Vorderläufe von vorn gesehen gerade, muskulös und ebenmässig geformt, mit kräftigen aber nicht schweren Knochen.
Schultern: Sehr gut zurückliegend. Am Widerrist nur durch die Wirbel getrennt, liegen die Schulterblätter dann schräg nach außen, um der gewünschten Wölbung der Rippen Platz zu bieten. Schultergelenke gut gewinkelt.
Oberarm: Oberarm und Schulterblatt ungefähr gleich lang.
Ellenbogen: Abstand vom Boden zu den Ellenbogen gleich dem Abstand von den Ellenbogen zum Widerrist.
Vordermittelfuß: Kräftig und geschmeidig.
HINTERHAND:
Oberschenkel: Breit und muskulös, Femur im rechten Winkel im Becken eingesetzt.
Kniegelenk: Mit deutlicher Winkelung.
Sprunggelenk: Gut geformt und gewinkelt, tiefstehend, mit kräftigen Knochen. Sprunggelenk von hinten gesehen gerade.
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Angaben zum Grad des Winkels werden hier auch nicht gemacht, aber zumindest gibt es ein paar Anhaltspunkte
Nur kurz zur Info - ich muss jetzt drei Tage komplett durcharbeiten. Muss zwar heute erst mittags los, werde aber lieber etwas Livestram von der Agi-WM gucken!
Vielleicht schaff ich spät abends nach dem Dienst noch die ein oder andere Analyse, ansonsten gehts von meiner Seite erst nach dem Wochenende weiter!
Er ist vorne wirklich zu steil und auch zu kurz im Rücken, geringfügig. Er hat einfach auch sehr lange Haxen für einen KHC - gerne als hochbeinig beschrieben -, Brustkorb muss sich noch entwickeln - das ist bei KHC-Rüden oft erst mit vier, fünf Jahren wirklich abgeschlossen. Da kann mein kleiner 20 Monate Spargeltarzan nicht mithalten.
Er ist gerade in "Ausstellungskondition", wegen mir könnte er ein paar Kilo weniger haben aber dann bekomm ich bei der Ausstellung auf den Deckel. Dass Gewicht gerade ist die unterste Grenze für die Ausstellung und die oberste Grenze bei mir, deswegen war das mit dem Rücken wohl etwas schwierig.
In der Bewegung wird auch der noch lose Ellenbogen und etwas lose Bewegungsabläufe bemängelt, aber das geht ja anhand eines Bildes nicht zu beurteilen.
vielen lieben Dank für deine ausfühliche Beurteilung.
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Haha, supi! Freut mich, dass sich die Beobachtungen da decken - schön zu hören, dass man nicht total daneben lag.
Und mit 20 Monaten ist er wirklich noch jung und nicht "fertig"
Diese Fage stelle ich mir auch sehr oft, ehrlich gesagt.
Sinn und Zweck ist, dass an der Brustbeinspitze eben sehr viele Muskeln zusammenlaufen und je prominenter diese ist und je mehr "Platz" dort ist, umso stabiler und muskulöser ist die Front, Brust und Halspartie.
Aber je mehr echte Leistungshunde ich mir angucke (egal ob Jagd, Hütehunde- oder Rennhunde), desto mehr frage ich mich, ob "viel Vorbrust" nicht auch einfach ein "Idealbild" eines harmonischen Hundes darstellt und im Endeffekt für die Effizienz vielleicht gar nicht so bedeutend ist.
Aber das ist jetzt nur eine persönliche Einschätzung. Ich weiß z.B. dass Doris und Eva sehr viel Wert auf das Prosternum legen.
EDIT: eine gut gewinkelte Front gibt besseren Raumgriff/Schrittlänge im Trab und schönere Bewegungen
Ich muss nochmal nachhaken.
Das mit dem raumgreifenden Trab ufert ja z.B. beim HZ DSH ziemlich aus, bis zu welchem Grad ist es denn überhaupt sinnvoll, das durch Zucht zu fördern (also generell auf Rassehundezucht bezogen)?
Wie viel Raumgriff ist noch funktional und wann ist es unnötig oder gar schädlich?
Wie wichtig ist Raumgriff für arbeitende Hunde? Also wie wirkt sich viel Raumgriff konkret aus?
