Beiträge von MissEllie

    Wir haben Hunde in unserer Familie seit 1992 und wir lernten in diesen Jahren acht verschiedene Hundepersönlichkeiten mit ihren diversen Eigenheiten kennen. Und obwohl nun einiges an Erfahrung da ist, empfinde ich es jedes Mal, wenn ein neuer Hund einzieht, als aufregendes Abenteuer. Der Alltag ändert sich ein Stück weit, manches wird anders und aufwendiger. Aber vieles wird schöner und lebendiger, wenn man sich nur darauf einlassen kann. Das muss man mögen und aushalten können. Wenn nicht, sollte man von der Hundeidee lieber Abstand nehmen.


    Meine Empfehlung für dich wäre ein erwachsener, vielleicht auch älterer Hund, der zuvor schon eng mit seinen Leuten gelebt hat. Also kein Hund aus dem ausländischen Tierschutz! Dieser Hund könnte dir überhaupt erstmal zeigen, wie es ist, mit Hund zu leben. Und glaub mir, ein solcher Hund wird sich dir im Normalfall sehr eng anschließen. Die Phrase vom "dankbaren" Tierheim-Hund kommt ja nicht von ungefähr. Dankbarkeit ist zwar ein menschlicher Begriff, der nichts mit hundlichem Denken und Verhalten zu tun hat, aber es ist einfach das Wort, welches dem Eindruck, den man von einem solchen Hund gewinnt, am besten entspricht.


    Es stimmt einfach nicht, dass man unbedingt einen Welpen haben muss, damit sich dieser gut in die Familie integrieren kann. Im Gegenteil, für Ersthundehalter ist die Gefahr groß, aus Unkenntnis nachhaltig Fehler zu machen. Dann ist es Nix mehr mit: "Ich möchte einen Welpen, damit ich diesen selbst formen kann!" Dann hat man hundelebenslang einen gehörig "verformten" Hund an der Backe und reibt sich die Nerven an Schadensbegrenzung und Management auf. Also lieber einen älteren, ruhigeren Hund, der schon weiß, wie der Hase läuft (respektive, wie das Leben in einer Familie ist). Mit dem wird man sehr, sehr viel lernen, was man dann vielleicht später auch mal bei einem Welpen gut gebrauchen kann. Und auch wenns böse klingt, für den Fall, dass man merkt, dass das Leben mit Hund nichts für einen ist, hat man diese Verpflichtung nur vergleichsweise wenige Jahre.


    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung!

    Hirschlausfliege. Schaut nach, ob da noch mehr am Hund sind und überlegt, wo ihr heute wart. Bei uns gibt es die nur an bestimmten Stellen und die meiden wir dann halt. Ansonsten im Internet belesen und keine Panik. So schlimm, wie es mancherorts beschrieben wird, ist es nicht. Wir hatten die schon hin und wieder, haben alle abgelesen und dann wars wieder gut.

    Ich erkenne mich in diesen Gedankengängen auch wieder. Das Gleiche hatte ich bisher, im Abstand einiger Jahre, mit zweien meiner Hunde. Bei beiden gab es zuvor gesundheitliche Probleme, und selbst nachdem diese, bei der alten Hündin soweit wie möglich und bei dem Jungspund komplett, behoben waren und es den Hunden "eigentlich" gut ging, konnte ich nicht aufhören, mit Argusaugen auf den Hund zu schauen und die Flöhe husten zu hören. Mir kam es so vor, als würde mein Helikoptern das Unglück geradezu anziehen, denn es war immer irgendwas Neues.


    Mein "Heilmittel" in beiden Fällen war: ein Zweithund :) Nicht falsch verstehen: Die Anschaffung eines zweiten Hundes geschah nicht allein aus diesem Grund! In dem Moment, wo ich mich um zwei Nasen kümmern musste, ging der Fokus eben weg von dem einen Hund und dem bekam das in beiden Fällen hervorragend. Hunde sind bekanntermaßen Meister darin, die Stimmungen ihrer Menschen wahrzunehmen und ich bin sicher, dass die beiden meine ständigen sorgenvolle Blicke mitbekommen haben. Das kann nicht gesund sein! Mit einem Kumpel an ihrer Seite verteilte sich meine Aufmerksamkeit auf zwei und es kam ganz allgemein eine neue Dynamik in unsere Beziehung. Ein Zweithund ist keinesfalls die Lösung, wenn es echte gesundheitliche Probleme gibt, aber für die selbstgemachten oder -verstärkten Probleme kann es eine Lösung sein.

