Beiträge von Cattledogfan

    Runa-S hat es gut auf den Punkt gebracht.

    Natürlich kannst Du hier weiterschreiben, wenn Du magst, aber Du musst Dich auch darauf gefasst machen, dass Kommentare à la "schick den Kerl in die Wüste und die bucklig' Verwandtschaft gleich mit" kommen, die keinem weiterhelfen und evtl. auch völlig überzogen sind.

    Wir lesen hier halt nur Deine Sichtweise.

    Hat die Familie Deines Partners denn überhaupt Hundeerfahrung? "Können" die Aussie?

    Leider ist die Rasse durch die züchterische Abkehr vom ursprünglichen Verwendungszweck als Vieh- und Farmhund vom Wesen hier extrem aufgesplittert, und meiner Meinung nach gehört ein junger Aussie von Anfang an gut aufgegleist, damit er sich nicht zum hysterischen Hibbel entwickelt, der im Zweifelsfall die Zähne einsetzt.

    Damit meine ich nicht das Welpenbeißen, das er jetzt noch zeigt.

    Ich bin da ganz bei Billi: Die Zeit läuft, und eine Entscheidung sollte nicht allzu lange auf sich warten lassen.

    "Tierschutz" kann jede/r betreiben, und oftmals ist da mehr Herzblut als Wissen beteiligt, und wenn man dann noch Hundeanfänger/in ist, kann es zu solchen Konstellationen wie hier kommen.

    Immerhin stand im Eingangsbeitrag auch was davon, die Orga habe "gelogen".

    Ich für meinen Teil bin schon bedient, wenn ich die überzuckerten Beschreibungen all der "Süßen", der "Mäuse" oder der "armen Seelen" lese, wie man sie bei nicht wenigen Orgas oder Privatinitiativen findet, die alle schon "ihr Köfferchen gepackt" haben und nur darauf warten, von der jeweiligen Person "gerettet" zu werden.

    Solche Beschreibungen muss man, genau wie Rassebeschreibungen, interpretieren können.

    Und unter Beachtung der Verhältnisse vor Ort - lokale Hundeschläge, Stellenwert der Hunde im jeweiligen Land und damit die zu erwartenden Erfahrungen mit Menschen - einordnen können.

    Wie woodyfan mit Fug und Recht schrieb, solche Dinge wie Leinenführigkeit kann man kaum in einem rumänischen Shelter beurteilen.

    Für mich haben einfach beide Parteien aneinander vorbei geredet bzw. nicht verstanden, was die jeweils andere wollte. Selbst wenn ein Hund tatsächlich irgendeine Erziehung genossen hat, heißt das noch lange nicht, dass das gewünschte Verhalten auch von dem Tier völlig unbekannten Menschen abgerufen werden kann.

    Ich erinnere mich noch sehr gut, wie mein Bruder vor 4 Jahren meinte, mit meinem wirklich gut erzogenen und absolut routinierten Radfahrer-Border Collie mit dem Rad zur Theaterprobe fahren zu können:

    Meine Schwägerin hatte alle Hände voll zu tun, am Abend vor der Vorstellung die Blessuren im Gesicht zu überschminken.

    Ich würde das als wertvolle Erfahrung verbuchen, wie es nicht laufen sollte, die Reaktion der Orga nicht persönlich nehmen und vielleicht eine von manchen Hundeschulen angebotene Ankaufberatung in Anspruch nehmen.

    Gegen Phobien kann man vorgehen, wenn man das wirklich möchte, aber nicht mit Hilfe einer Hundetrainerin, sondern mit psychologischer oder verhaltenstherapeutischer Hilfe. Das wäre aber ein längerer Prozess, und es ist absolut nicht sinnvoll mit dem "Endgegner" in ständiger unmittelbarer Nähe im eigenen Heim. Lediglich ein Gedanke, den du für die Zukunft ins Auge fassen könntest.

    Das kann passieren, wenn man Tiere instrumentalisiert, um sich vermeintlich psychisch zu stabilisieren.

    Ich sehe hier eigentlich eher ein Problem für einen "Menschentrainer", nicht so sehr ein Thema für ein Hundeforum ...

    Wenn sich eine erwachsene Frau zitternd vor einem wenige Wochen alten Welpen im Bad versteckt, liegt da in meinen Augen mehr im Argen, als ein Welpengitter oder eine Fremdbetreuung des Kleinteils richten könnte.

    Es könnte natürlich eine Hundephobie sein, aber das sollte meiner bescheidenen Meinung nach anderweitig und nicht in einem Hundeforum beackert werden, auch das Zwischenmenschliche zwischen den Partnern und der Familie des Mannes.

