Beiträge von l'eau

    Eine Frage noch in die Runde. Wenn ihr ein (aversives) Abbruchsignale verwendet und der Hund sein Verhalten daraufhin abbricht, lobt/bestätigt ihr das dann? Und wenn ja/nein, aus welchem Grund?

    Bei mir hat sich leider eingeschlichen, dass ich das Befolgen des Abbruchs lobe (Verdammt! Ich lobe meine Viechers halt gern!) - bei Jin geht das, aber bei Sookie hat sich der Abbruch so wohl aufgeweicht, so dass ich den jetzt nochmal etwas nacharbeiten muss und arg an meinem Verhalten arbeiten muss; mir haut halt leider niemand direkt auf die Finger, wenn ich es falsch mache - dann würd ich's schneller lassen |)

    wenn die BH ansteht werde ich, wie bei Kalle auch schon, das anspringen wieder ein paar Wochen verbieten und danach darf Loki dann wieder.

    Bei Sookie war das Anspringen von Fremden eigentlich schon völlig abgehakt. Bei der Chipkontrolle der BH hat sie dann zur Begrüßung den Richter angesprungen |) Zum Glück ein sehr netter und entspannter Mann, der das nicht großartig bewertet hat...


    Der kleine Quatschkopf musste sich heute im Büro übergeben. Warum? Weil sie einen dieser kleinen, harten "Tannen-"Zapfen gefressen hatte :shocked: Ich hab keine Ahnung, warum sie das gemacht hat - und hab's auch beim Spaziergang gar nicht mitbekommen :ka: Nun, immerhin ist ihr Magen klüger als sie. Aber a weng schlecht war ihr hinterher trotzdem noch, sie hatte auch recht viel Magensäure erbrochen - ich hatte keine Kekse mehr, kurz bevor ich mein Vesper geteilt hab, fiel mit ein, dass es ja noch eine Kollegin gibt, die den Mädels regelmäßig Kekse geben darf - also sind wir kurz rüber und die Kollegin durfte mal ihrer Fütterungslaune freien Lauf geben. Ich hoffe nur, Sookie verknüpft das nicht miteinander :pfeif:

    Whippet klingt gut, aber ist schwer im Tierheim zu finden und beim Züchter sehr teuer.

    Der Whippet gehört eigentlich zu den Rassen im Mittelfeld (1.400 bis 2.000 € - gibt zwar auch Züchter die mehr nehmen, aber von denen, wo ich das weiß, würd ich eh die Finger lassen) - ein Doodle wäre trotz Mischling um ein Vielfaches teurer. Ganz abgesehen davon: wenn's scho am Anschaffungspreis hakt, solltest du nochmal genau überlegen, wie deine Finanzen aussehen, ob du dir den Unterhalt eines Hundes überhaupt leisten kannst. Gerade, wenn plötzliche TA-Kosten auftreten.

    tägliche Spaziergänge, mal 30–60 Minuten

    Den langen Spaziergang des Tages sollte man mit ca. 60 Minuten planen, hinzu kommen natürlich noch 2-3 Pinkelrunden (beim gesunden, erwachsenen Hund - bei Welpen/kranken Hunden entsprechend öfter). Bei mir ist's derzeit krankheitsbedingt weniger, aber dafür hab ich einen Garten und laste die Hunde noch anderweitig aus. Außerdem sind's 2, da ist scho ein andres Miteinander und Spielen möglich, als bei Gassibekanntschaften.

    gemeinsam Toben am Anfang = guten Konzentration und Mitarbeit. Heute waren 2 neue Hunde dabei, aber eigentlich war die Gruppe klein genug (4 Hunde + Hund der Trainerin); gemeinsames Toben gab es aber erst am Ende.

    Dann hat dein Hund vmtl. die Erwartungshaltung, dass erst getobt und dann gearbeitet wird. Freilich kann er sich nicht konzentrieren, wenn er die ganze Zeit aufs Toben wartet.

