Beiträge von Getier

    Hier wohnen zwei, sehr unterschiedliche, Hunde und genauso unterschiedlich sind auch die Feinheiten in der Erziehung - ABER, grundsätzliche Dinge, meine "Art" bleibt gleich. Ich habe es auch mal "nur positiv" versucht - bin ich aber nicht der Typ für. Ich kenne die Lerntheorien, das Verhalten von Hunden, die Auswirkungen von Stress und weiß wie ich damit arbeiten kann. Mehr brauchts als Basis eigentlich nicht. :ka: Ich habe aber auch kein grundsätzliches Problem mit Meideverhalten, Stress oder Frust ...

    Hier wird Fehlverhalten abgestraft (positive Strafe) und unterbrochen, dann wird ein Alternativverhalten verlangt und belohnt. Natürlich wird auch jegliches positive Alternativverhalten, welches der Hund von sich aus zeigt belohnt. Bei bestehenden Problemen versuche ich mich an den Auslöser ranzutasten, mittels Distanzverkleinerung - ist nicht komplett möglich, aber ich wechsle z. B. gern noch die Straßenseite oder drehe auf sehr schmalen Wegen um und belohne lieber das friedlich sein, als mich dran vorbeizuquetschen und nen Hund zu haben, der auf 180 ist. Auch wird bewusst an Impulskontrolle und Frustrationstoleranz gearbeitet.

    Ein interessantes Beispiel ist vielleicht, dass meine Hündin (eingezogen mit fünf Monaten+) ein Problem mit Autos hatte. (Und mit Fahrrädern, Passanten, anderen Hunden, Spiegeln, Fliesen, Wasserstrahlen, das festhalten durch mich,... eigentlich hat sie sich wegen jedem Scheiß aufgeregt; vor allem aus Frust, manches kannte sie auch nicht - was man nicht kennt, macht man platt).
    Nun ja, hat schon mal Jemand versucht in der zivilisierten Welt Autos mit der nötigen Wohlfühldistanz (die mal eben bei 50m und mehr lag) positiv zu belegen? Es wurde geklickt, es wurde belohnt, es wurde ein Entspannungssignal eingeführt und angewendet... der Hund hat sich trotzdem noch aufgeregt - logischerweise, denn ich KANN den Hund nicht so lang von allem fernhalten, bis er Autos ganz doll toll findet. Probiert habe ich es damals trotzdem, könnte ich mich heute für ohrfeigen. :roll: Die Idee find ich ja immer noch nett...

    Irgendwann kam dann der (erneute) Umschwung bei mir im Kopf. Denn der Terrier wurde, als er jung war, auch mit positiver Strafe erzogen. Wurde mir damals so gezeigt, habe ich für logisch befunden und angewendet. Natürlich nicht nur, sondern in Ausnahmefällen, aber gravierendes Fehlverhalten konnte sich so gar nicht etablieren.

    Siehe da... nach wenigen Wochen konnte man schon eine deutliche Verbesserung feststellen. Der Hund fand Autos noch immer kacke, hat sich aber zusammengerissen, ne Belohnung kassiert und ist weitergedackelt. Heute interessiert der Hund sich nicht mehr für Autos, LKWs, Spiegelbildern, Fahrrädern,... und läuft entspannt an Haupt- und Schnellstraßen vorbei. Einzig die Abneigung gegen andere Hunde stellt uns noch ab und an auf die Probe.

    Mein Ergebnis: Wir beschränken uns nicht auf irgendwelche Modelle, sondern arbeiten mit allem was möglich und für den einzelnen nützlich ist. ;)

    Nach einer Generation wird sich die Gesundheit nur zu einem geringen Prozentanteil ändern: das hat uns ja nun Herr Mendel ausführlich erklärt. Es dauert schon etliche Generationen, bevor sich hier eine stabile Verbesserung etabliert. Wenn Frau Meiers JRT mal kurz über Frau Müllers Mops rüberrutscht entstehen aus diesem Wurf noch keine biologisch-dynamischen Superwelpen. Das zu behaupten wäre ganz einfach gelogen, auch wenn evtl. ein Drittel der Welpen 'ne Nase hat!!!

    Herr Mendel hat uns vor allem die Uniformitätregel gelehrt. ;) Das bedeutet, dass die F1 Generation Jack Russell-Mops relativ einheitlich im Typ aussehen dürfte. In der NÄCHSTEN Generation, also F1 * F1 sieht's dann wieder komplizierter aus.

    Aber nein, ich kenne mich in der Retromopszucht nicht gut genug aus, um dir jetzt großartig etwas über solche F2 Würfe sagen zu können. Zumal wir ja gar nicht wissen, wie dominant die "kurze Nase" und die Atemprobleme auftreten.

    Es dauert natürlich, bis sich eine Verbesserung etabliert. Aber von "etlichen" Generationen zu sprechen, halte ich für stark übertrieben. Und übrigens. Wenn man nie damit anfängt, dauert's noch viel viel länger. =)

    Vllt kannst du den Hund mit einem Ritual vor der Aufgabe klar machen, was genau gleich gefordert wird?

    Das ist eine gute Idee! :smile: Da lasse ich mir mal was einfallen.

    @Liv kannst du mir was zu den Abstandhaltern sagen? Federn die wirklich was ab (Seitensprünge, stehen bleiben, was weiß ich...) oder hat man da "nur" die Hände frei?

    Es ist kein kleiner Hund. Sonst würde ich auch die Korbvariante vorziehen.

    Der Gedanke dahinter: Ich ziehe bald aus, in ca. 6km Entfernung - getrennt vor allem durch ein großes Feldstück, eine kurze Industriestraße und ein Stück Dorf. Ich habe kein Auto.

    Wenn Madame sich geschickt anstellt, könnte Sie öfters mit nach Muttern. ;)

    Da wird sowieso darauf Rücksicht genommen, dass ein kleiner Hund halt nicht wie ein Schäfer laufen kann. Der würde ja umfallen.

    Darf ich mal fragen, wie das gemeint ist?

    Wir sind nie ne BH gelaufen, aber "FUSS" kann man hier sehr gut - und das sogar besser/konstanter als der Schäferhund... :p

    Habt ihr Tipps für den Anfänger-Radbegleithund?

    Sonst läuft's Püppi vor dem Roller, aber ich habe die Hoffnung, dass sie den Unterschied schnallt und brav neben dem Rad her trottet. Die Monsteraufgabe für nächstes Frühjahr. :pfeif: