Beiträge von Lucy_Lou

    Ich bin da emotional echt noch auf der Schiene, dass da was nicht stimmt, wenn der Hund meint, das zu müssen, zu dürfen und zu können.

    Ja, aber das lernt so ein Welpe/Junghund doch fix, wenn du dem völlig unvorhersehbar / grundlos immer wieder was tolles wegnimmst. Oder ihn weglockst, um ihm so whatever entziehen zu können. Die Zusammenhänge verknüpft der Hund ja und dass der da irgendwann wenig amused ist und das auch kundtut, finde ich nicht "böse" oder verwunderlich, sondern normale Kommunikation. Und wenn der Mensch dann reagiert mit: ok, dann gehe ich wieder auf Abstand in dem Moment... hat der Hund noch was gelernt...

    Mit dem Hund scheint mir im beschriebenen Fall alles zu stimmen... Lernerfahrung halt

    Mal so ein wenig die Sicht eines Mehrhundehalters: hier leben 4 Hündinnen und 2 Kater, ich setze komplett auf Deeskalation, weil ich hier Konflikte um Ressourcen halt mal so gar nicht brauche.

    Gerade eben hat jeder Kauzeugs bekommen (gut, die Kater nicht, die wurden dafür vorher beim Fressen nicht belästigt) und die können da alle miteinander irgendwo rumliegen. Klauen ist nicht!! Das lernen meine Hunde von Welpe an. Und wenn es jemand versucht, bekommt er mit mir ein Problem. Fühlt sich ein Hund unsicher mit einer Situation (Typ Junghund probiert einfach mal), reicht ein Blick zu mir und ich kümmer mich. Zugestandenes Futter gehört demjenigen, völlig diskussionsfrei. Und ich bin da nicht im Mindesten ein Konkurrent, eher jemand, der hilft. Ich glaube schon, Hunde haben ein Gefühl für Meins-Deins und zumindest sehr rudimentär auch für Fairness (ist vielleicht das falsche Wort), Berechenbarkeit?

    Beispiel von letzter Woche: ich verteile den Blutwurst-Rest kleingeschnitten an 4 Hunde und 2 Kater, die geiernd um mich rumsitzen. Hier bekommt in solchen Situationen ausschließlich der angesprochene Futter (selbst die Kater raffen das =) ). Wir sind es noch so gewohnt aus Zeiten, in denen Smilla ihre Tablette nehmen musste, dass sie zuerst bekommt. Und den Namen sag ich eh immer vorweg. Also zuerst so: "Smilla", Hand nach hinten zum schwarzen Teil haltend, passierte nichts. Enya sah mich nur groß an. Falscher Hund xD . Es ist für sie völlig klar, dass es Regeln gibt, aber nichts, was ihnen gehört, wieder weggenommen wird. Niemand macht je aus heiterem Himmel Futter streitig (und wenn, verhindere ich das). Das steht einem Giftködertraining nicht im Weg.

    und es gibt ein Importverbot was ganz einfach an der Grenze kontrolliert wird.

    Nur kurz dazu: Wir waren sehr oft mit Grisu in der Schweiz, niemand hat je was kontrolliert oder uns irgendwo / irgendwann mal angesprochen. Das ist sicher anders, wenn man in der Schweiz lebt samt Hund mit kurzer Rute oder den da anmeldet offiziell, aber sonst scheinen mir die Kontrollen eher nicht so gegeben :ka:

    (nur zur Klarheit, Grisu war ein Aussie und hatte einen NBT)

    Genau diese Frage hätte ich auch gern mal von den Usern beantwortet , die behaupten , ein BC sei ausschließlich nur dann glücklich, wenn er am Vieh arbeitet.

    Ähnliches denke ich mir auch... Ich habe schon öfter Border an Schafen gesehen und es ist absolut faszinierend, wie fein sie da reagieren und darin aufgehen, keine Frage! Vermutlich hätte ein Beagle in der Meute regelmäßig im Wald hetzend auch sein absolut bestes Leben.

    Es mag Exemplare geben, in welcher Richtung Arbeitshund auch immer, die wirklich an sonst nichts Freude empfinden und mehr oder weniger alltagsuntauglich sind. Gibt ja durchaus Jagdhund- oder Gebrauchshundzüchter, die nur intern in diesem Bereich Welpen abgeben (ebenso Border-Züchter). Ich sehe den Border da aber einfach nicht spezieller als massig an anderen Rassen, die bestimmte Befähigungen mitbringen, die sie auch gerne ausleben. Jede Rasse bringt das letztlich mit und die wenigsten Menschen können irgendeinem der nicht-Begleithund-Rassen seine ursprünglich angedachte Beschäftigung bieten. Beim Pudel (Doodle) ist es ja kurioserweise eher umgekehrt: der passt immer, völlig egal wofür der mal gezüchtet wurde...

    Heißt nicht, dass ich einen extrem hochgezüchteten Arbeits-Border, der mit normalen Umweltreizen nicht mehr klar kommt, "sportlichen Anfängern" empfehlen würde. Aber es gibt so extrem viel, was genial im Alltag mit einem Border ist und was was man an der Rasse schätzen kann und woran sie selbst auch Spaß hat...

    Enya ist wirklich absolut alltagstauglich, sehr begeisterungsfähig und sicher nicht der unglücklichste Hund auf Erden :ka: . Dass es total, absolut perfekt immer geht, keine Frage. Aber das dürfte auf die allermeisten Hunde in der Welt zutreffen... Und dann wäre an sich wirklich für fast jeden nur noch "Begleithunderasse" drin. Ich sehe den Border da gegen viele andere Rassen nicht so arg herausstechen, sofern man die Grundeigenschaften schätzt...

    Dann kam das gemecker von dem anderen Hundebesitzer. Sein Hund tut nix usw...

    Was geht den an, was du mit deinem Hund machst, so lange du den nicht tierschutzwidrig quälst :???: . Ich mein, du gehst doch nicht zur Bespaßung anderer Leute Hunde spazieren und trägst vermutlich auch kein Schild "ungefragter Besserwisser-Hundetrainer gesucht" mit dir rum. Ich finde so etwas einfach nur völlig übergriffig. Ist doch wurscht, ob sein Hund was tut oder nicht, wenn du deinen Hund auf den Arm nehmen willst (aus völlig egal welchen Gründen, hätte ja nicht mal was mit seinem Hund zu tun haben müssen), muss doch kein Fremder erst die Erlaubnis geben. Ich frag mich schon manchmal, was so einige Personen sich anmaßen über die Handlung anderer fremder Personen zu entscheiden...

    Die Frage ist ja auch, wenn die Rassen gar nicht mehr auf Arbeitsleistung gezüchtet werden, also diese eine bestimmte Arbeit (Hüten, bewachen, whatever), sind sie dann noch dazu geeignet?

    Ich denke, eine grundlegende Arbeitseinstellung kann man auch außerhalb der eigtl. angedachten Arbeit erkennen. Also Fokussiertheit, Mitdenken, leichte Lenkbarkeit, auf Distanz arbeiten können/geführt werden können, Außenreize dabei ausschalten können (ganz konzentriert auf genau diese Arbeit), aber auch abschalten können, wenn gerade nicht dran. Zumindest bei Enya sehe ich das.
    Eignung an Schafen ist sicher was anderes oder eigenständiges beschützen/wachen (nicht beim Border), das muss man in der Praxis sehen.

    Ein Schäfer hat sicher nichts davon, wenn er weiß, die Elterntiere sind super im Hoopers. Der Hoopers-Sportler aber sehr viel von der Grundveranlagung des Hundes.

    (Reizoffenheit, Nervosität, überschäumender Bewegungsdrang, ….)

    Zumindest Nervosität oder überschäumenden Bewegungsdrang brauchst du bei einem Koppelgebrauchshund ja nun sicher nicht. Meine Erfahrung ist eher, dass Enya extrem gut unterscheiden kann, jetzt passiert was (und dann ist sie 100% da) und jetzt passiert nichts (und da ist sie relaxt). Die Erwartungshaltung ist da aber sicher auch eine riesen Komponente. Fliegt da alle 10 Minuten bei einem Spaziergang ein Ball, da wäre Enya Dauer-"On", es könnte ja jederzeit passieren, sie würde sich abschießen... Weiß sie aber, in Situationen xy passiert genau nichts (hochpushendes), ist sie völlig entspannt. So denke ich sollte es auch bei einem Arbeits-Border sein. Was will ein Schäfer mit einem Hund, der ständig unter Strom steht und sich schon verausgabt hat/das Hirn weggeschossen hat, bevor die eigentliche Arbeit überhaupt los geht?
    Genauso kommt Enya wunderbar mit Ruhetagen klar. Ich denke, auch das ist etwas, was ebenfalls dem AL-Border gegeben sein sollte. Ich glaube kaum, dass irgendein Farmer will, dass sein Hund an solchen Tagen mit "überschäumendem Bewegungsdrang" wie irre über den Hof schießt :???: .

    In punkto Reizoffenheit: Shelties finde ich da "schlimmer", Enya eher sehr überlegt.

    Ändert natürlich nichts daran, dass man diesen Hundetyp problemlos unter Dauerstrom setzen kann, wenn man ihn in eine permanente Erwartungshaltung bringt oder mit Reizen überflutet oder einfach zu viel macht. Ich finde ja eher bedenklich, dass so viele Menschen denken, ein Border bräuchte täglich stundenlange Beschäftigung...

    Ich liebe an Enya eher diesen An-Aus-Schalter und wenn "An", wie unfassbar sie mitdenkt, wirklich alles gibt. Die restliche Zeit ist sie einfach ein normaler Hund. Dazu kommt, Border können ja ewig das gleiche Abspulen, das bedingt schon eine gewisse Frustrationstoleranz. Da finde ich Aussies um Längen schlimmer :ugly: . Birgt natürlich auf der anderen Seite die Gefahr von Stereotypien. Aber Frust finde ich beim Border wirklich überschaubar.

    Klar, ich schreib jetzt nur von einem SL-Border (und ein wenig Eindrücke aus dem Verein/Hundesport), und Enya neigt bspw. auch nicht zu Stereotypien oder fehlgeleitetem Hüten, aber ich finde sie wirklich nicht schwierig oder "speziell", eher sehr einfach zu führen im Alltag und dazu macht es im Sport wahnsinnig Spaß mit ihr.
    Ich schrieb ja in den Eingangszitaten schon: wir haben 5 Schafe. Und klar könnte ich jetzt versuchen bei Enya was zu wecken, Interesse von sich aus hat sie gar nicht. Aber ich brauchs fürs Handling halt nicht und Schafe sind keine Hunde-Spielzeuge. Ein gut veranlagter und gut ausgebildeter Hund macht es sicher für Schafe letztlich situativ stressfreier, bei Enya glaub ich da nicht dran...

    Also so zusammenfassend: für mich persönlich passt Enya mit all ihren Eigenschaften hervorragend und ich habe weder den Eindruck, dass ihr etwas fehlt noch dass sie gestresst im Alltag ist. Bei Begleithunden (ohne jede Abwertung!) statt Hütehunden würde mir schon so einiges fehlen (hier sind es ja aktuell 2 Shelties, ein Aussie und eben Border Enya)

    wie er auch im größten Getümmel ganz entspannt bleibt und fokussiert arbeiten und Kommandos abrufen kann..

    ...

    Natürlich sind das jetzt keine Eigenschaften, die man bei einem Koppelgebrauchshund braucht.

    wobei man das ja vielfach sieht auf Turnieren, die Fokussiertheit und anderes ausblenden können, ganz bei dem geforderten bleiben und wenn Pause ist, ist Pause. Ich find irgendwie schon, das ist recht typisch Border (so z.B. im Vergleich zum Aussie...) Also ich hätt schon gedacht, das wird zum Gesamtpaket Border dazu gehören und muss ja damit auch schon beim "Koppelgebrauchshund" seine Grundlagen haben.