Beiträge von Cattledogfan

    Hast Du der Katze die Krallen gestutzt?

    Warum, wenn ich fragen darf?

    Ganz sicher, dass Du in der Lage bist, das Verhalten der Katzen und des Hundes richtig einzuschätzen? Dass Du allen Tieren ein stressfreies Leben bei Dir ermöglichen kannst?

    Irgendwie liest sich dieser Beitrag nicht nach sonderlich viel Ahnung. Normalerweise heißt die Devise zwischen Hund(en) und Katze(n): trennen, trennen, trennen, wenn sie sich zu sehr auf die Pelle rücken.

    Ja, annähernd 100% kommt hin: nicht in andere Hunde/Leute/Autos (gilt für Schwarzi-Border, den notorischen Auto-Hüter) brettern, nicht jagen, nicht ungefragt auf bzw. über die Straße.

    Was aber nicht heißt, dass alles 100% funktioniert, aber dann habe ich eine Situation falsch eingeschätzt.

    Wenn z. B. der Koolie trotz meines Verbots jemanden anspringt, der ihm schmachtende Blicke zuwirft, hätte ich ihn im Vorfeld anleinen müssen, wenn ich weiß, dass die betreffende Person Spockie-Fan ist und nur darauf wartet, ihn vollzusäuseln, wie niedlich er doch ist.

    Wenn z. B. die angeleinte Cattle-Kröte einen Ausfallschritt auf ein potenzielles Opfer macht und die andere Hündin so erschrickt, dass sie ihrem Frauchen vor die Füße läuft, hätte ich die Hexe an die abgewandte Seite nehmen müssen.

    Und wenn der schwerhörige Border Collie bei Straßenlärm Anstalten macht, die Straße trotz meines "bleiben, bleiben, bleiben" zu überqueren, hätte ich ihn anleinen müssen, denn wenn ich vor der Überquerung doch noch zurückzucke, weil mal wieder jemand mit über 100 Sachen aus der Kurve heraus überholt, hat er aus meiner Körperhaltung geschlossen, dass es jetzt rüber geht.

    Die beinahe 100% sind für mich das funktionierende Zusammenspiel aus meinen Hunden und mir. Wenn ich mit zweien unterwegs bin, muss ich anders agieren als mit allen dreien.

    Ketzerische Frage, RafiLe1985:

    Was ist, wenn sich der Drahthaar nicht als Rettungshund eignet? Wenn er eben nicht so leicht hinzubiegen ist wie geplant? Lieber Wildspuren als Menschenspuren verfolgt? Verhaltensweisen an den Tag legt wie im Rassediskussionsthread eingeworfen?

    [Alternativ: Was wäre, wenn Du - was ich Dir natürlich nicht wünsche - aus irgendwelchen Gründen Deinem zeitintensiven Hobby nicht mehr nachgehen kannst? Bzw. sich Deine Lebensumstände oder Interessen so ändern, dass Du ihm nicht mehr nachgehen willst?]

    Wenn ich mich recht erinnere, war Newtons Schulhundkarriere ja auch relativ kurz; ich meine, Du schriebst mal, er sei gestresst.

    Bekämst Du auch dann drei Hunde unter einen Hut? Auch, wenn sich der Drahthaar nicht unbedingt als rudelkompatibel erweist?

    Von daher ist mir eine leichter erziehbar dank guter Bindung These zu eindimensional. (Genetik, Aufzucht, Erfahrungen, Gesundheit, Umfeld, Tageslaune etc. spielt alles mit rein)

    Für mich umfasst die Beziehung zum Hund auch die von Dir genannten Aspekte. Ich definiere sie dann von meiner Seite aus als "gut", wenn ich bereit und auch dazu fähig bin, den Hund da abzuholen, wo er steht, und es schaffe, daraus eine alltagstaugliche Beziehung zu entwickeln.

    Will sagen: Beim Tierschutzhund mit unbekannter Genetik, Herkunft und Vorgeschichte schraube ich auch meine Erwartungen entsprechend herunter und muss dann halt verstärkt Management betreiben.

    Wenn das Lebensumfeld passt und der Hund keine besonderen Anforderungen wie Bürotauglichkeit, Kinder- und/oder Artgenossenverträglichkeit, etc. erfüllen muss und ich damit leben kann, dass öfter die Leine dran bleibt bzw. der Hund bestimmte Situationen nie stressfrei aushält, tut das doch der Beziehungsqualität keinen Abbruch.

