Beiträge von Cattledogfan

    Das einzige was uns etwas unsicher macht ist die Wohnung. Wir leben auf 50 qm, haben aber gelesen, dass das bei einem Hund normalerweise kein Problem ist, auch bei größeren.

    Die Frage ist halt, wo sich die 50 qm befinden: in einem Mehrparteienhaus?

    Müsstet Ihr mit dem Hund durch ein Treppenhaus?

    Habt Ihr eine Vorstellung davon, was eventuelle andere Mieter davon halten würden, so einem großen, imposanten Hund auf allerengstem Raum zu begegnen?

    Und so eine große Rasse hinterlässt auch große Hinterlassenschaften, was bei einem Mehrparteienhaus und eventuellen Gemeinschaftsgrünflächen schnell für Ärger sorgen kann, wenn sich ein Welpe - und ein Ridgeback ist auch als Welpe schon groß - oder ein kranker Hund auf diesen Grünflächen löst.

    Und habt Ihr eine Vorstellung davon, was es bedeutet, 30 - 50 kg Hund (je nach Zucht können Rüden auch schwerer sein) auch dann sicher an der Leine zu halten, wenn er austickt? Z. B. beim Lieblingsfeind? Einem starken Jagdreiz?

    Ich würde zunächst Euer Wohnumfeld auf Tauglichkeit für das Leben mit einem großen und potenziell wehrhaften und territorialen Hund abklopfen.

    Das Problematische der Rasse ist m. E. die große Bandbreite an zu erwartenden Eigenschaften, weil sie hierzulande nicht mehr auf ihren ursprünglichen Verwendungszweck selektiert werden - und damit meine ich nicht die Mär vom Löwenjagdhund ...

    Ihr könnt von doggenartig sanften Riesen über hysterische Schisser bis zu ernsthaften Wachhunden mit ordentlich Jagdtrieb alles erwischen.

    Ich finde es übrigens die völlig falsche Jahreszeit, um Abrufbarkeit am Wild zu trainieren:

    Die Vegetationsperiode ist in vollem Gange, d. h. alles ist hoch und zugewachsen, es sind überall Jungtiere bzw. z. T. auch noch paarungsbereite Alttiere (und z. B. Hasen in der Paarungszeit hören und sehen nix, die rennen u. U. blindlings in einen Hund rein), alles, was 4 oder 2 Beine hat, kommt aus den Löchern gekrochen - nein, wenn ich gezielt Kontrollierbarkeit am Wild üben will, dann im Frühjahr oder Herbst (nie jedoch bei Bodenfrost!) bei möglichst nassem Boden, der weniger Geruchsspuren aufnimmt, wenn man nicht erst durch Knacken hört, dass gerade mal eine Armeslänge von einem selber weg offensichtlich ein größeres Tier im Gebüsch sein muss.

    Von was für einem Hund reden wir hier überhaupt?

    Wir haben z. B. 3 Hütehunde, und da ist am Wild wirklich fast 100% Abrufbarkeit gegeben, bei den beiden Ältesten zumindest. Die Jüngste lasse ich kaum von der Leine, weil ich drei einfach nicht mehr so im Blick haben kann, wie ich es muss, um Jagen/Hetzen schon im Ansatz mit "LASS ES!" zu unterbinden.

    Wenn der Älteste nicht mehr so viel mitkommen mag, werde ich mit der Hündin ab Herbst gezielt Freilauf im offenen Feld üben. Sie ist zum Glück äußerst verfressen, und eine Handvoll Trockenfutter auf sie geworfen hat sie schon 1, 2 Mal vom Durchstarten abgehalten.

    Hätte ich mit Ausnahme von Spitzen andere Rassen, würde ich mit Sicherheit die beiden älteren Rüden nicht zu fast 100% ohne Leine laufen lassen.

    Dieses ganze systematische Trainieren und Üben und Arbeiten und Aufbauen ist übrigens gar nicht meins.

    Ich verlasse mich auf meine Beobachtungsgabe, d. h. sobald ich merke, die Kröte entzieht mir ihre Aufmerksamkeit, wird sie barsch abgerufen, ordentlich mit Futter belohnt und überschwänglich gelobt, denn dann zieht auch noch die Konkurrenz zum Koolie, so nach dem Motto, guck, Du Trottel, ich bin doch der bessere Hund.

    Nach meinem Verständnis kommen die nahezu 100% Abrufbarkeit - oder besser: Beherrschbarkeit des Hundes - aus der Kombination von Erziehungsstand beim Hund (d. h. wie genau befolgt er Kommandos) und Urteilsvermögen des Menschen bei der Interpretation von Situationen zustande.

