Beiträge von dagmarjung

    Ich mache mit Cara Besuchshundedienst und bin bei den Maltesern organisiert.
    Die kann ich dir sehr ans Herz legen.
    Was heißt für dich "ohne Ausbildung"?
    Bei den Maltesern wird nicht gefordert, daß der Hund die BH oder ähnliches haben muß. Er muß allerdings schon gut lenkbar sein, sich auch zurücknehmen lassen und mit der Hundeführerin kooperieren.

    Bei den Maltesern bekommt man eine sehr gute Ausbildung für Mensch und Hund, in Theorie und Praxis, die ich für unerläßlich halte, wenn man qualitätvoll und respektvoll mit Menschen und Hund arbeiten will. Es kann zuviel schiefgehen, dessen man sich gar nicht bewußt ist, wenn man das notwendige Wissen nicht hat. Leider gibt es auch in meiner Stadt das Gegenbeispiel eines freien Vereins, der eine Ausbildung nicht für nötig hält, wenn man nur einen netten Hund hat. Ich habe mir von einer HF dieses Vereins den Ablauf ihrer Besuche schildern lassen und mir sträubten sich die Haare. Wenn man mit einem kaum führigen, wilden Junghund zwei Stunden lang durch sämtliche Abteilungen und dann noch durch den vollbesetzten Gruppenraum zieht, überfordert man den Hund gnadenlos und die Besuchten haben auch kaum etwas davon, denn zu mehr als Hallo-Tschüß reicht es nicht.
    Auch abgesehen von diesem extremen Negativbeispiel kann ich nur für eine solide Ausbildung für Mensch und Hund plädieren. Das ist zeitlich durchaus machbar, bei den Maltesern dauert der Hundekurs etwa 12 Stunden, für den Menschen kommen noch ein paar Wochendendseminare dazu. Themen sind zb Umgang mit Alter, Demenz und Tod, Hundeverhalten, Umgang mit den Einrichtungen und dem Pflegepersonal, Gestaltung von Gruppen- und Einzelbesuchen usw.

    In diesem Thread hier beschreiben Czarek und ich einige Erfahrungen aus dem Hundebesuchsdienst in den Beiträgen 19 und 20:

    Arbeitsalltag eines Therapiehundes

    Dagmar & Cara

    Kastrierte Hunde haben meistens ein stärkeres Hungergefühl bei gleichzeitig herabgesetztem Bedarf. Daher nehmen sehr viele Hunde nach der Kastration zu, wenn die Besitzer nicht eisern konsequent das Futter reduzieren, obwohl die Hunde offensichtlich Hunger haben. Gerade bei Rassen wie dem Mops, die ja zur Verfettung neigen, ist das Risiko dafür recht hoch. Das Gefühl, niemals wirklich satt zu werden, ist sicher nicht soo schön...

    - Nicht alle Tierärzte bewegen sich stets auf dem aktuellen Stand des Wissens. Früher sah man in der frühen Kastration besonders der Hündin nur Vorteile, heute ist das nicht mehr so, siehe der verlinkte Beitrag von Tierarzt Rückert.

    Grundsätzlich gilt: die körperliche und geistige Reife der Hündin ist nach der ersten Läufigkeit noch keineswegs abgeschlossen, die Geschlechtshormone sind aber ein wichtiger Teil dieser Entwicklung.
    Will man also seine Hündin wirklich erwachsen werden lassen, kann man sie ohnehin erst dann kastrieren, wenn es in Punkto Gesäugekrebsvorsorge keine Vorteile mehr bringt, nämlich nach der dritten Läufigkeit.

    Dagmar & Cara

    Übt das alleine bleiben von Anfang an, auch wenn du eigentlich immer da bist. Pudel sind immer gerne überall dabei. Wir haben das am Anfang verpasst und müssen jetzt viel nachholen..

    Genau das wollte ich dir auch ans Herz legen - ganz egal, für welche Rasse oder Mischung du dich entscheidest. Alleinebleiben muß für jeden Hund zur Selbstverständlichkeit werden und von Anfang an geübt werden. Das Leben kann sich immer mal ändern und sei es nur, daß der Kinofilm Überlänge plus Pinkelpause hat und davor noch eine Dreiviertelstunde Werbung läuft - und schon sind aus drei Stunden 5 oder 6 geworden! ;)
    Das ist für jeden Hund zumutbar, muß aber eingeübt werden.

    Dagmar & Cara

    Hallo :winken:

    Ich weiß um das Aggressionspotenzial, habe es selber erlebt, habe selber daran gearbeitet, arbeite immernoch dran. Ich weiß, dass sich das gegen den Halter richten kann, ich weiß was passiert, wenn der Schäferhund nicht ausgelastet ist. Ich weiß wie Laut er sein kann, ja ich weiß sogar wie viel Fell der Schäferhund verliert. Ich weiß wie schlecht der Schäferhund mit Stress umgehen kann.
    Ich habe hier einen 10 Monate alten Schäferhund sitzen, der mir all diese Facetten des Schäferhunddaseins gezeigt hat.

