Beiträge von Terry

    in die Zukunft kann ich auch nicht schauen. Restrisiko gibt es immer, das betrifft aber merkwürdigerweise in ganz großem Rahmen Hunde die an der Straße nicht offline laufen und es dadurch auch nie so intensiv lernen werden wie ich es meinen Hunden beigebracht habe.

    Verlassen tue ich mich nicht darauf. Aber gerade "Notsituationen" bzw. Situationen die ungewöhnlich sind zeigen wie gut ein Hund etwas umsetzen kann (darum habe ich meine Erlebnisse geschrieben).

    Ob man nun 27 Jahre wirklich als Glück bezeichnen kann (Jimmy wurde 14 Jahre, Balu 8 und Barry habe ich jetzt auch schon über 5 Jahre)? Soviel Glück hätte ich dann gern im Lotto.

    Das Restrisiko sollte man immer im Hinterkopf behalten und mir geht es auch gar nicht darum das jetzt alle Hunde offline laufen sollen. Aber das Einreden einer angeblichen Sicherheit wenn Hunde an der Straße immer an der Leine laufen und an der Straße immer Sitz machen müssen halte ich für viel gefährlicher (hab schon so einige Hunde mit Leine auf der Straße gesehen) als das sich Auseinandersetzen mit der Gefahr.

    Vor kurzem in einer Hundeschule:
    einem Bekannten, dem ich in natürlichem Umfeld mit seinem Hund helfe (Angstaggression gegenüber Menschen und Hunden) hat nach einem Analysegespräch an einer Gruppeneinheit teilgenommen.

    Übungsablauf (für mich 08/15): Sitz, Platz, Schlange laufen usw..
    Die teilnehmenden Hunde waren alle Aggressiv (aus welchen Gründen auch immer). Alle versehen mit Halti und Maulkorb, bzw. Leine in Maulkorb eingehakt. Sobald die Hunde loslegten wurde am Halt (bzw. Maulkorb) geruckt.

    Dieses angeblich dosierte „Leinenrucken“ beherrschte die ganze Stunde. Ein Hund konnte kaum gehalten werden (nur nach extrem starkem Rucken gab er kurz Ruhe), wurde fast die ganze Zeit mit der Körperkraft des Besitzers an den Boden genagelt (an normales Liegen bleiben war gar nicht zu denken). Mehr schlecht als recht lief dieser Hund die Übungen
    mit. Der „Witz“: auf Anfrage des Trainers wie das Draußen funktioniert war die Antwort „Draußen ist er nicht so Aggressiv“. Ähm, ja.

    Nun kam (im folgenden Fifi genannt) der Hund des Bekannten drann: Fifi zeigte von Anfang an Angst vor dem Trainer und knurrte/bellte ihn dementsprechend an. Darauf nahme der Trainer Fifi (der natürlich nicht mit wollte) um zu zeigen wie es geht.

    Fifi bellte ihn an, darauf ein kräftiger Ruck am Halsband (Halti hatte er GsD nicht um), darauf versuchte Fifi durch Knurren/Bellen und nach vorne gehen aus der Situation zu kommen. Ein Griff, der Hund flog mit Wucht auf den Rücken, wurde auf die Seite gedreht. Fifi pinkelte schon bei der Flugaktion unter sich.

    Nach Rückgabe des Hundes erklärte der Trainer das Fifi jetzt das erste mal eine artgerechte Unterwerfung erfahren hatte (Wölfe machen es so). Ich wäre ja keine 10 Minuten da geblieben, aber der Bekannte hatte da mehr Durchhaltevermögen.

    Am Ende der Stunde war bei keinem Hund irgendein Erfolg zu sehen (die beiden „härteren“ Kandidaten wollten sich vehement an die Gurgel) und die Besitzer waren fertig (Muskelkater in den Armen hatten die garantiert). Fifi war sowieso fertig (bellte den Trainer auch jedes Mal an wenn dieser zu Nahe kam, auf eine andere Person die dicht an ihm vorbei
    gehen sollte, reagierte Fifi gar nicht) und bewegte sich nur noch mit eingezogenem Schwanz.

    Die ganze Stunde über erklärte der Trainer immer wieder wie man richtig ruckt (durch den Ruck an Halti bzw. Maulkorb versteht der Hund als Schnauzgriff, den Hunde ja untereinander auch anwenden).

    Der Bekannte geht da natürlich nicht mehr hin (er sollte jetzt am Einzelunterricht teilnehmen) da er sich keine Aktion wirklich erklären konnte wozu sie gut sein soll. Und obwohl immerhin zwei neue Kunden da waren, erklärte der Trainer kein einziges mal wozu welche
    Aktion gut sein sollte. Den Kunden wurde nur gezeigt wie sie am effektivsten Rucken oder Unterwerfen.