Gibt's da auch größere Unterschiede je nach Einsatzzweck, dass das in manchen "Jobs" wichtiger für den Hund ist?
Und schönere Bewegungen müssen ja nicht unbedingt gesünder oder effizienter sein, das liegt ja irgendwie auch im Auge des Betrachters?
Das ist alles so ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Ich seh schon die Unterschiede bei den Hunden und glaube, dass ich allein dank diesem Thread hier einige Sachen beschreiben kann, wenn ich einen Hund anguck. Aber wofür das alles wichtig ist, wie alles zusammenspielt, welchen Einfluss ein steilerer Winkel haben kann, ... Puh.
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Komplexe Frage.
Werde ich versuchen zu einem anderen Zeitpunkt nochmal etwas näher drauf einzugehen (also aus meiner Sicht).
Ich würde sagen, die Balancelinien passen schon mal! Somit schon mal ein Hinweis auf eine ausreichende Halslänge und eine gute Platzierung der Vorhand. Die Pfoten verschwinden zwar im Gras, aber ich denke auch die Hinterhand passt soweit. Was trotzdem auffällt ist ein extrem kurzer Mittelfuß. Ich frage mich ob er einen außergewöhnlich langen Ober- oder Unterschenkel hat - oder wirklich der Mittelfuß einfach sehr kurz ist?
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Auch hier könnte man etwas fehlende Brustkorbtiefe und einen etwas losen Ellbogen ansprechen (ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt einen Collie oder Sheltie kenne, der da nicht "zu wenig" hat ....). Die Vorbrust ist gut sichtbar von der Seite, aber trotzdem eher mäßig ausgebildet, für einen KHC aber wohl eher noch im Bereich gut.
Verhältnis Körper zu Beinen beträgt 50:50 -> steht insgesamt eher im Trabertyp.
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Auch bei Loki sehen wir eine steile Front. Mit rot habe ich nochmal den Bereich der fehlenden Brusttiefe und den losen Ellbogen markiert.
Bei der Rückenpartie habe ich mich sehr schwergetan. Obwohl er kurzhaarig ist, sieht er sehr "weich" in den Übergängen aus und markante Landmarken wie Hüfthöcker oder Rippen kommen irgendwie nicht so gut raus, daher wäre er wohl auch ein Kandidat fürs Anfassen ;-) Ich tippe bei ihm aber auf eine tendenziell kurze Lende. Kommt das hin?
Ihr Standbild ist nicht ganz so ideal, weil sie mit der Hinterhand nicht vernünftig steht. Aber man sieht bei den Balancelinien schon mal, dass Kopf und Hals entsprechend ausgewogen platziert sind und sie eine gute Halslänge hat.
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Yuna gehört auch zu den Hunden mit einer eher dürftig ausgeprägten Vorbrust. Ihr Brustkorb reicht nicht ganz an den Ellbogen ran, man würde sich wünschen, dass die tiefste Stelle des Brustkorbes sozusagen auf den Ellbogen trifft und nicht noch eine "Lücke" davor entsteht. Vom Bild ist das zwar schwer zu sagen, aber ich denke dass sie einen eher schmal zulaufenden Brustkorb hat, die Ellbogen wirken dadurch auch etwas lose.
Das Verhältnis vom Körper zu den Beinen beträgt etwa 50:50 (-> Traber)
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Auch Yuna gehört hier zu den Hunden mit einer eher steilen Front. Auf dem Foto stemmt sie minimal mit den Vorderbeinen, das KÖNNTE ein Hinweis auf einen etwas zu kurzen Oberarm sein (oder einfach am Foto und der Situation liegen).
Der rote Pfeil soll nochmal verdeutlichen, dass der Ellbogen etwas lose ist und die tiefste Stelle des Brustkorbs nicht am Ellbogen liegt.
Auch bei Yuna sehen wir eine tendeziell lange Lende!
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Insgesamt steht sie einfach noch in der Entwicklung und wirkt noch etwas substanzlos und etwas "weich" vom Gewebe :) Ich denke ihre Hinterhand ist nicht schlecht, lässt sich aber vom Foto her nicht so gut bewerten. Ich denke, die wird sich auch noch ein gutes Stück entwickeln und typbedingt noch einiges "draufpacken" - ich finde es auch absolut in Ordnung, dass Hunde in diesem Alter noch nicht aussehen wie Bodybuilder.
