Konkrete Beispiele grad vom Gassi:
Nachdem ich die letzten Monate die Mädels extrem selten an der Leine hatte und Sookie jetzt beim Urlaub auch wenig (sinnvolles) Feedback fürs Ziehen bekommen hat (dafür reicht meine Konzentration einfach nicht, wenn ich zusammen mit andren Menschen unterwegs bin) sowie einmal die ultimative Bestätigung dafür bekommen hat (war ohne mich mit meinem Bruder unterwegs, welcher schließlich die letzten 100m heim gejoggt ist, weil der kleine Hund so stark gezerrt hat - entgegen meiner Erwartung fand sie es nämlich nicht ganz so toll ohne mich mit meiner Familie spazieren zu gehen), zerrt sie nun ziemlich arg an der Leine. Leinenführigkeit ist hier eh nie super, weil ich zu inkonsequent bin, aber meistens soweit ok, dass maximal leichter Zug auf der Leine ist und nicht gezerrt wird.
So, nun ist's hier grad teils glatt, weil (festgetretener) Schnee. Auf'm Hinweg gab's zeitweise "Management": Sookie hatte neben mir zu gehen. Dabei nehm ich die Leine etwas kürzer, geb das Signal ("bei mir") und blocke den Hund, wenn er vor mich kommt. Gelobt wird, wenn sie brav neben mir geht. Ist ein bisschen schwierig, weil zu starkes Lob zu Vorprellen führen kann, daher bin ich bei Lob vorsichtig. Kekse gibt's keine, weil mir fehlt dafür eine Hand (Jin ist auch noch dabei). Sookie versteht das schnell. Sie ist auch kein Hund, der sich schnell verunsichern lässt. Außerdem verlang ich das nur eher kurze Strecken - denn auch ich muss hier sehr konzentriert sein, um den Block rechtzeitig auszuführen (einmal war ich abgelenkt und hab Sookie mit dem Knie gestoßen - wie gesagt, sie lässt sich da nicht von verunsichern, bei einem andren Hund könnt das fatal sein).
Normalerweise dürfen die Mädels aber die volle Leinenlänge (2 m) ausnutzen. Da arbeite ich mit Korrekturlaut ("ah ah") kurz bevor die Leine sich spannt und zuppeln sobald sie sich spannt. Ruhiges, verbales Lob, solange die Leine locker ist (gleiches Problem wie oben - ich muss sehr genau aufpassen, wie ich lobe, damit Hund nicht vorprellt). Für richtig tolles Laufen und/oder selbstständig Spannung raus nehmen gibt's hier auch Kekse. Reagiert Hund weder auf Korrekturlaut noch aufs Zuppeln bleibe ich stehen und warte, dass Sookie die Spannung raus nimmt. Je nachdem lade ich sie dann zum loslaufen erstmal dazu ein, zu mir zurück zu kommen (damit sie nicht gleich wieder in die Leine knallt), manchmal quatsche ich sie dann auch etwas zu, damit sie ein Stückle brav neben mir läuft (z.B. bis das, was ihre Aufmerksamkeit auf sich gelenkt ist passiert ist).
Ich arbeite hier also mit einer relativ komplexen Mischung. Wobei ich weiß, dass das alles andre als ideal ist. Aber: mir fehlen Geduld und Konsequenz die Leinenführigkeit richtig zu üben. Mit meiner Mischung bekomme ich eine leidliche Leinenführigkeit, die die meiste Zeit für unsre Verhältnisse völlig ausreichend ist bzw. kann ggf. über das Kurznehmen der Hunde eine passable Leinenführigkeit faken 
Wobei ich wohl hier mit Sookie das Problem habe, dass sie für die Leinenführigkeit viel klarere Anweisungen als Jin braucht. Da muss ich wohl nochmal mehr Energie und auch ein paar positive Leinenführigkeitsübungen rein stecken.
Gegen Ende des Spaziergangs kam uns ein fremder Golden Retriever-Rüde entgegen. Relativ schmaler Weg ohne Ausweichmöglichkeit, die Mädels angeleint aber vor mir. Ich hab beide Mädels zu mir geholt und es gab verbales Lob und Kekse. Dann hab ich gesehen, dass das Frauchen uns nicht (richtig) wahrnimmt und um Anleinen gebeten. Derweil sie den Rüden angeleint hat, hab ich die Mädels auf die abgewandte Seite sortiert und freundlich auf sie eingequatscht. Dann sind wir auf den Rüden zu, dieser wurde netterweise auch abgewandt geführt. Jin war relativ angespannt, also gab es ein (aversiv auftrainiertes) Abbruchsignal - eine sichtbare Reaktion von Jin gab's darauf nicht, aber sie hat nicht losgebrüllt, was ja das Ziel war. Außerdem konnte ich kurz die Aufmerksamkeit von den Mädels nehmen und mich im Vorbeigehen fürs Anleinen bedanken. Am Ende gab's nochmal ein großes Lob fürs brave Passieren an die Mädels.
Rückruf/-pfiff hab ich heute mehrfach benutzen müssen (schneeblöde Köter sind was schönes
). Gibt für jede Ausführung verbales Lob und Kekse. Ok, einmal gab's nur verbales Lob mit dem Text: "Hast du jetzt etwa den Rückruf provoziert du Quatschkopf, du weißt doch, dass du nicht so weit vor laufen sollst." (oder so ähnlich) Alles liebevoll gesäuselt
Außerdem hab ich den Rückpfiff noch "aufgeladen": In jede Hand mehrere Kekse, jeden Hund an eine Hand andocken lassen, rückwärtsgehen derweil mehrfach (mit Abstand) pfeifen und für jeden Pfiff Keks in den Hund bis die Hände leer sind. Am Ende ganz toll freuen und die Mädels frei geben.
Fürs Fressenwollen von irgendeinem Kot, welcher gefroren wohl besonders lecker war und daher zum Ignorieren des Abbruchs führte, gab's einen schnellen Schritt auf Sookie zu sowie einen Schulterstüber, da sie auf meine Körpersprache nur so mäßig beeindruckt reagiert hat. Trainingsfehler meinerseits, weil ich den Abbruch wohl durch Loben hinterher, wenn sie von der verbotenen Handlung abgewichen ist, aufgeweicht habe. Da muss ich ein bissle nachbessern und aufpassen. Aber auch der Schulterstüber wird hier nicht als sehr starke Strafe wahrgenommen, sondern führt "nur" zum kurzen Blickabwenden und der Hund läuft fröhlich weiter.
Übrigens hätte hier ein positiver Abbruch (z.B. unser Schau-Signal) nur dazu geführt, dass Sookie nach Abgreifen der Belohnung wieder zum Kot hin wär - hab ich scho vor einiger Zeit mal (unfreiwillig) getestet, das klappt ansich nur, wenn die Mädels an der Leine sind und wir dann während es Belohnens weitergehen, so dass sie nimmer an den Kot (oder was auch immer) ran kommen.
Und natürlich gab's immer wieder verbales Lob fürs umorientieren und auch fürs Anzeigen von "was auch immer" im Wald - bei letztem auch mal Kekse für, wenn besonders schön angezeigt wurde bzw. es ersichtlich war, dass Hund sich besonders zammgerissen hat.