Beiträge von Terry

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    Lernziel "ruhiges Sitzen" in allen Umweltsituationen


    und da sträubt sich mir alles. Einen Hund den ich mit normalen Mitteln an seine Umwelt gewöhne (mit Geduld, Konsequenz und auch mal klaren Ansagen) brauche ich nicht ins Sitz zu bringen. Der bleibt auch stehend ruhig und gelassen. Zu suggerieren Sitz ist das Allerheilmittel (das stelle ich bei "Schlegeljüngern", die in Foren schreiben, immer wieder fest) wertet den Hund als reinen Befehlsempfänger runter. Und jetzt bitte nicht sofort auf die "Menschen- und Hundefressenden" Hunde anspielen, die meiner Meinung nach noch mehr Fingerspitzengefühl brauchen (und sicherlich auch eine perfekte klassische UO) aber keine überzogene Gewalt (die Signalleine ist so angebracht das man dem Hund theoretisch auch ein Tele ummachen könnte; von der Wirkung her).

    Wer es "schafft" nach einer Stunde einen Hund, der vorher Aggressiv war (also auch Beschädigungsbeisser), dazu zu bringen mit anderen Hunden ohne Zwischenfall rumzulaufen kann nur mit Starkzwang arbeiten. Denn dazu ist kein Hund in der Welt in der Lage. Mit Geduld und souveränem Handeln des HH kann es innerhalb von 2 - 3 Wochen zu den ersten sichtbaren Erfolgen kommen. Das sich so ein Hund frei bewegen kann dazu braucht es Monate. Allerdings nur wenn man seinen Hund nicht brechen will.

    Wenn ich einen Hund absichtlich in die Situation bringe, ihn also ständig mit dem Auslöser seiner Aggression konfrontiere und ihn dabei massiv "strafe" wird dieser Hund irgenwann "zusammenbrechen" und es lassen auf den Auslöser zu reagieren.
    Dies wird aber im Alltag und nach einer gewissen Zeit wieder nachlassen. Da der Hund aber nicht gelernt hat wie der sich in der auslösenden Situation richtig verhalten soll (also wie er damit umgehen kann) wird der Ausbruch u.U. hefter als je zuvor.
    Für mich ein verzweifelter und armer Hund (vom HH mal ganz zu schweigen, der glaubte es im Griff zu haben).

    Jedenfalls hat noch kein Beobachter vor Ort erklärt wie HS Hunde in kurzer Zeit dazu bringt plötzlich umgänglich zu sein. Also kann man es sich nur mit Blick auf Lernverhalten und den vorhandenen und bekannten Möglichkeiten erklären.

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    Aber leider geht hier keiner der Sitz-Gegner auf das Sitz als Signal für Stopp und warten in problematischen Situationen ein. Es ist für den Hund klarer und besser verständlich als einfach ein Nixtun-Signal, und fordert weniger bedingungslose Unterwerfung als ein Platz oder gar ein Down. Für einen Vorsteher mag es angebracht sein, den Hund im Vorstehen "einzufrieren", aber für die meisten Hunde ist Sitz vermutlich einfacher und sicherer.

    Ich befürworte auch das einfach Vorbeigehen in normalen Situationen - meine 16 Monate alte Hündin tut dies auch. Aber in speziellen Fällen, oder wenn ich stehen bleibe um jemanden zu begrüssen reicht das nicht immer. Da ist ein bombenfestes Sitz hilfreich. Einfach so läuft mein Hund nicht an einer Katze vorbei - und es fällt ihr leichter, sich über ein Sitz wieder einzukriegen als über ein Fuss.


    was für einen Hund hilfreich ist, ist immer gut. Das ist aber von Hund zu Hund unterschiedlich. Und Stopp-Signale: die können so unterschiedlich aussehen und können sogar mit dem Hund zusammen ausgearbeitet werden das ich es schade finde so sehr auf etwas fixiert zu sein was irgendwann, irgendwer mal vorgegeben hat (Hunde bieten soviel an was den HH leider gar nicht interessiert weil es ausserhalb ihres "gewohnten Weltbildes" liegt).

