Beiträge von dagmarjung

    Cara ist kein Therapiehund, sondern "nur" ein Besuchshund im Altersheim. Wir sind bei den Maltesern. Ich beschreibe mal eine typische Gruppenstunde im Hinblick darauf, welche Anforderungen sie an den Hund stellt.

    Die Gruppe besteht aus bis zu sechs Personen. Alle sind mehr oder weniger dement. Es sind meist dieselben, ab und zu gibt es aber auch einen Wechsel. Meine Kontaktperson in der Einrichtung achtet bei der Zusammensetzung der Gruppe darauf, daß lebhafte und stille Menschen dabei sind, was sich sehr bewährt hat. Die lebhaften Damen sorgen für Aktion, die stilleren schauen zu. Ich versuche aber immer, sie auch so weit es geht einzubinden, was manchmal schwierig ist. Die Stimmung in der Gruppe ist immer sehr herzlich und positiv, die Damen freuen sich, wenn wir kommen, jedenfalls soweit sie ansprechbar sind. Cara ist in der Gruppe immer und ausnahmslos ohne Leine. Sie soll sich immer frei bewegen und auch zurückziehen können, ohne jeden Druck.

    Wenn Cara und ich im Gruppenraum eintreffen, erwarten uns die Damen und die Betreuerin bereits im Stuhl- bzw Rollstuhlkreis. Nach dem ersten allgemeinen "Guten Morgen" in die Runde darf Cara sich erst einmal umschauen, während ich meine Taschen abstelle, meine Jacke ausziehe und Caras Decke und ihren Wassernapf platziere. Auf die Decke darf Cara sich jederzeit zurückziehen und soll dort nicht gestört werden. Deshalb achte ich darauf, die Decke nicht in die Nähe der lebhafteren Teilnehmerinnen zu legen.

    Als nächstes kommt die persönliche Begrüßungsrunde. Ich begrüße jede Teilnehmerin einzeln, setze mich neben sie, gebe ihr einige Leckerchen, die sie an Cara verteilen darf. Da Cara ein aktiver Mitmachhund ist, findet sie die lebhafteren Personen viel interessanter als die passiven. Bei diesen muß also ich dafür sorgen, daß Cara auch zu ihnen kommt und auch eine Weile dicht bei ihnen bleibt. Zugleich muß ich darauf achten ob und wie weit diese Nähe für die Teilnehmerin angenehm ist.

    Für Cara ist eine solche Leckerchenrunde zwar lustbetont, aber durchaus mental anstrengend. Sie muß sich innerhalb kurzer Zeit auf sechs verschiedene Menschen einstellen . Sie ist in einem Zustand erwartungsvoller Erregung, muß sich aber immer wieder zurücknehmen. Sie darf und soll aktiv auf die Person zugehen, aber nicht zu aufdringlich sein. Einige Damen darf sie anspringen und die Vorderpfoten auf den Schoß setzen, als kleiner Hund schafft das größere Nähe und macht den Damen viel Spaß. Anderen ist das zuviel, da soll sie lieber unten bleiben. Dabei muß Cara die ganze Zeit auch auf mich achten und bei aller Gier aufs Leckerchen auf meine Kommandos hören, abwarten und Geduld zeigen, wenn es mit der Handhabung der Leckerchen länger dauert.
    Für Spielrunden mit Ball oder Zergel gilt im Prinzip das Gleiche. Auch dabei muß sie sich auf die verschiedenen Persönlichkeiten einstellen, aktiv sein, sich zugleich von mir zurückhalten lassen.

