Beiträge von Lucy_Lou

    Theoretisch mache ich das auch so :roll: . So von wegen kaum Kommandos und Hunde haben ja auf mich zu achten, nicht umgekehrt Theoretisch weiß ich auch, dass zuquasseln nicht wirklich hilfreich ist...
    Kommandos nutze ich tatsächlich fast nicht. Es sind mehr so die Sachen: Lucy springt auf einen Baumstumpf und schaut mich an ("hey, schau mal, ist das ein Leckerlie wert??"). Und ich sage: och nö, so doll ist das auch nicht, und Lucy seufzt einmal tief und trottet weiter :hust: . Oder eine Weggabelung, Grisu schaut mich an, ich sage: da lang. Oder Lucy kommt zu mir, schaut mich an, ich frage: na, was ist? Und ich weiß nicht wie oft ich auf einen Spaziergang "Fein" sage, wegen irgendwelchen Kleinigkeiten oder "hm?" für Blickkontakt oder ein völlig unnötiges "warte" oder "weiter"... Äh ja :ops: . Letztlich gehe ich ganz viel auf die Hunde ein, sie wollen irgendwas und bekommen immer ein Feedback, einen Streichler oder irgendein Kommentar von mir. Ich denke, in meinem Fall ist das "non verbale" auch eine Brücke, einfach mein Ding zu machen, meinen Weg zu gehen, vorzuleben was ich möchte in dem Moment (oder auch nicht) anstatt zu lenken, zu sagen... Wenn ich in eine Richtung will, brauche ich ja bloß in die Richtung zu gehen, wenn ich spielen will, kann ich ein Spiel beginnen, wenn ich stehen bleiben will, kann ich das tun. Und die Hunde reagieren entsprechend. Oft ist es aber eher so, dass ich auf die Hunde reagiere oder eben alles irgendwie ankündige. Völlig unnötig :headbash:

    Ja das ist der Punkt... Mir geht das vor allem so, wenn ich gezielt ein bestimmtes Gebiet aufsuche (z.B. mit vielen Hunden) und dann vorher schon überlege, wie machst du dies und jenes, oder wenn ich eigentlich schlecht drauf bin, viel los ist und mir dann zu viele Gedanken mache. Es läuft deutlich besser, wenn ich aus dem Bauch heraus agiere und einfach nur entspannt meinen Weg gehe, ohne mir schon im vorhinein einen Kopf zu machen. Manchmal klappt das leider noch nicht... Das Problem sind nicht meine Hunde, die reagieren einwandfrei auf mich (was dann in dem Moment halt wenig hilfreich ist :hust: ). Ich steh mir da manchmal etwas selbst im Weg :/


    Aber das ist doch gar nicht das Thema hier :suess: . Ich hatte doch gehofft, ein paar Erfahrungsberichte zu non verbalen Spaziergängen zu lesen...

    Zitat

    Dadurch sind dann die drei Jungs wieder bereit mich mehr wahr zu nehmen, da ich nicht meinen Fokus auf sie lege bzw. ihnen nicht durch ab scannen der Umgebung sie auf alles mögliche Aufmerksam mache.

    Kam ja schon öfter vor wenn ich was von dir lese: ja klar, so ist es :idee: . Eigentlich weiß ich es, aber bewusst ist es nicht... Bei Grisu mehr als bei Lucy: bin ich angespannt, am gucken, er ist es auch. Sehe ich dann was, er merkt es sofort: oh, etwas worauf man reagieren muss :schockiert: . Wobei das (in meinem Fall) nicht unbedingt was mit non verbalen Spaziergängen zu tun hat... Es sind vor allem die Spaziergänge, wenn ich denke: so, heute übst du mal und machst es besonders gut... :roll:

    Meine Hunde spielen ab und zu miteinander, wann, wie lange und was, bestimmt Lucy.
    Dein Hund ist noch jung, vielleicht verliert er die Lust am spielen noch, vielleicht ist auch euer Zweithund mit dem erwachsen werden kaum noch an Spielen interessiert. Dann hast du zwei Hunde, die beide die Auslastung von dir wollen und voneinder zumindest in dieser Beziehung nichts haben. Oder der eine geht dem anderen auf die Nerven.

