Beiträge von Lucy_Lou

    Ich mag noch mal kurz einwerfen, was bluemerleaussie schon erwähnt hat: ein gutes Vorbild für den Hund sein :smile: . Sich Strategien entwickeln, wie man entspannt bleibt, Aufregung hilft meist eh nicht weiter. Der andere lernt nicht daraus, man selbst hat Stress, der Hund hat Stress... Klar, es gibt so richtig blöde Situationen, aber die meisten kann man auch positiv sehen, denn man selbst und sein Hund hat die Chance daran zu wachsen, Alternativen zu etablieren.

    Danke dir :smile:

    Ist ja leider sehr selten in Deutschland, die Rasse. Nicht so einfach, da an Informationen zu kommen. Bis auf den Jagdtrieb klingt deine Beschreibung der Hündin super :D

    So rein vom lesen her, kommt die Rasse mir recht perfekt vor. Mag apportieren und Nasenarbeit, denkt mit, nicht unterwürfig, aber mit viel Interesse an (gemeinsamer) Arbeit, reserviert Fremden gegenüber, findet Wasser gut (wir leben hier zwischen Talsperren), gute Größe, temperamentvoll...

    Was mich vor allem interessieren würde ist, wieviel Jagdtrieb und wieviel Wachtrieb (auch Schutztrieb?) die Rasse mitbringt. Und was man sonst so durch lesen von Rassebeschreibungen nicht wirklich mitbekommt.

    Schafft euch einen großen schwarzen Zweithund an, dann wird es durchaus besser :p . Nein, ich kenn so Begegnungen auch. Ich finde es immer wieder faszinierend, was die Menschen so als "normales Hallo-sagen" betrachten. Das hier z.B.:

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    Das beste war in dem Moment schreit die Frau hinter mir, ich soll meinen Hund los lassen... nur deswegen würde ja so was überhaupt passieren:schockiert:

    :hust:

    Hatte ich letztens ähnlich. Wir biegen von der Haupstraße in eine ruhige Nebenstraße ab, meine Hunde angeleint. Kommt aus einer Einfahrt ein mittelgroßer Terriermischling knurrend und bellend angeschossen. Ich bin sofort umgedreht, ruhig zurück Richtung Hauptstraße, innerlich am jubeln, weil meine Hunde völlig ruhig blieben. Terrier folgte noch 10 Meter, und drehte dann wieder ab zu schimpfendem Frauchen, das in der Einfahrt an den Mülltonnen zugange war. Ich bin davon ausgegangen, die hält den Hund jetzt fest. Nö... Bin stehen geblieben, Terrier stand knurrend immer noch frei in der Einfahrt. Ich meinte vorsichtig, ich müsste mal dort vorbei... Frau sagte: dann lassen sie ihre Hunde los, ihr Hund würde sich nur so aufregen, weil meine angeleint sind :headbash: . Nee, schon klar... Hab dann freundlich lächelnd gewartet, bis sie dann doch mal ihren Hund festgehalten hat...

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    Lucy_Lou: Würden wir alles runter fahren würden wir im Prinzip gar nichts mehr machen.

    Sorry, mein Fehler, mein eigentlicher Gedankengang war nicht Auslastung auf Null setzen, sondern Kommunikation und Erwartungshaltung. Wenn man gerde keinen Ansatz mehr hat, nicht mehr wirklich ran kommt an den Hund, altbewährtes plötzlich nicht mehr zieht, alle Seiten nur immer frustrierter werden... kann es helfen, noch mal auf Anfang zu gehen. Es fährt sich ja fest, die Erwartungshaltungen von beiden Seiten sind da, Reaktionsmuster... das schafft zum einen Berechenbarkeit (dein Hund weiß genau, was er wann von dir erwarten kann, was du wann ernst meinst etc.), zum anderen führt es aber auch zu Betriebsblindheit.

    Ich hatte es schon mal ähnlich beschrieben: bei uns hat sehr geholfen, sich auf die Basics zu konzentrieren. Keine Kommandos, keine "Auseinandersetzungen" mit zweifelhaftem Ausgang, möglichst keine konkreten Erwartungen (positiv wie negativ, vieles ist self-fulfilling-prophecy, gerade mit einem Aussie). Also ganz konkret schauen: worauf reagiert der Hund eigentlich? Und was an mir nimmt er war? Was kommuniziere ich ihm (und das kann etwas völlig anderes sein, als das, was ich gerade sage oder kommunizieren will.