    Je nachdem, was dein Ziel ist, würde ich Toben auf dem Hundeplatz ganz sein lassen, so dass sich der Platz als Arbeitsort etabliert.

    Ganz fehlt, welcher Charakter ist gewünscht

    Ist für manche Hundeanfänger auch schwer in Worte zu fassen oder man gehört zu den Menschen, die relativ flexibel sind.

    Bzw. man kann schon rauslesen, dass Wacheigenschaften eher unerwünscht sind (beißt sich u.U. mit dem Leben im Mehrfamilienhaus), sowie Eigenschaften, die viel Training/Arbeit erfordern (also Hunde, die eine Arbeit/ein Hobby brauchen, um glücklich zu sein - wie halt Gebrauchshundesport, Mantrailing etc.).


    und was bekommt Hund geboten.

    Das find ich, kann man schon rauslesen: Alltagsbegleitung und normale Spaziergänge, eher kein Hundesport. Aber Kleinigkeiten, die man (nebenbei) machen kann, sind wohl auch in Ordnung - also Laien-Apportiertraining oder vllt auch Tricktraining.

    Ich hab keine Ahnung von Nackthunden, stelle es mir nur ähnlich wie bei Nacktkatzen schwierig vor bei Kälte oder Hitze/Sonne.

    Jain. Nackthunde brauchen ggf. auf weißen Hautpartien Sonnenschutz (das kann auch bei Kurzhaarhunden der Fall sein) und in der kalten Jahreszeit Klamotten - wie halt auch Kurzhaarhunde.

    Es ist alles auch eine Frage der Gewöhnung: die Züchterin meiner Mädels hat eine eher kalte Wohnung. Dementsprechend sind ihre Whippets draußen auch weniger kälteempfindlich als meine Mädels, welche den ganzen Tag in einer angenehm warmen Wohnung hocken. So ist's auch bei Nackthunden.

    Grundsätzlich sind Nackthunde aber ziemlich hitzetolerant.

    Freilich alles in einem gewissen Maß. Manche Individuen frieren schneller, andren ist schneller warm - wie bei uns Menschen auch.

    Hund ohne Fell - da bliebe ja praktisch nur noch Nackthunde :ka:

    Die können auch nicht viel raus :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Warum sollten sie das nicht können?

    Alle Nackthunde, die ich kenne, gehen genauso raus, wie jeder andre Hund auch :ka:

    Allerdings ist der einzige anfängertaugliche Nackthund der Chinese Crested, welcher aber dank Schopf, Ruten- und Beinpuschel trotzdem Fellpflege braucht. Sowohl der peruanische als auch der mexikanische Nackthund sind halt Hunde vom Urtyp - das muss man charakterlich wollen und ist eher nicht so der einfache Alltagsbegleiter, der hier gesucht wird. Der American Hairlessterrier ist als Terrier mMn auch nicht das, was hier gesucht wird.

    Allerdings hat die TS auch nie geschrieben, dass sie einen Hund ohne Fell möchte, sondern einen mit wenig Pflegeaufwand - was ich absolut nachvollziehen kann.

    Es liest sich so ein bisschen, als sollte der hund möglichst wenig Dreck, arbeit, mühe, Aufwand machen. Dass kann schriftlich anders rüber kommen als es vielleicht praktisch gedacht ist.

    Ich hab's wohlwollend ausgelegt und daher zum Whippet geraten - auf den trifft das ansich alles mehr oder weniger zu.

    Alle 1-3 Wochen muss man die Krallen kürzen.

    Meine Mädels neigen etwas dazu, Parfum (Menschen nennen es Wildkot und tote Tiere) aufzulegen, dann muss man sie duschen. Aber tatsächlich hält auch Geruch nicht sehr fest am Fell: Weihnachten hatte Sookie sich Parfum aufgelegt und ich hatte bei meiner Mama kein Hundeshampoo, hab sie daher mit meiner Entspannungs-Lavendel-Dusche gewaschen - Hund roch danach wieder wunderbar.

