Beiträge von lemming

    Ich hab jetzt nochmal in die PO geguckt - der DVG hat ja ein eigenes Heftchen für die BH herausgegeben, eine Zusammenfassung der IGP PO nur für die BH.

    Dort sind Sitz und Platzübung jeweils einzeln aufgeführt und in beiden Übungsbeschreibungen steht "alternativ darf der Hundeführer nach der Entwicklung eine Grundstellung einnehmen, das Hörzeichen für (Sitzen/Hinlegen) geben, und sich dann vom Hund entfernen".

    Da es in beiden Übungsbeschreibungen einzeln als Alternative aufgeführt ist und ich nichts weiter dazu in der PO finden kann, ging ich davon aus, dass man sich die Ausführung je Position aussuchen darf. Im Zweifel gilt aber ja der Richterleitfaden, der für den Ottonormalgebrauch nicht zugänglich ist.

    Ich habe bei unseren BHs bisher noch kein einziges Mal erlebt, dass der abgelegte Hund zum anderen Hund rennt (Glück gehabt?) Bisher sind alle Wackelkandidaten zum Hundeführer abgedampft, nicht zum anderen Team.
    Ist das bei euch echt häufiger ein Thema?

    Was ich zum Thema Sinn und Unsinn der BH tatsächlich noch nicht wirklich besprochen gesehen habe, ist der Einfluss aufs Vereinsleben. Ich habe da keine starke Meinung dazu, aber vielleicht habt ihr ja Erfahrungen, die die eine oder andere Seite beleuchten. Ich formuliere Mal eine steile These:

    In der BH Trainingsgruppe kommen Leute aus unterschiedlichen Sparten zusammen, was die häufig große Kluft, die zwischen den Sparten eines Vereins herrscht, etwas abmildert. Ohne BH gäbe es noch weniger Anknüpfungspunkte unter den Sparten.

    Habt ihr dazu Erfahrungen? Sondern sich zb. die Rally Leute in eurem Verein mehr vom Rest ab, als die aus BH-pflichtigen Sparten? Oder seht ihr eher, dass die Kluft erst Recht auf geht, wenn im BH Training die unterschiedlichen Trainingsmotivationen sichtbar werden?

    Das ist krass - und va. dachte ich, dass sie ein ableinen im Straßenteil nicht verlangen dürfen? Ich mein, bei uns spricht da ungefähr überall der städtische Leinenzwang dagegen, aber ich dachte, dass das auch schon von der PO her nicht vorgesehen ist.

    Angeleint auch engere Situationen zwischen den Hunden herzustellen, naja, kann ich va. mit Fokus auf Agi durchaus verstehen, aber unangeleint durch andere Hunde abrufen hätte ich mit meiner Schäferhündin wohl verweigert. In beiden Positionen, wenn ich die anderen Hunde nicht sehr gut kenne.

    Zum Thema über die Box hinausschießen: kommt sehr auf die Fähigkeit des Hundes an, prompt zu stoppen, wenn er das Kommando hört, und auf die Fähigkeit des HF, das Kommando rechtzeitig zu geben. Ronda ist über ein Target hinter der Box aufgebaut, ich will also, dass sie durch die Box läuft. Will ich die Übung ganz machen, kommt in der box, statt dem Kommando weiter zum Target zu laufen, das Kommando zum anhalten. Sie erwartet also immer auf Höhe des boxbandes vorne ein Kommando - aber da eine der Möglichkeiten das weiterlaufen ist, stoppt sie nicht selbstständig, oder nimmt schonmal Tempo raus. Ist meines Erachtens näher an der Übungsbeschreibung aus der PO, der Hund soll ja ohne steh/Platz gar nicht anhalten, wenn er die Box erreicht.

    Ich war mit meinen beiden und dem ausgebildeten Therapiebegleithund einer Freundin auch schon in einer Grundschulklasse.
    Thema war aber ebenso nicht "jeder darf den Hund antatschen", sondern wie man sich verhalten muss, wenn man Kontakt möchte, wie, wenn man Kontakt nicht möchte. Welche Berührungen für fremde Hunde eher angenehm sind, welche eher unangenehm.

    Es gab sowohl sehr ängstliche, als auch besonders kontaktfreudige Kinder in der Klasse. Die sehr ängstlichen blieben erstmal hinter dem Lehrerpult und die konnten am Ende der Stunde nochmal an mit Maulkorb gesicherten Hunden näheren Kontakt ausprobieren und mutig sein. Va. konnten sie aber lernen, warum es nicht sinnvoll ist, zu kreischen, zu hampeln oder zu rennen, wenn man Angst hat. Die kontaktfreudigeren konnten durch meine Emma lernen, dass nicht jeder Hund angefasst werden mag und dass auch schon ein zurückweichen akzeptiert werden sollte.