    Mit seinen 10 Monaten ist dein Hund noch ein junger Teenager, also mitten in seiner Entwicklung. Das heißt, er wird sich noch im Wesen verändern. Mit etwas Glück wird er allmählich souveräner und gelassener werden, er kann aber auch unerwünschte Eigenschaften wie Artgenossenunverträglichkeit, Jagdtrieb oder anderes auspacken oder steigern. Man kann das noch nicht wissen. Du kannst also nicht davon ausgehen, daß du das Wesen des Schäferhundes schon so genau kennst in all seinen Facetten. Du weißt erst beim erwachsenen Hund mit 2,5 bis 3 Jahren, was du wirklich hast.

    Was deinen Ehrgeiz im Hundesport angeht, dir stehen mit deinem Weißen Schäferhund viele Möglichkeiten offen. Es gibt heute eine so breite Palette von Hundesportarten, daß es wirklich nicht immer IPO oder Agi sein muß. Ein gesunder Ehrgeiz ist nichts Schlechtes, man setzt sich Ziele und mißt sich an anderen. So verstehe ich jedenfalls deine Aussagen dazu.

    Dagmar & Cara

    Ja, da hast du Recht. Ich kenne tatsächlich noch niemanden persönlich, der einen Pudel hat, aber ich recherchiere mal weiter. Toll wäre, wenn es einen Pudeltreff oder so in der Nähe gäbe.

    Wen du in Berlin wohnst, schau doch mal bei der Bezirksgruppe des Deutschen Pudelklubs vorbei. Die sind recht aktiv. Die Vorsitzende, Edelgard Mechsner ist vor allem bekannt durch Trickvorführungen ihrer Hunde, die zB in Musikvideos auftreten. Auf den Plätzen des Pudelklubs sind interessierte Gäste immer willkommen.

    Deutscher Pudel-Klub e.V. (DPK)

    Ich möchte am liebsten alle Arten von Hundesport ausprobieren. Und dann müssen wir mal schauen, was ihm (und uns ) am besten gefällt.

    Genau so hab ich das mit Cara auch gemacht. ;)
    In alles mögliche reingeschnuppert und das eine oder andere dann ernsthaft betrieben. Das Schöne ist, Pudel sind so vielseitig und begeisterungsfähig, mit einem Pudel stehen dir viele Türen offen.


    Dagmar & Cara

    Allergien sind so individuell verschieden, daß man keine sichere Voraussage machen kann. Pudel gelten allgemein als allergikerfreundlich, aber auch hier gibt es Menschen, die darauf allergisch reagieren. Wo immer feste Versprechungen bezüglich allergikergeeigneter Rassen oder Rassemischungen gemacht werden, ist allergrößtes Mißtrauen angebracht! Gerade bei den Mischungen läßt sich die Fellqualität kaum voraussagen.
    Eine Allergikerin hatte sich jahrelang streng von Hunden und Katzen ferngehalten und wollte mit meiner Pudelhündin testen, ob sie sich nicht doch ihren großen Hundewunsch mit einem Pudel erfüllen könnte. Das schien nach dem ersten Kontakt auch zu klappen, aber nach folgenden Pudelkontakten kehrte die Allergie mit voller Kraft zurück.
    Es ist auch möglich, daß man den Welpen noch verträgt, auf den erwachsenen Hund dann aber doch reagiert. Umgekehrt vertragen manche Menschen ihren eigenen Hund gut, ungeachtet der Rasse, reagieren aber nach wie vor auf alle anderen.

    Dagmar & Cara

    Jagdtrieb: Manche Leute sind schlicht überrascht, wenn ein kleiner Pudel, der Inbegriff des lieben Schoß- und Begleithundes, überhaupt Jagdverhalten zeigt. Ja, das tut er, denn er ist ein Hund. Er hat aber keineswegs mehr Jagdtrieb als andere Nicht-Jagdhundrassen. Ob Schnauzer, Dalmatiner oder Schäferhund, mit einem gewissen Maß an Jagdneigung muß man bei Otto Durchschnittshund immer rechnen, so auch beim Pudel. Man kann Glück haben und ein Exemplar erwischen, daß auch einem flitzenden Kaninchen nur mit interesselosem Wohlgefallen nachschaut, das wäre aber eine Ausnahme. Man kann auch Pech haben und einen Pudel haben, der sich nicht nur auf Sicht mitreißen läßt, sondern auch aktiv Spuren sucht und verfolgt, aber das ist ebenfalls nicht die Regel.
    Die allermeisten Pudel sind mit entsprechender Erziehung gut kontrollierbar, weil sie eben keine hoch triebigen Jagdgebrauchshunde sind, denen man ihren Lebenssinn verweigert, wenn man sie vom Jagen abhält. Man muß sich halt von Anfang an darüber im klaren sein, daß auch Pudel jagen können und erzieherisch entsprechend gegensteuern. Pudel sind als ehemalige Apportierhunde führig und kooperativ und man kann ihren Tätigkeitsdrang mit Hundesport, Nasenarbeit, Tricks oder was auch immer befriedigen.