    Der Hund lernt nach und nach, er wird größtenteils verstanden und nicht überfahren, da seine Grenzen wie z. B. Angst oder Individualdistanz respektiert werden, und ich lerne die Grenzen seiner Aufnahme- und Lernfähigkeit kennen.

    [Fies wird es, wenn ich meine, ich brauche nur die richtige Methode - z. B. eine Box fürs Stadtbüro, die ich mit Puppy Pads für den Border Collie-Welpen vom Bauernhof auslege -, um den Hund für meine Lebensverhältnisse passend hinzubiegen.]

    Deswegen kann der Hund - für seine Verhältnisse - trotzdem gut erzogen sein, weil er mir vertraut und ich ihn gut genug lesen kann, selbst wenn er vom Ergebnis her nicht gegen den, sagen wir: gut gezogenen und geprägten Retriever aus verantwortungsvoller Zucht anstinken kann, der viele der Eigenschaften mitbringt, die ich in meinem Lebensalltag brauche.

    Wem der Begriff der Beziehung sauer aufstößt, der möge ihn durch die Formulierung "funktionierender Sozialverband" ersetzen.

    Für mich gehört zu einer funktionierenden Beziehung zwischen den artfremden Wesen Hund und Mensch in allererster Linie Verlässlichkeit und Berechenbarkeit.

    Daher bemühe ich mich einem Hund gegenüber immer vorrangig darum, dass er weiß, woran er mit mir ist und was er von mir erwarten kann.

    Dazu gehören für mich vor allem Routinen: wann es Fressen gibt, wann es raus geht, wann Ruhe zu halten ist, etc.

    Im Gegenzug erwarte ich allerdings, dass der Hund meine Grundregeln des Zusammenlebens respektiert: Essen auf dem Tisch gehört mir, gekläfft darf werden, aber wenn ich die Hunde wegschicke oder -sperre, dann ist bitte sehr Ruhe im Karton, an der Straße wird IMMER gewartet, Katzen werden NICHT gejagt (alles andere außer Mäusen und Ratten aber auch nicht), Kontakt zu anderen Hunden und Menschen nur nach meiner Erlaubnis, etc. pp.

    Das ist nicht zu verwechseln mit Gehorsam. Kreuzen z. B. Rehe vor uns den Weg, darf Spockie "Speedy Gonzales", die schnellste Maus von Mexiko, durchaus durchstarten und losrennen, solange er auf dem Weg weiterläuft, weil es ihm leichter fällt, als Alternative zu starken Reizen in Bewegung zu bleiben bzw. zu verfallen.

    Gehorsam wäre dann: Vor uns sind Spaziergänger unterwegs, er muss stoppen, um nicht von hinten in die Leute reinzubrettern.

    Ich gestehe den Hunden z. B. meinerseits zu, dass sie unliebsame Begegnungen mit anderen Hunden nur in Ausnahmefällen mit zu geringem Abstand aushalten müssen.

    Sie dürfen dann umkehren oder zackig seitlich weg auf einen Acker oder eine Wiese laufen, um den Abstand zu vergrößern, und werden dafür auch belohnt.

    Für mich ist die heutige Hundehaltung z. T. grauenvoll methodenlastig, so z. B. diese Nebelkerzenwerferei mit dem Alleinebleibenlernen: Sachen an- und ausziehen, Schlüssel nehmen und wieder hinlegen, Tür auf, kurz raus, wieder rein.

    Hunde sind nicht blöd, die wissen, ob und wann man weggeht, und ich möchte für meine Hunde so verlässlich und berechenbar sein, dass sie die Sicherheit haben, ich komme wieder und ihre Bedürfnisse wie Futter, Lösen, Beschäftigung werden trotz meiner Abwesenheit erfüllt.

    Sie dürfen durchaus motzen und maulen, wenn ihnen das gerade nicht passt, dass ich JETZT gehe, aber dann ranze ich sie auch an, dass sie sich nicht so anstellen sollen.

    Dito, wenn ich in guten Klamotten komme oder gehe, dann will ich nicht angesprungen und gestalkt werden, was sie ansonsten durchaus dürfen, weil es bei meiner Rückkehr ja meist darum geht, dass sie entweder gefüttert oder ausgeführt werden.

