Beiträge von terriers4me

    Meine Freundin, die beides hält, mehrere sehr jagige Terrier und zwei Katzen, läßt die bei Neuzugängen mindestens ein halbes Jahr nie, wirklich nie, unbeaufsichtigt und unkontrolliert miteinander agieren. Selbst wenn sie ins Bad geht, werden die Tiere vorher getrennt eingesperrt.

    Echt ein Aufwand, aber bei jagdtriebigen Hunden im Plural - die sich wirklich blitzschnell gegenseitig befeuern können - geht es wohl nicht anders. Am Ende hat es dann mit jeder Kombi geklappt (ebenso übrigens wie hier mit PRT und Hühnern) - aber bis dahin da bist du echt gefordert, und natürlich darfst du generell mit der Kontrolle nie völlig nachlassen. Viel Glück und Erfolg!

    Da sist kein Welpe mehr, das ist ein Junghund, der - aus seiner Sicht - gerade gekidnappt und aus allem Vertrauten gebeamt worden ist. Einziger Ruhepunkt ist da bisher eure Wohnung.

    Blöd nur: Ein junger (und auch ein älterer) Hund weiß instinktiv: Wenn ich mich löse, hinterlasse ich eine Geruchsspur, anhand derer ich mir ruckzuck Freßfeinde auf den Hals holen kann. Also lasse ich das an einem unvertrauten Ort und kneife lieber alles zusammen, bis ich wieder in der sicheren Wohnung bin - da ist die Gefahr wenigstens geringer.

    So sieht das gerade aus Hundesicht aus, und da ist die Lösung klar: Immer derselbe ruhige (!), irgendwann vertraute Platz, da Zeit, Ruhe und keine Ablenkungen durch Action, bis der Hund versteht, dass da wirklich, wirklich keine Gefahr droht, wenn er/sie seine Visitenkarte hinterläßt. Das würde bei einem Welpen eher fix gehen, bei einem Junghund kann es deutlich länger dauern, weil er schon eingefahrener in seinen Gewohnheiten und kopfstärker ist - ich spreche da aus Erfahrung mit einem fünfmonatigen Airedale.

    Bei diesem Wetter keine beneidenswerte Aufgabe, zumal viele Hunde generell nicht gern auf eklig kaltem Boden pinkeln. Aber "alle warm einpacken und draußen sehr viel Geduld" ist leider der einzige Weg, das Problem dauerhaft zu lösen.

    Ich fand es auch immer verblüffend, wie gut alle meine Hunde die Situation einschätzen konnten. Die wußten ganz genau, dass "krank" was anderes ist als "hat keine Lust". Mein jetziger Terrier hat sich als Raketenjugendliche von sich aus dermaßen zurückgenommen, wenn ich krank war, dass ich nur gestaunt habe. Die schlief dann einfach nahezu durch, so, wie du es von deiner Hündin auch schilderst - was mir sagen würde, dass auch sie längst "weiß", dass diese Situation gerade ungewöhnlich ist und sie besser einfach runterschaltet, statt sich unnützen Streß zu machen, und entspannt vor sich hin döst, bis es wieder losgeht.

    Sobald es mir nämlich besser ging - auch das bei allen Hunden gleich - war meine Schonzeit vorbei. Dann wurde sofort wieder richtig gefordert, und dann ja auch mit Recht. Insofern würde ich es an deiner Stelle meinem Hund zutrauen und ihr auch die Gelegenheit geben, sich einfach mal auf eine Ruhezeit einzustellen.

    Ist halt mal so. Der Hund kommt damit klar, der erwartet nämlich überhaupt keine Vollbespaßung, wenn du ihn nicht explizit drauf programmierst. Wenn ich mal krank war/bin haben sich meine Hunde (als junge Terrier absolut keine Schlafmützen) nach dem Gassigang (ausnahmsweise im Garten) einfach auf der Bettdecke eingerollt, gepennt und auf bessere Zeiten gewartet.

    Ich weiß, persönliche Erfahrungen sind nicht unbedingt verallgemeinbar - aber ich gehe seit 40 Jahren im selben, hundereichen Revier in Niedersachsen, Nähe HH, Gassi, und ich habe noch nie so viele komplett, teilweise sogar gefährlich unerzogene Hunde erlebt wie die letzten Jahre.

    Tendenz steigend, weil sich Mutti inzwischen vom Boxer am Kinderwagen über Rottweiler zum Cane corso gesteigert hat - alle natürlich im Genuß ihre vollen Selbstverwirklichungs-Freiheit, weil nicht Hund, sondern Familienmitglied. Dazu kommen ich weiß nicht wieviele Importhunde, denen man wg. Kindheitstrauma keine Erziehung zumuten darf. Ja, klar, ich übertreibe, aber leider eben nicht so sehr, wie ich es mir wünschen würde.

    Das einzige, was hier je spürbare Wirkung gezeigt hat, waren diese hysterischen Kampfhunde-Verordnungen vor 25 Jahren. Da verschwanden wenigstens die Teenagergruppen mit Staffmixen und der Senior, der andere so gern mit seinem bissigen "Kampfhund" bedrohte, sofort aus dem Revier.

    Ansonsten wäre mir nicht aufgefallen, dass das Gesetz groß was bringt, aber ich freue mich natürlich sehr darauf, für den nächsten Siebenkiloterrier ordentlich ablatzen zu dürfen.

    Labbi klingt perfekt für eure Ansprüche, Schwarz wirkt selbst dann abschreckend, wenn der Hund ein Lamm ist (wir hatten so einen). Und falls er/sie nicht von selbst anschlägt, was auch die meisten Labbis tun, bringt ihr ihm einfach bei, auf ein Zeichen kräftig zu bellen.

    Das reicht im Normalfall immer, selbst bei unserem grundharmlosen und dusseligen Settermix. Grosser schwarzer Hund,der mit tiefer Stimme bellt - was dahintersteckt, probiert man lieber nicht aus.

    Knurren, eventuell Fiepen und gleichzeitig Wedeln bedeutet Jagdverhalten in einer schon ziemlich hohen Erregungslage - der Hund ist den Katzen höchstens als tolle Beute wohlgesonnen. Ebenso könnte der Trennungsstress, also das aufgeregt Fiepen, in Wirklichkeit heißen: Lasst mich endlich ran an die verlockende Jagdbeute!

    Da werdet ihr sehr aufpassen müssen. Was ist das denn für ein Hund?