    Eckpunkte wären: kein Kräftemessen mehr, zumindest keins, bei dem ich nicht sicher weiß, wie es ausgeht oder das sich aufschaukeln kann. Kein rufen auf Verdacht, kein Versuch, den Hund fürs Zerrspiel zu begeistern, kein "anbiedern". Dann: in möglichst ruhiger Umgebung Spaziergänge ohne verbale Kommunikation und möglichst ohne konditionierte Handzeichen machen. Schauen, wie man ohne rumgehampel trotzdem Aufmerksamkeit bekommt. Oder den Hund in Spannung versetzt. Oder Ruhe kommuniziert. Auch wichtig: den Hund körpersprachlich auf Distanz halten, hinter sich halten, an einer Stelle halten. Nicht erzwingen, aber rantasten. Schauen, was kommt beim Hund wie an. Zur Not eine Schleppleine dran, wenn der Hund sich sonst völlig selbständig macht. Die nicht zur Durchsetzung von Kommandos nutzen, sondern rein, damit er keinen Blödsinn macht oder "verschwindet". Es ist reines Kommunikationstraining. Wenn der Hund mitmacht, anbietet, aufmerksam ist... kann man ja durchaus auch in Richtung beliebter Aktionen/Spiele gehen. Also z.B. nonverbal blocken, Spielzeug werfen, körpersprachlich Erlaubnis zum holen geben. Oder Wald- und Wiesen-Agility, ein Zerrspiel, Trickdogging.... Es ist erstaunlich, was der Hund an "Kommandos" beherrscht, ohne dass man einen Ton sagt oder Handzeichen gibt! Mich haut das immer wieder um... Je nachdem kann man sicher auch Futter gut einbauen. Mitarbeit soll sich ja lohnen für den Hund. Nur muss man schauen, was der Lohn sein kann. Entspannung, gewünschte Tätigkeit (was weiß ich, anderen Hund begrüßen, nach Mäusen buddeln, Slalom durch die Beine laufen...) oder eben auch Futter. Komplette Handfütterung fände ich auch nicht völlig verkehrt, sofern man mit dem Futter nicht lockt, es nur in gemeinsame "Arbeit" einbaut (Jagdspiele z.B.).

    Auch für den Hund unberechenbarer werden. Zwischendurch anleinen, hinter sich gehen lassen, nicht ableinen, wo man es sonst immer tut, an der Hundewiese vorbei laufen, ablegen und alleine mit dem Spielzeug spielen, nicht die nette Nachbarin begrüßen, nicht zum Bach runter laufen, oder auch das Durchbrechen üblicher Fütterungsrituale. Den Hund also auch ein wenig auf 0 bringen.

    Wenn der Hund hochdreht, kommentarlos auf den Platz, rausschicken oder hinter sich abliegen lassen, je nach Situation. Dann Abschalttraining an belebten Orten. Oder mal ein Spaziergang, der zu 80% aus "warten" besteht.

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    :hust: Gestern abend hat es zw. Juri und Lee wohl geknallt. Ich war nicht dabei und kenne daher nur die Erzählung. Er hat Lee wohl wieder mal umgebombt und diesmal hatte sie angeblich die Schnauze voll und hat mit ihm den Boden gewischt :nixweiss: Er hat sich dann kurz gewehrt und bekam nochmal nen Einlauf von ihr.
    Löcher hat jedenfalls keiner..

    Klingt doch optimal :???: . Vielleicht lernt er draus? Bei eigenen Hunden bin ich da sehr schmerzfrei... Ich vermute mal, du kannst Lee eh vertrauen, dass sie da nicht völlig überreagiert?!

    Ich bin ja grad fast froh, dass es doch auch andere mit Jungrocker-Aussie-Problemen gibt :p :D . Liegt also doch nicht nur an mir :hust: . Grisu hat mich im Alter zwischen ungefähr 6 Monaten und 2 Jahren regelmäßig zum verzweifeln gebracht... Austesten, überhören, Ressourcen verteidigen, sich mit anderen Rüden anlegen, auf Verdacht explodieren... haben wir alles durch...

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    Einen weiteren haben wir getroffen - ist an uns vorbei - Samson hat geknurrt - ich hab RUHE klar und deutlich gesagt und er hat direkt aufgehört. Lobe ich dann direkt (überschwenglich oder normal?) oder mache ich am besten gar nichts?

    Ich würde ruhig "fein" sagen, mehr nicht. Er zeigt da kein super-duper Ausnahme-Party-Verhalten, wenn er dem anderen dann doch nicht an die Kehle will, sondern das sollte normal sein. Finde ich. Zumal ich bei Grisu auf der einen Seite immer das große Problem von sofort etablierten Verhaltensketten hatte (habe) und zu viel Lob ihn auch einfach aufdreht (im Sinne von: oh, also doch wichtig, doppelt aufmerksam und angespannt sein in Zukunft!!!) Ok, das gilt vermutlich nicht für jeden Hund.