    Außerdem putze ich meinen Mädels nahezu täglich die Zähne - aber das würde meiner Beobachtung nach sehr vielen Hunden gut tun und nimmt jeden Tag nur 2-3 Minuten in Anspruch.

    Ihre Pullover/Mäntel müssen gelegentlich in die Waschmaschine - aber das müssen die eigenen Klamotten ja eh, also gar kein zusätzlicher Aufwand.

    Es ist weder Bürsten, noch Kämmen, noch Trimmen nötig und auch keine regelmäßige Reinigung der Ohren.

    Konkrete Beispiele grad vom Gassi:

    Nachdem ich die letzten Monate die Mädels extrem selten an der Leine hatte und Sookie jetzt beim Urlaub auch wenig (sinnvolles) Feedback fürs Ziehen bekommen hat (dafür reicht meine Konzentration einfach nicht, wenn ich zusammen mit andren Menschen unterwegs bin) sowie einmal die ultimative Bestätigung dafür bekommen hat (war ohne mich mit meinem Bruder unterwegs, welcher schließlich die letzten 100m heim gejoggt ist, weil der kleine Hund so stark gezerrt hat - entgegen meiner Erwartung fand sie es nämlich nicht ganz so toll ohne mich mit meiner Familie spazieren zu gehen), zerrt sie nun ziemlich arg an der Leine. Leinenführigkeit ist hier eh nie super, weil ich zu inkonsequent bin, aber meistens soweit ok, dass maximal leichter Zug auf der Leine ist und nicht gezerrt wird.

    So, nun ist's hier grad teils glatt, weil (festgetretener) Schnee. Auf'm Hinweg gab's zeitweise "Management": Sookie hatte neben mir zu gehen. Dabei nehm ich die Leine etwas kürzer, geb das Signal ("bei mir") und blocke den Hund, wenn er vor mich kommt. Gelobt wird, wenn sie brav neben mir geht. Ist ein bisschen schwierig, weil zu starkes Lob zu Vorprellen führen kann, daher bin ich bei Lob vorsichtig. Kekse gibt's keine, weil mir fehlt dafür eine Hand (Jin ist auch noch dabei). Sookie versteht das schnell. Sie ist auch kein Hund, der sich schnell verunsichern lässt. Außerdem verlang ich das nur eher kurze Strecken - denn auch ich muss hier sehr konzentriert sein, um den Block rechtzeitig auszuführen (einmal war ich abgelenkt und hab Sookie mit dem Knie gestoßen - wie gesagt, sie lässt sich da nicht von verunsichern, bei einem andren Hund könnt das fatal sein).

    Normalerweise dürfen die Mädels aber die volle Leinenlänge (2 m) ausnutzen. Da arbeite ich mit Korrekturlaut ("ah ah") kurz bevor die Leine sich spannt und zuppeln sobald sie sich spannt. Ruhiges, verbales Lob, solange die Leine locker ist (gleiches Problem wie oben - ich muss sehr genau aufpassen, wie ich lobe, damit Hund nicht vorprellt). Für richtig tolles Laufen und/oder selbstständig Spannung raus nehmen gibt's hier auch Kekse. Reagiert Hund weder auf Korrekturlaut noch aufs Zuppeln bleibe ich stehen und warte, dass Sookie die Spannung raus nimmt. Je nachdem lade ich sie dann zum loslaufen erstmal dazu ein, zu mir zurück zu kommen (damit sie nicht gleich wieder in die Leine knallt), manchmal quatsche ich sie dann auch etwas zu, damit sie ein Stückle brav neben mir läuft (z.B. bis das, was ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt ist passiert ist).

