Tat am Anfang sehr schlecht. Der Filter fällt aus und nach einiger Zeit sterben die Filterbakterien an Sauerstoffmangel, was wiederum Sauerstoff aus dem Wasser zieht (weil sie "vergammeln" - im Mikrobereich - aber zu Millionen), was wiederum den Fischies Probleme bereiten wird.
Bei einem eingefahrenen Becken ist das nicht so schlimm, weil die Pflanzen da auch zur Sauerstoffproduktion beitragen und es einfach mehr Filterbakterien gibt. Bevor die Pflanzen nicht richtig angewachsen sind, ist aber ihr Stoffwechsel auch noch nicht so in Schwung.
So, aus diesem Grunde habe ich persönlich in beiden Becken einen Sprudler laufen (auch wegen der Wärme).
Das mit dem Sprudler kann aber auch ein Problem für deine Wasserwerte darstellen, denn der pH-Wert des Wassers verschiebt sich wieder etwas.
Es kommt jetzt drauf an, was du für Fische haben willst. Brauchen sie saures, torfiges Wasser, würde ich es nicht machen.
Zum Einfahren mit "Mittelchen". Es geht beim Einfahren darum, die notwendigen Sorten Filterbakterien in ausreichender Menge zu bilden, damit die Wasserbelastung durch Fische später gut abgebaut werden kann. Diese Population bildet sich, wenn während des Einfahrens mal eine Prise Futter oder ein paar Schnecken für ein wenig "Dreck" im AQ sorgen. Das ist der Anfang. Die wirklich wichtigen Bakterien benötigen aber sozusagen "Vorarbeiter", die erstmal eine bestimmte Menge an Nitrit (als Ausscheidung) herstellen müssen - das wächst sich zum
Nitritpeak aus. Der Peak geht zurück, weil langsam diese wichtigen Bakterien entstehen und ihre Arbeit aufnehmen.
Ich bin sehr skeptisch, ob so ein komplizierter Vorgang von der Zugabe eines Mittelchens ersetzt werden kann. Da müssten lebendige Bakterien enthalten sein, wie lange überleben die wohl im Händler-Regal?
Lass dir lieber Filterschlamm aus einem eingefahrenen, gesunden Becken geben, da hast du die guten Bakterien drin.
Trotzdem, auch mit Filterschlamm, wäre es mir zu riskant - der sofortige Fischbesatz sorgt für eine wahnsinns-Belastung in einem neu eingerichteten AQ, ich kann mir nicht vorstellen, dass das ohne Probleme abgeht.
Weitere Ammenmärchen (weil stutzig geworden wegen Mitteleinsatz)
- Fische passen sich im Wachstum nicht der Beckengröße an (...sondern bleiben kümmerwüchsig)
- Fische passen sich auch nicht den Wasserwerten an, es ist zB nicht möglich, innerhalb von 2 Generationen Neons an Hartwasser zu bringen
- Einen Filter sollte man nicht regelmäßig auswaschen (wegen Filterbakterien), wenn überhaupt, nur wenn er völlig verstopft ist, und dann etwas in lauwarmem Wasser ausdrücken
und ich kann auch nur http://www.aquarienforum.de empfehlen!
GEDULD ![]()
Und nicht die Schnecken vergessen ![]()
Viele Grüße mit >500l
Silvia