    Ich habe bei Grisu die Erfahrung gemacht, wenn ich will, das ein bestimmtes Verhalten für ihn selbstverständlich wird (z.B. nicht den anderen Hund provozieren, weil er den grad auf Verdacht doof findet), muss ich ihm das so mitteilen: selbstverständlich bleiben wir ruhig!

    Wirklich Tips habe ich sonst nicht. Ich habe geschaut, wann reagiert Grisu wie, um Situationen frühzeitig erkennen zu können. Was auch nicht immer einfach ist, wenn der Hund von jetzt auf gleich von 0 auf 100 ist... Ich habe es so gemacht: mit den meisten Hunden ist Grisu verträglich und beim Rest habe ich mittlerweile einen ganz guten Blick dafür entwickelt und lasse Kontakt gar nicht erst zu. Wenn es knallt, pflück ich ihn halt raus :hust: . Wenn er provoziert oder "den Blick" bekommt, wenn sich ein Hund "seinen" Ressourcen nähert, gibt es eine klare Ansage. Zur Not schicke ich ihn weg oder lege ihn auf Distanz ab, falls wir nicht einfach aus der Situation gehen können.

    Jeany: bei deinem Post dachte ich, vielleicht einfach mal alles runter fahren? Ich kann da ja nur von Grisu ausgehen und weiß weder, ob es auf deinen Hund passt oder überhaupt ein allgemein gelungenes Vorgehen ist. Aber Grisu z.B. spielt nur, wenn er entspannt ist und macht Arbeit dann, wenn er sie wichtig findet. Ein Spiel als Belohnung geht nicht und allgemein über Spiel/Futter in schwierigen Situationen gehen, schon mal gar nicht. Das überdreht sein kann auch Stress bedeuten. Nicht im Sinne von zu viel machen oder so, sondern im Sinne von: der Hund meint, sich um vieles kümmern zu müssen und ist damit überfordert. Das kann sich ja ganz unterschiedlich ausdrücken. Wie ist denn so seine Frustrationstoleranz in verschiedenen Situationen? Wäre auch noch ein Ansatz, bzw. ein möglicher Auslöser. Die Grundeinstellung, es sollte jetzt (!!!) was passieren, es sollte sich jetzt (!!!) jemand kümmern, ich sollte jetzt (!!!) etwas bekommen (oder zumindest niemand anders...)

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    Bela von Jennja ist kastriert aufgrund eines innenliegenden Hodens und soviel ich weiss ist auch Grisu kastriert, da weiss ich aber den Grund nicht.
    LG
    Gammur

    Grisu haben wir mit knapp 1,5 Jahren kastrieren lassen, hm, ich gebe zu, um es leichter zu haben :hust: . Lucy ist nicht kastriert und für sie käme eine Kastration für mich nicht in Frage. Grisu hat bei der letzten Läufigkeit vor der Kastration so heftig reagiert, dass ich es einfach nicht mehr wollte mit Hündin und Rüde unkastriert. Also musste er dran glauben. Grisu hat sich vom Wesen her überhaupt nicht geändert und auch sein Verhalten Hündinnen und Rüden gegenüber hat sich nicht geändert. Er nimmt jetzt allerdings Lucys Läufigkeiten lockerer ;)

    Anfangen würde ich gar nicht mal mit Kommandos, sondern schauen, worauf sie überhaupt reagiert, positiv wie negativ. Ich würde schauen, dass der Hund sich allgemein an mir orientiert, wobei der Ansatz da ganz vom Hund abhängt. Also z.B. Sicherheit vermitteln, Grenzen setzen, gemeinsam die Umwelt erkunden... Dann würde ich schauen, woran hat der Hund Spaß? Denkspiele, Suchspiele, schnüffeln, Wald- und Wiesen-Agility... und darüber dazu kommen, dass der Hund Freude an der Zusammenarbeit mit mir entwickelt. Und sonst käme es halt ganz darauf an, wo die Probleme liegen...

    Dass der Ersthund erst mal verunsichert ist, halte ich schon für normal. Ist ja eine ganz neue Situation, der muss ja auch erst mal schauen, was das bedeutet für ihn, was sich ändert... Bevorzugen, ihn zur Nr1 machen würde ich keinesfalls. Das müssen die Hunde unter sich klären und künstlich kannst du daran nicht wirklich etwas ändern. Mach viel getrennt mit den beiden und bei Übungen würde ich von Anfang an ein Ruhekommando für den Hund einführen, der gerade nicht dran ist. Das halte ich für extrem wichtig bei zwei Hunden, um zusammen üben und spielen zu können. Jeder ist mal dran, jeder bekommt seine Aufmerksamkeit, aber dann, wenn ich das möchte. Das begreifen Hunde und dann ist es okay.