    Rein nach dem Geschriebenen sehe ich hier übrigens auch eine Instrumentalisierung des Welpen, der - zumindest ist das mein Eindruck - mit tonnenschweren Erwartungen befrachtet wird, die er gar nicht erfüllen kann:

    1) Wird er zurückgegeben, ist der Mann unglücklich - und die Beziehung könnte zerbrechen ... und die Frau ist bei der Familie des Mannes untendurch.

    2) Bleibt er, ist die Frau unglücklich - und die Beziehung könnte zerbrechen, weil die Streiterei weitergeht.

    Runa-S: Danke für den Hinweis, hab's mittendrin überlesen, dass die TE so oft von zuhause aus arbeitet.

    Nichtsdestotrotz bleibe ich für meinen Teil bei der Einschätzung, dass die Konstellation hier überhaupt nicht passt und dass unabhängig vom Leiden des Hundes auch der Alltag der TE auf unbestimmte Zeit nachhaltig beeinträchtigt würde, und ich hoffe, dass sie sich bei dem gestrigen Besuch der Orga nicht doch breitschlagen ließ, weiter herumzudoktern.

    Selbst wenn der Hund zeitnah auftaut und nicht mehr "am Teppich klebt", würde ich mich auch fragen, wie Dein Alltag mit ihm aussehen soll, denn Du musst ja bald wieder - außer Haus? - arbeiten:

    Wie stellst Du Dir die Gassigänge vor der Arbeit vor? Du hast ja bisher noch keine Ahnung, wer alles noch zu den üblichen Arbeitnehmerzeiten seine Hunde ausführt. Was ist, wenn Dein Hund Panik oder Aggression gegenüber anderen Hunden oder gegenüber Menschen zeigt? Was ist, wenn er in der Wohnung während Deiner Abwesenheit - ich nehme mal an, Du arbeitest außer Haus - anfängt zu heulen oder zu kläffen?

    Kannst Du überhaupt einschätzen, wann Du draußen reagieren müsstest, wenn z. B. radelnde Schulkinder überholen wollen?

    Weißt Du, ob er Jagdtrieb hat? Was machst Du, wenn er einer Katze hinterher will? Oder einem Karnickel? Hältst Du ihn sicher? Bzw. kannst Du schnell genug reagieren, weil Du die Körperhaltung des Hundes richtig deuten kannst?

    Wenn es dauert mit der Stubenreinheit? Über 30 kg Hund hinterlassen eine Menge Urin und Kot, und das zieht irgendwann in den Boden ein, vor allem, wenn Du stundenlang nicht da bist zum Wischen und er ggf. Unterlagen nicht annimmt oder zerstört.

    Stell Dir vor, Du kommst von der Arbeit, schon vor der Tür riechst Du den penetranten Geruch von Hundekot, der Hund müsste eigentlich dringend wieder raus, und Du musst Dich entscheiden, erst alte Schweinerei beseitigen oder neue riskieren?

    Und was ist, wenn der Hund anfängt, Sachen zu zerstören? Türen zu zerkratzen, weil er raus i. S. v. flüchten will?

    Was ist, wenn er in den nächsten Wochen zum Tierarzt muss, weil er z. B. Ekzeme durch den Kontakt mit seinen Ausscheidungen entwickelt oder durch anderes Futter Magen-Darm-Probleme hat? Wenn Du feststellst, dass im Kot Würmer sind, er aber keine Entwurmungstablette mit Futter aus Deiner Hand nimmt?

    Würdest Du ihn überhaupt in ein Auto und dann noch dazu in eine Box bekommen?

    Und nicht zu vergessen: Was ist, wenn Du durch Krankheit ausfällst? Wer würde ihn betreuen?

    Willst Du wirklich Dein komplettes Leben auf unbestimmte Zeit um diesen Hund herum organisieren? Was mit Sicherheit erst mal Schadensbegrenzung durch und für dieses Tier heißt.

    Was ist, wenn er auf andere Menschen, die Dich besuchen wollen, genau panisch reagiert wie im Moment auf Dich, wenn Du ihn ansprichst?

    Trainer hin, Trainer her, auch ein/e Experte/in kann dem Hund kein Umfeld mit gesichertem Freigelände und evtl. anderen Hunden backen, in dem er sich in seinem Tempo an ein neues Lebensumfeld gewöhnen kann.

    Meiner bescheidenen Meinung nach ist alleine schon die Tatsache, dass Du den Hund nicht halten kannst, ein Grund, um ihn am besten sofort zurückzugeben.

