Von mir heute gern noch ein Beispiel aus der Praxis - aus MEINER Praxis mit meiner Pebbles.
Pebbles ist die letzten Wochen und vielleicht sogar Monate ein wenig zu kurz gekommen. Sie ist / war ein Hund, der immer und überall schon auf den leisesten Wink perfekt reagierte, einzig eine Schwachstelle hatte sie schon immer und das ist das Platz an den Schafen - und nur dort, im Alltag gab es damit nie Probleme. Wir hatten das im letzten Jahr halbwegs alles in den Griff bekommen, hatten an den Schafen ein neues Kommando für anhalten eingeführt, sie mußte nicht mehr liegen.
Wie gesagt, in letzter Zeit kam sie etwas kurz, Face ist ein Hund, der sehr viel Aufmerksamkeit braucht, weil er sehr viele kreative Ideen entwickelt, wenn er unkontrolliert leben darf. Darüber schaukelte sich das Ganze momentan hoch, Pebbles wurde "bockig" an den Schafen, hielt gar nicht mehr an und vor ca. 3 Wochen wurde mir bewußt, daß sie auch im Alltag irgendwie machte was sie wollte. Sie hatte ihren Radius absolut vergrößert, kam nicht mehr sofort, wenn man sie rief usw. usw. All das machte keine Probleme, da sie dennoch in einem Rahmen lebte, der keine Probleme machte, das Problem machte sich nur mehr und mehr bei der Zusammenarbeit im Hüten und auch mittlerweile im Agi bemerkbar.
Ich habe jetzt 14 Tage rumgegrübelt, war innerlich stinkesauer auf mich und auch sogar ein wenig auf Pebbles, da das Leben echt anstrengend geworden war, seit wir aus dem Urlaub zurück waren (dort konnte sie noch freier leben und wollte das hier natürlich auch). 14 Tage Frust auf beiden Seiten, bzw. Frustvermeidung durch einen dauerhaft angeleinten Hund, den ich auch hier zu Hause mehr oder weniger links liegen liess. Nach langem überlegen habe ich mir bildlich selbst in den Ar... getreten und mir meine Grundsätze noch einmal verinnerlicht und dann diese Woche angefangen mit Pebbles zu arbeiten. NIcht an den Grundproblemen - nein, wir haben einfach angefangen, apportieren zu lernen, wir haben tägliche Kuscheleinheiten eingelegt, wir haben viel geclickert und einfach eine ganze Woche lang Spaß gehabt. Ich habe möglichst wenige Kommandos genutzt, die wenigen dann aber auch durchgesetzt und immer darauf geachtet, daß ich nicht zu viel von ihr verlange, so daß ich sehr viel loben konnte.
Und siehe da, wir waren gestern hüten und schon beim kleinsten Down-Zeichen lag Madame - und zwar ganz ehrlich gesagt schnell, als jemals zuvor. Ich konnte sie die ganze Zeit beim Hüten belohnen (dort gibts eben keine Leckerlies, sondern sie darf das tun, was sie gerne tut an den Schafen) und siehe da, Glücksgefühl ohne Ende, das erste Mal seit Wochen. Das Ganze überträgt sich weiter ins ganze Leben hier, sie wird wieder gehorsamer.
Hätte ich hier jetzt mit Gewalt und Rucken usw. gearbeitet, ich bin sicher, sie hätte viel eher wieder "gehorcht", aber nicht aus Freude und der nächste dicke Einbruch wäre absolut sicher gewesen.