    Ansonsten: ich finde zwei Hunde toll :D . So weit es die Umstände erlauben, würde ich immer wieder (mindestens) zwei nehmen. Wie sie miteinander umgehen, die Gruppendynamik und wenn der eine keine Lust auf etwas hat, ist da immer noch ein Hund, den ich bespaßen kann :D :p . Meine ergänzen sich auch prima, sind extrem unterschiedlich, was ich fast nur positiv sehe. Aber es stimmt, es ist oft auch anstrengend und gerade die Gruppendynamik darf man auch nicht unterschätzen. Ich finde es auch ganz wichtig, dass der erste Hund soweit alltagstauglich ist, leinenführig (!) und zumindest auf ein Abrufkommando und ein Abbruchkommando zuverlässig hört. Das Problem ist ja, ein Junghund orientiert sich erst mal am älteren. Sagt der "verbellen" oder "jagen" oder "durchstarten" oder "Angriff" und man als Mensch kann das nicht stoppen, hat man zwei Hunde, die sich da gegenseitig zu "Höchstleistungen" bringen...

    Eine interessante Frage ist auch, soll es ein Rüde oder eine Hündin sein? Bei einem zweiten Rüden kann es zu Auseinandersetzungen kommen in der Pubertät, bei einer Hündin kann es sein, dass die zwei im Doppelpack weder mit anderen Hündinnen noch mit Rüden verträglich sind, wenn sie nicht "teilen" wollen. Auch das u.U. wieder ein gutes Stück Erziehungsarbeit und "Nerven"...

    Auch sehr interessant: sollen die Hunde sich vom Wesen her ähnlich sein?

    Man liest ja immer mal wieder, ein Spaziergang ohne Reden kann die Aufmerksamkeit des Hundes und tatsächlich auch die Kommunikation mit ihm verbessern. Man konzentriert sich mehr auf das Wesentliche, die Körpersprache wird bewusster und der Hund ist auch gezwungen, mehr auf seinen Menschen zu achten, weil nicht immer wieder im Hintergrund ein Feedback kommt. Manchmal ergeben sich auch neue Lösungsansätze:

    Ausschlaggebend für diesen Thread war unser heutiger Spaziergang. Die Rehe sind zur Zeit in großer Zahl überall hier anzutreffen und Grisu erweitert dadurch leider seinen Radius beträchtlich. Dank meines offensichtlich nicht zu ihm passenden Antijagdtrainings im Junghundealter, denkt er, ich möchte, dass er Rehe findet… :headbash: So läuft er vor und sucht, denn wenn er eins findet, ist da die kurze Erregung des erfolgreichen Findens und unterdrücken des Impulses, sich weiter zu nähern, um dann zu mir stürmen und seine Belohnung abzuholen… Ich kann dann alle 60 Sekunden „warte“ sagen oder ihm befehlen, neben oder hinter mir zu laufen oder mit seinem Radius leben.
    Ich habe in letzter Zeit immer mal wieder „nonverbale“ Spaziergänge gemacht und an eine Erkenntnis daraus dachte ich heute, als ich zum gefühlten 1070. mal „warte“ sagte: wenn ich will, dass Grisu mehr auf mich achtet, ist es hilfreich, etwas unberechenbarer zu werden. Wenn ich will, dass er langsamer geht, ist es hilfreich, selber langsamer zu werden. Also baute ich ein paar Tempo-Wechsel ein, ging mal langsamer, mal schneller, blieb auch mal kurz stehen und binnen 2 Minuten hielt Grisu einen 5 bis 10-Meter Radius ein. Das auch, als ich dann wieder „normal“ ging. Nun ist Grisu da sicher ein sehr leichtführiger Hund, aber auch bei Lucy gab es durchaus schon den ein oder anderen aha-Effekt.

    Um noch mal auf die Einleitung zurück zu kommen (ich weiß, es fällt mir schwer, mich kurz zu fassen): Habt ihr (die ihr vielleicht auch eher viel redet mit den Hunden, wie ich :roll: ), das mal probiert? Einen Spaziergang völliges schweigen? Vielleicht mögt ihr es mal ausprobieren? Mich würden eure Erfahrungen interessieren und wo ihr Grenzen seht. Oder ob einige dieser „Grenzen“ vielleicht auch nur im eigenen Kopf existieren. Ist der Hund dann aufmerksamer, orientiert sich mehr an euch? Und meint ihr, der Effekt ist eher von kurzer Dauer, der Hund ist ja nur verwirrt :p . Es geht dabei keinesfalls um das ignorieren des Hundes. Spannend finde ich mit zwei Hunden z.B. auch nonverbales „Wald-Agility“. Besonders, da gezielt nur einen Hund anzusprechen oder parallel unterschiedliche Dinge von ihnen zu fordern.

    Zitat

    auf Wegen zwischen Wohngebäuden, bei Menschenansammlungen und in geschützten Grünanlagen besteht Leinenzwang.

    Was heißt denn "zwischen Wohngebäuden" :???: . Ist man in einer Stadt nicht automatisch die meiste Zeit "zwischen Wohngebäuden"?