    Wenn man einen erwachsenen Hund übernimmt, zu dem noch keine Bindung vorhanden ist, den man noch nicht einschätzen kann (und das fällt einem Hundeanfänger noch mal deutlich schwerer) und der noch nicht erzogen ist, muss man in der Lage sein, ihn entweder mit Kraft oder mit der Kombination aus Führtechnik und Kraft jederzeit sicher halten zu können.

    Eben weil man (noch) nicht abschätzen kann, in welchen Situationen der Hund in die Leine geht.

    Dabei ist es völlig egal, ob er aus Panik oder in Beschädigungsabsicht Gas gibt.

    Ansonsten ist das brandgefährlich für einen selber und für die Umwelt.

    Wir hatten hier vor einigen Monaten einen Hilferuf einer Auslandshundehalterin mit großem Hund, ohne Hundeerfahrung und in einer Stadtwohnung lebend, die diesem ebenfalls körperlich nicht gewachsen war und die ihn relativ zeitnah abgegeben hat, weil das Tier anfing, Artgenossen anzugehen.

    Ganz ehrlich?

    Für mich käme nur noch ein möglichst würdevolles, friedliches Ende in Frage, aber keine weiteren Untersuchungen oder Behandlungen.

    Aus tiermedizinischer Sicht würde mich einzig interessieren, ob und wie man den Hund möglichst schmerzfrei halten kann, denn Novalgin dürfte bei einer Durchfall- und Verstopfungsproblematik nicht gerade gut verstoffwechselt werden.

    Aber ich würde den Abschied nicht mehr lange aufschieben, denn Milztumore können aufbrechen, und dann verblutet der Hund innerlich. Es gab gerade vor ein paar Tagen einen Beitrag dazu, aber ich finde ihn unter "Gesundheit" gerade nicht.

    Zudem besteht ja schon durch die Herzerkrankung die Gefahr, dass der Hund unter Luftmangel leidet, und jetzt kommen noch Lungentumore hinzu.

    Mir wäre unter diesen Umständen ein baldiges, geplantes Ende lieber als ein Ende mit Schrecken, wenn der Hund plötzlich unter akuter Luftnot leidet oder ein Tumor in den Bauchraum einblutet.

    Alles Gute und Liebe für Hund & Frauchen!

    pinkelpirscher: Danke für diesen Beitrag! Mir fällt bei so viel Methodenlastigkeit ganz boshaft "Tamagotchi" ein ...

    Um evtl. aber doch etwas Hilfreiches beizusteuern:

    Du hast einen jungen Hund einer als führig bekannten Rasse, warum gibst Du ihm nicht Gelegenheit, die Welt zu entdecken und auch mal übermütig zu sein? Hunde haben so feine Antennen und sind Meister im Lesen menschlicher Emotionen, warum müssen immer gleich diese ganzen modernen Hilfsmittel und Methoden gezückt werden?

    Außerdem war das Kleinteil an der Leine, was hätte also passieren sollen?

    Ich würde einem so jungen Hund dieser Rasse schlicht durch meinen Unwillen (z. B. durch einen Anraunzer) zeigen, dass er die Amsel jetzt in Ruhe lassen soll. Vielen Hunden fällt es meiner völlig unwissenschaftlichen Erfahrung auch leichter, Reizen nicht nachzugeben, wenn sie in Bewegung bleiben können, wenn man also erst gar nicht den Versuch macht, sie durch ein Kommando festtackern zu wollen, sondern sie in eine andere Richtung lenkt.

    Und ein junger Hund darf und soll auch übermütig sein.

    [Selbst mein mittlerweile herzkranker Border-Großvaterhund jagt manchmal mit 2, 3 Hopsern Vögel hoch, wenn ihn der Hafer sticht.

    Davon geht die Welt nicht unter.

    Und wenn bei uns auf dem Hof Rehe oder ein Hase hinter einer Stallecke hervorkommen, kann ich es nicht vermeiden, dass mindestens einer der Hunde einen Satz nach vorne macht oder auch mal einige Meter hinterhersprintet, wenn der Reiz so plötzlich kommt.

    Solange sie auf meinen "Hey!"-Brüller abdrehen (und dafür natürlich überschwänglich gelobt und belohnt werden), ist alles im grünen Bereich.]

    Ich finde es sinnvoller, sich an dem Umfeld zu orientieren, in dem der Hund lebt, denn davon hängt größtenteils ab, was der Hund "dürfen darf" und was nicht.