    Bei der geschilderten Situation, dem Spiel mit dem Artgenossen, würde ich mir meinen Hund rauspflücken und ihn anpflaumen, dass das nicht ok war, und ihm dann möglichst bald Gelegenheit geben, sich wieder mein Wohlwollen zu erarbeiten.

    Für mich ist es, wie gesagt, ein Irrglaube, dass man sich bestimmte Ist-Zustände in der Hundeerziehung ein für alle Mal zusammentrainieren kann. Natürlich ist mir im Laufe der Jahre immer und immer wieder mal ein Hund abgezischt hinter Wild, auf Artgenossen losgegangen, etc. - aber dann war mein Ansatz immer, wo habe ICH die Situation falsch beurteilt, zu welchem Zeitpunkt hätte ICH sie verhindern können, und WAS hätte ich machen müssen.

    Das finde ich das Tolle an der Hundehaltung, dieses ständige Entdecken neuer Verhaltensfacetten und das nicht enden wollende Von- und Aneinanderwachsen.

    Ich liebe sie einfach, diese Kommunikation mit dieser artfremden Spezies.

    Sehe ich genauso.

    Ich würde Dir empfehlen, nicht über eine neue Pfeife nachzudenken, sondern darüber, von was bzw. in welchen Situationen Dein Hund ABrufbar ist und wann besser die Leine dran bleibt.

    DEN Rückruf gibt es meiner bescheidenen Meinung nach nämlich nicht, das ist eine beliebte Illusion in Zeiten von Hundehaltung 4.0 und dem Irrglauben an die Allmacht von Erziehungs- und Konditionierungsmethoden.

    Ein Hund ist aber kein Tablet, wo man nur das richtige Update aufspielen muss, und dann funktioniert er.

    Wie Befehle befolgt werden, ist auch launen- und tagesformabhängig.

    Ein jagdaffiner Hund wird Dich höchstwahrscheinlich ausblenden, wenn vor ihm ein Hase hochgeht, und bei Frost und dem ersten Schnee, wenn Wildspuren nicht nur extrem gut zu riechen, sondern obendrein auch noch 1a sichtbar sind, kannst Du ein ganzes Blasorchester aufbieten, wenn die Hundenase in den ersten Rehtrittsiegeln versinkt.

    Ein artgenossenaggressiver Hund wird Dich höchstwahrscheinlich ausblenden, wenn sich ein freilaufender Feind nähert.

    Viel wichtiger ist es, das eigene Gefühl dafür zu schärfen, wie ansprechbar der Hund in unterschiedlichen Situationen ist und wann man tunlichst intervenieren sollte, bevor die Ohren auf Durchzug geschaltet werden.

    Also quasi eine unsichtbare Leine zwischen Dir und dem Hund knüpfen.

    So ein Kleinteil braucht weder Auslastung noch Schonung, sondern einfach Menschen, die Spaß daran haben, es aufwachsen zu sehen, wie es von Woche zu Woche mehr kann und will, Stück für Stück sein neues Lebensumfeld erobert, übermütig zwei Schritte vor in bisher unbekanntes Terrain tut und dann, erschrocken von seiner eigenen Courage, wieder einen zurückweicht.

    Etcetera pp....

    Wenn Ihr ländlich und verkehrsarm wohnt, würde ich auch keine Schleppleine dranhängen, sondern mir den Folgetrieb zunutze machen, um die Grundlagen für den Freilauf zu legen.

    Außerdem schärft das leinenlose Laufen (zu interpretieren bitte im selben Sinne wie bei den Vorschreibern, nämlich im Welpentempo die Welt entdecken) enorm die eigene Beobachtungsgabe, wann bzw. ob das Kleinteil die Antennen auf Empfang oder die Ohren auf Durchzug gestellt hat.

    Ein starres Programm ist bei Welpen m. E. ohnehin sinnlos, weil die so schnell groß werden, dass sich der Bedarf an geistigem und körperlichen Input ohnehin von Woche zu Woche ändert.

    Ein strukturierter Tagesablauf i. S. v. morgens raus, danach Fressen, danach Möglichkeit zum Ruhen (z. B. in einem Welpenauslauf oder welpensicheren Gartenteil), mittags längere Kontaktmöglichkeit, danach Fressen und Ruhemöglichkeit, am Nachmittag wieder gemeinsam Welt erkunden, danach Fressen, ist schon mal gut.

    Freu Dich an dem Kleinteil! Wie @Lockenwolf schrieb, die sind allerliebst in ihrer Spielwut, die spielen, bis sie umfallen, um dann quiekend und pfotenzuckend von neuen Abenteuern zu träumen.