    Mich schüttelt es heute noch und wer meint es gäbe das „richtige, berechtigte“ Rucken lügt sich in die eigene Tasche oder ist an einem Punkt gelangt wo er nicht mehr weiter weiss.

    Auf Zuppeln an der Leine verzichte ich auch (was nicht heisst das ich es evtl. mal unbewusst mache) da ich bis jetzt nur feststellen konnte das Hunde lernen auf diesen Hinweis zu warten.

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    Deshalb halte ich es für ziemlich sinnlos zu glauben, wenn ich die Straße zur Tabuzone erkläre wird mein Hund es verstehen. Er befolgt den Befehl,weil er uns gefallen möchte, aber der Katze, dem Kaninchen oder what ever wird er trotzdem hinterherjagen wenn wir HH nicht darauf achten.


    wird "Straße" nur als reines Kommando erarbeitet hast du natürlich recht. Erarbeitest du es aber so, dass Hundi verstehen lernt was damit gemeint ist, wird er eben nicht rüberlaufen wenn Karnickel & Co. drüber flitzen. Dabei kommt es aber auch an wie früh man damit angefangen hat. Wenn ich mich nur darauf verlassen könnte das der Hund nicht rüberläuft weil ich in dem Moment reagiere und es unterbreche kämen meine Hunde an der Straße auch nicht von der Leine.

    Vorgänger Balu hat es von der ersten Minute bei mir gelernt das Straße tabu ist. Mit ca. 8 Monaten sauste er über eine Entfernung von ca. 30 Metern hinter einem Karnickel hinterher. An der Straße bremste er ab, drehte um und kam glücklich wieder zurück. Etwas zu rufen hatte ich mir bei der Entfernung verkniffen. Hätte eh nichts gebracht.

    Barry hat es erst mit 3 Jahren gelernt. Und trotzdem rannte er nicht hinter zwei Katzen her die fauchend (weil sie sich so gar nicht leiden konnten) über die Straße sausten und ihn dabei fast noch über den Haufen rannte.

    Oder der Moment wo ich mit den Hunden meiner Freundin beschäftigt war und gleichzeitig auf Autos achten musste. Barry geht immer offline wenn ich Gasthunde habe. Nach "los rüber" bemerkte ich auf der anderen Straßenseite angekommen das Barry nicht mitgekommen war. Er hatte es wohl nicht gehört, ist auf der anderen Seite geblieben und parallel mitgelaufen.

    Oder der Tag wo ich auf einen Parkplatz beim Einladen war (im letzten Herbst). Die Straße sehr eng. Beide Seiten parktende Autos, auf dem befahrenen Teil der Straße freigeräumt (das Laub schloss mit den parkenden Autos ab). Ich musste zweimal hinschauen wo mein Hund da stand. Er stand hinter den parkenden Autos, genau auf dem Laub ohne die freigeräumte Straße zu betreten. Er hat also sehr wohl verstanden um was es bei dem Tabu geht. Sind die Straßen jetzt mit Laub (Schnee) bedeckt passe ich besser auf bzw. bleibt er online.

    Soviel zum Thema Straße von mir (und das ich Hunde da das Sitzen nie beibringe).

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    Also wurde sie bei jedem Hund, den ich mit meinem Adlerauge vor ihr gesichtet habe, in eine Sitzposition abseits des Gehweges verfrachtet, so dass sie den Hund zwar sehen konnte, dieser aber (hoffentlich) locker an uns vorbei lief; und ich mich derweil nur darauf konzentrierte, dass sie sitzen blieb und sich möglichst auf mich konzentrierte. Für das "Zu mir Schauen" haben wir ein extra Kommando geübt und ich habe, zugebenermaßen, auch durchaus vorab ab und an mal mit dem Leckerlie gelockt.


    dieses "hoffentlich" ist ein ganz großes Problem. Da muss der HH sehr viel Geschick haben. Denn hier können ganz große Rückschritte stattfinden wenn der andere Hund den sitzenden Hund anrüppelt oder, noch schlimmer, beisst. Damit ist das Vertrauen des eigenen Hundes den Bach runter und das dann wieder zu bekommen ist ein langer Weg. Auch wenn es nur 2 von 10 HH vielleicht passiert, die 2 haben auf jeden Fall ein Problem und ich würde Anfangs diese Variante nur nutzen wenn ich mir Sicher sein kann das der andere Hund unter Kontrolle ist.

    OT: souma > ich habe immer noch kein eigenes INet und warte noch auf meine Mitgliederfreischaltung. Dann können wir uns betr. eines Treffens per PN absprechen (wird aber sicherlich nicht vor Dez.)

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    wenn ich sie an der Straße sitzen lasse!!