    Als nächstes beschäftigen wir uns mit verschiedenen Spielen, Tricks oder kleinen Suchaufgaben. Beliebt sind Ballspielen und Zergeln. Das gibt die Möglichkeit, die Teilnehmerinnen auch etwas sportlich einzubeziehen mit Werfen und Gegenhalten, und Cara kann mir anzeigen, ob sie eine kleine Auszeit braucht, indem sie sich mit ihrer Beute auf ihre Decke zurückzieht. In Tricks wie "Hatschi" (Cara sucht ein vorher verstecktes Paket Tempotücher) oder "Mütze/Handschuhe ausziehen" kann man auch wunderbar die Teilnehmerinnen einbeziehen. Der Schnüffelteppich, der herumgereicht wird und in den jede Teilnehmerinn einige Leckerchen versteckt, verlangt auch wieder Geduld und Selbstbeherrschung von Cara, bis sie ihn endlich leerfressen darf.
    Besonders eine der Damen nimmt Cara gerne länger für sich in Anspruch, neckt sie, indem sie den Ballwurf wiederholt nur antäuscht oder mehrfach Tricks wie Pfötchengeben verlangt, ohne die Ausführung zu belohnen. Ich achte natürlich darauf, daß es nicht zuviel für Cara wird und daß auch die anderen Teilnehmerinnen nicht zu kurz kommen, aber im Prinzip ist das auch etwas, womit Cara klarkommen muß.

    Zum Abschied gibt es noch einmal eine Leckerchenrunde, und ich veabschiede mich von allen einzeln, bevor ich meine und Caras Sachen zusammenpacke. Cara war nun 45 - 50 Minuten im Einsatz und das reicht auch.

    Fazit: obwohl eine solche Gruppenstunde - oberflächlich betrachtet - aus ein bißchen Hundeverwöhnen und Spielen besteht, verlangt sie vom Hund sehr viel Konzentration, Flexibilität und Selbstbeherrschung. Kein Wunder, wenn Cara danach erst mal "platt" ist und eine längere Schlafpause braucht.

    Längst nicht jeder Hund ist für solche sozialen Aufgaben geeignet. Der Hund muß gerne mit fremden Menschen interagieren, er muß ein stabiles Nervenkostüm haben und er darf im Konfliktfall auf keinen Fall agressiv nach vorn gehen. Sei es, daß er mal ungeschickt angefaßt wird, oder wenn es um Fressen oder Spielzeug geht.
    Es ist natürlich völlig im Rahmen normalen Hundeverhalterns, fremde Menschen überflüssig zu finden, sich nicht von Fremden anfassen lassen zu wollen oder sein Eigentum zu verteidigen. Daran sieht man schon, daß Besuchsdienst oder ähnliche soziale Einsätze kein Job für jeden Hund sein können. Genauso wenig wie Jagd, Hütearbeit oder Schutzdienst.
    Wenn die charakterlichen Voraussetzungen nicht da sind, lohnt sich auch keine Ausbildung, denn der Hund wird nie Freude an dieser Arbeit haben. Meine Hündin Cara liebt es, beachtet zu werden, sie flirtet von sich aus gerne mit Menschen. Daher findet sie dauerhaft Freude an dieser Arbeit, Spielzeug und Leckerchen kommen dazu, als einzige Motivation wären sie aber nicht ausreichend.

    In den letzten Jahren haben hier etwa die Hälfte aller Interessenten mit ihren Hunden den Wesenstest vor Anfang der Ausbildung bestanden, die andere Hälfte nicht. Dabei ist zu bedenken, daß die Interessenten, die sich nach einem ausführlichen Informationsabend zum Wesenstest anmelden, ja schon eine Vorauswahl sind, da sie selbst der Meinung sind, ihr Hund brächte die Voraussetzungen mit.

    Dagmar & Cara

    Es ist meiner Erfahrung nach kaum möglich, den Hund neben dem Rad auf wirklich weichen Wegen laufen zu lassen. Denn alle fürs Rad geeigneten Wege haben nun mal relativ festen Untergrund, es sei denn, man fährt offroad Mountainbike. Alle Hunde meines Lebens liefen denn auch auf dem festen Weg und nicht daneben auf dem weichen Grund oder Grasstreifen, ausgenommen Abstecher zum Schnüffeln oder Lösen. Daß sie auf dem Grastreifen läuft, kann ich bei Cara nur erreichen, wenn ich sie konsequent dorthin abdränge und ihr keinen Zentimeter Weg überlasse. Sobald sie die Möglichkeit sieht, läuft sie wieder auf dem befestigten Weg. Ist halt bequemer.