    Ich arbeite hier also mit einer relativ komplexen Mischung. Wobei ich weiß, dass das alles andre als ideal ist. Aber: mir fehlen Geduld und Konsequenz die Leinenführigkeit richtig zu üben. Mit meiner Mischung bekomme ich eine leidliche Leinenführigkeit, die die meiste Zeit für unsre Verhältnisse völlig ausreichend ist bzw. kann ggf. über das Kurznehmen der Hunde eine passable Leinenführigkeit faken :pfeif:

    Wobei ich wohl hier mit Sookie das Problem habe, dass sie für die Leinenführigkeit viel klarere Anweisungen als Jin braucht. Da muss ich wohl nochmal mehr Energie und auch ein paar positive Leinenführigkeitsübungen rein stecken.


    Gegen Ende des Spaziergangs kam uns ein fremder Golden Retriever-Rüde entgegen. Relativ schmaler Weg ohne Ausweichmöglichkeit, die Mädels angeleint aber vor mir. Ich hab beide Mädels zu mir geholt und es gab verbales Lob und Kekse. Dann hab ich gesehen, dass das Frauchen uns nicht (richtig) wahrnimmt und um Anleinen gebeten. Derweil sie den Rüden angeleint hat, hab ich die Mädels auf die abgewandte Seite sortiert und freundlich auf sie eingequatscht. Dann sind wir auf den Rüden zu, dieser wurde netterweise auch abgewandt geführt. Jin war relativ angespannt, also gab es ein (aversiv auftrainiertes) Abbruchsignal - eine sichtbare Reaktion von Jin gab's darauf nicht, aber sie hat nicht losgebrüllt, was ja das Ziel war. Außerdem konnte ich kurz die Aufmerksamkeit von den Mädels nehmen und mich im Vorbeigehen fürs Anleinen bedanken. Am Ende gab's nochmal ein großes Lob fürs brave Passieren an die Mädels.


    Rückruf/-pfiff hab ich heute mehrfach benutzen müssen (schneeblöde Köter sind was schönes :hust:). Gibt für jede Ausführung verbales Lob und Kekse. Ok, einmal gab's nur verbales Lob mit dem Text: "Hast du jetzt etwa den Rückruf provoziert du Quatschkopf, du weißt doch, dass du nicht so weit vor laufen sollst." (oder so ähnlich) Alles liebevoll gesäuselt :pfeif: Außerdem hab ich den Rückpfiff noch "aufgeladen": In jede Hand mehrere Kekse, jeden Hund an eine Hand andocken lassen, rückwärtsgehen derweil mehrfach (mit Abstand) pfeifen und für jeden Pfiff Keks in den Hund bis die Hände leer sind. Am Ende ganz toll freuen und die Mädels frei geben.


    Fürs Fressenwollen von irgendeinem Kot, welcher gefroren wohl besonders lecker war und daher zum Ignorieren des Abbruchs führte, gab's einen schnellen Schritt auf Sookie zu sowie einen Schulterstüber, da sie auf meine Körpersprache nur so mäßig beeindruckt reagiert hat. Trainingsfehler meinerseits, weil ich den Abbruch wohl durch Loben hinterher, wenn sie von der verbotenen Handlung abgewichen ist, aufgeweicht habe. Da muss ich ein bissle nachbessern und aufpassen. Aber auch der Schulterstüber wird hier nicht als sehr starke Strafe wahrgenommen, sondern führt "nur" zum kurzen Blickabwenden und der Hund läuft fröhlich weiter.

    Übrigens hätte hier ein positiver Abbruch (z.B. unser Schau-Signal) nur dazu geführt, dass Sookie nach Abgreifen der Belohnung wieder zum Kot hin wär - hab ich scho vor einiger Zeit mal (unfreiwillig) getestet, das klappt ansich nur, wenn die Mädels an der Leine sind und wir dann während es Belohnens weitergehen, so dass sie nimmer an den Kot (oder was auch immer) ran kommen.


    Und natürlich gab's immer wieder verbales Lob fürs umorientieren und auch fürs Anzeigen von "was auch immer" im Wald - bei letztem auch mal Kekse für, wenn besonders schön angezeigt wurde bzw. es ersichtlich war, dass Hund sich besonders zammgerissen hat.