    Problem ist nur das Hundi zwar an der Straße sitzen lernt aber die Straße nicht als "Verbotszone" kennenlernt, die er nur mit Erlaubnis betreten bzw. überqueren darf. Zumindest konnte mir das hier noch kein "Sitzhund" beweisen das er in einer Situation mit Katze z.B. nicht rüberläuft. Wie jeder es für sich entscheidet ist doch ok. Aber eben nicht die Aussage: nur mit Sitz ist der Hund erzogen.


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    Und sorry, aber zu sagen, der Hund fängt sich dadurch Bakterien ein/könnte sich in Glasscherben o.ä. setzen/schmutzig werden. Das kann doch wohl nicht ernst gemeint sein!?


    Sorry, das ihr da aber auch noch darauf eingeht. Sowas ignoriere ich einfach, daß ist eine Diskussion nicht wert. Aber extrem kurzhaarige Hunde lass ich im Winter auch nicht Sitz bzw. Platz machen. Warum auch.

    Sitz und Platz ist nicht alles was eine Erziehung ausmacht. Aber wer meint es zu brauchen.

    Alina, keine Chance > die Sitzfraktion will es nicht verstehen (das man mit Hunden tatsache kommunizieren kann, das Hunde nicht so doof sind und tatsache nicht nur über Sitz kontrolliert werden können, daß Hundehalter die die Straße nicht mit einem Tabu blegen - welches natürlich nach Erlaubnis kurzfristig aufgehoben wird - russisch Roulett spielen usw. - hier zieht sich jetzt bitte jeder den Schuh an der ihm passt).

    Manche picken sich beim Lesen das raus was sie nicht verstehen und machen sich einen Spaß drauss. Na denn noch viel Spaß.

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    Ist das "Sitz" nicht in einem Hund, oder in einer Katze, in gewisser Weise genetisch verankert?


    ebend, Britta. Warum soll ich mir die Mühe machen einem Hund etwas beizubringen was er eh kann und auch macht? Ich ziehe es vor einem Hund ersteinmal etwas beizubringen was ihm (und damit meine ich wirklich den Hund) hilft in seiner Umwelt klar zu kommen auch wenn ich ihm keinen Befehl gebe.

    Klasse fand ich immer unseren Balko aus der Sonntagsgruppe. Der war aus dem TH. Von Anfang an hat er bei entgegenkommenden Hunden sich ersteinmal hingesetzt und alles in Ruhe betrachtet. Er wurde eine sehr souveräner Hund der auch bis zu einem gewissen Punkt die Leitung der Gruppe übernommen hatte (von fast allen Hunden sofort akzeptiert, ohne Rangeleien). Je älter er wurde fiel ihm allerdings durch die HD das Sitzen immer schwerer und es wurde (kann mich jedenfalls nicht erinnern) auch nicht sehr oft verlangt.

    Wenn man gerade bei hibbeligen Hunden Geduld hat und auf ihr Gezappel nicht reagiert, setzen die meisten sich von allein hin. Und als "Belohnung" kann man dann endlich das machen was man eigentlich vor hatte (Gassi gehen z.B.). Damit lernt der Hund "von allein runter zu fahren". Ohne Tricks, ohne Leckerli, ohne Aufmerksamkeit für sein Gezappel zu bekommen.

    Sorry, ich bezog mich nicht auf Flooding (hab vergessen es dazu zu schreiben) sondern auf eine Beobachtung in einem Film über ihn. Konfrontation zweier Hunde, die natürlich nichts besseres zu tun hatten als sich anzumaulen und dann postwendend von ihm Ohrfeigen bezogen.

    Oder ein anderer Hund im Kreis an der Signalleine und bei Reaktion auf den Auslöser (weiß leider nicht mehr was es war) gab es ein Ruck. Irgendwann hat der Hund dann aufgegeben, war aber sehr unsicher und nervös.
    Oder der Hund der am Napf Mätzchen machte und völlig hektisch fraß und Frauchen dabei wegknurrte. Auch dieser wurde weiter mit dem Napf konfrontiert und bezog von HS handgreifliche Korrekturen.

    Das hat für mich mit Erziehung nichts zu tun. Aber da HH auch erst zufrieden sind wenn es fast postwendende Erfolge gibt ist das vielleicht der Grund das so gearbeitet wird.

    Susami: mich würde HS life auch mal interessieren und auch ihm bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Denn ich habe schon zu oft feststellen müssen das die Umsetzung (auch von Trainern die dort gelernt haben) oft anders ist. Da ich Baumann und seiner Arbeit persönlich kenne sehe ich auch da das die Umsetzung von Anderen ganz anders gehandhabt wird aber sie überzeugt sind, dass Baumann es auch so macht.

    Aber bevor ich nicht im Lotto gewonnen habe, kann ich mir HS nicht leisten (auch ein WE nicht; wäre nämlich hier in Berlin auch gern hingegangen).