    Hab gerade nachgeschaut: Josera Family Plus ist für trächtige Hündinnen und dementsprechend gehaltvoll. Bist du sicher, dass dies das richtigige Futter ist? Mein Hund bekommt bei 11 kg 140 g am Tag (Eukanuba Daily Care). Vielleicht ist sie einfach satt?

    Wir fahren seit Jahren auch nur mit Hund(en) in Urlaub und bisher haben es noch alle überlebt ;) Natürlich überlegt man im Vorfeld, was für den speziellen Hund in die Reiseapotheke gehört. Unsere TÄ hat uns z. B. ein paar Reservetabletten an Schmerz- und Magenmedikamenten mitgegeben, damit wir die Zeit bis zu einem eventuellen TA-Besuch im Urlaub überbrücken können.


    Reiseziele waren mit Hund für uns bisher Österreich, Italien, Kroatien. In Italien und Kroatien hatten wir schon das "Vergnügen", mehrmals einen TA aufsuchen zu müssen. Zuvor bei Google belesen, wo es z. B. deutschsprachige TÄ gibt und wie die Erfahrungen sonst so sind und dann halt hingefahren. Hat für uns bisher immer gut funktioniert und den Hunden wurde zumindest für die Zeit des Aufenthaltes gut geholfen.

    Ich möchte nur etwas zum Thema "dem Hund die Schmerzen ansehen" schreiben: Anfang der 90er Jahre holten wir eine Hündin aus dem TH. Sie war etwa 6 Jahre alt und hatte bereits einen Gesäugetumor, der ganz deutlich zu sehen war. Man konnte ihn anfassen, ohne dass es anscheinend schmerzhaft war. Damals, bei uns auf dem Dorf, vertrat der TA die Meinung, nur nicht rangehen, lieber abwarten, ob sich das Ding verändert. Tat es etwa ein Jahr lang nicht und die Hündin lebte anscheinend froh und zufrieden bei uns. Sie war eine ganz liebe, ruhige Hündin, die gern und lange spazieren ging und keinesfalls einen kranken Eindruck machte.


    Dann begann der Tumor doch recht schnell zu wachsen. Wir hatten inzwischen den TA gewechselt und der neue schlug die Hände überm Kopf zusammen, als er den inzwischen faustgroßen Tumor sah, der unter ihrem Bauch hing. Es gab Untersuchungen, die zeigten, dass es in der Lunge bereits kleine Metastasen gab. Trotzdem ließen wir Sandy operieren und den Tumor entfernen. Von der OP erholte sie sich schnell und es war unglaublich, wie sie danach aufgeblüht ist. Zuvor ist sie nie gerannt und nun tobte sie über die Wiese und erschien um Jahre jünger, nun, wo dieser elende Tumor weg war. Sie hatte noch ein wunderbares halbes Jahr und durfte dann friedlich gehen, kurz bevor es wieder schlimm wurde.


    Ich schreibe das nicht, weil ich denke, dass du deine Maus operieren lassen solltest, sondern deshalb, weil wir die ganze Zeit nicht bemerkt hatten, wie sehr sie durch den Tumor beeinträchtigt war. So fröhlich, wie sie aussah nach der OP aussah, muss es zuvor sehr schlimm für sie gewesen sein. Trotzdem war ihr das nicht anzumerken. Sie war lieb, interessiert, hat gut gefressen, war nie krank, nur eben recht ruhig und wir dachten, sie ist eben so. Dabei war es der Tumor, der sie so ruhig sein ließ. Bitte warte nicht darauf, bis es deiner Hündin derart elend geht, dass du es nicht mehr übersehen kannst!

    So wie viele hier habe ich dieses Thema mit großer Bestürzung verfolgt. Das, was jeder Hundehalter von hier mitnehmen sollte ist, dass wirklich jeder Hund aus zunächst unerkannten Gründen heftigst "austicken" kann. Da gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Um uns allen diese vielleicht auch unbequeme Erkenntnis wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist dieses Thema enorm wichtig hier.


