Beiträge von terriers4me

    Bei uns war das eindeutig ein längerer Prozess, die ursprünglich sehr scheuen Wölfe müssen genau beobachtet und am Ende gelernt haben, dass es in Menschennähe ungefährlich ist.

    Den Spuren nach hat es lange gedauert, auf die Weide in Egestorf zu kommen, da sind sie immer wieder außen rumgelaufen und haben versuchsweise gegraben ,bis sie die eine Stelle hatten ,an der die Erdanker weit genug auseinander zum Durchschlüpfen waren. Das muss richtig lange gedauert haben, und in der Pension nebenan war noch Leben. Das hat sie aber kein Stück mehr gestört, ganz anders als in all den Jahren vorher, in denen sie so heimlich waren, dass das Rudel trotz zahlreicher Wildkamerabilder nie offiziell wurde. Die Tiere haben wirklich lange beobachtet, gelernt und die richtigen Schlüsse gezogen. Leider. Lasst es bloß nicht soweit kommen - aber die Schweiz ist da ja eindeutig klüger.

    Wir drücken Daumen und Pfoten dafür, dass bei euch den Anfängen gewehrt wird, anders geht es einfach nicht. Hier in Niedersachsen dürfen Wölfe tun und lernen, was immer sie wollen, und verhalten sich in unserer Ecke wie das lebende Modell von Valerian Geist: Neun Jahre vollständig reibungsloses Zusammenleben, Wölfe unsichtbar im Wald, alles schick, alle zufrieden.

    Letzten Winter wurden sie plötzlich tagsüber sichtbar, erlegten und fraßen Wild in Gärten, spazierten über Grillplätze - und so weiter. Tenor, auch hier im Thread: ist doch alles normal. Ich schätze mal, das wäre der Moment zum Eingreifen gewesen, vielleicht ein zur Bestandsregulierung geschossenes Jungtier, und sie wären wieder scheu geworden wie eh und je. Aber wie gesagt: ich schätze.

    Es passierte also nichts, und diesen Sommer explodierte es dann quasi wie aus dem Nichts : Wölfe ,die tagsüber ungerührt durch die Dörfer streiften, im Wald verfolgte Reiter (angeblich auch alles normal, die kleinen Racker sind ja neugierig), und zum Herbst, zum ersten Mal, Risse, Risse, Risse. In einer Woche über 50 Schafe und Ziegen, die 27 Schafe direkt im Dorf. Die Weide war eigentlich gut abgesichert, sogar mit Erdankern überall, aber die Wölfe haben in aller Ruhe den Zaun so lange inspiziert, bis sie an einer Ecke die Schwachstelle hatten, und sich dann, 50 Meter vom nächsten Haus, durch eine ganz enge Lücke reingebuddelt. Ein höllisches Massaker, Tiere lebend zerfetzt (der Zaun war zu gut zum Ausbrechen), gefressen kaum was, Konsequenzen natürlich keine. War ja nicht genügend geschützt. Woche drauf: 30 Schafe und Ziegen, dicht am Hof, auf dem ich früher meine Ponys hatte. Und so weiter.

    Hier ist also das friedliche Zusammenleben nach 9 Jahren vorbei, unsere ehemaligen Musterwölfe haben in aller Ruhe lernen können, dass ihnen nirgendwo Gefahr droht, haben ausgetestet und sich für den bequemen Weg entschieden, obwohl es im Wald noch gut Wild gibt, und dieses Jahr rekordverdächtig Nachwuchs produziert. Sieben Welpen ,alle großgeworden, alle gut angelernt. Fortsetzung folgt.

    Um Himmels Willen, das geht bei euch ja ab, wie es hier in Niedersachsen losging - nur dass es hier in unmittelbarer Nähe die letzten 30 Toten auf einen Schlag kaum noch in die Lokalzeitung geschafft haben - Alltag. Ich wünsche euch wirklich sehr, dass euch solche Eskalation erspart bleibt, und erst recht ein solcher Alltag!