    Das ist für mich BEziehung: dass man einander kennt und vertraut und weiß, was der andere einem gerade bietet bzw. von einem erwartet.

    BlueDingo_Finn : Nein, bist Du nicht.

    Wieso auch?

    Das ist der Lauf der Dinge, dass Hunde und auch Menschen alt und gebrechlich werden und mit mehr oder weniger schwerem Krankheiten behaftet sind.

    Und sofern einem weder der jeweilige Hund noch der jeweilige Mensch egal ist, kümmert man sich halt in dieser letzten Lebensphase, so gut man kann.

    Und wenn diese Phase des Kümmerns, (Um)Sorgens und (Mit)Leidens vorbei ist, darf man sich ruhig erleichtert und erlöst fühlen, um selber wieder zu Kräften zu kommen, denn ich bin sicher, das Kümmern um die alte Hündin hat Dich enorm beansprucht.

    Ich wünsche Dir erholsame Nächte und dass schon bald die schönen Erinnerungen an Deine Hündin, d. h. wie sie war in ihren besten Zeiten, die Oberhand gewinnen.

    Den anderen Thread kannte ich nicht - oha!

    Offensichtlich ist KudlWackerl schlicht und ergreifend überfordert mit der Reaktionsschnelligkeit seines Hundes.

    Das kann passieren, ja.

    [Ist mir auch schon passiert mit den beiden jagdlich ambitionierten Hunden, die ich bisher in meinem Leben hatte und die, ebenfalls angeleint, jeweils blitzschnell Beute packten und totschüttelten.

    Danach war aber ein Maulkorb drauf, damit es keine 2. Chance auf Beute gab ...]

    Folglich liegt das Problem wesentlich tiefer, nämlich an mangeldem Verständnis und mangelnden Fähigkeiten zum Umgang mit diesem Hundetyp.

    Natürlich muss der Hund so gesichert werden, dass er niemanden mehr schädigen kann - aber nur knebeln und kurz nehmen ist nicht die Lösung, die muss größer ausfallen und auch eine Möglichkeit beinhalten, wo der Hund diese Reaktionsschnelligkeit quasi "legal" ausleben kann.

    Meine Güte, wie kann man nur so blauäugig sein! Solche Hundehalter sind der Stoff, aus dem Landeshundeverordnungen, Leinenpflicht, Hundeverbote & Co. gestrickt sind.

    Selbst wenn Du nur einen Chihuahua hättest, ist das Radlerjagen brandgefährlich, allein schon angesichts der vielen E-bikenden älteren Herrschaften, die meist nur vorwärts fahren, aber nicht abbremsen, absteigen oder ausweichen können. Lass da mal einen stürzen ...

    Und Dein Hund stellt und schnappt auch noch ab ...

    Ich sehe das wie andere auch hier: Da passt noch mehr nicht. Du agierst nicht vorausschauend genug, der Hund hört nicht gut genug.

    Offensichtlich hast Du Schwierigkeiten, Deinen Hund lesen zu können, und eine adäquate Beschäftigung scheint er auch nicht zu haben, sonst würde er sich nicht auf Radler versteifen.

    Mein Border Collie hatte es sich bei den Vorbesitzern z. B. angewöhnt, Autos zu jagen, und das würde er heute nach fast 9 Jahren bei mir immer noch tun.

    Wenn (Hüte)Hunde auf Bewegungsreize anspringen, ist es, wie Lucy_Lou so treffend schrieb, am einfachsten, beim Reiz selber anzusetzen, sprich, Hund bemerkt den Reiz, meldet ihn und bekommt etwas angeboten, was für ihn höherwertiger ist.

    Bei meinem Border Collie ist es seine legale Droge Schleuderball, denn ich finde es einfacher, unerwünschtes Losstürmen des Hundes in eine erwünschte Richtung zu lenken.

    Ich bin zwar kein Puliexperte, habe aber alle mir bekannten Hüte- und Treibhunderassen als wunderbar führig und kooperativ erlebt - wenn man sie da abholt, wo sie stehen.

    Hier ist noch so ein Thread, wo man nachlesen kann, was eine ungeeignete Hundehaltung mit einem Welpen anrichten kann:

    Gast108770
    6. Juni 2022 um 11:28

    Die Parallelen sind frappierend.