    Ich beobachte viele Hunde die, durch das Training gleich muss was passieren, beim Sitz völlig hibbelig sind da sie auf die "Auflösung" warten. Das Hunde sich zwar hinsetzen aber null Konzentration auf den HH haben sondern sich in Ruhe mit dem beschäftigen wozu sie Lust haben (fixieren des Gegners z.B.) um bei Auflösung genau das auszuführen was sie nicht sollen.
    Bedenken habe ich immer bei HH die versuchen ihren Hund über Sitz und Co. unter Kontrolle zu bekommen, da dies eine Sicherheit suggeriert. Wenn ich meinen 45 kg Hund nur dadurch unter Kontrolle hätte wäre dies für mich eine Gefahr. Mit Kraft bzw. dem Hoffen das ein Hund wirklich sitzen bleibt (kann das jeder wirklich hier garantieren?) ist das für mich ein Sicherheitsrisiko.
    Bringt ein HH allerdings einem Hund bei sich z.B. für die vorbeilaufende Katze nicht zu interessieren, ist dies wesentlich hilfreicher (Barry ist früher mit Begeisterung hinter den hier massenhaft vorhandenen Kaninchen hergerannt, heute läuft er vorbei). Denn Sitz ist und bleibt ein Kommando was erst gegeben werden muss. Und was passiert wenn Hundi Katze früher sieht? Das würde nur eine 100% Kontrolle (Kadavergehorsam) garantieren (na ja, fast).
    Für mich ist immer erst einmal wichtig dem Hund beizubringen um was es geht, dann kann dies mit Sitz & Co. verfeinert werden.
    Wie das aussehen kann ist schwierig zu beschreiben. Das muss man glaube ich erst einmal verinnerlichen um es dann umsetzen zu können. Und das fehlt mir in den HuSchulen: ersteinmal den Hund an und für sich dem HH nahe bringen, Alltagssituationen zu durchlaufen und dem Hund zeigen wie er sich verhalten kann bzw. sollte, ohne das der HH ihn dies jedesmal aufs Neue "sagen" muss (durch Sitz bzw.).

    Nun ja, alles etwas schwierig und wer mit seinem "Sitz" glücklich ist soll es auch bleiben. Ich lehre es halt nicht.

    haben tue ich keinen, persönlich kennen nur von kurzen Gesprächen mit Haltern.

    Ich rate aus Prinzip von der Haltung ab. Auch bei dieser Rasse ist erst ab ca. 2 Jahren zu sehen ob man das richtige Händchen hatte.

    In meinem Haus ist ein jetzt ca. 8 Monate alter Tscheche und ich bin gespannt wie sich das entwickelt. Die Besitzerin scheint mir nicht wirklich Ahnung zu haben.

    Zumindest konnte ich mir noch nicht wirklich erklären warum sie mit Leckerlie in Laufrichtung wirft und dabei der Hund diese auch unter Autos hervorkramen muss wenn diese darunter fallen. Der Hund erscheint mir unsicher verhält sich dabei aber ruhig und beobachtend.

    Ich glaube bei diesen Hunden muss man souverän, ruhig, konsequent handeln. Ohne Druck. Sie werden, laut Aussagen von Besitzern, wirklich erwachsen. Können dementsprechend wohl agieren, sehr ängstlich sein, haben einen hohen Jagdtrieb.

    Mit viel Geduld, kennenlernen seiner Umwelt und Erfahrung sicherlich händelbar.

    nun ja, wenn jemand der Meinung ist man kann einen Hund nur erziehen indem man ihn sitzen lässt, da kann er noch so viel Ahnung haben, aber da fehlt mir das Verständniss.

    Ob dies nun allerdings eine rein übertriebene Umsetzung ist, die so von Schlegel nicht vermittelt, weiss ich nicht da die Preise mir nicht die Möglichkeit lassen ihn persönlich kennen zu lernen.

    gut Alina bezeichnet es als "schaden".
    Mir geht es doch gar nicht um die Anwendung des Sitzens. Natürlich gibt es oft Situationen in denen dies von Vorteil ist.

    Aber es wird, auch von dir Martin, schlicht und ergreifend behauptet nur dann ist ein HH höftlich wenn der Hund absitzt. Das bestreite ich aber. Wenn man will kann man immer ausweichen. Ein Mensch der Angst hat wird an keinen sitzenden Hund vorbeigehen wenn der Weg zu eng ist. Dann gehe ich vom Menschen weg.

    Nur gibt es, jedenfalls hier, wenige Menschen die solche Panik haben vor Hunden. Menschen die Hunde allenfalls als bedrohlich sehen haben kein Problem wenn ich mit meinem Hund (der dann direkt neben mir läuft) an ihnen vorbeilaufe (ich als Schutz zwischen Hund und Mensch).

