Beiträge von dagmarjung

    Cara. Kleinpudel, im Alter von 5, 6 Monaten:

    1. Verhalten gegenüber Menschen: Die Menschheit ist dazu da, kleine Pudel zu bewundern, zu lobpreisen und zu unterhalten.

    2. Verhalten gegenüber Hunden: Im Gegensatz dazu sind andere Hunde seltsamerweise immun gegenüber dem Pudelcharme. Hier ist also ein differenzierteres Vorgehen erforderlich: je nachdem Zurückhaltung, Ausweichen, vorsichtiges Abchecken oder Spielaufforderung.

    3. Kekse: wer was Gutes angeboten kriegt und das nicht nimmt, ist dumm. Übrigens: seine Jacke über den Stuhl hängen, wenn Leckerli in der Tasche sind, zählt als "anbieten".

    4: Handwerker in der Wohnung: siehe Punkt 1. Cara war Empfangsdame, kein Wachmann.

    Frauchen fällt "tot" um: sowas habe ich nie getestet. Ist auch eine Beleidigung der Intelligenz von Hunden. Sie bemerken den Unterschied zwischen "so tun als ob" und dem Ernstfall 10 x schneller als jeder Mensch anhand von Körpersprache, Geruch ecetera.

    Leinenführigkeit: war in dem Alter erst im Aufbau.

    Distanz im Freilauf: gesunde Mitte zwischen Anhänglichkeit und Exploration der Umwelt. Cara durfte und konnte von Anfang an viel frei laufen.

    Alleinelassen bei oder mitgehen mit anderen Personen: war zum Glück weitestgehend stressfrei möglich. Als Single ist man immer auf gelegentliche Fremdbetreuung angewiesen. Bei Krankheit, Krankenhausaufenthalt oder schlicht bei längeren Terminen, zu denen man keine Hunde mitnehmen kann. Das muß der Hund können.

    Auf 20h Schlaf kamen wir nur selten, es waren auch viele Tage dabei, da waren es wohl eher 16-18h, wobei sie die restliche Zeit nicht nur rumgerannt ist, sondern halt wach war und die Welt, mich oder den Garten betrachtet hat.

    20 Std ist nicht normal, 16 bis 18 Std ist normal. Und das der Welpe in seiner Wachzeit auch nicht nur herumtobt, sondern auch liegt, ruht, die Welt beobachtet, auf Sachen herum kaut usw ist ebenfalls normal.

    Bei 20 Stunden oder mehr Schlaf wäre ich ganz schnell beim Tierarzt. Weiß nicht, warum sich dieses Märchen so hartnäckig hält. Ein junger Hund brqaucht doch auch viel Zeit zum spielen, um die Welt zu entdecken und seine körperlicvhen, mentalen und sozialen Fähigkeiten zu entwickeln. Und das jeden Tag.

    Wer seinen Welpen oder auch den erwachsenen Hund zu übermäßigen Ruhezeiten zwingen will, endet sehr schnell in einem Krieg mit einem massiv verhaltensgestörten Hund.

    Außerdem, auch abgesehen von Rasse und Epigenetik, optimal aufgezogene Welpen landen eher nicht im Tierschutz.

    Du suchst aber gezielt einen Hund für einen speziellen Job. Ein Hund für tiergestützte Therapie muß überdurchschnittlich hohe Anforderungen erfüllen in punkto Wesenssicherheit, Menschenfreundlichkeit, Umweltsicherheit und Stressresistenz. Also mehr als ein normaler Begleithund. Schon um der Sicherheit der Klienten/Patienten willen.

    Dafür ist die Auswahl einer wesensmäßig passenden Rasse und die bestmögliche Aufzucht und Umweltgewöhnung des Welpen einfach die beste Voraussetzung.