    Ich kann mir vorstellen, wie ratlos und zerrissen du im Moment bist und hoffe, dass du für deine Familie, deine Hunde und für dich eine gute Lösung findest. Mein Gedankengang wäre folgender: Wie hier zu lesen war, gehen Hunde unterschiedlich mit Schmerzen um. Es wurde ja z. B. geschrieben, dass sich ein Hund mit Glaukom sehr zurückgezogen hatte und unnormal ruhig geworden war. Ihr habt nun die schlimme Erfahrung machen müssen, dass Loki zu den Hunden gehört, die bei Schmerzen unvermittelt nach vorn gehen. Wie schlimm und unerträglich die Schmerzen für ihn sein müssen, um dieses Verhalten auszulösen, weiß man nicht und das lässt sich letztendlich auch nicht herausfinden. Selbst wenn die Augensache eines Tages durch Medikamente oder OP im Griff ist, kann er als alter Hund später mal andere Schmerzen haben, z. B. im Bewegungsapparat. Man muss also für den Rest seines Lebens damit rechnen, dass er auf Schmerzen wieder so reagieren könnte. Und damit ist er in einer Familie mit Kindern einfach wirklich an der falschen Stelle, finde ich.


    Alles Liebe für euch!

    Wir hatten kürzlich bei Felix den gleichen Verdacht. Er hatte links und rechts stark geschwollene Lymphknoten in der Leiste. Allerdings ging dem eine zunächst kleine, dann aber entzündliche Verletzung am Bauch nach eine Katzenjagd voraus. Der Dummbatz war beim Jagen auch noch rund um einen Misthaufen gerannt und voll Kanne durch das Güllewasser gepatscht.


    Unsere TÄ entdeckte den zweiten geschwollenen Lymphknoten bei der Wunderversorgung und sprach ihren Verdacht aus. Es wurde aber sofort eine Probe entnommen und eingeschickt. Nach ca. einer Woche gab es Entwarnung, denn es war wirklich nun eine sehr heftige Reaktion auf die Infektion mit dem Güllewasser.


    Also lasst unbedingt eine Probe entnehmen! Wenn es wirklich Krebs ist, macht ihr damit nichts schlimmer. Und im besten Fall gibt es Entwarnung, was ich euch von Herzen wünsche.

    Es tut mir unendlich leid zu lesen, dass eure Geschichte so abrupt und schrecklich zu Ende gegangen ist. Das hattet ihr beide nicht verdient und ich wünsche dir viel Kraft, über dieses furchtbare Erlebnis hinweg zu kommen.


    Wir haben letztes Jahr eine Schäferhündin aus Rumänien übernommen, logischweise unerzogen und gestresst bis in die Schwanzspitze, und die ersten Monate waren für meinen Mann und mich ziemlich fordernd. Während dieser Zeit habe ich eure Geschichte verfolgt und sie hat mich enorm bestärkt und mir Mut gemacht, mit Sally durchzuhalten. Zuerst war es nur der Gedanke "Oh je, da ist aber jemand noch viel schlimmer dran mit seinem neuen Hund als wir!" und später wandelte sich das in Bewunderung und großen Respekt für dich. Es war so schön, als sich bei euch langsam Erfolge einstellten und das hat uns so viel Mut gemacht. Danke dafür! Du bist ein toller Hundemensch und wirst ganz bestimmt nicht lange ohne vierbeinigen Lebensgefährten sein...

    Ich wünsche euch von Herzen viel Erfolg, gute Nerven und Durchhaltevermögen. Empfehlenswert sind im Zweifel auch folgende Phrasen: "Was mich nicht umbringt, macht mich stark!" oder "Der Weg ist das Ziel!". Und wenns gar nicht mehr geht, dann muss es das gute alte "Ommmm" tun ;)


    Und lass dich nicht verunsichern und nimm es ja nicht persönlich, wenn man sich in diesem Thema eventuell noch seitenlang an gewissen Dingen festbeißen und manches endlos wiederholen wird. Das ist normale Forendynamik hier ;)