    Und, evtl. anders als Alina, geht es mir nur um die HH die Sitz ohne Sinn und Verstand machen lassen und dann der Meinung sind sie haben den best erzogenen Hund (aber wehe wenn er aufsteht, dann ist Party angesagt). Diese HH wird man in den meisten Hundeforen aber so gut wie gar nicht finden da eine andere Sichtweise zum Hund vorhanden ist.

    Martin, ich treffe selten Menschen die wirklich Angst haben. Mein Hund geht im Alltag entweder vornweg an Menschen vorbei, oder bei Kindern, neben mir. Wichtig ist es mir aber bei allem immer in Bewegung zu bleiben.

    Bei Gefahr, ob für mich oder dem Gegenüber, ist es immer die bessere Variante: in Bewegung bleiben und ausweichen.

    Die Tochter meiner Cousine hat auch in ihrer Hundeschule (welche nicht auf einem Platz übt, sondern im "wahren Leben") grössere Probleme jetzt mit ihrem 8 Monate altem DSH. Die ganzen Dinge wie Sitz, Platz usw. bringen sie keinen Schritt weiter. Denn das wichtigste fehlt: das wirkliche Zusammenarbeiten mit dem Hund in problematischen Situationen.

    Wir möchten Hunde als Begleiter. Und das beinhaltet aber auch das ich mich vorwärtsbewegen möchte. Nicht das aussitzen in Problemfällen. Ich (und ich glaube das ist auch der Wunsch der meisten Hundebesitzer) möchte an Jogger, Pferden, Hunden und was einem so begegnet, einfach vorbei ohne das mein Hund diese beachtet bzw. belästigt.

    Das lernt Hundi nicht dadurch das er Sitz machen muss. Er lernt nur einfach Sitz zu machen weil ich es in dem Moment möchte. Das ist aber auch alles. Und wem das reicht, nun gut. Aber bei einer Lebenserwartung von ca. 12 Jahren glaube ich nicht das man damit wirklich jede Situation abdecken kann. Und spätestens wenn es zu einer Situation kommt bei der Sitz gar nicht zu gebrauchen ist und der Hund aber nicht weiß was er machen soll, kann es zu gefährlichen Momenten kommen.

    Alina verstehe ich dahingehend dass sie, so wie ich, so gut wie kein Sitz verwendet sich aber tagtäglich wundert, wie alles Mögliche versucht wird über Sitz zu "erziehen". Und man sieht den Hunden deutlich an das sie das Sitz nur wegen der Leckerli machen (oder weil aufs Hinterteil gedrückt wird usw.) aber nicht lernen mit der gerade vorhandenen Situation umzugehen.

    bin zwar nicht Alina äussere mich aber immer wieder gern zu diesem, von mir, beliebten Thema.

    Bin ich mit Barry unterwegs und ich erkenne das mir Entgegenkommende Ängstlich den Hund fixieren, bleibt Barry einfach bei mir (kurzes: bei mir, und gut ist). Erkenne ich das eine echte Angst besteht gibt es ein kurzes: bei mir und ich weiche mit meinem Hund aus. Signalisiere also das ich Ängste sehr ernst nehme und das ich handele.

    Würd ich meinen Hund nur absitzen lassen nimmt das dem Gegenüber auch nicht die Angst. Denn wenn ich vor etwas Angst habe versuche ich diesem auszuweichen bzw. einen großen Abstand zu bekommen. Da sehe ich mich als HH in der Verantwortung. Was sogar dazu führte das ich mit einer Dame in ein längeres Gespräch kam (welche Angst vor Hunden hatte) und diese dann irgendwann anfing Barry zu streicheln.

    Sitz, Platz und Co. können eine sehr nützliche (der Situation und Beteiligten angepasst) Sache sein. Aber ich finde es wird auch damit sehr übertrieben und nutzt letztendlich dem HH nicht viel.

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    Aber wo liegt nun Deiner Ansicht nach das Problem, wenn der Hund "unnötig" häufig sitzt? Soll dadurch seine Seele verkümmern?


    ich gebe zu das ich mir bei dem ganzen Sitz- und Platzgedöns (das Fuß nicht zu vergessen) weniger Gedanken um das Sellenheil des Hundes mache, als um die Suggestion: nur so ist ein Hund erzogen.

    Kann aus vielen Erfahrungen und Beobachtungen einigen Dingen, die Alina als Beispiel bringt und auch von Jörg sehr schön beschrieben ist immer wieder das Gegenteil feststellen.