    Die Klasse, in der wir waren, hatte sich für die Projektwoche Haustiere und insb. Hunde gewählt, so war auch die Themenwahl nicht von oben aufgesetzt und die Allergie- und Angstfrage durch explizite Zustimmung der Kinder und ihrer Eltern geklärt. Und gerade die ängstlichen, hatten sich echte Hunde in der Schule gewünscht - die Schule liegt an einem Park mit beliebter Gassistrecke. Gerade die ängstlichen Kinder wollten lernen, wie sie mit Hunden umgehen sollen.

    Ist sie ein Hund, der gerne was im Maul trägt? Dann könntest du ihr über die ersten Minuten, bis ihr in ein schönes Trabtempo gefunden habt, hinüberhelfen, indem sie was zu knautschen in die Schnüss bekommt. Klar ist das nur Management, aber wenn ihr darüber die Möglichkeit bekommt Stress durch gleichmäßige Bewegung abzubauen, wär mir diese Krücke für den Anfang recht.

    Mal ne blöde Frage zu den IBGHs -
    Das Laufschema ist AUSSCHLIEßLICH für die BH/VT verkürzt, oder?
    In der IBGH 2 laufe ich also die Gerade inkl. Winkel in der Leinenführigkeit UND Freifolge, so wie in der alten BH?

    also Blindenführhunde und hunde sind in jedem supermarkt erlaubt. Assistenz Hunde für anderweitig behinderte Menschen waren in dem Supermarkt wo ich afrbeitete nicht erlaubt, da ging dann halt ein Mitarbeiter mit und hat die Aufgaben des Hundes übernommen

    Das war dann eine nicht zulässige Diskriminierung. A) gibt es Assistenzhunde, deren Leistung definitiv kein menschlicher Begleiter übernehmen kann (medizinische Anzeigehunde für Diabetes, Epilepsie, Panikattacken, Herz-Rhythmus-Störung etc.), da ist der Blindenführhund dreimal so leicht durch einen Menschen ersetzbar; B) ist der Assistenzhund ein medizinisches Hilfsmittel, wie ein Rollstuhl o.ä. - und dem behinderten Menschen steht die Wahl frei, ob und welches Hilfsmittel er nutzen möchte (eigentlich hat z.B. jeder Blindenführhundnutzer auch seinen Stock dabei, könnte also auch den im Supermarkt nutzen, aber er darf wählen, seinen Hund dafür einzusetzen); C) sind auch andere Assistenzhunde, als Blindenführhunde, teuer in der Ausbildung und kein Assistenzhundhalter sollte gezwungen sein, sein teures Hilfsmittel ungeschützt vor dem Supermarkt zu lassen.
    Man sollte es tunlichst unterlassen, die Behinderungen von Menschen gegeneinander aufzuwiegen und dem einen die Wahl und Mitführung seines Hilfsmittels gestatten, dem anderen nicht.

    Leider gibt es bisher in Deutschland keine Zertifizierungsmöglichkeit, die irgendeine rechtlich haltbare Grundlage bilden würde. So muss man sich halt darauf verlassen, dass der Halter seinen Hund gut unter Kontrolle hat. Einzig ein Attest des behandelnden Arztes (nicht mal Schwerbehinderten Ausweis ist dafür vorgeschrieben), auf dem die Notwendigkeit des Assistenzhundes beschrieben steht, sollte für Zutrittsrechte notwendig sein.
    Eigentlich sollte uns allen daran gelegen sein, dass für Assistenzhunde vernünftige, gesetzliche und überprüfbare Grundlagen festgeschrieben werden. Aktuell ist es EU Recht, was die Mitnahme von Assistenzhunden regelt, dieses ist (anders als in Österreich) noch nicht in nationales Gesetz umgesetzt worden.

    Ich seh bei Supermärkten das Problem darin, dass die Leute es schon in Tiergeschäften nicht hinbekommen zumindest Bescheid zu geben, wenn ihrem Hund ein Malheur geschehen ist.
    Da findet man irgendwann beim Fegen Kothaufen, die einfach unter die Regale geschoben wurden, von den vielen vielen Pinkelecken mal abgesehen...
    Natürlich sind das immer unrühmliche Ausnahmen und es gibt viele Leute, die peinlich berührt nach Reinigungsutensilien fragen und sicher darauf achten, dass das nie wieder vorkommt. Aber je mehr Hunde in Supermärkten unterwegs sind, desto eher riechen bestimmte Ecken auch verführerisch zum drübermarkieren. Und die Dummheit der Menschen ist eh grenzenlos.
    Es freut mich aber, dass du JediRitter in Italien andere Erfahrungen machen konntest, und mit der Einkaufswagenlösung für nicht-Assistenzhunde wäre ich tendenziell einverstanden.

    Bzgl. Assistenzhunden in Supermärkten würde ich, statt einer allgemeinen Hundeerlaubnis, bevorzugen, wenn das Assistenzhundegesetz mal in die Pötte kommt und vernünftige, für alle verbindliche Vorgaben macht - auch wenn ich dann weiterhin im Sommer viele Extrawege gehen muss, wenn die Hunde nicht im Auto warten können.