    Der Hund ist ja noch viel zu jung, als dass Du mit ihm Euren ganzen zukünftigen Radius ablaufen könntest und daher schon eine genauere Vorstellung haben könntest, mit welchen Jagdreizen er es künftig zu tun haben wird.

    Also ruhig Blut, freu Dich an seiner Entdeckerlust und lernt Euch gegenseitig lesen. Für gewünschtes Verhalten braucht es bei vielen Hunden und in vielen Situationen gar keine Hilfsmittel und Methoden, sondern einfach ehrliche Emotionen, das berühmte Authentisch-Sein.

    Mir hilft es z. B., meine Gefühle laut auszusprechen; ich gehöre zur Zutexterfraktion à la "Hund, Du nervst, lass es!"

    Mit dem Heranwachsen des Hundes wirst Du in Abhängigkeit von Deinem Umfeld merken, welche Verhaltensweisen Du konditionieren musst (bei uns z. B. bei 2 freilaufenden Hunden das sichere Abstoppen vor dem Überqueren von Straßen) und welche Du situativ steuern kannst.

    Ich mag mich ja täuschen, aber rein vom Lesen her entsteht bei mir der Eindruck, dass da etwas grundsätzlich nicht stimmt im Umgang mit dem Hund, allein schon deswegen, weil er angeblich Sterne anbellt.

    Im Umkehrschluss dürfte er ja nicht bellen, wenn der Nachthimmel wolkenverhangen ist und keine Sterne zu sehen sind.

    Ist das so?

    Interessant wäre ja zu erfahren, wie der Tagesablauf für den Hund aussieht. Hat er regelmäßig Beschäftigung und Auslauf?

    Bzw. gibt es einen regelmäßigen Tagesablauf für den Hund?

    Wenn er so eine enge Bindung zu Deinem Vater hatte - Frage ist auch, warum der ihn nicht mitgenommen hat -, ist es absolut kontraproduktiv, das Tier plötzlich im emotionalen (Fast)Nichts hängen zu lassen. Die verbliebenen Menschen sollten vielmehr schnellstmöglich Routine und berechenbare Abläufe für den Hund aufbauen, damit er weiß, jetzt bin ich dran, jetzt macht Person A dies oder das mit mir, und wenn das vorbei ist, ist Ruhezeit, dann werde ich nicht beachtet.

    Gerade Border Collies haben als Viehhunde unheimlich feine Antennen auch für ihr menschliches Gegenüber, und wenn von Dir und/oder Deiner Mutter kein Input kommt, sucht er sich eben selber eine Aufgabe oder Arbeit.

    @Lilyyy: Entschuldige, ich bin Dir noch eine Antwort schuldig geblieben auf das hier:

    Würdest du ihn denn danach wieder laufen lassen oder dann anleinen? Wie sähe diese Gelegenheit z.B. aus? Und was ist da "bald"?

    Aus meinem Umgang mit meinen Hunden kannst Du m. E. keinen Nutzen ziehen, weil das ein völlig anderer Hundetyp ist, obwohl sie alle drei unterschiedlichen Rassen angehören. Es sind aber alle drei Hütehunde.

    Außerdem bin ich immer mit mindestens zweien unterwegs, die dann immer darum buhlen, wer ist der beste Hund und Frauchens Liebling, d. h. schon die Konkurrenz untereinander stachelt dazu an, Kommandos möglichst stante pede zu befolgen.

    Ich wollte Dir noch einen Gedanken zur Abrufbarkeit von starken Reizen gleich welcher Art dalassen:

    Meiner völlig unwissenschaftlichen Erfahrung nach fällt es vielen Hunden leichter, als Alternativhandlung eine erlaubte Bewegung auszuführen, d. h. nicht krampfhaft ein Stopp- oder Sitzkommando zu befolgen, während Hase & Co. sich immer weiter entfernen, oder sich sofort abzuwenden und zu Herrchen/Frauchen zurückzukommen.

    Wenn der halbe Retrieveranteil in Deinem Hund gerne apportiert, wäre vielleicht ein (Futter)Dummy eine Überlegung wert, der dann den Hund in einem Bogen vom aufspritzenden Hasen weglenkt.

    Ich würde im Übrigen gar nicht weiter in gestellte Situationen gehen, sondern immer und immer wieder im Alltag, d. h. momentan an der Schleppleine, wenn ich Dich richtig verstanden habe, darauf bestehen, dass bei Hetzansatz z. B. der Dummy aufgenommen wird.

    Gibt es denn irgendwas, was der Hund gerne tut?