    Wichtig ist es mit einem Hund sich in dem vorhandenen Umfeld zu bewegen ohne andere Mitmenschen zu belästigen oder zu gefährden. Nicht mehr und nicht weniger. Und die Behauptung, dies könne nur durch die klassische UO geschehen sehe ich nicht.

    Jeder sollte es so handhaben wie er möchte. Aber auch kritisch seinen Hund beobachten und nicht auf Dingen bestehen nur weil er von ihnen überzeugt ist sondern seinem Hund die Möglichkeit geben zu verstehen um was es geht.

    Das wird hier von den Meisten gemacht. Ich finde es aber weiterhin traurig das in den meisten HuSchu es nur darum geht das ein Hund Sitz, Platz und Co. kann. Da gibt es viel wichtigere Dinge wie Bindung und Vertrauen.

    Barry hat übrigens oft Schwierigkeiten mit Sitz oder Platz durch seine HD und seine Probleme mit seiner Halswirbelsäule. Da würde ich ihm mit der Sitzmasche mehr Schaden als Nützen.

    danke cjalas, hier kann ich mir dann doch viel von meinen Erklärungen sparen, das hast du schon übernommen.

    Strassentraining wird bei mir seeehr groß geschrieben, egal ob ein Hund jemals an der Straße frei laufen wird oder nicht.

    Barry läuft gut 80 % offline an der Straße. Als ich ihn bekommen habe war er ein Straßenläufer: er lief, wann immer es ging, mitten auf der Straße. Habe nicht schlecht gestaunt.

    Nach 3 Wochen hatte er verstanden das ich die Straße als Tabuzone erkläre und da kann ihn weder ne Katze, ein Hund, ein Fuchs, ein Ball oder was es sonst noch gibt animieren (obwohl er doch so gern würde).

    Sitz gibt es bei mir nicht. Dieser Befehl wird für so viel andere Situationen genutzt so das Verknüpfungen merkwürdige Folgen haben können: kenne zwei Hund die auf die Straße zulaufen, sich hinsetzen um dann diese (ohne Erlaubnis) schnell zu überqueren. Aus ihrer Sicht machen sie alles richtig.

    Nein, Hund lernt einfach das die Straße tabu ist. Ob ich hinsehe, ob ich stehenbleibe, ob an der Leine, ob ohne Leine: Straße wird ohne meine Erlaubnis nicht überquert. Das bedeutet auch das ich die Straße überqueren kann ohne das Hundi mir folgt.

    Ein Restrisiko wird es immer geben. Da hilft auch die Leine nichts. Wobei Barry natürlich an starkt befahrenen Straßen an der Kurzleine bleibt. Die werden auch weniger zu Gassizwecken aufgesucht.

    so, nun werd ich mich mal outen: ich finde den heutigen "Sitzwahn" nervig. Wie ja schon in fast jeder Antwort zu erkennen ist, setzen sich Hunde von allein schon sehr viel.

    Das ein Hund aber schon bei jeden Pieps fast sitzen muss, stört mich auch. Besonders wenn man solche Hunde auch noch als Gast hat und mit ihnen fast gar nicht mehr normal komunizieren kann weil sie als einzige Lösung nur noch ein Sitz kennen.

    Wenn ich mich Unterhalte ist es mir wichtig das Hundi weiß wie er sich zu verhalten hat: Passanten und andere Hunde in Ruhe zu lassen. Dazu braucht es kein Sitz. Würden HH mehr Geduld haben würden sie feststellen das Hunde sich von allein setzen wenn es ihnen zu langweilig ist. Der Vorteil: es muss nicht aufgelöst werden, sprich ich muss daran auch nicht denken (was aber gerade auf dem Platz, z.B. bei der BH, sehr wichtig ist) und dadurch im Alltag oft versaut wird.

    Mein Hund steht wenn es fressen gibt, na und? Wichtig ist es das er nicht drängelt oder mir das Futter aus der Hand klaut.

    Ich finde es Schade das man meint Hunde nur noch erziehen zu können wenn man sie ein Position bringt (was sie mit Geduld sowieso von sich aus machen).

    Wem gefällts, von mir aus. Aber die besser erzogenen Hunde sind es deswegen noch lange nicht.

    Wobei mir das Nutzen von sowieso Angebotenem (siehe Angela66) immer schon gefallen hat.