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Brustkorbtiefe wird durch ihr Fell natürlich etwas vorgetäuscht, aber ich denke da "fehlt" etwas! Dementsprechend wird sie vermutlich auch etwas lose im Ellbogen sein.
Das Prosternum sitzt recht tief, ist sichtbar von der Seite und könnte prominenter sein, ist aber für einen Collie und einen Hund in der Entwicklung sicherlich auch nicht das Schlechteste.
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Die Bewertung der Front anhand der beurteilten Fotos bitte immer kritisch hinterfragen und am Besten am Hund selbst nochmal überprüfen. Ich tippe aber bei Lyra auch auf eine eher tendenziell steilere Front.
Der gelbe Pfeil soll nochmal den etwas "losen" Ellbogen zeigen.
Ihre Lende scheint - sofern beurteilbar - ca. 1/3 der Gesamtlänge auszumachen und ist damit perfekt.
Auch ihre Kruppe ist schräg abfallend, tendenziell mittellang mit einem kräftigen Oberschenkel. Die Rute tief getragen.
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Insgesamt ein außergewöhnlich gut aufgebauter Collie, wie man ihn leider heutzutage nicht mehr oft sieht! Sehr harmonisch, moderat ohne Übertreibung und doch stabil und funktional - besonders im Hinblick auf die Hinterhand.
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Wow, danke für Deine Mühe und das Lob
Ich bin gespannt, wie sie sich weiter entwickelt, sie ist ja erst 14 Monate alt. Wenn uns in 2 Jahren der Thread noch Mal in die Hände fällt, reiche ich Fotos nach.
Mit der Vorbrust das ist ganz spannend. Ich kenne viele Collies mit sehr sehr wenig Vorbrust und wirklich nicht gut gewinkelter Front (Alice gehört auch dazu), das muss man aber leider anfassen, deshalb fällts nicht so auf. Die Halskrausen kaschieren das ja meist. Für einen Collie in dem Alter finde ich Lyras Vorbrust ziemlich ausgeprägt, für einen Hund einer anderen Rasse "könnte es etwas mehr sein"). Das nicht als Kritik, nur als Bestätigung was Du geschrieben hast, auch im Hinblick auf gebäudemäßige Schwächen der Rasse.
Bzgl Brustkorbtiefe: ich glaube, da kommt noch was. Aktuell legt sie ordentlich aus in die Breite und Tiefe, das ist total spannend. Sie ist nicht mehr so "spaddelig", sondern kriegt richtig Substanz. Da bin ich gespannt, wie das noch wird.
Vielen Dank, für die Zeit, die Du Dir genommen hast!
Da deckt sich unser Eindruck sehr gut, das find ich super.
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Gern!
Und immer schön, wenn die "Bild-Beurteilung" auch gefühlt zum "Tastbefund" passt Und gerade bei unseren Youngstern hier, ist es sicher spannend die hier in 1-2 Jahren nochmal anzugucken!
Bei Shelties übrigens genau das Gleiche. Hals, Vorbrust und Front sind oft sehr "schlecht" und durch die Fellmassen leider gut versteckt. Generell habe ich das Gefühl, dass viele Züchter bei recht felligen Rassen nicht ganz so penibel mit der Anatomie sind, sondern mehr nach "Typ" gehen ...
Diese Fage stelle ich mir auch sehr oft, ehrlich gesagt.
Sinn und Zweck ist, dass an der Brustbeinspitze eben sehr viele Muskeln zusammenlaufen und je prominenter diese ist und je mehr "Platz" dort ist, umso stabiler und muskulöser ist die Front, Brust und Halspartie.
Aber je mehr echte Leistungshunde ich mir angucke (egal ob Jagd, Hütehunde- oder Rennhunde), desto mehr frage ich mich, ob "viel Vorbrust" nicht auch einfach ein "Idealbild" eines harmonischen Hundes darstellt und im Endeffekt für die Effizienz vielleicht gar nicht so bedeutend ist.
Aber das ist jetzt nur eine persönliche Einschätzung. Ich weiß z.B. dass Doris und Eva sehr viel Wert auf das Prosternum legen.
EDIT: eine gut gewinkelte Front gibt besseren Raumgriff/Schrittlänge im Trab und schönere Bewegung.