    Schau hin und lerne. Und genieße diese Unmittelbarkeit, diese überbordende Lebensfreude, diese Entdeckerlust.

    Ganz abgesehen könnte man sarkastisch einfließen lassen, dass man bei einem Bernermix ohnehin früher oder später damit rechnen sollte, dass die Bewegungsfreude mit zunehmendem Alter und diversen Wehwehchen abnimmt.

    Oral kommt man meiner Erfahrung nach nicht mehr gegen Tumorschmerzen im fortgeschritttenen Stadium einer Krebserkrankung an, wenn, dann müssten Opioide intravenös verabreicht werden, d. h. gespritzt oder per Infusion, damit sie schneller wirken und nicht noch erst über den Magen-Darm-Trakt verstoffwechselt werden müssen.

    D. h. wenn das Tramadol bis jetzt keinen Durchbruch gebracht hat, wird es das auch nicht mehr tun.

    Menschen hängen daher an einem Perfusor, in den ggf. weitere Medikamente neben dem Grundstoff Morphin gegeben werden können und über den bei akuten Schmerzschüben ein sog. Bolus abgegeben werden kann.

    Und die Dosis muss normalerweise immer weiter erhöht werden

    "Schöne Tage" kann ein Hund mit einer so schmerzhaften Tumorerkrankung gar nicht mehr haben, zumal er offensichtlich auf 3 Beinen aus dem 1. Stock hinunter und wieder herauf muss.

    Zudem - die medizinischen Fachleute mögen mich korrigieren - hemmen Morphin & Co. meines Wissens nach die Darmperistaltik, was zu ggf. schmerzhaften Verstopfungen führen kann.

    Die Mods mögen diesen Satz löschen, falls er nicht genehm ist, aber für mich ist das eindeutig ein Fall von Tierquälerei, die Erlösung noch weiter hinauszuzögern, da das Tramadol offensichtlich nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

    Ich bin ja ganz verliebt ins Jura, auch wenn ich dort bisher nur beruflich und nie im Urlaub war, d. h. Hotel- und Restaurantunterbringung bzw. -verpflegung. Manchmal waren es auch urige Landgasthöfe.

    Mein Eindruck: ein angenehmes Laissez-faire Hunden gegenüber, entlang der Bahnstrecke des petit train rouge (CJ) urige Campingplätze.

    Bloß keinen Wildzaun bei einem jungen, lebhaften Hund!

    Die Verletzungsgefahr durch die dünnen, scharfen Drähte ist viel zu hoch. Außerdem sind die Öffnungen so groß, dass die Versuchung, die Schnauze durchzustecken, einfach da ist.

    Ich finde Wildzaun brandgefährlich, wenn da ein Hund reinbrettert oder sich der Hund dahinter evtl. mit einem Hund auf einem Spazierweg/Bürgersteig davor beißt.

    Die Aufstockung von 2 auf 3 Hunde ist per se schon ein Quantensprung, denn je nach Wohnlage und Umfeld, in dem die Hunde ausgeführt werden, wird es mehr oder weniger häufiger Situationen geben, in denen man sie einfach ganz, ganz schnell unter Kontrolle bringen muss.

    Oder in denen man ihnen schlicht körperlich gewachsen sein muss, z. B. unerwünschter Fremdhundekontakt - der bei einem eher nicht artgenossenkompatiblen Hund im Trio schnell in eine Beißerei ausartet.

    Das bedeutet auch, sie alle entsprechend im Blick zu haben, um überhaupt die Chance auf eine angemessene Reaktion zu haben, und das zu 100% gewährleisten zu können, ist schlicht nicht möglich.

    Wie oft habe ich mir schon ein um 360° drehbares Gelenk auf den Schultern gewünscht ... :frowning_face:.

    Oder wahlweise Raumschiff Enterprise ("Scotty, beam me up!"), einen fliegenden Teppich oder einen Helikopter, wenn man an Formationen vorbei muss, die ähnlich breit sind wie man selber mit 3 Hunden: Reiter mit mehreren freilaufenden Hunden, E-bikende Rentnerformationen, die weder absteigen noch vernünftig bremsen können, Eltern mit Kinderwagen (gerne auch mehreren), rennenden und/oder radelnden Kleinkindern und ebenfalls mehreren Hunden, auf die niemand so recht achtet.

    Wenn man weiß, dass je nach Gelände- und Witterungsverhältnissen die Möglichkeit solcher Hindernisse - man selber ist ja auch eines für andere - steigt, kann man mit zwei gut leinenführigen Hunden, einem Koppel und einer entsprechenden Anschirrung evtl. kurz stehen bleiben, aber bei engen Wegen sind drei Hunde einfach einer zu viel.