    Dagmar & Cara

    Ja, es kann. Laß es vom Tierarzt abklären.

    Eine Läufigkeit einer Hündin in Rottweilergröße ist kaum zu übersehen. Achte auf vermehrtes Markieren draußen, Blutströpfchen in der Wohnung und ob sich die Hündin sehr oft leckt. Zähl ab dem ersten Tag der Blutung mit und notiere dir Zeitpunkt und Dauer im Kalender. Das hilft dir, die Übersicht zu behalten.

    Dagmar & Cara

    Gut zu sehen an diesem "Lehrvideo" - achtet mal darauf, in welches Meideverhalten der Welpe geht seinem Menschen gegenüber, und wie erleichtert er sich am Ende von seinem Menschen entfernt:

    Ich sehe anderes in diesem Video als du. Ja, es erfolgt eine Konditionierung auf das Zischen, indem die Trainerin einen unangenehmen Reiz setzt. Dadurch tut der Hund das Erwünschte, indem er sein Verhalten abbricht und zurückweicht, also meidet. Allerdings wird das erwünschte Verhalten des Welpen sofort situationsgerecht belohnt, indem er das tun darf, was er gerade wollte, also wieder spielbeißen bzw fressen.
    Die kleine Hündin ist auch nur ganz kurz beeindruckt und gleich darauf wieder spiel- und kontaktbereit, in meinen Augen ist das auch kein unterwürfiges Beschwichtigen.

    Gegen Ende entfernt sich die Trainerin und die Hündin geht noch mal kurz kontrollieren, ob an der Wurfstelle von vorhin noch ein Leckerchen liegt (Nase richtet sich gegen den Boden). Sie läßt sich aber leicht von ihrer Halterin anlocken.

    Dabei schaltet das über die Amygdala kontrollierte Aversionsverhalten die Denkprozesse aus (die Bereiche im Gehirn, die beim Denken beteiligt sind) und lässt das als Reflex biologisch verankerte Überlebenssystem von Meiden/Flucht und/oder Wehr das Verhalten bestimmen.

    Ich sehe hier im Gegenteil einen Hund, der sehr rasch lernt. Der aversive Reiz ist der Situation und dem Hund angemessen und löst keine Überlebensängste aus, die das Lernen blockieren könnten. Die Halterin fängt das kurze Unbehagen durch positive Verstärkung wieder auf.

    Es gibt natürlich auch andere, freundlichere Wege, um einem Welpen zum Auslassen zu bringen - Stichwort Tauschen - aber ich sehe hier nichts grundsätzlich kritikwürdiges.

    Dagmar & Cara

    Es fehlt einfach ein Familien Mitglied. Deswegen bin ich auch so offen für das meiste.

    Also so offen sehe ich dich gar nicht. In einem mehrwöchigen Praktikum in Tierheim hast du keinen einzigen
    Hund gefunden, der deinen Wünschen entsprach. Woraus ich schließe, daß du doch ein recht festes Anforderungsprofil im Hinterkopf hast. wogegen im Prinzip auch nichts zu sagen ist.
    Wenn du dich allerdings bereits an mangelnder Leinenführigkeit von TH-Hunden störst, dann solltest du schon bedenken, daß die Aufzucht eines Welpen bis zum Begleithund vergleichbar viel Mühe macht wie die Eingewöhnung eines Hundes aus dem Tierschutz, wenn man einmal von Hunden mit ernsthaften Agressions- und Artgenossenproblemen absieht.

    Ja also der Hund wurde eine Lange Leine bekommen die nicht bis zu dem hühnergehe reicht.

    Bei der Haltung draußen sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten, hier speziell die zur Anbindehaltung in §7:

    TierSchHuV - Tierschutz-Hundeverordnung

    Das Problem ist das sich Leute durch Witze sehr schnell beleidigt fühlen können.

    Witze reißen hat nur selten etwas mit echtem Humor zu tun.

    Dagmar & Cara