    Hibbelig: Ich habe schon viele Pudel persönlich kennengelernt, sei es im Pudelverein, im Hundesportverein, auf Veranstaltungen oder sonstwo. Ich würde die Klein- und Zwergpudel nicht als hibbelig bezeichnen. Als lebhaft und temperamentvoll schon, wer einen betont ruhigen Begleiter sucht, sollte eine andere Rasse wählen.
    Sehr viel kommt auf die Menschen an, mit denen der Pudel lebt. Wenn etwas typisch für Pudel ist, dann ihre Anpassungsfähigkeit, unter Umständen auch im Negativen. Der einzige mürrische Pudel meiner Bekanntschaft gehört einer stets schlechtgelaunten Besitzerin. :roll: Ebenso ist der einzige wirklich hibbelige und nervige Zwergpudel den ich kenne, zu 100% das Produkt seiner hektischen Besitzerin, die dazu noch keinerlei Einfühlungsvermögen für ihren völlig verunsicherten, von ihr als "frech" empfundenen Hund hat.
    Meine Kleinpudelhündin Cara habe ich immer als lebhaft, dabei aber innerlich ausgeglichen empfunden. Auch schon als Welpe und Junghund. Ich mußte sie zB nicht extra Ruhe lehren, so wie das hier im Forum oft empfohlen wird. Wobei dies natürlich im ruhigen Singlehaushalt ohnehin leichter ist als in einer Familie mit Kindern.

    Sehr fordernd: Das kann ich so gar nicht unterstreichen. Für mein Empfinden sind Pudel in diesem Punkt oft sogar allzu anpassungsfähig, zu ihrem Nachteil. Es sind geistig regsame Hunde, läßt man das aber brachliegen, ist zu sogar faul für ein Mindestmaß an Erziehung und führt den Pudel nur dreimal täglich an der Flexi um den Block, dann rebelliert der Pudel nicht, sondern resigniert. Auch solche "Omahunde" im schlechtesten Sinne kenne ich leider einige.


    Dagmar & Cara

    Liebe SUB-Abbau Gruppe, ich muß einen Rückschlag gestehen. :ka:
    Ich habe der Versuchung nachgegeben und einen weiter entfernt liegenden öffentlichen Bücherschrank aufgesucht. Das schöne Wetter war schuld...
    Ergebnis: 2x Fantasy, 2x Sachbuch, 1x Klassiker, 1x Biographisches, 1x Kunst...
    ich bin ein hoffnungsloser Fall!!! :(

    Dagmar & Cara

    Warum haben da so viele Leute ein Problem mit? Von besserer Sichtbarkeit einzelner Verkehrsteilnehmer profitiert doch jeder, oder übersehe

    Haben denn mehr als die von dir zitierten zwei Radfahrer ein Problem damit? - Ich habe in 10 Jahren nur positive Kommentare zu hören bekommen. Seltsamerweise oft in erstauntem Ton, obwohl Leuchthalsbänder schon lange weit verbreitet sind.

    also wenn ich manche kleineren Schulkinder sehe, leuchten die wie ein Leuchtturm, gelbe Warnwesten, Reflektoren, z.T. Leuchtschuhe, es ist einfach Zuviel des Guten. Dunkel angezogene Erwachsene fährt man des Nachts im Winter demgegenüber manchmal schon eher über den Haufen, weil man sie nicht sieht.

    Ich muß sagen, ich sehe diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Wäre es mein Kind, würde ich es auch sehr gut sichtbar machen wollen, ganz klare Sache.
    Allgemein: Je mehr Fußgänger - vor allem auch Erwachsene - sich beleuchten und sich mit Reflexkleidung ausstaffieren, desto mehr "verwöhnen" sie die Autofahrer. Wenn der beleuchtete und reflektierende Fußgänger zur Norm wird, wird der dunkel gekleidete zur Ausnahme und damit umso weniger wahrgenommen und immer stärker gefährdet. Irgendwann ist er dann "selbst Schuld", wenn er überfahren wird.

    Richtige Helikoptereltern fahren ihre Kinder übrigens zur Schule und holen sie ab, die brauchen sowas nicht...

    Das stimmt allerdings! :D

    Dagmar & Cara