    Steht man wegen der Geländeverhältnisse z. B. relativ plötzlich einem Fremdhund (mit Mensch) gegenüber, schafft man es bei entsprechendem Gehorsam sicherlich, alle drei mit einem Kommando sofort festzutackern ... aaaber ... erwischt man dann z. B. so ein Duo infernale, wo der Kleinhund an der Leine rumpöbelt, der Mensch direkt vor einem mit seinem randalierenden Gernegroß stehen bleibt und dann so was wie "Guck mal, wie schön die hören, da kannst Du Dir mal ein Beispiel dran nehmen" aus Herrchen oder Frauchen herausplappert, gelingt es einem bei zwei Hunden vielleicht noch, sicherheitshalber in total verrenkter Körperhaltung beide Hände in je einem Halsband zu versenken, aber bei dreien?

    Und wenn dann einer von dem Trio den Lenkdrachen als maßlose Provokation empfindet ... s. oben.

    Will sagen: Der Alltag wird ungleich aufwändiger und anstrengender als mit zwei Hunden, und "dann bringe ich meine Hunde hinter mich und blocke den Fremdhund" ist eine Lehrbuchsituation.

    Hier wurden ja schon viele kluge Dinge geschrieben, die man einfach bedenken muss, vor allem die fehlende 3. Hand.

    Auch die Wohnlage spielt eine Rolle. Was macht man bei direkten Gartennachbarn mit Hund, den die eigenen nicht abkönnen? Muss man mit allen dreien durch ein Treppenhaus? Durch einen gemeinsamen Hauseingang?

    Wir haben ja mit Border Collie (11,5), Koolie (8) und ACD (6) im Prinzip eine vergleichbare Konstellation wie die, die RafiLe1985 vorschwebt, allerdings aus der Viehhundekategorie, und ich war gleich zu Anfang gegen einen Cattle Dog als Dritthund, weil man m. E. den mental stärksten - und ein Drahthaar wäre auch körperlich überlegen - zu sehr deckeln muss, wenn er sein Mütchen an Nr. 1 und 2 kühlen will.

    Und das wird er, wenn er seiner Arbeit nicht nachgehen kann.

    Denn zur Arbeit eines Vollgebrauchsjagdhundes gehört nun mal das Aufstöbern, Verfolgen und im Notfall auch das Töten von echtem Wild, und das wird RafiLe1985 nicht bieten können.

    Das Abrufen einzelner Jagdsequenzen ist dann vielleicht für den Hund eine anspruchsvolle Beschäftigung, aber nichts, was er als Arbeit ansieht.

    Auch in dieser Hinsicht ist unsere Konstellation vergleichbar, denn unsere Hunde sind seit Aufgabe der Viehhaltung arbeitslos bis auf ein paar Gelegenheitsschmankerl bei Herrchens Cousin.

    Und dabei haben sie viel Auslauf, sind relativ wenig alleine und können übers Grundstück kläffen und toben.

    Ist der Koolie in seinem Hütebestreben recht gut deckelbar, so ist es bei der ACD-Kröte schwieriger. Sie mobbt den Border, der ihr körperlich nicht mehr viel entgegenzusetzen hat: Sie versperrt ihm z. B. im Haus den Zugang zum Wasser (natürlich außerhalb meines Sichtfeldes), steht auf dem Grundstück sofort hinter ihm, wenn er pinkeln will, hackt ihm mal eben nebenbei ins Gesicht, wenn er am Zaun mitbellen will, und beim Gassi leine ich sie gar nicht mehr ab, weil sie ihm Schnüffeln, Markieren, Mausen, einfach alles verbieten will, indem sie ihn schneidet, anrempelt oder sich einfach nur breit macht, so nach dem Motto, na, Du Memme, trau Dich doch in den Bach an mir vorbei.

    Wir haben zwar keine offenen Konflikte, aber es gärt, das kann man nicht anders sagen, und wären wir nicht zu Zweit und relativ viel zu Hause und hätten nicht relativ viel Platz, würde ich mir die Abgabe von Nr. 3 überlegen.

    Und wenn ich den Kopf mit Arbeit voll habe, nerven mich 3 Hunde einfach, denn das "Lass sie einfach da" von Herrchen löst nicht das Problem, dass der Hund keine Arbeit hat.

    Ich liebe sie alle drei, ich finde Cattle Dogs einfach prima - aber nie, nie, nie mehr als Dritthund.