    Oh doch, da gibt es schon Gemeinsamkeiten - wenn man sie denn gemeinsam am Vieh arbeiten lässt ...

    Ein (gut gezogener) Cattle Dog ist der geborene Meinungsverstärker, so nach dem Motto, tu mir den Gefallen und dreh um, ich zeig' Dir schon, wo's lang geht ...

    Sehr praktisch beim Verladen.

    flying-paws nannte ihre an Schafen arbeitenden Border Collies mal "Filettiermesser", weil sie die Tiere so fein dosiert bewegen.

    Cattle Dogs sind da eher die Schrotflinte.

    Unsere Cattle-Kröte übernahm, genau wie ihre Vorgängerin, sozusagen Herrchens Manndeckung, als er noch seine (Rind)Viehhaltung hatte, und fürs Laufen und Einholen waren der Border Collie und der Koolie zuständig.

    Jetzt sind alle 3 arbeitslos bis auf Gelegenheitsjobs auf dem Betrieb von Herrchens Cousin oder mal ein ausgebüxtes Highland- oder Gallowaytier, das uns irgendwo über den Weg läuft, wobei der Border mit seinen 11 Jahren schon hier auf dem Hof in Rente war, da inzwischen ziemlich taub und nicht mehr so flott.

    Und die weitgehende Arbeitslosigkeit von Koolie und Cattle-Kröte ist nicht unproblematisch, weil sie angefangen haben, ihren Willen zum Kontrollieren von Hütevieh aneinander bzw. am Border-Rentner auszuleben.

    Selbst wenn die klugen Biester wissen, dass offene Aggression nicht geduldet wird, ist offensichtlich, was da abgeht: Kontrollieren von Liegeplätzen, des Zugangs zu Herrchen oder mir, etc. pp.

    Der Border Collie hält sich daher meist in meinem oder Herrchens Windschatten auf, und wenn ich weg muss, trenne ich ihn von den anderen.

    Denn sie sprechen als Hüte- und Treibehunde alle 3 dieselbe Sprache, der Border weiß, dass er das Opfer ist, und die Spitzohren, dass sie ihn hinschieben können, wo sie wollen.

    Immerhin gibt es noch die Ersatzbeschäftigung als Späher für den Koolie, der bei Spaziergängen immer vorläuft und zuverlässig alles Erwähnenswerte von Spaziergängern über Wild bis zu Autos oder Reitern anzeigt, und die Cattle-Kröte bewacht Haus und Hof, was das Zeug hält, und macht sich unterwegs einen Spaß daraus, andere, mental schwächere Hunde in Grund und Boden zu starren, denn mit 3 Hunden bleibe ich fast immer stehen und mache Platz.

    Alles an ihrer Körperhaltung signalisiert dem anderen Hund, was passieren würde, wenn sie denn könnte, wie sie wollte.

    Dabei zeigt sie, wohlgemerkt, keinerlei offene Aggression wie Bellen, Knurren oder gesträubtes Fell, sie setzt oder stellt sich auch brav da hin, wo sie soll, doch ihre Körperhaltung und ihr Gesichtsausdruck sprechen Bände.

    Ihre Vorgängerin war ganz genau so und hatte wegen ihres subtilen Mobbens meiner früheren Shepherdhündin den Spitznamen "Miss Haifischlächeln".

    Die beiden lebten im Haus übrigens komplett getrennt und sahen sich nur draußen, wobei der Cattle-Drachen immer angeleint war.

    Cattle Dogs sind wunderbar führige, sensible Hunde, wenn sie in einem Umfeld leben, in dem das gefordert wird, was sie mitbringen, nämlich eine unbändige Durchsetzungskraft und echte Arbeit, bei der sie sie einsetzen können.

    Ich finde es, wie bei uns jetzt, traurig, wenn sie ihr Mütchen an Artgenossen und/oder Menschen kühlen müssen, weil sie sich ihre Stärke nicht mehr am Vieh beweisen können.

    Ich persönlich würde zwei älteren Border Collies keinen ACD mehr vor die Nase setzen, weil die Biester eben so raffiniert und subtil mobben können, dass man es auf den ersten Blick - mein Mann ist so ein Blindfisch - nicht merkt, denn zur eigenen Herrschaft sind sie normalerweise streichzart wie warme Butter à la "Iiiich und den Border mobben? Aber Herrchen/Frauchen, iiich doch nicht - wenn Du guckst ..."