    So ganz ohne Halsband oder sonstwas, an dem ihn der Angegriffene wenigstens hätte packen können? Das wäre zumindest hier in der Ecke (Niedersachsen, Hamburg-Nähe) wirklich total ungewöhnlich, obwohl einiges an Idioten vertreten ist. Und wenn es ein "nackt" ausgerissener, in der Ecke ansässiger Hofhund war, stellt sich doch wieder die Frage: Wie überlebt der im gleich doppelten Wolfsrevier?

    Scheiße. Und ALLES Gute für euch und eure Tiere!

    Was den gebissenen Menschen angeht: Ich habe auch keinen Zweifel, dass das "Hund" rauskommt, egal, was es war.

    Dafür aber eine Frage: Der Wald, in dem das passierte, ist nach Behördenangaben Revier gleich zweier ansässiger Wolfsrudel, und die Tiere werden regelmäßig, auch tagsüber ,gesehen, sind sich ihres Territoriums also absolut sicher. Die Ranzzeit steht bevor, die Wölfe werden also nochmal ungemütlicher gegen Eindringlinge.

    Wie überlebt denn da ein einzelner, streuender Hund - sogar so lange, dass er sich stark genug fühlt, Rivalen im Revier, Hund UND Mensch, dermassen anzugehen? Mir kamen da auch gleich die Hybriden unseres bekannten Produzenten in den Sinn...vielleicht hat er ja auch nach Brandenburg verkauft?

    Zitat

    Ich empfand es ehrlich gesagt immer eher als unangenehm, wenn der andere seinem Hund erstmal eine 10 minütige Erziehungsrunde verpasst hat, bevor der Hund mit meinen laufen durfte.

    Vor allem - das mußte ich beim Umstieg von Groß und vernünftig auf Terrier und sprittig erstmal lernen - weil du bei manchen Hunden ab einer gewissen Stimmungslage mit Erziehungsrunden alles nur noch schlimmer machst, bis der Hund vor lauter Konflikt komplett frei dreht: Er möchte dir ja den Gefallen tun, aber...

    Wo ich den Schäfermix schon mit einem etwas nachdrücklicheren "Gut ist!" wieder zu Verstand bringen konnte, flippte der noch so junge Russell dann erstmal komplett aus, und darauf, mir so ein nettes Treffen gleich von Anfang an zu verkorksen, hatte ich einfach keine Lust. Also durfte sie ihrem Überschwang einmal frei Luft machen, und dann war sie sofort wieder gefällig und ansprechbar - der einzige junge Hund weit und breit, den ich sogar aus einem kaspernden Knäuel abrufen konnte. Aber die wilde Begrüßung musste einfach sein. Und, wie gesagt, heute ist das längst ganz von selbst vorbei, da ist sie eine rangbewußte, würdige und gestelzte alte Dame - und ich erinnere mich wehmütig an die Raketenzeiten...

    Ich bin wahrscheinlich für diese "alles muß reguliert werden" - Zeiten zu oldschool, aber wenn es nur dieser eine Ausnahmefall ist, würde ich dem dem Jungspund in diesem speziellen Fall seine überschwengliche Freude gönnen, kein großes Erziehungstheater veranstalten und das Gehampel einfach ignorieren.

    Ich habe bei diesem einen Superfreund sogar sofort abgeleint, so dass der Zwerg ein paar freie Begeisterungsrunden im Renntempo drehen konnte, danach war der Überschwang raus und alles verlief kultiviert.

    Und - jedenfalls bei uns - haben sich diese überschießenden Reaktionen einfach von selbst verwachsen ,es war also wirklich ein "wilde Jugend"-Ding. Da hab ich mich, ehrlich gesagt, eher mitgefreut - aber ich hab natürlich auch gut reden, mein Hund ist nicht schwer genug, mich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

    Ich hab bei meinen magenempfindlichen Hund gute Erfahrungen mit diesen Reinfleischdosen gemacht, wenn ich im Urlaub kein rohes Fleisch füttern wollte:

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    Sind allerdings ziemlich hochwertig, man sollte deutlich weniger davon geben als von rohem Fleisch.